23.04.08
13:02 Uhr

Die Crux der Social Networks

Werbung auf Social Networks ist ein schwieriges Unterfangen und doch stützen sich die meisten (Zukunfts-)Bewertungen der Investoren und des Kapitalmarktes genau auf dieses -theoretische- Potenzial. Hatte nicht schon Google zuvor extrem erfolgreich ein Werbeprogramm ihrer Suchmaschine ins Leben gerufen, welches diese Firma heute zum absoluten Online-Werbe-Überflieger macht?! Kann das ein Social Network mit zig Millionen von Mitgliedern nicht auch oder sogar besser umsetzen?!
Die Crux dabei ist nur: Social Advertising funktioniert nicht wirklich gut.

Um zu verstehen, welche extremen Unterschiede es zwischen Google als Suchmaschine und z.B. Facebook als Social Network gibt, brauchen wir uns nur selbst vor Augen zu führen, wie wir diese Dienste nutzen und was wir dort als User so tun.
Wenn ich Google nutze, bin ich auf der Suche. Ich beabsichtige nicht, auf der Serviceseite (Google) zu verweilen, sondern bin auf ein schnelles Linkergebnis aus, welches mich zu meinen gewünschten Informationen weiterführt. Das kann auch ein kontextbezogener Werbehinweis sein. Das prinzipielle Userverhalten dieser Milliarden von Kurz-Visits machen den Erfolg von Google´s Werbeprogramm aus (Adwords), unterstützt von “Textwidgets” auf weiteren Millionen von Fremdseiten (Adsense). Wer sucht, will etwas finden und da kommt Werbung passend ins Spiel. Wer sucht, ist auf einen Link aus, der ihn (via Klick!) auf eine relevante (fremde) Zielseite führen soll.

Bei Social Networks stellt sich das grundsätzlich ganz anders dar. Sind Facebook oder StudiVZ User erst einmal eingeloggt, dann verweilen sie auch dort, teilweise stundenlang am Tag. Sie befinden sich in einem “geschlossenen Web-System”; sie sind weniger auf der “externen Suche”, als vielmehr in ihrem digitalen “zu Hause”. Natürlich gibt es in Social Networks (gerade zu Beginn) ein ausgeprägtes “Such(t)verhalten”, aber dabei steht die “soziale Suche” im Vordergrund, nicht so sehr die ökonomisch relevante Suche nach dem Dinglichen. Wie empfindlich nun die Nutzer reagieren, wenn man ihnen innerhalb ihres primär sozialen Nutzungsverhaltens Werbung vor die Nase setzt, haben die Diskussionen bei Facebook, StudiVZ und auch Xing hinlänglich gezeigt.
Und selbst wenn Werbung in Social Networks nicht gleich offensiv kritisiert wird, so hat sie eben dort das Problem, dass die Klickraten unbefriedigend sind. Wie gesagt, wer nicht im “Konsummodus” ist bzw. nach etwas Käuflichem sucht, klickt nur selten auf kommerzielle Banner.

Aus diesem Grund wird es auch stark zunehmende Entwicklungen geben, die klassische Social Network Portale zu Social Shopping Diensten erweitern. Wer kommerziell etwas anbietet, wird auch seine User haben, die nach Produkten suchen wollen. Und genau da kommen Mundpropaganda und auch wieder effektive Werbung ins Spiel. Die Frage ist dann nur noch: Sind die etablierten Kommerzdienste wie Amazon oder Ebay nicht strukturell viel leichter in der Lage, Features eines Social Networks anzudocken und damit auch am Markt der Social Shopping Plattformen die führende Rolle zu spielen?!

Keine Tags vorhanden

7 Kommentare

  1. Social Networks müssen Gepräche zu Geld machen

    [...] ist es auch unsinnig, so stellt der Werbeblogger richtig fest, wenn auf Facebook oder StudiVZ mit Elementen geworben wird, die z.B. bei Google [...]

