21.04.08
10:10 Uhr

Mashups sind doch keine Plagiate

Wir reden oft von geklauten Ideen, Plagiaten, dem Abkupfern und so weiter und so fort. Dabei hat uns das Web 2.0 das tollste Wording für solche kniffligen Angelegenheiten erschaffen: Mashup. Der Mix machts. “Best of all worlds”. Ich selbst bin sicherlich kein Verfechter der Theorie von originären Ideen, ganz im Gegenteil. Für mich können Ideen nicht aus dem Nichts erschaffen werden, es muss zuvor immer ein Verknüpfungspunkt vorhanden sein, mit dem ich Dinge reorganisieren kann, mit dem ich vielleicht zwei ganz unterschiedliche, scheinbar nicht passende Objekte zu etwas ganz neuem zusammensetzen kann. Wer beispielsweise meint, Apple sei völlig originär, der täuscht sich. Auch Steve Jobs war von Anfang an von anderen Designs inspiriert. Aber das ist eine Grundsatzdebatte, die wir sicherlich nicht an dieser Stelle lösen können.

Wichtig für mich ist immer, was kommt bei einem sogenannten Mashup heraus? Ist es zielführend (egal ob Kunst, Werbung, Produktdesign oder Geschichten), entsteht daraus etwas neues, interessantes? Oder ist das Mashup nur ein lebloses Etwas, weil man einfach nur das “Bestofallworlds” lieblos zusammengezimmert hat und sich nur aufgrund der preisgekrönten Einzelkomponenten einen Erfolg verspricht?

Nun, der neue O2-Spot in England wäre schon einmal interessant unter den oben genannten Fragen zu diskutieren:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Was ich hier auf den ersten Blick sehe, sind die Komponenten aus den erfolgreichsten Werbespots aller Zeiten, wie zum Beispiel:

Guinness
Charmin
Vodafone
Budweiser
Sony
Honda

Update durch unsere Leser:

Seat
Macht es den Spot besser oder schlechter? Ist der Spot aus einem Guss oder wirkt er tatsächlich zusammengezimmert? Passt der Spot zur Marke und differenziert er sich zu anderen Kommunikationsstilen? Ist es eigentlich nicht völlig egal, hauptsache der Konsument hat wieder eine gut gemachte Berieslung, die er bei Bedarf sowieso wegzappen kann? Und was ist eigentlich in 10 Jahren in Spots zu sehen?

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11 Kommentare

  1. der*andre

    Ich finde den Spot gerade aufgrund der vielen “Mashups” sympathisch.

    UND: wenn wir von Werbung für Konsumenten sprechen (und nicht
    über die berühmten Spots von Werbern für Werber…) wird es glaube
    ich kaum jemanden auffallen was er da schon einmal gesehen hat…

    …vielleicht ist das sogar ein spannender Impuls, wenn das “Zitat” so
    gut versteckt ist, dass das Unterbewusstsein des Betrachters registriert
    “kenne ich irgendwoher” und das Gehirn daraufhin anfängt darüber
    nachzudenken, also aktiv konsumiert könnte das ja auch zum Ziel führen.

    ama.

    p.s. ich mag besonders den Übergang am Anfang und Ende des Spots um
    aus und in das Wasser zu kommen… sehr gut gelöst. :-)

  2. A.Nonym

    Den Spot mit dem größten Déjà-vu-Erlebnis habt Ihr vergessen:
    Seat Altea von 2006 youtube.com/watch?v=...
    Gleiches Lied, ähnliche “Protagonisten”…

  3. Patrick Breitenbach

    Ist notiert! :-)

  4. Apple » Blog Archive » Mashups sind doch keine Plagiate

    [...] Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR wrote an interesting post today on Mashups sind doch keine PlagiateHere’s a quick excerpt Wir reden oft von geklauten Ideen, Plagiaten, dem Abkupfern und so weiter und so fort. Dabei hat uns das Web 2.0 das tollste Wording für solche kniffligen Angelegenheiten erschaffen: Mashup. Der Mix machts. “Best of all worlds”. Ich selbst bin sicherlich kein Verfechter der Theorie von originären Ideen, ganz im Gegenteil. Für mich können Ideen nicht aus dem Nichts erschaffen werden, es muss zuvor immer ein Verknüpfungspunkt vorhanden sein, mit dem ich Dinge reorganisieren kann, mit dem ich vie [...]

