17.04.08
09:57 Uhr

Gedanken-Streams III: „Brücken“

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Die Geschäftsbeziehung zwischen Kunde und Agentur ist mitunter von außen betrachtet sehr drollig. Es treffen grundsätzlich Menschen aufeinander mit einer völlig eigenen Gedankenwelt. Jeder der anwesenden Personen hat seine Erfahrungen, sein Wissen, was es aber noch viel mehr kompliziert, seine Verhaltensmuster, also bestimmte Programme, die bei ihm im Kopf ablaufen.

So ist die Kommunikation natürlich völlig anders gelagert, wenn der Kunde von vornherein in ein Meeting geht mit dem Vor-Urteil „Alle Kreative sind auch automatisch Spinner“.  Das muss noch nicht einmal böse gemeint sein. Im Gegenteil, viele sprechen gerade den größten Spinnern auch die größte Kreativität zu. Was aber nur sehr selten in diesem Zusammenhang geschieht, ist die gleichzeitige Zusprechung von rationalen Kenntnisse wie Analysefähigkeit, das Begreifen von Gesamtzusammenhängen oder rein vertriebsstrategische Strategien. Spinner aka Kreative aka Künstler können UND wollen doch eigentlich gar nix verkaufen. Das mag in der ein oder anderen Situation sogar stimmen, nichtdestotrotz verbaut man sich als Kunde grundsätzlich die Chance durch dieses Schubladenstecken mit richtig guten Leuten zusammenzuarbeiten. Mit Menschen die zwar kreativ sind, aber auf der anderen Seite eben Kreativität nicht als l’art pour l’art begreifen. Kreative, die Kreativität nicht als allererstes mit Kunst in Verbindung setzen sondern mit der Lösung von bestimmten Aufgaben.

Auf der anderen Seite werden neue, innovative Ideen – also die Ideen zu denen es noch kein Best Practice oder ein Benchmarking gibt – sofort als Spinnerei abgestempelt und in den Gedankenschredder gepresst. Wenn wir kein konkretes Vergleichsbild im Kopf haben, wenn wir nicht genug Erfahrung besitzen, um die Ideen in einen für uns sinnvollen Zusammenhang zu setzen, werden wir es mit der Angst zu tun bekommen und die Idee von vornherein von uns abgelehnt. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. So please, keep your mind wide open!

Die Kompetenz von Beratern wird demnach in erster Linie in der Vermittlung von nichtgewöhnlichen Ideen bestehen. Sie müssen gleichzeitig Machtspiele und verschiedene subjektive Lebenswelten überbrücken, statt in das Machtspiel einzusteigen oder den Gegenüber gedanklich als Schwachkopf zu titulieren. In dem Moment wo wir unsere Kunden als Schwachköpfe sehen (das gilt für alle Beteiligten), in dem Moment offenbart sich unsere eigene Schwachköpfigkeit – unser Versagen. Denn wir waren nicht in der Lage die Verständnisbrücke zu bauen. Wir waren nicht in der Lage unsere Idee erfolgreich zu vermitteln – ja, es noch nicht einmal zu versuchen.

Kommunikation heisst „Brücken bauen“. Ob das nun ein Spot, ein Mailing oder das Briefinggespräch ist, es geht immer um das gleiche: Die sinnvolle Verbindung zwischen zwei verschiedenen Gedankenwelten zu erstellen, also den Kenntnissstand auf einen gemeinsamen Level zu bringen.

22 Kommentare

  1. Tobi

    Wie mir aus der Seele gesprochen !
    Gerade wenn versucht innovative Ideen für Unternehmenskommunikation an den „gewachsenen Mittelstand“ zu verkaufen, versteht man wie elementar dieses Brückenbauen ist.
    Die Schluchten die man da zu überbrücken hat, lassen sich mit dem alten Management Grundsatz „Planung, Steuerung, Kontrolle“ und „Märkte sind Gespräche“ a la Cluetrain ganz gut darstellen.

