19:46 Uhr
Bericht aus Berlin – also der realen Welt
gerade per Mail von Philip Eggersgluess bekommen:
Ich hatte gerade einen Termin im Berliner Stadtteil Wedding. Wedding ist das “alte” Westdeutschland und hat relativ viel Platte aus den 60ern.
Da fahre ich nun langsam zwischen der Platte auf einem dazwischen liegenden “Park” an einer Gruppe türkischer Mädchen ca. 8 Stück alle zwischen 8 und 13 Jahren vorbei. Plötzlich kommt das eine Mädchen auf mich zu, streckt mir einen silbernen Revolver ins Gesicht und drückt zweimal ab. Dies mit Augen als ob sie Drogen genommen hat und einem wirklich beängstigendem Lächeln. Ich lache aus Scham und fahre weiter. Nach ca. 100m realisiere ich, was mir soeben passiert ist. Ich drehe um und fahre auf die Mädchen zu um sie ganz freundlich zu fragen was das sollte. “Ey die is voll bekifft und besoffen die hat halt Bock gehabt einen abzuknallen” Auf weiterführende Fragen meinerseits wussten die Mädchen die einen kleinen ca. 2 jährigen Jungen an der Hand dabei hatten nichts zu antworten. Ich verabschiede mich freundlich und fahre wieder gen Heimat.
Nach 200m passiere ich die Bernauerstr. (ehemals innerdeutsche Grenze bzw. Teil des Mauerstreifens) also rüber vom Westen in den Osten. Nach weiteren 200m komme ich auf den Arkonaplatz – Zentrum des neuen hippen schicken Berlins. Hier spielen bestimmt 50 Kinder an einem Brunnen mit Wasserbomben alle schick angezogen intelligent und immer ist ein Elternteil in der Nähe. Schöne sanierte Altbauten und gepflegter Spielplatz mit verkehrsberuhigter Zone.
Bisher hatte ich nicht gedacht, dass 400m in Deutschland so viel ausmachen würden.
Und weiter gehts mit wichtiger Werbung (Anm. von Patrick).
63 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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Am 27. Mai 2008 um 20:15 Uhr
aha. ein bericht von draussen.
das leben hat dich wieder.
Am 27. Mai 2008 um 20:18 Uhr
intelligent waren die anderen mädchen/jungs vielleicht auch. intelligenz hat nichts mit dem sozialen stand zu tun.
Am 27. Mai 2008 um 20:28 Uhr
Ja, den Unterschied kenne ich sehr gut. Hab im besagten Grenzgebiet schon gewohnt.
Am 27. Mai 2008 um 20:48 Uhr
wasserbomben oder silberne revolver. macht das im kern einen unterschied?
Am 27. Mai 2008 um 21:06 Uhr
Macht die Nationalität im Kern einen Unterschied?
Am 27. Mai 2008 um 21:51 Uhr
@ipotega: Frage Nummer 1: Was ist Intelligenz überhaupt? Es gibt den IQ, die schulischen Noten, die emotionale Intelligenz und so weiter und so weiter. Intelligenz hat mit dem sozialen Milieu vielleicht nicht viel zu tun, dennoch ist das Milieu entscheidend für das Verhalten und Denken von Menschen.
Fürsorge, intensive Betreuung, Liebe etc. sind sicherlich keine Faktoren, die negative Auswirkungen auf ein Kind haben.
Qualmende und saufende Eltern, die sich aufgrund einer Überforderung (weil sie es selbst nie anders gelernt haben) nicht annähernd für ihre Kinder interessieren, selbst kaum lesen und schreiben können und auch sonst nur um sich selbst kreisen, werden sicherlich entsprechend andere Effekte bei ihren Kindern hervorrufen, als vorangegangenes Beispiel. Doch nicht nur Eltern sind Vorbilder. Es ist die gesamte Unterhaltungsbranche, die Werbung, die Freunde, die Nachbarn, die Schulklase, kurzum alles was uns gegenübertritt und wir als Vorbilder anerkennen.
@marie: Ich sehe schon einen Unterschied zwischen Wasserbomben und dem Revolver. Wasserbomben werden im Spiel sicherlich nicht mit diesem martialischem Begriff verbunden. Es geht ums Nassspritzen, nicht unbedingt um das Töten oder Zerbomben. Bei einem silbernen Revolver gibt es neben dem Verletzen und Töten, neben der Macht wohl kaum noch andere Funktionen, oder?
@Paule: Nicht die Nationalität als solches, sondern die kulturellen Unterschiede, die aufeinander prallen. Fehlende Integration. Fehlendes Verständnis und die Unterscheidung zwischen Nation A und B statt netter Kerl und Arschloch. Angst, geschürt und bestätigt von den Medien, unseren Freunden, Familie, Kollegen und allen anderen menschen mit denen wir interagieren.
Witzigerweise höre ich oft “die Türken” sind so und so, aber kaum den Ausspruch “die Deutschen” sind so und so bei haargenau dem gleichen Verhalten. Frage ich genauer nach, so ernte ich Verdattertheit. Gleichzeitig gibt man vor eine ganze Kultur mit allen darin lebenden Menschen genau zu kennen “Die sind alle so”. Dabei kann niemand auch nur annähernd die eigene Kultur, das eigene Land und alle Landsleute kennen (aber das werden sicherlich mehr sein, als die jeweiligen anderen Kulturen).
Also macht die Nationalität bedingt einen Unterschied, aber das beschriebene Problem tritt sicherlich bei sehr vielen Kulturen und Nationen auf. Daher ist es nicht wirklich für die Grundproblematik relevant.
Relevant ist das soziale Milieu. Werden diese Menschen geliebt oder ausgegrenzt? Haben sie eine Perspektive oder besteht ihre einzige Karrierechance darin Gangsterrapper zu werden? Haben sie eine vernünftige Bildung, Betreuung und Versorgung oder müssen sie in Plattenbauten, verrotzten Schulen mit desillusionierten unterbezahlten Lehrern verharren und sich dabei vor Langeweile die Birne zuknallen?