  2. customerofhell

    Ich sehe gerade bei StudiVZ auch das Problem, dass in dem Laden jegliche Kreativität verloren gegangen ist. Wenn ich mir die persönliche Startseite heute anschaue, sieht die einfach beschissen aus. Was soll ich mit Textlinks anfangen, die keinerlei Kontext zu mir stehen (jedenfalls konnte ich noch keinen feststellen). Gerade in Bezug auf personalisierte Werbung läuft da immer noch recht wenig. Und auch sämtliche Überlegungen in Richtung Longtail wurden bisher nicht umgesetzt. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es viele kleine Werbekunden gibt, die gezielt werben möchten.

  3. Michael

    Wahrscheinlich ist die Architektur von Studivz gar nicht für ein “auslesen” der Profilinformationen ausgelegt. Ich denke es liegt an der Verwaltung dieser werberelevanten Informationen. Wenn ich einen neuen Artikel blogge kann ihn einfach in die verschiedenen Kategorien packen. Der Artikel soll in Kategorie A und Kategorie C erscheinen. Punkt. Ich vermute das geht mit einer Anzeige bei Studivz nicht.

    Sonst würde die das doch machen, oder? o0

    Vorallem wenn man 86 Millionen dafür hinlatzt.

    Grundsätzlich geht Studivz Werbung aber über eine klassische Werbebanneranzeige aus. Zum Beispiel Zugängen für Shopping Communities die nur per Studivz Mitgliedschaft möglich sind.

    Solche Sachen müssten öfters genutzt werden. Die Tatsache eine Studivz Mitgliedschaft zu haben muss bei der Kaufabsicht des Nutzers einen Vorteil darstellen.

  4. Mund-zu-Mund Beatmung oder Mundpropaganda? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Mund-zu-Mund Beatmung oder Mundpropaganda?

    [...] so einfach vermarkten. Die Aufmerksamkeit der Social-Network-Nutzer auf klassische Werbebanner ist dramatisch schlecht, im Gegensatz zu Google-Ads, die dem im “Suchmodus” für Inhalte, Marken und [...]

  5. @stoerungsquelle

    tinyurl.com/67yw63 ein wenig älter, aber wie wahr

  6. Online meets Classic | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Online meets Classic

    [...] Die Crux dabei: Soziale Medien sind zunächst “sozial” und nicht kommerziell, besonders in den Köpfen der Nutzer. Es geht um Gespräche, Unterhaltung, Kontakte und Netzwerke. Die Kunst wird es also sein, die Nutzer nicht durch unpassende “Unterbrecherwerbung” zu drangsalieren, sondern mit ihnen gemeinsam Wege zu finden, soziale und kommerzielle Aktivitäten zu verknüpfen. Social-Commerce ist dabei ein (online meets classic) Ansatz, auch und gerade für bestehende große Social Networks, aber auch der iTunes-Shop bzw. Apple zeigt beispielhaft, dass besonders das mobile Web neue Chancen bietet, Dienste und Services mit Mehrwert zu verknüpfen und mit kleinen Beträgen über die wachsende  Summe der Nutzerschaft auch direkt Geld zu verdienen. Die Einzelbeträge werden dabei zunehmend im Cent-Bereich liegen, aber verbunden mit einer großen Nutzerzahl und einem guten Angebot in Summe sehr attraktiv sein. [...]

  7. Wilfried

    Fraglos funktioniert Werbung in social networks anders als Werbung in Google. Das liegt daran, das die Kommunikationsform in social networks communityaffin sein sollte. Einblenden allein interessiert einfach nicht mehr. Dafür bieten social networks gegenüber der klassischen Werbung a la Google den Vorteil, das man sie passend zu den Interessen des Besuchers / Betrachters einblenden kann. Bei Google passt die Werbung zur Website, bei social networks kann die Werbung passend zum Besucher der Website selektiert werden. Langfristig ist das m. E. die interessantere Alternative.

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
  • InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
  • Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop