05.05.08
12:07 Uhr

Mögliches Geschäftsmodell für Content!?

Brotlose Kunst? Was ist eigentlich mit den Menschen, die keinen Bock auf Werbung haben, aber nicht als Ladendiebe verunglimpft werden möchten? Haben die im weiten Netz überhaupt noch eine Chance an gute Inhalte zu kommen und trotzdem den Willen, auch etwas dafür zu bezahlen? Gibt es nicht doch irgendwo noch ein sinnvolles Geschäftsmodell, damit Inhalte werbekundenunabhängig bleiben können – aber vor allem gibt es auch Internetnutzer, die sowas auch zu schätzen wüssten? Und auf der anderen Seite, gibt es die Möglichkeit Inhalte zu publizieren, damit etwas zu verdienen, ohne gleich für ein paar Mark fuffzich seine Seele an eine Marke zu verkaufen? Oder bleibt die Kunst nach wie vor brotlos, solange sie nicht in irgendeinem Werbeblock (zerstückelt durch die Mainstreamzielgruppenvorstellung der Kunden) flimmert?

Mir ist gestern Abend dazu ein Gedanke gekommen, der sicherlich nicht neu ist, den ich aber gerne mit euch allen diskutieren (und noch lieber natürlich umsetzen) würde:

Das Pay-Per-More (PPM) Modell
Und das geht so: Es schließen sich contenproduzierende Personen zusammen (Video, Podcast, Musik, Blogs etc.), jedoch dabei ganz wichtig: Es wird nicht der Content auf einer Plattform gesammelt präsentiert. Es entsteht lediglich ein Netz aus “Künstlern, Webpublizisten whatever” mit ihren Untergruppen (Weblogs, DJs, Grafikern etc.). Die dazugehörige Plattform ist nichts anderes als die Implementierung eines Mikro-Paymentsystems, das die Abwicklung zwischen User und “Künstler” (von mir aus auch Artist) in die Hand nimmt.

Die Konsumenten registrieren sich für das PPM, erhalten eine Browserextension und können sich anschließend frei durch den Content bewegen. Doch jedesmal, wenn der User einen (besonders gebrandeten) More-Button drückt, muss er an den Künstler bezahlen. Das Geld (ein Mikrobetrag bzw. vom Künstler selbst festgelegt) geht an den Künstler und den Betreiber (aber nur zur Kostendeckung oder in Absprache mit den Usern auch zu weiteren Investitionszwecken). Der Konsument muss die niedrigste Hürde zur “Kaufaktion” vorfinden, aber gleichzeitig wissen, dass der More-Click ihm Geld kostet (Beware of the Kostenfalle).

Auf den Inhalten mit More-Click-Links sollte natürlich keine Bannerwerbung, bzw. keine Pushwerbung generell auftauchen. Es ist natürlich ganz klar das lange für tot erklärte Paid-Content (Totgesagte leben länger). Vorteil? “Künstler” werden durch ihre Fans gefördert. Fans klicken häufiger, um den jeweiligen Künstler zu unterstützen, verlinken gar auf ihre Inhalte. Aber die Fans wollen eben auch frei in ihrer grundsätzlichen Entscheidung (ob zahlen oder nicht) bleiben und häppchenweise bezahlen.

Konkret würde das zum Beispiel bedeuten:
1. Ein Video würde nach xx-Sekunden unterbrochen (Nicht generell! Der Künstler entscheidet, was er wann wie mit einem “More-Click-Link” versehen will), dann wird der Konsument per “More-Button” gefragt, ob er es weitersehen will. Mit einem Klick steht ihm dann das Video dauerhaft (im Browser) zur Verfügung. Download ist natürlich gekoppelt möglich, dann erwirbt der Nutzer eben zu einem bestimmten Preis auch weitere Rechte des Werkes.

2. Etwa jeder dritte Blogeintrag ist frei zugänglich, die anderen werden angeteasert und können per “More-Click” erworben werden.

3. Musiker präsentieren über ihre Website oder anderen Social Networks ihre Arbeiten. Teile sind per “More-Click” käuflich erweblich.

Mit diesem Modell ließen sich rein theoretisch alle digitalen Inhalte abbilden plus der jeweilige Urheber kann selbst bestimmen, was er verkaufen will und was nicht. Und selbst wenn die Werbung ins Spiel kommen würde, könnte man Deals abschließen, dass der User bei einem anderen “More-Click” nix zahlt, sondern ein edler Spender Sponsor oder Werbepartner quasi die Zahlung für ihn übernimmt. Denkbar sind auch (wie beim Mobiltelefonieren) diverse Tarife, also von der Superflatrate bis hin zur klickgenauen Abrechnung, wobei letzteres einfach wesentlich variantenreicher aus Sicht der Künstler wäre. Was aus Sicht der Kreativbranche natürlich noch viel reizvoller wäre, ist die Vermittlung von Content an die Unternehmen zu Branded Entertainment Zwecken. Könnte in die Richtung der Grundüberlegungen vom Kaiser gehen, oder? Also beispielsweise könnte Apple (oder die Konkurrenz) dieses grottige iPod-Singing-Blog hier kaufen, (zur Info, das ist allerdings unverkäulich) wenn sie Interesse daran hätten und somit das Material für Kampagnen weiter zu verwenden. Wenn sowas funktionieren würde, sähe die kreative Landschaft schon ganz anders aus. Marken würden nämlich wie in einem Supermarkt Kampagnenideen einkaufen, statt über aufwendige und teilweise merkwürdige User-Generated-Ad-Contests gehen zu müssen. Natürlich sind die rosigen Aussichten erst dann wirklich pink, wenn das Ding bereits läuft, das ist mir schon klar. Und ganz unkomplex wird die Sache sicherlich auch nicht. Aber ist das nicht schon ein Grund, mal intensiver darüber nachzudenken?

Wichtig Punkte zum Erfolg sind u.a. auch folgende Aspekte:

1. Ein seriöser Betreiber der Bezahl-Plattform (Non-Profit, Stiftung whatever)
2. Hohe Reichweite (also großer Marketing- bzw. Kommunikationsaufwand)
3. Faire Preise für beide Seiten
4. Sichere und einfachste Handhabung (daher die Idee des 1-Clicks)

Wie realistisch ist das, wer hat Lust mitzudiskutieren – aber vor allem aktiv daran mitzuwirken? Also Zähne ziehen erwünscht, vielleicht fällt die Idee auch gleich wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Keine Ahnung. Lasst hören!

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19 Kommentare

  1. Martin

    Micropayment! Es hat sich einfach noch kein System durchgesetzt. Sollte sich da irgendwanneinmal ein System durchsetzen, wird sich seeeeehr vieles ändern und unter anderem auch solche Ideen umgesetzt.

  2. Jochen Hoff

    Es geht im wesentlichen um ein Nano-Payment-System das auch Beträge unter einem Cent sinnvoll verarbeiten kann. Vielen auf dem Longtail aber natürlich auch denen weiter vorne mit einer solchen Preisgestaltung zu helfen. Da in Zukunft in Europa für ein reines Verbuchungssystem keine Banklizenz mehr erforderlich ist, könnte ein solches System leicht und schnell realisiert werden, vor allem wenn man sich an andere Systeme anhängt:

    mass-age.mister-muff...

  3. Oliver

    Es gibt da etwas sehr vielversprechendes… https://tipit.to/

    Von einigen netten Niederländern gemacht. Es ist nicht ganz für PPM gedacht sondern eher für kleine “Tips”, also Trinkgeld. Aber dennoch ist das System und Konzept dahinter durchaus Micropayment fähig, nur leider eben nicht mit Paymentzwang. Dennoch ein spannender Ansatz, vor allem für Online Comics etc, die einfach nur hier und da ein paar Groschen sammeln möchten. Bei soetwas wie sinfest.net ist das durchaus spannend…

    Beste Grüße an Patrick aus Bonn,

    Oliver

  4. sebastian

    Ich wünsche mir, dass das Netz nicht Sammelpunkt für den Hord konsumsüchtiger Bildschildhocker wird und frei bleibt von all den gewaltigen Anstrengungen es hinein ins Innerste zu Kommerziallisieren. Das Web lebt davon, dass Information, Inhalte (nennt es Content) frei sind und frei bleiben.

    Just my 2 cent…

  5. Patrick Breitenbach

    @sebastian: Ich denke der Wunsch ist ganz toll, aber in einem kapitalistisch geprägten System wäre es schon wünschenswert wenn Informationsübermittler und Inhalteersteller für ihre Mühe entlohnt werden, oder nicht? Halte den Wunsch unter derzeitigen realen kulturökonomsoziopolitischen Bedingungen irgendwie für ein bißchen unausgeglichen und blauäugig, oder nicht?

  6. Till

    Ich würde gerne das Internet mit dem Fernsehprogramm vergleichen: die Öffentlich-rechtlichen frei von Werbung, dafür GEZ. Die Privaten mit Werbeunterbrechung bzw. Werbebannern und sonstige Werbeformen (von mir aus auch Werbung in youtube-videos). Und dann gibt es da noch das payTV: werbefrei, dafür aber kostenpflichtig (das wäre demnach vergleichbar mit deinem Modell). So kann jeder Nutzer frei entscheiden, was er zu welchem Preis konsumiert und der Anbieter kann entscheiden, welches Geschäftsmodell er fährt. Daher finde ich deine Idee schon nicht schlecht, aber ich hoffe trotzdem, dass es immer noch frei zugängliche Inhalte gibt, die dann ruhig werbefinanziert sein können. Denn, wie sebastian schon geschrieben hat: das Web lebt davon. Die Menschen sind grundsätzlich sehr geizig, egal wie wenig etwas kostet, da gehts meistens auch schon ums prinzip nach dem Motto “früher war das doch auch kostenlos, jetzt bin ich auch nicht bereit dafür etwas zu zahlen”. Vielleicht würde sich eine freiwillige Spende eher durchsetzen…

  7. Stefan Evertz

    Man sollte auch den technischen Aspekt der eigentlichen Inhaltsnutzung nicht unterschätzen. In jedem Fall müsste sich ein solches Abrechnungstool in die Nutzung der vermarkteten Inhalte einklinken (können). Bei Inhalten, die die Content-Lieferanten selber (z.B. auf dem eigenen Webspace) bereitstellen, wären entsprechende Schnittstellen / Plugins theoretisch noch realisierbar, auch wenn das in der Praxis durch die vielfältigen Systeme (z.B. Blog-und sonstige CMS) schnell ein Fass ohne Boden werden dürfte.

    Spätestens aber bei extern gehosteten Inhalten (z.B. Videos) dürfte die Integration ein Problem werden. Denn die “Hoster” werden weder an einer technischen Öffnung ihrer Systeme für Dritte noch an einer externen Vermarktung interessiert sein.

    Insofern würde es wohl nicht nur auf eine Bezahl-Plattform, sondern eben doch bzw. auch auf eine zentrale “Content-Plattform” hinauslaufen…

  8. Patrick Breitenbach

    @Stefan: Da hast du auch wieder Recht. Technisch habe ich das natürich null beachtet.

  9. Henrik Bortels

    Nette Diskussion… doch sehe ich leider keinen Ansatz für einen “seriösen” Betreiber der Bezahl-Plattform (alle technischen Hürden mal weggedacht). Schließlich muss da ein ziemliches Bollwerk an Sicherheit hochgezogen werden. Und das will erstmal bezahlt werden – sprich: Provisionen werden fällig. Doch von fast Nichts auch noch einen Teil einzubehalten… das ist ein wenig attraktives Geschäftsmodell. Und bei einer offenen Plattform werden nur herzlich wenig Nutzer ihre sensiblen Kontodaten hinterlegen. Leider.

  10. Nico Düsing

    Wenn wir jetzt mal von den technischen Problemen weggehen und uns einer konkreten technischen Umsetzung nähern, lassen sich folgende Bedingungen finden: Der User möchte nicht auf jeder Seite seine Kontodaten hinterlassen. Daher muss es eine mehr oder weniger Zentrale Stelle geben, die die Bezahlung regelt. Das wäre dann Ähnlich wie PayPal. Man müsste sich beim Klicken auf den More-Button neu anmelden, was selbst für wenige Cent zu viel Aufwand ist.

    Außerdem soll der Benutzer den Inhalt später erneut abrufen können. Dazu müsste er sich entsprechend erneut beim zentralen Geldverwalter anmelden und dieser müsste feststellen, das bereits bezahlt wurde.

    Ich finde es sehr Fragwürdig, ob sich dieser Aufwand (von der Entwicklung der Software mal abgesehen) tatsächlich lohn. Schließlich sind es viele Daten die entstehen, die entsprechende Hardwarearchitekturen benötigen, die ebenfalls Geld kosten. Wir haben also den Inhaltsautoren, den Webseitenbetreiber, den Betreiber der Geldverwaltungsseite und den Staat, die alle einen Teil abbekommen müssen.

  11. Würstchen-Willi

    Ich glaube nicht an der Erfolg solcher Versuche.

    Information ist im Netz ubiquitär. Wenn du es nur gegen Bezahlung anbietest, gehe ich eben zu deinem Nachbarn. Um eine Bezahlung durchzusetzen müsste der entsprechende Content einen wirklich hervorstechenden USP aufweisen, was wohl nur in wenigen Fällen der Fall ist und sich somit nur das klassische Paid-Content-Modell ergeben würde. Kein Mensch zahlt für etwas, was er anderswo umsonst bekommt, gerade wenn dazu nur eine einfache google-Anfrage nötig ist.