Am 27. Mai 2008 um 23:03 Uhr
Genau meine Meinung. Und von der Verantwortung und den Versäumnissen von Politik, Wirtschaft und Medien, für die gegenwärtigen sozialen Probleme und Ungerechtigkeiten, lenkt die Kulturkampfpropaganda wunderbar ab…
Am 28. Mai 2008 um 00:19 Uhr
Ich muss dich leicht irritiert fragen, ob das eine ausgedachte Geschichte ist? Sorry. Ich lebe seit fünf Jahren im besagten Gebiet direkt am Gesundbrunnen, und mir ist noch nie etwas Annäherndes passiert. Falls das “Satire” sein soll ist sie irgendwie daneben. Falls es stimmt: unglaublich.
Davon abgesehen hab ich tatsächlich noch keine betrunkenen türkischen Mädchen erlebt…
Am 28. Mai 2008 um 00:41 Uhr
ich denke im kern sind wasserbomben und revolver das gleiche.
wohlbehütete kinder aus gut situiertem elternhaus spielen cowboy und indianer. gespielte gewalt. das kann auch ausarten. nicht, dass wirklich jemand zu schaden kommt. aber auf einer anderen ebene. grenzen werden überschritten. weg vom spielerischen, hin zu machtgefühlen und angst. aber nicht so schlimm, ist ja nur ein spiel… wahrscheinlich werden die eltern ihre kinde fördern und fordern. ihnen andere dinge zeigen.
die eltern im weniger fördernden elternhaus haben ihr augenmerk vielleicht nicht darauf gerichtet, ihren kindern eine realität abseits von gangsterrap-videos oder sonstigem zu vermitteln. die kinder lernen dann eben woanders, wenn die eltern ihnen nichts lehren. wenn dann noch das entsprechende soziale umfeld auf sie wirkt, gibt es eben kein spielen mehr, kein kind sein. da ist alles dann krass realität und auf-sich-allein-gestellt-sein. das überfordert sicherlich. die kids erziehen sich dann gegenseitig und suchen ihre vorbilder, wenn die eltern es schon nicht sein können oder wollen. (klingt abgedroschen, ich weiß)
ich denke die wasserbomben, wie auch wasserpistolen, haben durchaus etwas martialisches. aber es ist eher akzeptiert, denn es gibt keine “echte” variante, die tötet.
meiner ansicht nach geht es hier nicht ums nassspritzen. bei spielen wie paint ball geht es ja auch nicht ums farbflecken verteilen, sondern ums treffen und siegen. man sucht den kick. nur sind wasserbomben natürlich kingerechter, wenn man so will. aber ein gewisses machtgefühl, die freude den gegner erwischt zu haben, die angst getroffen zu werden. sorgt alles für adrenalin-stöße…
Am 28. Mai 2008 um 00:42 Uhr
das echte leben ist bestimmt auch berlin. aber noch mehr ist es alles außerhalb von berlin….
Am 28. Mai 2008 um 00:45 Uhr
Wasserbomben und silberne Pistolenläufe (auch wenn sie Spielzeugpistolen sind) sind tatsächlich ein Riesenunterschied.
Wer beides verurteilt, auch die Wasserbomben, übersieht auch auf fürchterliche Art, dass Kinder sich körperlich miteinander messen müssen. Auch Mädchen müssen das dürfen, wenn sie klein sind. Daher gibt es m. E. auch diese Entgleisungen mit echten Waffen, von Jungs und Mädchen (Zunahme nicht nur der Jungen-, sondern auch der Mädchengewalt).
Früher, als ich noch klein war, wurde sich geprügelt (Land/Provinz). War so. Schrie kein Hahn danach. Die Eltern schritten erst ein, wenn es arg wurde. Kein Witz. Wenn ich heute überbesorgte Mütter/Stadt-Eltern anschaue, dann habe ich oft das Gefühl, deren Kinder sind mit Wattebäuschen eingemummt, die später bei jeder Gelegenheit…
Meine These: Wenn Kinder nicht spielerisch kämpfen dürfen, haben sie später auch kein Gefühl dafür, was sie dann mit scharfen Waffen, einem Messer oder einer Pistole anrichten. Dann passiert evtl. sowas Surreales wie in dieser Geschichte.
My 2 Cents als Mutter.
Deren Tochter, als sie 4 Jahre alt war, den kleinen, dominanten Kindergartenfuchs C., der es ihr gegenüber zu bunt trieb, auf die Kindergartenwiese jagte, niederzwang und sieghaft davonstieg :-) Die Leiterinnen fanden das übrigens klasse. Die zuerst erschrockene Mama später dann auch :-). Der kleine C. hat keinen Schaden davongetragen, sondern hat’s locker akzeptiert, dass er sie in Zukunft nicht mehr so ärgern darf.
Am 28. Mai 2008 um 00:46 Uhr
bin tendenziell stinkich…und als stier-sternzeichen eigentlich nur schwer in zorn zu bringen. könnte allerdings langsam klappen….
Am 28. Mai 2008 um 00:46 Uhr
Da kann man dich wohl beglückwünschen, dass die Waffe wohl nicht geladen war. Da haben andere Menschen in dieser Gegend und Kontakt mit dieser Sorte Mensch tagtäglich weniger Glück.
Aber irgendeine Ausrede uns Deutschen die Schuld dafür zu geben werden wir schon finden. Zur Not hat das liebe Mädchen sich halt provoziert gefühlt.
Am 28. Mai 2008 um 00:51 Uhr
Virtuell versus echtes Leben draußen:
Körperlich sich messen means im echten Leben: sich berühren, sich spüren. Grenzen in echt spüren. Spüren, ab wann’s dem Anderen weh tut.
Pistolen (Plastikwaffen etc., dann echte) und derlei Dinge kommen als mentaler Erfahrungsschatz immer erstmal aus dem virtuellen, den TV und den Games. Das Virtuelle scheint tatsächlich ein Problem zu sein, wenn man das echte leben nicht (mehr) oder noch nicht kennt.
Am 28. Mai 2008 um 00:55 Uhr
Das eine schließt das andere nicht aus, Vroni. Alles halb so wild….