    Danke für den Artikel und den treffenden Brückenbauer Vergleich.

  2. Tobi II

    Meine Erfahrung: Man kann einen Gegenüber durchaus für einen Schwachkopf halten und seine eigenen Ideen gerade deshalb erfolgreich vermitteln. Nämlich dann, wenn man dessen „subjektive Lebenswelt“ durchschaut und sich gerade dadurch offenbart was er ist: Ein Schwachkopf, dessen persönliche Eitelkeit nur gewissenhaft gefüttert werden muss.

  3. Patrick Breitenbach

    @TobiII: Unterschätze die nonverbale Kommunikation nicht. Diese bewusst zu „faken“ ist denke ich nahezu unmöglich. Daher wird der Gedanke, du bist ein Schwachkopf auch immer mit Körpersignalen übermittelt.

  4. Vroni

    Volle Zustimmung. Der gemeinsame Level ist es.
    Oder wie ich gerne sage, der gemeinsame Kontext. Wenigstens ein gemeinsamer kleiner Nenner.

    Durch die Zersplitterung der Erfahrungswelten im beruflichen wie auch im persönlichen Bereich (plattes Beispiel: früher haben wir alle Bonanza oder Star Trek geguckt und am Tag danach haben wir drüber geredet, das fällt heutzutage flach: jeder ist woanders unterwegs), kann man immer weniger still davon ausgehen, dass der andere weiß, was man meint, auch wenn er ein Kollege vom gleichen Fach ist. Heute auch eine Erfahrung der dritten Art gemacht.

    Zu der Innovationsfeindlichkeit oder der Schwierigkeit, erfolgreich gerade wirklich Neues zu vermitteln: Es könnte Angst sein, der Erste sein zu müssen und ein Risiko einzugehen: „Was das soll neu sein, das haben wir ja noch nirgends gesehen!“ :-))

  5. Tobi II

    Wenn Du von einer persönlichen Meeting-Situation ausgehst, hast Du vermutlich recht. Allerdings habe ich eher an eine grundsätzliche Einstellung gedacht. Die Überzeugung, dass der Gegenüber ein Schwachkopf ist, ist dabei nicht unbedingt ein Hinderungsgrund die eigene Idee zu erfolgreich verkaufen. Und dies passiert ja nicht nur im persönlichen Pitch, sondern auch über den ganzen Verlauf eines Projekts (idR 90% nicht-persönliche Kommunikation)

  6. Patrick Breitenbach

    @Tobi II: Früher oder später gibt es immer ein Meeting! :-)

  7. Tobi II

    dafür gibts ja immer noch das Honigkuchenpferd-Gesicht. Aber gut, will nicht länger darauf rumreiten :)

  8. Vroni

    Hongkuchenpferd-Gesicht, oder Wieselverhalten, Tobi?

    Deswegen ist Werbung so schwachköpfig…, wenn sich die Gegenübers für gegenseitig schwachsinnnig halten, ist beider Output auch auf dem Level.

  9. Tobi II

    Nenn es Wieselverhalten, wenn Du magst. Ich weiss, dass ein solcher Standpunkt nicht gerne offen ausgesprochen wird. Dass dies aber der Grund für schlechte Werbung sein soll, ist unbegründete Behauptung Deinerseits, mehr nicht. Oder kannst Du den Zusammenhang (abgesehen von Platitüden a la gegenseitiger Respekt) näher begründen?

  10. Vroni

    Zarter Einwurf: Weiß nicht, ob gegenseitiger Respekt wirklich eine Plattitüde ist…# :-)

    Ob ich es kann? Hm, werde es versuchen:

    1. Ich denke, wer den anderen für übertölpelbar hält und es tut, nimmt ihn im Fachgespräch, der Beratung, nicht ernst.
    2. Wer das Gegenüber nicht ernst nimmt, erzählt ihm die Dinge nicht: auf wahrhaftige Weise.
    3. Wer nicht wahrhaftig ist, manipuliert im Übermaß (im Grunde ist natürlich jede Interaktion des Menschen Manipulation) und verschweigt auch für das Projekt wichtige Sachverhalte, denn sie könnten das Ziel des schnellen „Erfolgs“ stören.
    4. Wenn das alles passiert und das Gegenüber macht das auch so, sitzen sich folgerichtig Zwei gegenüber, die sich gegenseitig weis machen, dass das alles ganz toll ist, was sie da beide bereden und danach bewerkstelligen.

    Schnellen „Erfolg“ kann man mit so etwas haben, aber keinen nachhaltigen.

    Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ sagt das sehr schön: Jeder tut, als ob alles ganz toll aussieht – jeder weiß aber genau, dass das leider nicht stimmt. Denn der Kaiser hat gar kein prächtiges Gewand an: er ist nackt. Das Volk (das diesen „Beratungsprozess“ nicht kennt) versteht gar nichts mehr und ruft: der Kaiser ist nackt!

    Märchenstunde zu Ende. :-)
    ____________________________________

    Stimmt natürlich auch:

    Das Gute an der Klugheit ist, dass man sich dumm stellen kann. Umgekehrt ist es schon schwieriger. (K. Tucholsky)

  11. Tobi II

    Zuerstmal danke, dass Du so ausführlich antwortest. Zum Verständnis: Wirklichen gegenseitigen Respekt finde ich super. Der Begriff wird aber allzuoft als inhaltslose Floskel verwendet und muss in allen Lebenslagen als Allheilmittel herhalten. Insofern wäre sie als Argumentationslinie in diesem Fall ziemlich dünn. Hoffe, dass war verständlicher.

    Dein Märchen bzw. Zitat finde ich wirklich schön. Warum schlechte Werbung aber aus aber die weiter oben triffst Du Annahmen, die überhaupt nicht Thema meines Postings waren. Du sagst:

    „1. Ich denke, wer den anderen für übertölpelbar hält und es tut, nimmt ihn im Fachgespräch, der Beratung, nicht ernst.“
    OK
    „2. Wer das Gegenüber nicht ernst nimmt, erzählt ihm die Dinge nicht: auf wahrhaftige Weise.“
    Nicht zwingend, aber OK

    „3…verschweigt auch für das Projekt wichtige Sachverhalte, denn sie könnten das Ziel des schnellen “Erfolgs” stören.“
    Das hast Du Dir selbst zusammengereimt. Wieso sollte es um den schnellen (=bösen) Erfolg gehen? Wenn bspw. ein Kunde dazu neigt, gute Ideen aus persönlicher Eitelkeit oder Risikoaversion zu verschlimmbessern bzw. objektiv in eine (für sein Unternehmen) falsche Richtung zu lenken: Verkaufe ich ihm meine Ideen als die seinen, kann ich damit seine kurzfristige Denke (Zu riskant! Ich lasse mir nichts vorschreiben!) umgehen . Ich übernehme damit ein Stück Verantwortung, ohne ihm offen das Heft aus der Hand zu nehmen. Wie du richtig sagst: Ich nehme ihn nicht ernst, bin nicht wahrhaftig, aber der Zweck heiligt in solchen Fällen oft die Mittel.

  12. Thies

    @ Tobi II, Vroni et al:
    Ich habe die Erfahrung gamacht und mache sie jeden Werbeblock neu, dass viele Gegenübers bei Meetings sich gegenseitig vor Allem in der Haltung zu resepektieren scheinen, ihre „Zielgruppe“ bestünde aus Schwachköpfen, die es eh nicht merken.
    JvM erheben das sogar zur fragwürdigen Haltung, wenn sie ihre Philosophie mit dem trojanischen Pferd einleiten, mit alledings respektablen Ergebnissen.

