14:00 Uhr
Wo bleibt die Handschrift?
Wann habe ich das letzte Mal einen handschriftlichen Brief verfasst? Mein Gott, ist das lange her….Wann schreibe ich überhaupt noch mit der Hand? Gestern habe ich ernüchternd festgestellt, dass ich in der vergangenen Woche, bis auf einige Notizen aus “Meetings und Besprechnungen”, den Griffel komplett links liegen gelassen habe. Durch so schicke Begleiter wie das iPhone und andere mobile Gadgets, aber auch durch die allgegenwärtige Präsenz von Computern an Arbeitsplätzen und auch zu Hause fällt der “Griff zur Feder” regelmäßig aus.
Selbst die wenigen handschriftlichen Notizen werden von mir digital nacherfasst, denn Handschriftliches ist in unserer digitalen Welt nicht datenbank-kompatibel, nicht indizier- oder elektronisch verwaltbar.
So fristet die Handschrift heute ein kümmerliches Dasein. Mühevoll haben wir uns ihr seit der ersten Schulklasse gewidmet. Sie wurde trainiert und verbessert, meine Abschlussarbeiten im Abitur zählten noch seitenweise vollgeschriebene DinA4 Bögen. Briefe und Postkarten mussten auf gleichem manuellen Weg verfasst werden; Email, Chat und Twitter gab´s noch nicht.
Heute dominiert Handschrift allenfalls meinen Einkaufszettel, aber auch dieser wird bald der Vergangenheit angehören, wenn im voll vernetzen Haushalt der Kühlschrank selbst den Einkauf elektronisch übermittelt.
Stirbt also die Handschrift aus? Wird es bald Clubs geben, die dieses Kulturgut gegen den weltweiten Digitalisierungstrend erhalten? Und warum sehen viele Handschriften bei Schülern schon heute so aus wie in Reihe gestellte Druckbuchstaben nach Vorgabe eines Computer-Zeichensatzes?!
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26 Kommentare
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Am 8. Juni 2008 um 14:21 Uhr
Solange es noch keine SEHR schnelle Möglichkeit gibt Formeln zu tippen (bzw eine gute Formelerkennung für Tablet-PCs), wird die Handschrift zumindest an den Universitäten weiterleben ;)
Am 8. Juni 2008 um 14:25 Uhr
Handschrift ist anstrengend und unleserlich um effizient Dinge zu erfassen oder zu verwalten. Mir wurde schon in der Schule ein Schreibmaschinenkurs empfohlen weil das besser lesbar sei. ;)
Wozu ich hingegeb bis heute Hand verwende ist Ideenscribbeln. Das geht mit der Hand viel viel besser. ;)
Am 8. Juni 2008 um 14:33 Uhr
Keine Sorge, die Handschrift stirbt nicht aus. Denn wir Menschen müssen auch weiterin in der Lage sein, etwas aufzuschreiben, auch wenn es keine Stromquellen mehr gibt. Oder?
Am 8. Juni 2008 um 14:43 Uhr
Ich bin froh das Handschriften zunehmend verschwinden.
Ich sage nur handschriftliches Briefing !
Am 8. Juni 2008 um 15:26 Uhr
Schreibe mir neuerdings meine Notizen nichtmehr in meinen Laptop, sondern auf meinen Laptop. Ist zwar irgendwann voll, aber die richtige Chemielösung machts schon. MEMO 2.0 :-)
Am 8. Juni 2008 um 15:39 Uhr
Also ich bin ja absoluter Verfächter von analogen terminplanern, mind maps und bunten zetteln, auf den ich meien projekte skizziere.
und tut mir leid, mit elektronischen terminplanern kann ich nicht.
da blinkt dann eine nachricht auf, die klickt man schnell weg und fertig. ob arbeit erledigt oder nicht.
im terminplaner stehts da und ich les es immer und immer wieder, bis ichs fertig hab, dann wird abgehackt (verdammt geiles gefühl, wenn man das auch in ner bewegung äußern kann^^)
und ideen lassen sich nun mal nicht auf nem kleinen monitor eintwckeln, da muss man ein schönes großes (weißes) blatt und bunte stifte haben und ab gehts. zusammenfassen kann man das dann immernoch digital.
also ich trenne wie gesagt gerne und komme damit bestens zurecht ;-)
Am 8. Juni 2008 um 16:12 Uhr
Mit evernote werden auch handschriftliche Notizen wunderbar datenbankkompatibel. Es ist noch nicht perfekt aber die Idee ist richtig.
Am 8. Juni 2008 um 16:58 Uhr
Dafür gibt es einen tollen Handschriften-Automaten, der jeden Skript-Font aus dem PC in den Schatten stellt. Damit geschriebene Mailings, z.B. auf Postkarten, fallen unbandig auf.
Wenn der Preis nicht wäre …
Am 8. Juni 2008 um 17:16 Uhr
Was ist mit den Liebesbriefen? Müssen die nicht handgeschrieben sein, damit auch die Liebe in dieser einzigartigen Form, sprich persönlicher Handschrift, echter ‘rüberkommt’?
Was ist mit all den kleinen Postkarten, die ihre Grüße durch die Welt schicken?
Was sagt die Handschrift nicht alles aus über einen Menschen! Wegen der Handschrift allein kann man jemanden schon sympathisch oder unsympathisch finden.
Und das Testament braucht auch die Handschrift, damit es gültig ist…
Ich finde, sie soll weiterhin ein Teil der Persönlichkeit und auch sichtbar sein!
Am 8. Juni 2008 um 18:03 Uhr
… ich kann das Wort “Twitter” nicht mehr sehen …
Am 8. Juni 2008 um 18:57 Uhr
Kann irgendeiner hier noch mit Markern skribbeln?