Am 28. Mai 2008 um 01:04 Uhr
Ich wohne seit 8 Jahren im Wedding und habe sowas hier noch nie erlebt. Dafür wurde ich der angeblich so schönen ruhigen Mitte (und auch in anderen Gegenden Berlins und auch Deutschlands) schon mehrfach angepöbelt und schlimmeres gabs auch schon. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Menschen, die mit einer bestimmten vorgeprägten Meinung über den Wedding durch diesen Ortsteil gehen über solche Dinge stolpern.
Von Dingen, die dem Wedding in Presse und Fernsehen angedichtet werden will ich gar nicht erst anfangen, da wird der U-Bahnhof Bülowstr. schnell mal in den Wedding verlegt, damit das Klischee stimmt.
Am 28. Mai 2008 um 01:21 Uhr
Roland, also…
deine Antwort kommt mir vor, wie wenn ich echten Leben eine angetüterte Boddel DocheinJägermeister neben dir steht…
aber ich hab nüscht jesagt… Ehrenwort.
Am 28. Mai 2008 um 01:31 Uhr
@vroni: Kann ich gar nichts anfangen mit diesem Kommentar…
Am 28. Mai 2008 um 09:38 Uhr
…ich finde euch hier alle so dermaßen peinlich. mal ehrlich. ihr sitzt vor euren schnicken laptops, schiebt eure kommentare hier hin und her und patrick bekommt gleich nen visuellen orgamus, weil er mal durch berlin fährt und einen so dermaßen überzogenen polemischen blödsinn schreibt, dass man ihm dafür eigentlich mal den Preis für einen der sinnfreiesten Blogbeiträge in 2008 verleihen müsste. Stefan hat mit seiner Aussage in jedem Fall recht. Wedding, Neuköln und auch der Prenzl-Berg sind nicht immer voller Klischees, die ihr in euren KIWI-Taschenbücher lest. Ahoi.
Am 28. Mai 2008 um 09:53 Uhr
My .02$:
Ob Wasserbomben und Pistölchen das gleiche (oder das selbe) sind, ist eigentlich mMn komplett irrelevant.
Was mir jedoch auf der Zunge brennt: “Intelligenz hat nichts mit dem sozialen Stand zu tun”. Diesen Satz kann ich nicht so stehen lassen. Es gibt Studien, die einen klaren Zusammenhang zwischen Ausbildung und sozialem Stand beweisen und es gibt Studien, die einen signifikanten Einfluss der Intelligenz auf den Schul – bzw. Hochschulabschluss beweisen. Die Abi-Note ist bis dato einer der besten Indikatoren für “Intelligenz”. Ausreißer gibt es immer und ich will damit nicht sagen, dass nicht auch intelligente Schüler schlechte Schulabschlüsse machen. Intelligenz ist das Mittel, mit dem man sich von seinem sozialen Stand emanzipieren kann. Sie erlaubt einem, das Gelernte zu hitnerfragen und seine eigenen Shclüsse daraus zu ziehen…
Zum Thema “Zwei-Klassengesellschaft” in einem Radius von 300 m (oder so): Ob die Geschichte nun fiktiv ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich komem aus Köln und mir ist es in letzter Zeit ebenfalls aufgefallen, dass sich diese soziale Schere nicht nur innerhalb von ein paar 100 Metern präsentiert, sondern teilweise innerhalb von 20 Metern. Eine Straße als “soziale Grenze” ist mir häufig aufgefallen. Biegt man rechts ab, kommt man zu Sozialwohnungen und Personen mit niedrigem Bildungsstand, biegt man hingegen links ab, trifft man junge “Dual Earner Couples” in schicken 7000 Zimmer Appartments mit Pool im Garten (Achtung: überspitzt formuliert).
Am 28. Mai 2008 um 10:12 Uhr
@ tim
Ne, Tim, du bist leider peinlich: Denn du kannst nicht lesen. Die Wedding-Geschichte ist ein Mail von Philip Eggersgluess. Patrick hat sie nur hierher kopiert. Er macht jetzt nur noch copy & paste :-)
@ hundebär
Was ist Intelligenz? Dann red’ mer weiter. Heutzutage gilt als intelligent, wer fix denkt. Schnelligkeit, schnellere “Ergebnisse” haben als der andere ist DAS moderne Intelligenzmerkmal. Hinterfragen war mal eins, ist bereits an der Uni altmodisch geworden.
Am 28. Mai 2008 um 10:27 Uhr
@ Vroni
Könntest du bitte noch ergänzend angeben
1. Name deiner Uni
2. Name des Profs, der deine Diplomarbeit betreut hat
3. Note der Arbeit
Hatte diese “neue” Intelligenz gar nicht mitbekommen. Schnell-denken ist also neu hinzugekommen und Hinterfragen ist raus. Interessant!
Am 28. Mai 2008 um 10:39 Uhr
@Lauti: Ich glaube, da verstehst Du ein bisschen was falsch. Vroni hat lediglich gesagt, dass das Abitur und ähnliche Formen der Leistungs(!)-Überprüfung nix mit Intelligenz zu tun haben – sondern mit Lernen. Ein Hauptschüler kann durchaus intelligenter sein als jeder Abiturient, nur wurde das offensichtlich weder entdeckt noch gefördert, sonst wäre er ja nicht auf der HS. Soziale Herkunft bestimmt die Ausbildung: Stimmt. Aber mit der Intelligenz hat sie nichts zu tun. Jedenfalls im Rest der Welt nicht.
Am 28. Mai 2008 um 10:46 Uhr
Lauti
Gehts noch, irgendwie?
Was geht irgendjemanden Anonymen in diesem Kontext die Uni und mein Prof an. Sag du doch erst deinen Ausbildungs-Kram, tit for tat, dann redmer weiter.
Schau dir die Schnelldrehstudiengänge à la Master und Bachelor an. Hör dir an, was die Studenten darüber sagen. Oder G8 (8 Jahre statt 9) bei den bayrischen Gymnasien.