  13. Vroni

    Thies,
    die Ideen des Kunden ihm als die seinen zu verkaufen ist ein gängiges Mittel von Agenturen. Erreicht wird das durch „Tricks“, Ideenkeime (abstrakt und möglichst offen, wie Ideenkeime nun mal sind: Ha, ein Testimonial, klasse!) in ihm wachzusetzen, der er selber dann dankenswerterweise konkretisiert (die Claudia Schiffer, jaaa!). Irony/off. Die Aufgabe der Agentur ist es dann, rauszufinden, was er in seinem inneren Film gesehen hat. Mehr aber nicht dazu, ist schon grenzwertig. Oder wieselhaft. Doch, kann man so sehen.

    „Schwachköpfige“ Zielgruppen:
    Das Thema Zielgruppe hat Patrick hier in seinem Beitrag nicht anvisiert. Sollte ich mich getäuscht haben? Geht es hier in diesem Beitragsstrang nicht um die Geschäftsbeziehung Agentur – Kunde?

  14. Patrick Breitenbach

    Doch doch das Thema hatte ich in einem Satz angeschnitten:

    „In dem Moment wo wir unsere Kunden als Schwachköpfe sehen (das gilt für alle Beteiligten), in dem Moment offenbart sich unsere eigene Schwachköpfigkeit – unser Versagen.“

    Weil natürlich Kunden ihre Zielgruppe auch manchmal gerne als „schwachköpfig“ betiteln. Auch da gilt dieses Prinzip. Lippenbekenntnis oder echte Liebe zum Kunden.

  15. Vroni

    Ah so, Patrick. Dann.

    In der Folgewirkung stimme ich dir vollständig zu.

    Beispiel:
    Vermutlich gehören Teile von Telekom-Dienstleistern (mein Handy-Betreiber, knurr…)zu der Art Werbekunden, die ihre eigenen Kunden für schwachköpfig halten. Nach meiner Kündigung der zweijährigen Laufzeit versuchten sie, mir ein sündhaft teuer aussehendes Prada-Telefon aufzuschwatzen (wie immer für 0 EUR). Dann allerdings wäre die Laufzeit wieder von vorne losgegangen. Kündigung wäre dann obsolet (was ja das Ziel war).

    Ich verwette meinen Hintern, dass mind. 50 % der so angeschriebenen das nicht sofort schnallen. Nicht weil sie dumm sind, sondern weil sie in ihrem Alltag sonst nichts zu tun haben, derartige Offerten bis zum letzten Tüpferl zu durchleuchten.

    Was übrig bleibt ist Verärgerung, wenn der Endkunde das dann doch irgendwann spannt (spätestens bei der Bestätigung). Und eine Aversion. Und dann beim nächsten Mal eben doch weg, aber richtig. Auch noch vorhandene Endkunden können also Kunden sein, die nur noch auf den Absprung warten. Halte es daher für eine Bad Idea, Endkunden zu übertölpeln. Die Rache kommt. Was quartalserfolgsbezogene, börsennotierte Unternehmen natürlich anders sehen: Ihre Zielgruppe sind die Aktionäre. (Jetzt frag ich mich grade, ob die „dumm“ sind, vermutlich aber eher gierig plus ahnungslos).

    Was JvM macht, ist, mit großem Erfolg die BILD-Mentalität der Leute anzusprechen (deswegen haben sie ja ein Durchschnittswohnzimmer in ihrer Agentur). Für „schwachköpfig“ oder blöd halte ich BILD-Leser-Mentalitäten allerdings nicht.
    Weniger intellektuel ja, aber nicht blöd.

    Dünkel

    Das ist ein häufiger Fehler von Agentur und Agenturkunde. Spekulation: Vielleicht kommt das davon, dass in der Werbebranche und auf Marketingleitungseite fast nur Studierte vorkommen. Der Dünkel gegenüber anderen Menschen kann da schon aufblitzen. Habe ich in Meetings schon öfter aufblitzen sehen, keine Frage.