  5. Le Roi

    Seat nutzt bildlich und textlich die Metapher “Arche Noah.”. Klar, einfach. Und bringt Familienfreundlichkeit rüber.

    O2 hat sich im Lied vertan und auch die Bildsprache etwas neben der Idee gesetzt – wenn sie “connected” sagen wollen. Sie mischen aber Evolution (im Bild und Lied) und Verbundenheit/connected. Daher weniger klar.

    Frösche und Teddybären sollten auch weiterhin erlaubt sein. Denn hier gilt es Bilder zu schaffen, die schnell dekodiert werden. Mit Budweiser-Fröschen hat O2 aber nix zu tun.

  6. Le Roi

    Nachtrag:
    Für mich ist das daher gar kein Mash-Up. Ein Frosch oder ein Luftballon ist ja kein Einweg-Bild.

  7. christian stuhlmann

    Ich mag den Spot nicht. Mir fehlen die Assoziationen zu den anderen Spots und Absendern. Witzigerweise kamen mir ausgerechnet die Budweiser-Frösche auch wieder in den Sinn. Soll das Mash-up eine Art Hommage sein oder eher ein Selbstbedienungsladen bei Klassikern? Wenn, dann wünschte ich es mir wesentlich radikaler… in der Musik bedeutet mash-up doch in der Regel, dass ein Mixer 2 (oder mehr) Tracks ineinanderverwebt, das lief eine zeitlang auf Mtv mit verschmolzenen Videos, was habe ich das geliebt.

    Abgesehen von der Umsetzung finde ich aber auch, das es inhaltlich kein großer Wurf ist. Aussage: Mit 02 ein besseres Miteinander? Gleichberechtigung zwischen Tier und Mensch? In einer friedlichen Welt? In der wohlgemerkt keine Sau telefoniert… das wünschte ich mir manchmal auch, wenn ich in der Bahn sitze ;-)

    Anm.: Neben dem Charmin’-Bär habe ich aber auch den von Bärenmarke gesehen, oder?

  8. Claudio

    Hallo

    Mein assoziierter Werbespot: youtube.com/watch?v=...

    mfg

    Claudio

  9. Hagen

    Nicht umsonst hat schon damals (1911) Joseph Schumpeter in seiner “Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung” richtigerweise Innovation als “Neukombination bestehender Produktionsfaktoren” bezeichnet und somit den Begriff “Neukombination” bzw. zu neu Deutsch “Mashup” in Bezug auf Innovation geprägt ;-)

  10. Patrick Breitenbach

    @Hagen: Nichtdestotrotz muss das Endergebnis auch einer echten Innovation gerecht werden. Ich denke da war Schumpeter auch von überzeugt. Und das sehe ich eben bei diesem Spot leider nicht. Es bleibt am Ende eine Aufzählung der erfolgreichsten Elemente und daher keine echte Neukombination zu etwas Einzigartigem.

  11. Die zufällige Rekombination von Werbung | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die zufällige Rekombination von Werbung

    [...] Die Rekombination von bekannten Mustern im ungewöhlichen Kontext ist ein Element erfolgreicher Kreativprozesse. Teile des Werkes kommen uns dann oft bekannt vor, sie werden aber -und das besonders häufig im Web- neu zusammengewoben. Das führt gelegentlich zu Plagiatsvorwürfen, manche Werke bleiben auch nur ein simples “Copycat”, oft genug entsteht beim “Würfeln von Gedanken, Texten und Bildern” aber wirklich ein “eigenständiger Mashup“. [...]

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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