12.06.08
12:49 Uhr

Das iPhone Modell

Praktisch alle Internet-Provider haben ein Preismodell für den kabelgestützten Internetzugang, der nicht mehr volumen- oder zeitabhängig ist. Der Verbraucher hat dieses Modell gerne akzeptiert, denn wer will schon gerne auf seine Uhr schauen oder permanent seinen Traffic messen, während er online ist. Flatrates haben einen ganz wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass das Web selbstverständlicher, regelmäßiger und bedarfsgerechter genutzt wird. Gerade multimediale Inhalte wie Videos, Musik oder Live-Streams sind wichtiger Teil des partizipativen Webs, welche nicht nur von der unbegrenzten Download- sondern auch besonders von der Upload-Freiheit leben.
Dienste wie Youtube, Flickr, Last.fm oder auch WordPress hätten ohne Flatrates nicht den “User generated content”, der die Masse an Inhaltsangeboten ausmacht. Und Social Networks hätten niemals die Klickraten im Milliardenbereich pro Monat, wenn die User in der Mehrzahl an Zeiten oder Datenvolumen gebunden wären.
Der Erfolg bzw. die breite Akzeptanz von Web-Diensten hängt demnach auch stark von den verfügbaren Flat-Tarifmodellen für den Internetzugang in einem jeweiligen Land ab.

Ganz anders sieht es bei den mobilen Internet-Zugängen aus. Kaum ein großer Provider bietet Tarifmodelle, die wirklich einfach und klar verständlich bzw. praktikabel nutzbar sind. Welche dramatische Wechselwirkung Technologie, Bedienbarkeit und Online-Zugang im Markt der mobilen Internet-Nutzung haben, zeigt das iPhone.

Auf der Next08 stellte Robert Hamilton (Google Mobile Management) ein Chart vor, der wirklich eindrucksvoll ist (leider habe ich noch kein Web-Link zu der Grafik gefunden):
Die Grafik beschreibt, welche Veränderungen das iPhone bezgl. der reinen Suchmaschinenzugriffe auf Google in den letzten Monaten ausgelöst hat. Während es über 2.2 Milliarden prinzipiell browserfähige Handys auf der Welt gibt, hat die vergleichsweise bescheidene Anzahl von 4 Millionen iPhones (0,18% Marktanteil) eine Revolution des Nutzerverhaltens ausgelöst, bei dem die iPhone-Nutzer mehr als 50 Mal so oft eine Anfrage über Google auslösen.
Konsequenterweise bietet Google speziell für das iPhone Applikationen an, die perfekt auf das Gerät zugeschnitten sind.
Ob Navigation via Google Maps, Mail-Funktionen via Google Mail, Office-Tools wie z.B. Google Calendar und viele andere Applikationen mehr; der Suchmaschinenriese bereitet sich strategisch darauf vor, auch im mobilen Markt seine führende Marktposition zu sichern.

Mit dem neuen iPhone 3G kommt nun endlich auch Bewegung in den mobilen Breitbandmarkt. Man kann das iPhone gut oder schlecht finden. Nicht alle Funktionen stehen rein technologisch an erster Stelle. Aber die Kombination von Breitband-Technologie, extrem smarter Benutzerführung und einem jetzt sehr aggressiven Preismodell wird wegweisend sein für die breite Nutzung mobiler Web-Anwendungen.

Der einzige Verbreitungshemmer wird weiterhin in Deutschland T-Mobile sein, die zwar auf ihren exklusiven Verträgen mit Apple bestehen können, aber ein gesunder Wettbewerb zwischen mindestens zwei Providern oder gleich ein ganz offener Markt hätte ein noch deutlich schnelleres Wachstum ausgelöst und verbraucherfreundlichen Tarifmodellen gut getan. So wird auch der (Schwarz-)Markt der entsicherten iPhones, die sich mit jedem Chip und Provider betreiben lassen, weiter wachsen.

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10 Kommentare

  1. Daniel Hartmann

    “So wird auch der (Schwarz-)Markt der entsicherten iPhones, die sich mit jedem Chip und Provider betreiben lassen, weiter wachsen.”