  16. silent_marc

    Hallo,

    ich musste wirklich lachen bei einigen Beiträgen. Werber haben eine ganz großes Problem. Sie nehmen sich einfach zu wichtig. Letztendlich seid ihr (wir) alle nur Dienstleister, mehr nicht. Und innovatives Marketing kann man nur beim Kunden durchsetzen, wenn man ihm bei der Hand nimmt und nicht mit standardartigen-Werber Geblabber versucht ihm etwas aufzuschwatzen. Nur dann ist auch ein Kunde bereit, so einen Weg mitzugehen. Schliesslich geht es um seinen Job, wenn die Agentur versagt, hat auch der Entscheider auf der anderen Seite versagt. Und das vergessen viel zu häufig Werber und sind dann mordsmäßig angepisst, weil der Kunde „mal wieder zu dumm ist, die Idee zu begreifen“. Und Innovation oder eine krasse kreatve Idee geht auch nicht von heute auf morgen. Dafür ist viel zu viel Geld und Verantwortung in der Sache drin. Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass wenn man sich auf die Wünsche des Kunden einlässt und umsetzt und sie dann nach und nach aber verbindet mit innovativen Ideen und neuen Wegen; aber im schleichenden Prozess!; dann traut sich auch ein Kunde irgendwann. Aber man muss sich ja auch erstmal bewähren, damit der Kunde Vertrauen aufbauen kann. Und wenn ein Kunde dann dennoch starrköpfig ist, so what! Ihr seid alle Dienstleister. Erfüllt ihm seinen Wunsch nach der austauschbaren Mittelmäßigkeit, schliesslich bezahlt er dafür…wie man ja an den Werbeergebnissen jeden Tag wunderbar sehen kann. Zum Schluß noch eine Bemerkung: Es wurde immer von der Fehlbarkeit des Kunden geredet. Was ist mit der achso tollen Fehlbarkeit von Beratern und Kreativen in den Agenturen? Ich hab schon in einigen Läden (groß bis klein) gearbeitet und war immer wieder überrascht über die Mittelmäßigkeit, Unwissenheit und Desinteresse der Angestellten dort. Wer nicht begeistern kann, kann auch nicht überzeugen.

    Wenn ich diesen Blog als Kunden lesen würde, dann würde ich ziemlich wütend werden, weil die Arroganz einiger Werber echt unerträglich ist. So jetzt habe ich alles gesagt, ich alter Nestbeschmutzer….grins… Think about it and keep cool. Its only Dienstleistung! Die Plattform gefällt mir, sie lässt tief blicken in die Seele der armen armen Werber, die es ja so schwer haben.

  17. Patrick Breitenbach

    Dienstleister hört sich für mich in Deutschland immer ein wenig nach Beamtenstuben an. Man erfüllt schließlich seine Pflicht und gut ist. Dabei macht die Kür den Kohl erst fett.

    Und natürlich bezog sich der Beitrag auf beide Seiten, es gibt schließlich zwei Brückenköpfe.

  18. Vroni

    an den stillen Marc

    „Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass wenn man sich auf die Wünsche des Kunden einlässt und umsetzt und sie dann nach und nach aber verbindet mit innovativen Ideen und neuen Wegen; aber im schleichenden Prozess!;“

    Gut gegeben. Es ist ein Prozess.
    Wer nicht die Zeit bekommt, sich und den Kunden gemeinsam zu entwickeln (Tendenz heute leider zu Einzelprojektvergabe und nicht zu Etatvergabe) wagt es als Gestalter/Taxter jedoch nicht (mehr), auf eine Prozessphase zu vertrauen, die Vertrauen und Innovation möglich macht. Weil diese Zeit einem gar nicht eingeräumt wird.