Neulich im einem Gespräch mit einer jungen Dame (25 Jahre, grade BWL fertig studiert, jetzt an einer PR-Agentur. Eine schnelle Sprache, wie ein Maschinengewehr. Umfangreiche PR-Texte, müssen nach 2 Stunden fertig sein, dann abliefern. Durchlesen, setzen lassen? Darf sie nicht, Fehlanzeige.
Eine andere junge Frau, gebildet, Akademikerin, sogenannter guter bürgerlicher Stall, einen Hauch älter als die 25jährige, mit kleinem Kind. Sie meinte, als der Tisch (ich war’s nicht) auf das Gespräch Waldorfschule kam, dass Menschen aus niederen Schichten schon weniger intelligent wären.
Hab ihr höflich erklärt, dass nicht. Dass ich selber aus dem Arbeitermilieu komme und dass ich versichern kann, dass dort ebenfalls verdammt helle Köpfe unterwegs sind. Haben halt kein Geld zum Studium und müssen früher arbeiten gehen. Hat sie große Augen gehabt.
_________________________________
Kann es sein, dass seit einiger Zeit die Art der Kommentaristen sich hier geändert hat?
Am 28. Mai 2008 um 11:20 Uhr
Vroni,
du sagst (@ hundebär) “Was ist Intelligenz? Dann red’ mer weiter. Heutzutage gilt als intelligent, wer fix denkt. Schnelligkeit, schnellere “Ergebnisse” haben als der andere ist DAS moderne Intelligenzmerkmal. Hinterfragen war mal eins, ist bereits an der Uni altmodisch geworden.”
Und ich sage: Fixes Denken war schon immer ein Intelligenzmerkmal. Hinterfragen ist immer noch eins. Erst recht an der Uni. Die beiden Dinge schließen sich nicht aus.
Den Rest deines Beitrages versteh ich nicht. Aufgrund deiner ersten Aussage bist du wohl kein BWLer, aufgrund deines Schreibstils auch kein Texter. Und als Arter war Hinterfragen von Quellen in der Abschlussarbeit wohl auch weniger ein Thema. So what!
Am 28. Mai 2008 um 11:29 Uhr
@ vroni: wo ist der unterschied. genauso peinlich, diesen schwachsinn auch noch unreflektiert copy + paste zu machen….
und bei deinen beispielen kommen wir gleich die tränen – schon mal an nen platz auf der anne-will-syndrom-opfer-couch gedacht. ich sage mal so, deine Damen sind es selber schuld. wer sich ausbeuten lässt, der wird auch ausgebeutet. Ahoi!
Am 28. Mai 2008 um 11:37 Uhr
Intelligenz ist doch nicht nur angeboren! Sondern entwickelt sich. Wird gefördert. Oder verkümmert eben. Natürlich gibt es intelligente Hauptschüler und dumme Abiturienten (erstaunlich viele sogar).
Aber in der Regel ist es doch so: :
Wenn man (In Deutschland) in einem Umfeld aufwächst, in dem Bildung wenig zählt, wenn zu Hause kein Buch steht, wenn man vielleicht nicht mal ein Eckchen hat, in dem man seine Hausaufgaben machen kann, wenn man dann auf der falschen Schule landet, keiner an einen glaubt und keiner einen fördert – dann verkümmert auch die Intelligenz. Und irgendwann ist es dann vielleicht auch zu spät, das letzte Restchen noch zu entdecken und zu fördern.
Deshalb glaube ich, dass eine 13jährige Göre, die zugekifft in einem Park anderen Waffen ins Gesicht hält, nicht nur aozial ist, sondern wahrscheinlich auch strunzdumm.
Ich habe übrigens auch vier jahre im Wedding gelebt, am Gesundbrunnen, also auch der Gegend, von der hier die Rede ist. So was ist mir zwar auch noch nicht passiert. Aber dass sich zu Silvester jugendliche Arschlöcher auf einem vollbesetzten Bahnsteig mit Signalpistolen beschießen, hab ich auch schon erlebt. So ganz ohne ist das da alles nicht. Trotzdem weit entfernt von dem, was die Medien draus machen.
Am 28. Mai 2008 um 11:52 Uhr
tim
Nix zwei.
Wenn du besser hinlesen würdest, hättest du gemerkt, dass “nur” die erste junge Frau eine – in deinen Augen – eine Ausgebeutete ist. Sie kriegt jedoch gut bezahlt, so wird Ausbeutung wieder relativ. In meinen Augen beugt sie sich zu sehr dem Intelligenzler-Raser-Diktat, dem Diktat des rasenden Stillstands des Hamsterrads der sich toll wähnenden Schnelldenker. Sie könnte sehr wohl in aller Ruhe einen Text nochmal durchlesen, sie glaubt nur leider selber zu sehr an das Tolle der Geschwindigkeit und lässt sich deswegen sehr leicht in diese Richtung manipulieren.
Die zweite Frau ist “lediglich” eine, die glaubt, dass untere Schichten dümmer seien.
Am 28. Mai 2008 um 11:54 Uhr
@lauti: Es reflektieren mehrer Menschen gerade diese Geschichte. Dass es sowas gar nicht gibt, brauchst du mir nicht erzählen. Ich hab langjährige Erfahrungen mit schwer erziehbaren Jugendlichen und Kindern gemacht. Natürlich ist es nicht immer so, wie geschildert, ich glaube aber auch nicht, dass diese Geschichte erfunden ist. Ich glaube auch nicht, dass es jeden Tag dort passiert, aber scheinbar war es gestern nun mal so.
Ich verurteile hier ja den Mangel an Liebe und Zuwendung und nicht die Kinder selbst. Die können nix dafür, eben weil sie noch nicht reflektieren können.
Mit Anne Will hat das wenig zu tun, weil ich diese Thematik ja gerade hinterfragen möchte, einfach Antworten gibt es darauf nicht.
Würde mich aber schon interessieren, welchen persönlichen Background oder Erfahrungen du mit diesem Thema hast, dass dich das so dermaßen an die Decke gehen lässt.
Am 28. Mai 2008 um 11:56 Uhr
Ich glaube es geht hier weniger um Intelligenz als vielmehr um soziale Kompetenz und Zukunftsperspektiven für ein zufriedenes Leben.