    Das wird aber keinen Sinn mehr machen, da man die iPhones nicht mehr ohne Vertrag kaufen kann ohne unmittelbar einen 24 Monatsvertrag abzuschliessen. Und wer sich so einen 50 – 90 Euro Vertrag ans Bein gebunden hat wird ihn wohl gezwungenermassen auch nutzen :D.

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Naja, iPhones werden ja nicht nur in D angeboten ;-)
    Nicht allen Anbietern würde ich blind vertrauen, aber das gilt ja für die Online-Beschaffung generell…
    search.ebay.de/searc...=

  3. der*andre

    Ich habe aber am Montag irgendwo auch davon gelesen,
    dass es nicht auszuschliessen sein wird, dass die neuen
    iPhones nur noch in einer Filiale (!!!) aktiviert werden können…
    …und zwar nicht nur in Deutschland!

    Das sollte jeder an ausländischen iPhones interessierte
    am Besten vorher für sich klären!

    Ob der Jailbreak dahingehend Lösung verspricht bleibt abzuwarten!

    Ich freue mich aufs iPhone und werde es mir per Vertragsverlängerung
    besorgen… und freue mich zudem über meinen richtigen Riecher, dass
    das 1.0 schnell gegen eine UMTS-Version ersetzt wird! ;-)

    der * andre

  4. HerrK

    Ein iPhone muss es nicht zwingend sein,
    aber halt ein gutes online-fähiges Handy, was ich auch mal eben so schnell an den Laptop anschließen kann um damit dann online gehen zu können. Und diese sogenannten mobilen Flats sind auch nur leere Versprechungen und hören bei 10GB Traffic auf. Gibt da leider NICHTS auf dem deutschen Mobilmarkt was mir zusagt…

  5. Daniel Hartmann

    Für 499,- Euro (8GB) bzw. 569,- Euro (16GB) bekommt man es wohl in Italien ohne Vertrag, aber ich werde mir wohl lieber ein Android Handy kaufen, da ich weiss, dass die einerseits billiger und anderseits leistungfähiger sind und irgendwas wird sich da schon finden von LG, Samsung oder HTC was auch optisch passt ;-).

  6. David

    dochdoch, ein iPhone muss zwingend sein.

  7. Andy

    Wenn das iPhone weiterhin nur durch T-Mobile in Deutschland angeboten wird, kann Steve die Sache mit der Weltherrschaft vergessen *g*. Ich denke mal, dass man spätestens ab der nächsten Generation diese Art der Bindung abschaffen wird. Früher werde ich mir auf keinen Fall so ein Teil mit Vertrag zulegen (auch wenn ich es schön und toll finde).

  8. Mike Reiss

    Das Monopol der Telekom mit dem IPHONE ist eigentlich undenkbar, aber bisher gibt es keine Zweitanbieter.

  9. Alex

    Hallo,

    laut Golem.de dürfen diesmal die Anbieter einen eigenen Verkaufspreis für das iPhone 3G festlegen und hier langt die Deutsche Telekom AG selbst ordentlich zu und will das iPhone für monatliche 89 Euro und einen 1-Euro-Preis als den Kaufpreis anbieten.

    Sprich, das iPhone kostet nur 90 Euro und beinhaltet 1000 Freiminuten, 300 Fress-SMS und Datenflatrate.

    Wenn man dem glaubt, was ich für authentische Insider-Infos halte, dann kann man sich das Gerät auch leisten, obwohl man mit UMTS einen viel höheren Nutzen hat als vorher.

    Grüße…

  10. pusche

    interessanter beitrag, hinkt aber meiner meinung nach an zwei stellen: zum einen hat mittlerweile wohl jedes handy die google-applikation schlechthin: einen browser. dazu kommt, dass viele handy- respektive iphone-besitzer keine ahnung haben, wie man third-party-applications installiert.
    zum anderen hängt das iphone wie du schon sagst an breitbandtarifen der telekom, daher ist die hohe online-präsenz zu einem guten teil dem tarif geschuldet. zum anderen hat apples handy wlan, was ebenfalls einen guten teil des traffics erzeugt haben dürfte.

    gruß aus berlin

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
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  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
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