    Um sich eine Vorstellung zu machen: Einen Kunden betreue ich seit 2 Jahren und jetzt erst werden die Früchte der Arbeit klar und das Zutrauen wächst. Mit Ex- und Hopp-Projektvergabe wäre das nicht möglich gewesen.

    Die Haltung: „Der ist nur ein Dienstleister, der muss machen und nicht so blöd fragen“ finde ich erstaunlicherweise bei Mitbewerbern selbst häufig vor.

    Eine Agentur ist zwar Dienstleister, stattgegeben (zumindest findet man sie darunter erfolgreich in den Branchenrubriken). Sie sollte eher ein offener Counterpart sein denn ein befehlsempfangender Hilfssheriff. Eine Agentur wird ja geholt, weil sie Input liefern und Ideen mit Mehrwert erarbeiten soll. Dazu braucht es die zwei Brückenköpfe Engagement und Respekt der Agentur und Involvement beim Kunden.

    Ein Kunde, der nicht pro-aktiv mitarbeitet, kaum Infos heraus gibt, alles gleich druckfertig sehen will ohne sich einzubringen, ist nicht agenturfähig. Agenturen, die sich als Befehlsempfänger oder ein katzbuckelndes Wiesel geben, das Kunden eh für bekloppt hält, liefern keinen Input und keinen Mehrwert. Schon gar keinen ehrlichen. Sie sind nicht kundenfähig.

    Ist mir durchaus passiert, dass ich haargenau mit dieser Ansicht im letzten Absatz als unmöglich, arrogant und elfenbeinturmig bezeichnet wurde.

  19. Tobi II

    @silent marc: stimme Deiner Einstellung (auch den negativen) im Prinzip zu. Mit „an der hand nehmen“…“im schleichenden Prozess“ drückst du zwischen den Zeilen genau das aus, was ich oben vertreten habe. Den Kunden „an der Hand nehmen“, „ihn abholen“, „ins Boot holen“. Das übliche Bingo, das aber nichts anderes sagt als: Ich verkaufe dem Kunden meine Ideen als die seinen. Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich. Also drehe ich mit ihm Ehrenrundenrunde um Ehrenrunde um schlussendlich an genau dem Ziel anzukommen, auf das „unser Boot“ schon von Anfang an Kurs genommen hat.

  20. Tobi II

    Und nebenbei: Agenturen ein offener Counterpart für Ihre Kunden?Eher ein feuchter Wunschtraum minderwertikeitskomplexgeschüttelter Werber.
    Agenturen sind Dienstleister. Und wer ein guter Diensteister sein will, denkt natürlich für seine Kunden mit, bringt kreative Ideen ein etc…

  21. Vroni

    Tobi,
    get a life.
    du bist wahrscheinlich der beste Dienstleister aller Zeiten, weil du den super Durchblick hast, fein. Schade, dass du nur anonym hier schreibst, sonst würde man dir dein Büro vor lauter Begeisterung einrennen und nur bei dir Werbung machen lassen.

    Jeder Kunde hat den Dienstleister, den er verdient.

    „Und wer ein guter Diensteister sein will, denkt natürlich für seine Kunden mit, bringt kreative Ideen ein etc…“

    Ebenfalls Bingo-Kram, diese Retourkutsche geht zurück an dich. Für den Kunden mitdenken, prima. Die Wirklichkeit draußen sieht so aus, dass Werber und Gestalter bereits zum Prospect mit Ideen und Gestaltungen anrücken, bevor es noch überhaupt ein Briefing gibt. Derart telepathisch denken die mit und vor; wenn sie den Auftrag dann endlich haben, geht es weiter mit deren telepathischen Diensten und dem 150&igen Einbringen. Das Dienstleistergebashe hier und die angeblich lustlosen und bräsigen Agenturen, die nicht hinhören, sondern nur dem Kunde ihre Ideen aufdrücken wollen, geht an der Realität schon lange vorbei. Die Realität ist: Sie tun fast des Guten zuviel. Und das in der Masse. Es ist und ein Käufermarkt und kein Anbietermarkt, das erklärt auch den scharfen Wettbewerb und das Gewiesel. Müssen wir gar nicht mehr um das reden, was Agenturen sein sollen (deine Bingokritik), sie sind es längst im Übermaß, inkl. Overservice

    Solltest du aus Kundenecke kommen, so sei gewiss, dass es jedoch auch Agenturen gibt, die Kunden ablehnen. Vielleicht solche, die so zynisch daherreden.