Am 28. Mai 2008 um 12:01 Uhr
Lauti
“Und ich sage: Fixes Denken war schon immer ein Intelligenzmerkmal.”
OK. Machen wir doch Nägel mit Köpfen zum Thema Beschleunigung. Seit welchem Jahrhundert genau ist Schnelldenken DAS Ding?
__________________________
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen
Am 28. Mai 2008 um 12:06 Uhr
Patrick
Zustimmung.
Das Schlagwort “Soziale Kompetenz” entspricht halbwegs dem Schlagwort “Emotionale Intelligenz”. Da hammers dann wieder beinander.
Intelligenz ist nicht nur rein kognitiv, rational zu verstehen. Das ist glaube ich, der große Irrtum westlicher Gesellschaften. Intellegere heißt ja wahrnehmen, verstehen. Das geht nur mit Kopf und Bauch zusammen. Alles andere sind Irrwege.
Am 28. Mai 2008 um 12:49 Uhr
Schöner Artikel der wirklich zum Denken anregt.
Am 28. Mai 2008 um 12:53 Uhr
Zusammengefasst: Das Leben ist ein Arschloch.
Am 28. Mai 2008 um 12:53 Uhr
Am bedenklichsten finde ich, dass (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die Geschichte nicht fiktiv ist) man in vielen Foren offensichtlich nicht einmal mehr real erlebtes niederschreiben kann, ohne nicht postwendend im Kugelhagel der Betroffenheitsfraktion zu stehen. Ich habe sehr wohl verstanden, worum es ging, und man muss auch nicht zu allen “heiklen” Attributen wie Intelligenz, Schicht o.ä. gleich ein komplettes pädagogisches oder soziologisches Relativierungskompendium mit einbauen, um diesem Gesülze zu entgehen.
Die Realität sollte sich wirklich was schämen, politisch unkorrekt zu sein! Aber durch Differenzierung & Definitionsstreitigkeiten kann man sich den Kern der Story ja auch bestens vom Hals halten (nein, es gibt keine gesicherte Definition von Intelligenz whatsoever – da streiten sich bis heute die Gelehrten, und es gibt einen Sack voll konkurrierender Erklärungsansätze. Aber schön, dass hier diesbezüglich alle die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben). Ich glaube jeder hat bestens verstanden, worum es ging. Muss denn jeder sozial brisante (?!) Beitrag jedesmal zu so einem p.c. -Betroffenheits-Eierlaufen degenerieren? Kann man hier kommunikativ nicht ein bisschen pragmatischer vorgehen? Oder hat vielleicht genau dieses verbale Nebelgranatenwerfen eine ganz andere Funktion? Ich denke leider schon…
Am 28. Mai 2008 um 12:59 Uhr
@Patrick: Dein beitrag bezieht sich nicht auf meine Aussagen.
@Vroni: Spätestens seitdem Intelligenz geMESSEN wird. Schließlich sind Test auf Leistung pro Zeit angelegt.
Frühestens seitdem sehr gescheite Leute (z.B. Gauss) es vermochten sehr komplexe Aufgaben in sehr schneller Zeit zu lösen.
PS: Das wird mir hier zu off-topic, liebe Vroni.
Am 28. Mai 2008 um 13:06 Uhr
Kolja
Komm wieder runter.
“Entzündet” hat es sich vermutlich an dem Satz aus der Geschichte, wo die “besseren” Kinder als intelligent bezeichnet wurden und die anderen nicht.
Es war sicher keine Absicht des Schreibers, aber ich halte es auch nicht für Betroffenheitsgesülze, dem nachzugehen. Es ist schon was dran, dass die “besseren” Schichten sich dermaßen abgrenzen, dass sie auf die anderen runterschauen.
Ich will genau wie Patrick, dass das aufhört und auch diese Jugendlichen eine Perspektive haben. Sie führen sich so auf, nicht weil sie “brunzdumm” sind, sondern weil ihnen das Leben in den A fickt. Sorry.
Am 28. Mai 2008 um 13:08 Uhr
Auf das PC-Genöle hab ich ja gewartet. “Kugelhagel der Betroffenheitsfraktion” – kannst Du den mal bitte kurz zitieren? Hat hier auch nur EINER die Aktion von dem Ghetto-Gör gutgeheißen?
Am 28. Mai 2008 um 13:18 Uhr
Lauti
Ich halte so Typen wie den langsamen Kaptain aus Sten Nadolnys “Entdeckung der Langsamkeit” für einen sehr gescheiten Leut. Vielleicht sogar auf seine Art für gescheiter als Gauß, den konservative Monarchisten.
Ich mag halt diese Maschinengewehrdenker und diesen Dünkel de Schnelligkeit nicht. Irgendwas an denen ist mir hochsuspekt und sehr einseitig. //Ende Offtopic//
Am 28. Mai 2008 um 15:13 Uhr
Hallo! Ok ich habe den Post erst eben gesehen. Zunächsteinmal:
Es handelt sich leider um eine reale Begegnung und ein reales Erlebnis, was mir gestern genauso wiederfahren ist.
Da ich es nicht glauben konnte und selbst etwas geschockt war habe ich eine Mail an meinen Verteiler gesendet, dass es dann gleich hier landet war mir nicht bewusst, aber umso besser, dann erreicht es wenigstens richtig viele Menschen! Warum habe ich das aufgeschrieben?
1. Um das erlebte zu verarbeiten
2. Um darauf aufmerksam zu machen was hier in D wirklich schief läuft.
Klar, die Geschichte ist krass aber Fakt.
Ich habe bewusst nur die Geschichte aufgeschrieben ohne meine Meinung zu äußern um alle zum Nachdenken zu bringen.
Jeder kann sich da seine eigene Meinung zu machen und mich freut die kontroverse Diskussion.
Ich war auch schon oft in den besagten Stadtteilen unterwegs und habe meistens eher Positives erfahren.
Mitte und Prenzl Berg sind eine Traumwelt, was auch der folgende Artikel sehr schön beschreibt: zeit.de/2007/46/D18-...