    Selbst kleinste Hindernisse bringen die Nutzer vom Weg ab (Stichwort: Tipping Point). Die mögliche Entflechtung von Redaktion und Anzeige ist nur für einen winzigen Kreis ein genügender Anreiz zum zahlen. Das zeigt ein Blick in die PR-durchsetzten Zeitschriften und Magazine. Außerdem ist die ARD ja auch nicht gerade frei von Schleichwerbung ;-)

    Hinzu kommt, dass Werbung auf seriösen Seiten kaum noch über nervige Flash-Layer erzielt wird, sonden dezentere Werbeformen die aufgrund der Banner-Blindness ohnehin immer weniger ins Gewicht fallen.

    Meiner Meinung nach ist ein solches Modell nur erfolgversprechend, wenn man – von einer Verschmelzung von TV und Internet ausgehend – eine Analogie zum Pay-TV schafft. Für Texte: keine Chance.

    Mal ganz abgesehen von der Hacker- und Manipulationsproblematik und den damit verbundenen Kosten.

    Ich hoffe man kann meinen Gedanken trotz diverser Gedankensprünge folgen. Sonst wäre der Text noch viel länger geworden… ;-)

  12. Patrick Breitenbach

    “Um eine Bezahlung durchzusetzen müsste der entsprechende Content einen wirklich hervorstechenden USP aufweisen, was wohl nur in wenigen Fällen der Fall ist”

    Das ist der entscheidende Satz!

    Ich will nämlich kein zweites Adsense. ;-)

    Also doch eher wieder in Richtung Verlag?

  13. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Jo. Verlage sind nur gerade an dem Punkt des Micropayment/Paid Content noch nicht weitergekommen. Barrierefrei und einfach übertragbare einstellige Centbeträge sind vielleicht die Dimension, die (allenfalls) akzeptiert sind. Bei Musik sowieso…

  14. Thomas Wanhoff

    Es hängt am Mikropayment und der Akzeptanz. Da unsere lieben Medien vor jeglichen Internetgeschäften warnen, scheuen das die Deutschen wie der Teufel das Weihwasser. Lediglich einige Onlineshops haben es geschafft, dass online bezahlt wird – meist qua Reputation wie Ebay und Amazon.
    Die einzige Lösung die ich für realistisch halte ist sich an einen Großen zu hängen. Beispielsweise iTunes für Podcasts. Man abonniert einen Monat und gut ist. So sehr ich daran glaube, das einzelne Content produzieren können, der gut ist, so sehr sehe ich dass es keinen (Werbe)-Markt dafür gibt.
    Bisher sind alle Mikropayments vor allem an den Kosten gescheitert.

  15. sebastian

    Kennt Ihr Chris Anderson? Ein Vortrag zum Thema “free” und “waste is good” unter preview.tinyurl.com/... und das ist sehenswert.

    Auf der einen Seite, weil er Recht hat. Technik wird nur besser, wenn sie quasi frei ist (zumindest gedanklich). Und ganz direkt, weil seine Speech “frei” ist. d.h. ich muss nichts bezahlen, um sie anzusehen. Ich möchte Wissen ganz direkt und ganz demokratisch beziehen. Ich möchte die TED Konferenz im Web ansehen, wenn ich schon nicht hin kann und und und.

    Guter Inhalt, gute Geschichten werden immer honoriert. Und ja ich gebe Euch Recht, es müssen Lizenzmodelle auch für die digitale Verwertung geschaffen werden. Aber was wir zurzeit sehen, die Modelle der Musikindustrie oder auch der Filmindustrie sind geprägt von Angst. Angst und Vorverurteilung der Nutzer, die ja eigentlich Kunden sein sollen. Waren gegen Geld, das funktioniert, das haben die Menschen gelernt und egal wie jeder persönlich dazu stehen möchte, es ist “historisch gewachsen”. Aber Geld gegen Information? Mir stäuben sich die Haare. Ja, wenn ich einen Mehrwert dazubekomme vielleicht. Das heisst dann aber auch nicht ein mehr oder minder wahrlos geschriebener Blog, ein Quasi Amateur Film, ein “mal eben schnell zusammengestrickter Song”.

    Enrichted Information lässt sich verkaufen. Keine Frage. Alles andere muss Sponsored Content/Information bleiben, die Sehnsüchte weckt, die die Nutzer zu Kunden macht. Reklame eben. Aber nicht so platt. Aber ich glaube nicht daran, dass Micropayment – wie oben beschrieben – sich in dem Sektor über den wir hier reden durchsetzen wird.