Auch das ist Handschrift.
Am 8. Juni 2008 um 20:30 Uhr
Also bis auf meine Unterschrift habe ich in den letzten 10 Monaten nichts mehr mit der Hand geschrieben und mein Umfeld freut sich sehr, dass sie endlich lesen koennen, was ich so niederschreibe…
Am 8. Juni 2008 um 21:55 Uhr
ich hab sogar schon ein wenig angst vor den prüfungen dieses semester, hab mir leider angewöhnt mitzuschreiben. und wenn wir jetzt 90 minuten mit der hand schreiben muss, kann ich meine gelenke nach der ersten abschreiben!
mike.
Am 8. Juni 2008 um 23:20 Uhr
“gelenke abschreiben”.. ne, schön!
liebesbrief und postkarten?! ja, natürlich muss ein liebesbrief mit der hand geschrieben werden, solange es nicht eine sms ist.
und postkarten? müssen auch per hand geschrieben werden, solange der urlauber nich in Kalkutta für eine rupie in den “PC-Corner” springt und eine sammel-mail schreibt!
das war alles mal richtig so, aber wie waren noch die ersten worte bei Herr der Ringe: “Die Welt ist im Wandel..” so siehts aus meine Damen und Herren.
Allerdings muss ich mich in einem Punkt dem Herrn H-Gen anschließen: Der timer ist und bleibt voraussichtlich auf weitere jahre ein Moleskine. Und nein, nicht weil Picasso und Hemingway ihn benutzten, sondern, weil diese analoge Art zu “timen” einfach schneller und bequemer ist als der PDA oder das Handy. Wenn ich telefoniere könnte ich mit dem PDA nicht gleichzeitig mein Timer einsehen – there you are!
Grüße aus Hamburg
Dieses Schreiben wurde maschinell hergestellt und bedarf keiner Unterschrift.
Am 8. Juni 2008 um 23:36 Uhr
ohh scribbeln war ja nie mein fall- da scribbel ich lieber digital…auch wenn ich sonst ein fan der “alten schule” bin…
Am 9. Juni 2008 um 00:13 Uhr
“Wenn ich telefoniere könnte ich mit dem PDA nicht gleichzeitig mein Timer einsehen – there you are!”
Öhm, wenn du mit “Timer” Terminplaner meinst – klar. Zumindest unter PalmOS kann man während des Telefonats rüberschalten und gucken ;)
Am 9. Juni 2008 um 01:49 Uhr
Ich schreibe mein Tagebuch/Notizbuch handschriftlich. Das macht mich unabhängig. Alles was ich bracuhe sind Stift, Notizbuch und Ideen. Keine Akkus, Steckdosen etc… An jedem Ort der Welt das aufschreiben was mich bewegt und inspiriert.
Am 9. Juni 2008 um 09:23 Uhr
Also ich schreibe ganz lieben Freunden selbstverständlich Briefer auf schönem Papier mit einer Feder, und verschließe sie mit Siegelwachs. Ich finde, das ist etwas wunderbares :)
Am 9. Juni 2008 um 09:49 Uhr
Guter Lesetipp für alle Schreiberlinge:
“Geniale Momente” –>
amazon.de/Geniale-Mo...
Am 9. Juni 2008 um 10:29 Uhr
Wer mit der Hand schreibt, schreibt weniger Blödsinn. Man denkt automatisch mehr nach, weil das Korrigieren mehr Aufwand macht. Andererseits kann man natürlich auch viel mehr rumspinnen und Querverweise herstellen als das mit Word & Co möglich wäre.
Am 9. Juni 2008 um 11:21 Uhr
ramses hat irgendwie recht. ich schreibe texte auch lieber am rechner, weil man einfacher wörter und satzbausteine hin- und herschieben kann. daß dabei nur blödsinn rauskommt, ist nicht zwangsweise gegeben ;), aber schneller schreiben, weniger dabei denken…stimmt schon. muss, gerad wenn es um eine fülle an ideen geht nicht nachteilig sein.
ich trauere meiner handschrift hinterher. mittlerweile ist es zu einer wellenförmigen steno-herzfrequenz-ausschlags-optik verkommen, die nur ich lesen kann, wenn überhaupt ;).
Am 9. Juni 2008 um 13:33 Uhr
Mario < Moleskine + Füller // my daily Gadget
Am 12. Juni 2008 um 11:58 Uhr
Für die Unterschrift werden wir wohl die
Handschrift immmer benötigen.
hoffentlich :P
Am 12. Juni 2008 um 13:15 Uhr
[...] Vor allem die Kommunikation und auch Dokumentation ist sehr stark digitalisiert worden. Roland vom Werbeblogger befasst sich gerade mit der [...]
Am 13. Juni 2008 um 11:43 Uhr
Wem nach dem Schreiben die Handgelenke weh tun, der hat vermutlich — wie leider so viele andere auch — in der Schule nie richtig schreiben gelernt. Optimalerweise kommen alle Bewegungen aus der Schulter, es bewegen sich weder die Finger (die das Schreibgeraet nur ganz leicht halten) noch das Handgelenk.
Wer das nicht glaubt, der versuche einmal, grosse Buchstaben an eine Tafel zu schreiben, einmal unbewusst und danach bewusst aus der Schulter und aus dem Handgelenk.
Am 20. Juli 2008 um 10:50 Uhr
Upps, erst jetzt den Eintrag gelesen. Die Handschrift kommt wieder, glaub mir :-) In der Zwischenzeit findest du sie auf meinem tintenblog …