Ich sehe das ganze nicht als Berliner Problem sondern als deutsches Problem. Fehlende Integration, fehlende Bildung und ein fehlender Plan diser Menschen da oben die sich Regierung nennen.
Wir haben schon jetzt mit einer fast verlorenen Generation zu kämpfen und jeder von uns sollte sich Gedanken machen – und nicht nur Gedanken!!! – sondern Taten folgen lassen – die da oben werden es nicht richten.
Es war einfach krass soviel soziale Unterschiede in einem Radius von 400m und in einem Zeitraum von weniger als 5min. tatsächlich zu sehen.
Grüße aus Berlin Philip
Am 28. Mai 2008 um 18:24 Uhr
@ Philip
Nichts gegen Dich persönlich – aber diese Entdeckung im Jahr 2008 zu machen, Respekt, da hast Du die letzten 20 Jahre wirklich in Deiner eigenen (medialen) Blase gelebt.
(Anfang der 90er gab es in Frankfurt bereits erschreckendere Erfahrungsberichte.)
@ alle
Wiederum: Nicht persönlich nehmen, ist rein fachlich gemeint.
Ich finde eure Diskussion putzig. Werber spielen Soziologen. Bitte spielt wieder Werber. Das ist spannender und erkenntnisreicher. Und ihr habt alle wirklich mehr Ahnung davon.
Am 28. Mai 2008 um 18:27 Uhr
Kommt nach Neukölln… hier sieht man beides (Traumwelt & Ghetto) nicht ein Mal 400m voneinander entfernt, sondern vollständig ineinander verwoben!
Man denke an die Medienkamapagne (zitty, u.a.) die jetzt das “neue” “Kreuz-Kölln” ausrufen (man beachte die billige Anbiederung an Kreuzberg und den Wunsch zu den hippen Kreuzbergern dazuzugehören).
Dies hat den Effekt, dass nun Caffé-Latte-Snobs und Becks-Hornbrillen mit American-Aparel-Schal neben den 15-köpfigen Kiddie-Banden sitzen und sich prächtig über die Underground-Kultur direkt im “gefährlichen Assi-Ghetto” amüsieren…
Viele Grüße aus Neukölln!
Am 28. Mai 2008 um 18:38 Uhr
Warren
Ja genau, gab es alles schon. Auch schon im alten Rom… und in der Bronzezeit erst. Mann.
Und: Werber bleibt bei euren Leisten, habt ihr gehört. Bleibt schön brav innerhalb eures Zirkuspferd-Tellerands. Wer drüber rausschaut, wird sofort erschossen; vorher den bunten Püschel-Kopfputz abgeben.
Am 28. Mai 2008 um 18:41 Uhr
bullshit. habe zwei jahre in wedding und ein jahr im prenzlberg gelebt. wedding finde ich im nachhinein netter und freundlicher. hatte niemals auch nur irgendein problem, im gegensatz zu berlin-mitte, wo ich zweimal als ausländer beschimpft wurde – obwohl ich (dunkle haare) noch nicht einmal einer bin. einmal wurde mir dabei ein silvesterböller nachgeworfen. dieser text ist der größte schwachsinn, den ich seit langem gelesen habe und man merkt, dass dieser typ nur kurz durch diese stadtteile gefahren ist und weiter keine ahnung von dieser stadt hat. auch in mitte gibt es armut. berlin ist nun mal eine arme und unfreundliche stadt. wedding fand ich damals fast noch am freundlichsten. ich war bis gestern in miami. dort gibt es tatsächliche gewalt und große probleme. aber zum lück immer noch nicht wirklich in berlin und anderen deutschen städten.
verglichen mit anderen städten dieser größe ist es geradzu ein witz. ein kleines (freches) kind hat mit einer plastikpistole auf dich gezielt? oh gott! in berlin geht die kriminalität übrigens seit jahren zurück. der einzige ort an dem verbrechensraten steigen sind die medien und ihre berichterstattung.
Am 28. Mai 2008 um 18:44 Uhr
@ martin
an silvester beschießen sich auch jugendlich auf kleinen dörfern mit signalpistolen (selbst erlebt).
so sind jugendliche.
Am 28. Mai 2008 um 19:05 Uhr
@ Vroni
Du hast’s erfasst. Ist wie in der Werbung. Gab’s alles schon mal. Wird sich nie ändern.
(Hui, jetzt kommen gleich die Weltverbesserer und werfen mir Fatalismus vor, was?)
Und: Demokratie heisst man darf eine eigene Meinung haben, muss aber nicht. Darüber könnte man doch mal nachdenken…
Am 28. Mai 2008 um 20:02 Uhr
@ sendseon
Ah, danke für die Belehrung. Ist mir selbst gar nicht so aufgefallen während meiner Jugend auf dem Lande.
Aber du hast völlig recht. Wenn einem auf einem vollbesetzten Bahnsteig die Leuchtkugel einer Signalpistole knapp vor der Fresse lang fliegt, dann regt man sich doch nicht auf (wie ich) und ruft die Polizei an (wie ich), sondern schmunzelt über die Lausbuben. Sowas kann eben überall passieren, weil alle Jugendlichen doch unabhängig von ihrem sozialem Background und egal, ob sie in Zehlendorf, im Wedding oder auf dem Kuhdorf leben, völlig gleich sind.
Manchmal vergesse ich das einfach in meiner wahnhaften Vorstellung, dass es da doch die eine oder andere soziale Entwicklung geben könnte, die einen beunruhigen sollte.
Am 28. Mai 2008 um 20:03 Uhr
Schlechte Werber sind auch meist schlechte Soziologen. So einfach sehe ich das.
Am 28. Mai 2008 um 22:44 Uhr
@Warren:
Wird unsere Gesellschaft nur von Soziologen geformt? Lösen die alle ihre Probleme im Alleingang? Falls ja, wann fangen sie denn damit an? Falls nicht, dürfen sich dann vielleicht auch mal ein paar Laienmitglieder dieser Gesellschaft Gedanken über soziale Probleme machen und sich darüber austauschen oder müssen wir uns dazu erst (Ihren?) Expertenrat einholen?
btw: Sollten Soziologen nicht eigentlich auch etwas Ahnung von Kommunikation haben? Mein’ ja nur…
Am 28. Mai 2008 um 22:59 Uhr
Ich glaube ganz ganz ganz ganz früher, in manchen Hochkulturen, war es Gang & Gäbe, dass die Menschen ohne akademische Zwänge und Titeln Wissenschaftler sein durften, konnten und es auch teilweise waren.
Da wir unser Denken zusätzlich noch durch die Einführung von Berufsbezeichnungen, Graden oder klar definierten Studiengängen begrenzt haben, darf halt heutzutage niemand mehr über den einmal und nie wieder beschrittenen Bildungsweg wandeln. Wehe er betritt den grünen Rasen am Rande des Parkwegs. Strengstens Verboten!
Zum Glück fassen manche den Mut und laufen mit nackigen Füßen einfach über die Wiese – Kinder zum Beispiel, die noch nicht diese ganze eingetrichterte Scheisse auf dem Buckel mit sich rumtragen müssen. Ich glaube das nennt man Freiheit? Oder? Was sagen die Werber Spezialgebiet “Nichtsoziologen” denn dazu? Wie visualisiert man eigentlich Freiheit um sie anderen besser zu verkaufen?
Am 28. Mai 2008 um 23:25 Uhr
Jemandem oder einer Gruppe zu sagen, dass er/sie sich gefälligst in die angestammten Tümpel zurückzuziehen hätten und das Thema den Fachquakfröschen überlassen sollen, ist gar nicht so neu. So alt wie die Steinzeit. Sogar Kinder wenden das ohne “Unterweisung” schon an.
(Lektüre für den Abend: Schopis “Die Kunst, Recht zu behalten: In achtunddreißig Kunstgriffen dargestellt”).
Am 28. Mai 2008 um 23:40 Uhr
Vllt. sollte man das eine oder andere aufdröseln.
Nichts korreliert so hoch mit dem IQ wie der Schulerfolg … die “Intelligenzrelativierer” kämpfen noch die letzten Rückzugsgefechte – wahrscheinlich aus Scham. Wir haben in D. seit Anfang des 19. Jhdts. ein auf die Entdeckung von schulischen Talenten getrimmtes Schulsystem, seit den 7o-igern Gesamtschulen, die soziale Unterschiede einebnen sollten und seit Mitte der 80iger einen Lehrkörper, der polit. stramm auf Kurs ist (ach ja, auch noch einen gewerkschaftl. kontrollierten 2. Bildungsweg). Angesichts der eindeutigen veröffentlichen Meinung in den vergangenen 20 Jahren von Kulturkampfpropaganda zu sprechen, deutet auf ein gerüttelt Maß an Realitätsverlust.
Aber das halt ich nicht wirklich für entscheidend:
Ich kann die geschilderte Szene nicht ganz nachvollziehen. Ich wohne im Ruhrgebiet und glaube, daß die Heranwachsenden mit türkischer oder arabischer Familie eher weniger BTM-Probleme haben als die “weiße Mittelschicht” – mgl.weise ist das im doofen Berlin anders.
Das wirklich Schockiernde an dem Beitrag sind doch nicht die verwahrlosten Kinder, sondern – im Gegenteil – die davon offenbar völlig unberührten “besseren Wohngegenden in Mitte”. Ein Journalist hat vor ca. 3 Jahre geschrieben, die gut verdienende, gebildete Mittelschicht ist der Träger von Weltoffenheit, Liberalität, bekundetem soz. Gewissen – und hat bisher peinlich vermieden, sich irgendwie an den neg. Folgen zu beteiligen.
Es wirkt wie eine Posse, daß ausgerechnet das weltoffene westdeutsche Millieu in den verachteten Osten zieht … um dem gemeinsamen Wohnen mit Mitbürgern zu entgehen. Noch deutlicher kann man doch gar nicht darauf verweisen, was “man” von sozialpolit. Korrekturmaßnahmen hält.
Am 29. Mai 2008 um 00:15 Uhr
@derherold: Du hast mich da, glaub’ ich, was missverstanden. Meine obige Bemerkung mit der Kulturkampfpropaganda bezog sich auf das von Patrick vorher aufs Tapet gebrachte ‘die Türken sind so und so’ und sollte auf den hier seit 2001 heraufbeschworenen ‘clash of civilizations’ anspielen, mit dem gewisse Kreise alle Probleme, die in muslimischen Kontexten auftreten, zu erklären versuchen. Wieso Du das jetzt x Diskussionsstränge später mit IQ und Schulsystemen zusammenrührst, versteh’ ich nu’ widerum nicht.
Hach ja, manchmal fehlen mir doch die guten alten Foren mit ihrer gegliederten Thread-Ansicht…
Am 29. Mai 2008 um 08:29 Uhr
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Am 29. Mai 2008 um 09:03 Uhr
Be Berlin
Am 29. Mai 2008 um 09:33 Uhr
So,
habe gerade keine Zeit die ganzen Comments durchzulesen, aber habe beim drüberfliegen festgestellt, dass teilweise eine Debatte darum entstanden ist, “was Intelligenz” sei… Und dann noch was über soziale Kompetenz oder so was…
Meine 2 Cent:
Wie man Intelligenz operationalisiert hat sicherlich immer was mit der eigenen Sozialisation zu tun… Ob man nun irgendeinen IQ Test nutzt, um Intelligenz festzustellen, der 8 Dimensionen von Intelligenz postuliert, oder ob man einen mit nur 5 nimmt, ist relativ wurst mMn. Die Differenzierung nach “sportlicher”, “sozialer”, “sprachlicher”, etc. Intelligenz mag zwar theoretisch sehr interessant sein, jedoch für mich nicht “praxis-relevant”, wenn man so will. Evaluation der Intelligenz meines GEsprächspartners erfolgt implizit und ist aufgrund meiner eigenen Sozialisation sehr biased.
Ohne jetzt Klischees breit- oder irgendjemandem auf die Füße treten zu wollen ein kleines Beispiel: Die Supermarktverkäuferin mag den vor ihr stehenden Unternehmensberater für unglaublich gebildet und intelligent halten, während aus meiner Sicht sich das Ganze relativiert.
Es passiert häufig genug, das Leute mich für unfassbar klug halten, wenn ich “disjunkt und exhaustiv” sage. Die Kenntnis irgendwelcher Fremdwörter zeugt, objektiv gesehen, noch nicht von Intelligenz, lässt manche Leute jedoch zu eben diesem Schluss kommen…
Wie dem auch sei: Intelligenz hin oder her. Ich bin der festen Überzeugung, dass sozialer Stand sowie Bildungsabschluss mit die besten Indikatoren für Intelligenz sind. LAtente Variablen sind nun mal schwer zu messen…
In diesem Sinne
Am 29. Mai 2008 um 10:03 Uhr
Ach ja: “Es passiert häufig genug, dass….” … Auch schriftliche Intelligenz sollte gelernt sein :-)
Am 29. Mai 2008 um 11:26 Uhr
Diese “türkischen Mädchen”(schön wenn ein “deutscher” zwischen Kurden, Arabern und Türken unterscheiden kann!) im Alter von 8 und 13 Jahren sind mindestens schon die 4. Generation hier in ihrer Heimat, nämlich Deutschland! Man kann die 1. bzw. noch die 2. Generation als türkisch bezeichnen, aber nicht mehr ab der 3. Diese Mädchen sind deutsche in einer hängengebliebenen, und deformierten türkischen Kultur aufgewachsen wie sie in der Türkei heute nicht mehr existiert, gemixt mit deutschen Werten und Schulbildung/Erziehung. Wenn diese Kids ein auf “Gangsta” machen nicht integriert, assimiliert sind usw. ist das sehr traurig, hat aber nichts mit der Herkunft ihrer Uhrgroßeltern zu tun.Anyway, warum das in Wedding so ist: weil in diese Stadtteile keine Energie und Geld hineingesteckt wird, weil den Kindern in der Grundschule schon gesagt wird das sie keine Zukunft hätten und ihre komplette Schulzeit nicht gefördert werden, sowohl zu Hause als auch vom Staat. Wenn man mit dem Gedanken aufwächst ungebraucht zu sein auf dieser Welt dann ist es normal “asozial” zu werden. Ungebraucht sein auf dieser Welt = asozial. Oder?
Am 29. Mai 2008 um 15:17 Uhr
Daß zwischen “Türken” und “Kurden” kaum unterschieden wird, liegt an dem segensreichen Wirken der (bundes-)deutschen Gesellschaft, die diese Frontlinie gar nicht erst hat aufreißen lassen. ;-)
Niemand hat den “Mädchen” (oder Jungen) in der Grundschule gesagt, daß sie nicht gebraucht (oder Schlimmeres) würden. Das ist ja das Problem, daß man polit. aus “PISA” keinen Profit schlagen kann, da es keine realexistierenden “ewiggestrigen” Sündenböcke gibt, die man verantwortlich machen könnte: Man kann schlecht die “Sozialdemokratisierung” fordern, wenn bereits alle “Bildungschaffenden” sozialdemokratisch sind. … deren Desillusionierung, den Konflikt aus polit. Überzeugung und schulischer Realität, hat man durch “Berufsunfähigkeit ab 49″ aufgefangen.
Keine Energie und Geld ?
Das ist natürlich falsch. … nur zu wenig.
Das hat Gründe:
Zum einen hat man die “mangelnde Förderung” völlig unterschätzt und stattdessen propagandistische Schönwetterreden gehalten …
… zum Anderen hat man Hemmungen, den “in Mitte” Wohnenden klar zu machen, daß sie (kräftig) in die Tasche greifen müssen, damit uns in den nächsten 10 Jahren nicht “die Gesellschaft” um die Ohren fliegt.
Ich bin im übrigen für eine Quotenregelung im Öffentlichen Dienst: Ohne zügige Übernahme von Bürgern “mit Migrationshintergrund” in staatlich gesicherte Arbeitsverhältnisse (mit Beamtenstatus) wird alles noch schlimmer.
Am 1. Juni 2008 um 19:39 Uhr
[...] mmmh Posted by scheff on Sonntag, Juni 1, 2008, at 18:35, and filed under Berlin. Follow any responses to this post with its comments RSS feed. You can post a comment or trackback from your blog. [...]
Am 3. Juni 2008 um 00:10 Uhr
über die Bernauer gehen die Mieten auch geschätzte 400,- rauf. Oder runter, je nach dem …
Am 28. Juni 2008 um 16:13 Uhr
ahh! gut zu wissen.
also, montag media buchen für fastfoodkette im wedding und
für grünkernbuletten in der gegend um den arkonaplatz.
Danke! der effie ist mein! nur mein!
grüsse aus .. ähh… kreuzberg
Am 28. Juni 2008 um 16:30 Uhr
ach ja… noch gemischtes hinterher:
Man kann sehr wohl zwischen Türken, Kurden und Arabern unterscheiden,
wenn man sich denn schonmal mit ihnen auseinandergesetzt hat.
Es gibt unglaublich viele Unterschiede… Aussehen, Mentalität, Art zu Sprechen… das KANN man schon auseinanderhalten.
Man kann ja den Bayern vom Hessen auch unterscheiden ( Es sei denn, sie sprechen gutes hochdeutsch..hrrhrrrhrr )
zum herrn hundebaer,es gibt unglaublich viele menschen, die mit worten wie “disjunkt” und “exhaustiv” , aber auch “suboptimal”
und sonem kram um sich werfen.
Natürlich gibt es menschen, die aufgrund der wortwahl des anderen denken, dieser wäre intelligent. das zeugt aber auch wieder von
geringerer intelligenz, denn der Intelligente himself würde wissen, wie er die person einzuschätzen hat, die diese worte brabbelt und dann entscheiden, ob diese person intelligent ist oder eben nicht.
und hallo senem:
“Ungebraucht sein auf dieser Welt = asozial. Oder?”
Ja, denn der Sinn des gesellschaftlichen Lebens besteht für mich darin, dass man sich “brauchbar” macht und sich somit in die Gesellschaft eingliedert.