  16. Henrik Bortels

    Was ist der Wert einer Nachricht? Fragt Ihr den Autoren, ist der Artikel kaum zu bezahlen. Aber fragt mal einen Leser, was er bereit wäre zu zahlen – mal ungeachtet aller technischen Hürden. Da sind wir schnell bei meiner ganz persönlichen Einteilung in “nice to have” und “need to have”.
    Nur wenn ich etwas wirklich dringend benötige, dann bin ich auch bereit, dafür etwas zu bezahlen. Doch schon bei wenigen Cent kommt die Frage auf, ob ich das wirklich wirklich so dringend benötige. Und damit fällt selbst der geringe Anreiz, vielleicht etwas zu zahlen, wieder in sich zusammen.
    In der Diskussion taucht immer wieder der Hinweis auf die freien Inhalte auf, die es immer als Alternative gibt. Aber nur so lange, bis es eine einfache Micropayment-Lösung gibt, die länderübergreifend eingesetzt werden kann. Schließlich würden sich alle Content-Produzenten über eine Bezahlung ihrer Inhalte freuen. Wenn die Technik stimmt und das problemlos implementiert werden kann, vielleicht wird dann bezahlter Inhalt doch noch Realität.

  17. sebastian

    @ Henrik | Hallo erstmal. Ich gebe Dir Recht, vollkommen. Der Autor wird den “Wert” seines Werks immer hoch einschätzen (hoffentlich). Der Konsument kann das sicherlich auch manchmal gar nicht realistisch einschätzen. Ich sehe, Du verlinkst zur Märkischen Allgemeinen, bist also “Profi”. Und sicher bezahlen Eure Leser (egal ob Print oder Online) nicht für gesammelte Agenturmeldungen, sondern eben dafür, die Nachrichten, durch Euch aufbereitet serviert zu bekommen. Und wer nur schnell Nachrichten sucht, der wird dafür nicht bezahlen, ausser es gibt einen besonderen Zusatznutzen (Börsenkurs in Echtzeit, Agenturmeldung,…). Wer aber Hintergründe, Recherchen und fundiert gemachte Berichterstattung sucht, ist (das ist auch meine Meinung) eher bereit das zu honorieren.

    Aufpassen müssen alle, die jetzt laut nach Bezahlmodellen schreien nur, dass nicht irgendwann der Zugang zu Information, Unterhaltung und Wissen derart vermauert ist (monetär), dass sich nur ein Teil der Bevölkerung es leisten kann ungehindert und umfassen informiert zu werden und sich zu bilden. Denn dann finden diejenigen noch mehr Zulauf, die Nachrichten und Meinungen schlicht, einfach und billig vertreiben. Jeden Tag, als bunte Zeitung für 50 cent zum Beispiel… Und das möchte doch niemand wirklich.

  18. Nils Merker

    >2. Etwa jeder dritte Blogeintrag ist frei zugänglich, die anderen >werden angeteasert und können per “More-Click” erworben werden.

    Dieses Modell fände ich nerviger als jedes PopUp oder Layer. So würde das Surfen gar keinen Spaß mehr machen. Zumal man dieses dann nicht ausblenden/blocken/schließen kann. Das würde meiner Meinung nach der GAU für die Nutzer sein. Dann doch lieber Werbung auf den Seiten. Und mal ehrlich (ich bin durch meine Arbeit natürlich werblich vorbelastet), ich habe in den letzten Monaten auf einer seriösen Seite kein PopUp mehr gesehen. Klar gibt es nun dafür Layer usw. aber diese sind bei einem seriösen Vermarkter auch immer so eingestellt, dass sie sich nach 10 bis 15 Sekunden schließen und immer selbst geschlossen werden können.

  19. Henrik Bortels

    @ sebastian / Es war immer schon teuer, als Konsument eine Nachricht zu empfangen: Zeitung kaufen, Radio- oder TV-Gerät besitzen. Erst das Internet hat Nachrichten relativ kostenlos gemacht. Wer an einen Rechner kommt, bekommt auch die Nachrichten. Die monetäre Mauer war also schon immer da, im Internet ist sie jedoch eher zur Bordsteinkante mutiert.
    Ich fürchte, dass das Internet zu einem Billigladen verkommt: you get what you pay for. Natürlich setzen sich auch Leute zu einem Frisör, der gratis die Haare schneidet. Aber wir sind es sonst auch gewohnt, für Service zu zahlen. Wenn die Nachricht an sich keinen Wert mehr besitzt, weil sie massenhaft per SMS, Twitter & Co. verbreitet werden kann, dann wäre vielleicht der Service zur Nachricht ein Ansatz, dem Nutzer etwas Geld aus den Rippen zu leiern. Ideen?

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