17.04.08
22:47 Uhr

Wer macht denn sowas?

[inspic=154,,fullscreen,580]Marken müssen schon relevante Beträge auf den Tisch legen, um ihr Branding in der ersten Fußball-Bundesliga unterzubringen. Die Spannung dieses Engangements besteht insbesondere darin, dass die unterstützte Truppe in der laufenden Saison auch tatsächlich die Markenwerte auf dem Platz transportiert, die der Sponsor sich am grünen Tisch mit den Vereinsmanagern vor Saisonstart vorgestellt haben. Permanente Siegesserien sind dabei sicher vorteilhaft, aber viel wesentlicher für das Markenimage sind Leistungsbereitschaft, Siegeswillen und vor allem “deutsche Tugenden”, die über den “Kampf zum Spiel” führen. So jedenfalls äußern sich die Sportreporter gerne und auch die Zuschauer verzeihen eine Niederlage gerade “im Pott” eher, wenn die “Grätsche” nicht nur verbal ausgepackt wird, sondern die Equipe auf dem Platz tatsächlich alles gibt…
[inspic=155,left,,280]Läuft es einmal nicht so rund, bleiben nicht viele Optionen für den Sponsor. Entweder man verhält sich ruhig und hofft auf bessere Zeiten oder -wie bei Borussia Dortmund- man mischt kräftig kommunikativ mit. Nachdem der BVB ja nun nicht wirklich eine erfolgreiche Saison spielt, fährt der BVB-Sponsor “Evonik” erneut Kampagnen, die aus dem sportlichen Trübsal noch irgendeinen Markeneffekt erzielen sollen. Als laufende “Subline” und fast entschuldigendes Statement ist dabei zu lesen:
Wir stehen hinter dem BVB.”
Da bleibt nur eine Frage aus Sicht der Markenführung: Tor oder Eigentor?

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22 Kommentare

  1. Piet R

    Klares Eigentor würde ich mal sagen. ;-)

  2. bernard

    Ich meine: Die Richtung stimmt, die Umsetzung hingegen ist lieblos, um nicht zu sagen: falsch. Konkreter: Sich zum eigenen Verein zu bekennen, zeugt immerhin von einer klaren Linie, Mut, Kraft und längerfristigem Denken. Alles Werte, die nicht schaden können. Der in der Umsetzung erbrachte “Beweis” fällt dagegen etwas mager, oberflächig, flapsig aus – wobei ich einräume, ad hoc keine bessere Lösung parat zu haben. Ob Tor oder Eigentor – das wird auf dem Spielfeld entschieden. Gerade bei so einer Kampfansage wie dem DFB-Pokal.

  3. Rolf

    Ich dachte immer, der BV Borussia 09 steht mit dem Rücken an der Wand. Und jetzt lese ich, dass EVONIK hinter der Borussia steht.

    Hmmmm.

    So oder so, wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.

    Und was das Design betrifft: ich kenne da in Dortmund eine Medienakademie, deren Schüler schon wesentlich Besseres und Pfiffigeres für die Borussia geliefert haben.

  4. Tim

    Wobei man aber sagen muss, das Evonik, bzw. vorher RAG und auch die vorigen Großsponsoren immer schon solche Kampagne, über die ganze Saison, gemacht haben.

    Bloß vor sehr wichtigen Spielen, wie ein Pokalfinale oder auch ein Derby gegen Herne-Ost, wird eine kleine Schüppe drauf gelegt, so dass es auch Personen mitbekommen, die in Regionen wohnen, wo man vom Fußballspielen eher absehen sollte. :-)

  5. Thies

    Also ich vrsteh’ das so: Evonik “steht hinter jedem einzelnen” BVB-Tippkick-Männchen und haut ihm (verbal) auf den Kopf,
    damit es spielt. Ist dch alles richtig, ne?

  6. The Kaiser

    BAYERN, BAYERN!

  7. BVB-Sponsor wirbt für das Pokalfinale - Fritten, Fussball & Bier

    [...] Gedanken zu der Werbung und zum BVB-Sponsor findet Ihr übrigens beim Werbeblogger: werbeblogger.de »Trackback URL« | »Kommentar [...]

  8. Sebastian

    Tor!, denke ich. Any promotion is good promotion. Und EVONIK mgeht wirklich liebevoll mit dem Thema um.

  9. Sachar

    Auch wenn ich kein Kreativer bin, finde ich die Anzeige gut.

    Gerade jetzt hört man von vielen Trikot-Sponsoren, sie würden ihr Engagement nicht verlängern. Da ist es doch gut, dass sich Evonik zum BVB bekennt, auch wenn der eine echt bescheidene Saison spielt.

  10. Le Roi

    Eigentor. Falsch verstandene nicht-zündene Ironie und größenwahnsinnige Unterstützungsversuche. Wenn der BVB’ler darauf steht – bitte. Aber der durchschnittliche Fussball lacht sich doch tot darüber.

    Aber das können die Evoniks richtig gut. Borussia lief schliesslich auch ein (ganzes?) Jahr mit dem Ausrufezeichen herum – ist das dann schon viral? Nee, das war Werbung ohne Botschaft oder Inhalt.

  11. Manuel

    Also ich als großer und jahrelang treuer BVB-Fan würde sagen: aus meiner Sicht ein klares Tor!

  12. Boris Noll

    Wie sagt man so schön besser irgendwas kommuniziert als garnicht kommuniziert. Ehrlich gesagt glaub ich sogar das das bei den Borussen Fans extrem gut ankommt. Wobei ich mich eher frage für was EVONIK Printkampagnen und Fernsehkampagnen braucht. Das war bzw ist doch nur gepushe für den Börsenkurs.

  13. Andreas

    Ich denke, Botschaft und Sender passen nicht zusammen. So, wie ich von meinem Vater Sätze wie “Das ist krass, alda” nicht erwarte, was ich bei einem Jugendlichen völlig normal finde – genauso wäre der Großmutter-Spruch z.B. in einer Pressekonferenz (von einem echten Spieler mit Augenzwinkern geantwortet) ein Brüller. Aber in den Mund gelegt von einem Sponsor… ich weiß nicht.

  14. Georg Krüger

    ich find die idee , auhc als Bayern Fan, ganz in ordnung. macht evonik sympatisch.

  15. Vroni

    Markentechnisch

    Wirkt sehr widersprüchlich alles:
    Ein neues globalisiertes Logo, das den Bezug zur Region vollends aufgibt (wie RAG hatte).
    Und zusätzlich aber eine “Ihr seid doch welche von uns”-Unterstützungskampagne für den regionalen Verein.

    Vielleicht das vielstrapazierte “Think global, act local” zu sehr 1:1 übersetzt. Vielleicht sehe ich das alles zu eng.

    Der FC Nürnberg (Lieblingsplatz in der Liga: Rote Laterne) oder auch Anderhätsching (Underhaching) oder die 60er sind der Typ sympathischer “Loser”-Kultverein. Was nicht eines gewissen Charmes entbehrt, wenn man in der Kantine oder in der schicken Szenekneipe in typischer “Mia san Mia”-Pseudoloser-Rhetorik sich zu ihnen bekennt. :-)

    Den gleichen Trip macht Evonik.
    Man kanns mögen.
    (mit 14 Jahren als Mädchen Fussball gespielt, das kommt noch erschwerend hinzu…)

  16. Moritz

    Design: erfrischend.
    Text: fehlt völlig der Bezug zum Unternehmen oder wenigestens zur Region, zum Austragungsort oder zum Wettbewerb (und zur Realität sowieso).
    Warum nicht: “Lieber FC Bayern. Wir in Dortmund wissen’s am besten: Kohle ist nicht alles.”
    Oder: “Der Pokal hat ja bekanntlich seine eigenen Gesetze. Das heißt, es könnte sein das wir am Samstag nicht gewinnen.”
    Oder wat weißn ich. Nur den Text der momentan in der Anzeig steht, kann man für jedes Sportereignis, für jeden Wettbewerb für jeden Gegner nehmen – lächerlich langweilig.

  17. mr.jay

    @ The Kaiser

    Schon einen Besichtigungstermin gemacht?! :-)

    Ich finde es lobenswert das ein Sponsor nicht sofort abspringt, wenn die zu finanziernde Mannschaft die nicht gewünschten Ergenisse erzielt. Liegt aber auch vllt. am Sport. Viele der alten Vorstandshaudegen haben wahrscheinlich selbst früher Fußball gespielt. Somit hängt in der Sache wahrscheinlich das Herz mal rechten Fleck. Außerdem haben die Energiekonzerne die letzten Jahre nicht umbedingt Nasse gemacht. Da wird dann halt die nächste Saison mit Augen zu aus der Kaffeekasse bezahlt. Und wenn nicht- dann wissen wir wer an der nächsten Strompreiserhöhung schuld ist. :-)

  18. derherold

    Ob Werbung für Borussia Dortmund *Evonik* hilft ?

    Die Aussage erinnert mich an diesen kulturpessimistischen (aber ehrlichen ?) Spot eines Brausewasserherstellers à la “Haben wir eigentlich eine Chance ? Nein !” (oder so ähnlich)

    Wie sagt der Volksmund ? A loser is a loser.
    Vielleicht sollte *Evonik* als “(Werbe-)Gesicht” des Unternehmens Thomas Doll verpflichten .. oder Axel Schulz.

  19. The Kaiser

    BAYERN – BAYERN!

  20. Patrick Breitenbach

    Er nu wieder …

  21. Peter

    Man sollte erst gar nicht zu einem Spiel fahren, wenn man nicht gewinnen will.
    Und man sollte auch niemanden Sponsorgelder zahlen, an den man nur glaubt,
    wenn er gut dasteht.
    Es wäre toll, wenn mehr Sponsoren so mutig wären wie Evonik.

    Klares Tor.

    PS. Bayernfan sein ist ja wohl keine große Kunst.

  22. Evonik wirbt - und wird verkauft?! » Beitrag » Investments und Geldanlagen - Blog

    [...] noch lange nicht abgeschlossen und auch nicht von Fehlern verschont ist (siehe den Beitrag „Wer macht denn sowas?“). Ursprünglich war der Gang an die Börse geplant gewesen, welcher nun, zumindest im Moment, [...]

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