    Für mich gilt: Das war das letzte Posting, das ich je mit einem anonmymen Poster wechsle, habe fertig. Diese Brüder sind, mit der Ausnahme von ramses101 vielleicht, nicht satisfaktionsfähig und schaffen es häufig aus dem Off, dass man sich mit deinem Klarnamen zum Affen macht. Geht mir weiter, das macht doch alles keinen Spaß mehr. Mir jedenfalls nicht.

  22. Tobi II

    Auf Dein beleidigtes Gestampfe im ersten Teil geh ich jetzt mal nicht weiter ein.
    Ich glaube einfach, Du hast sowohl mich alsauch silent_marc falsch verstanden:
    Es geht hier nicht um „Dienstleistergebashe“, sondern um das Gegenteil. Ich kann nicht nachvollziehen, warum es so viele Werber ablehnen als Dienstleister bezeichnet zu werden. Dienstleister zu sein ist für mich an sich ein absolut positiv besetzter Begriff. Und gerade in Deutschland, wo es bekanntlich an guten Dienstleistern mangelt (nicht nur in Strassencafes und an Supermarktkassen), setzt sich der Werber hin und lehnt ab ein „Dienstleister“ zu sein. Nein, er strebt nach höherem: Die Rolle des “offenen Counterparts“ sollte es schon sein. Ich bitte dich. Das ist nicht nur anmaßend, sondern i.d.R. auch komplett an der Realität vorbei (Ausnahmen vl. KMU). Falls Du schon einmal in einem grösserem Unternehmen auf Kundenseite gearbeitet hast, wirst Du wissen, dass Agenturen meist als Unterstützung, im schlimmsten Fall als verlängerte
    Werkbank betrachtet werden. Es zeugt einfach auch davon, wie selten Agenturen dazu fähig sind, die Bedeutung ihrer Arbeit aus Kundenperspektive realistisch einzuordnen.

    Es ging im Artikel von Patrick im Prinzip um Kommunikation, wenn zwei grundverschiedene Gedankenwelten aufeinandertreffen. In diesem Fall Kunde und Agentur/Kreative. Ich bin überzeugt, dass man als Agentur seinen Kunden auch für einen Schwachkopf
    halten kann, solange man für die eigenen Ideen erfolgreich geschickt kommuniziert bzw. „Brücken baut“ , um mal im Text des Artikels zu bleiben. Absolut legitim, um die eigenen
    Ideen zu verkaufen. Als Mittel zum Zweck, wie schon oben gesagt. Keine Rede von von „lustlosen, bräsigen Agenturen, die eigenen ihre Ideen aufdrücken“.

    Falls du meinen Wunschtraum-Spruch persönlich genommen hast, tut es mir leid.Der war nämlich nicht auf Dich persönlich bezogen, sondern reflektiert meinen Eindruck von vielen Webern (vom Student bis zum GF), die mir gegenüber schon ähnlich argumentiert haben. Ich finde es dennoch erstaunlich, dass Du Dich bei dem ersten Anzeichen von Kritik bzw. anderer Meinung (von mir und marc) sofort in Dein Schneckenhaus zurückziehen willst. In gewisser Weise bestätigt Dein albernes Verhalten aber wiederum meinen generellen Eindruck. In diesem Sinne: Viel Spass noch auf der Werber-Arche, auf dass Ihr die Flut übersteht….

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