20.03.08
11:40 Uhr

Statement von Holger Schmidhuber Vorstandsvorsitzender von fuenfwerken AG

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Bei uns kommentiert (Ich kann nur davon ausgehen, dass es sich wirklich um Holger Schmidhuber von fuenfwerken handelt):

Natürlich haben wir bei Fuenfwerken überlegt ob wir an der Berlin-Ausschreibung teilnehmen sollten. Man kann das mal auch von der anderen Seite betrachten. Wir hatten die Befürchtung, falls wir in eine engere Auswahl kommen sollten, dass wir vielleicht gerade wegen unseres Aufsichtsratsmitglieds Jochen Pläcking nicht als Gewinner auserwählt werden können. Deshalb hat meine Kollegin Priska Wollein direkt bei den „Ausschreibern“ nachgehakt und dies geklärt, da wir sicher gehen wollten, dass alle Parteien neutral sind. Dies wurde uns zugesichert und ist auch so geschehen.

Nachfrage von uns dazu:
Finden Sie es richtig, Herr Schmidhuber, dass eine Agentur im Laufe eines Ausschreibungsverfahrens aka Kreativwettbewerbes theoretisch mehr Informationen aus erster Hand erhalten kann als alle anderen Teilnehmer? Ist dies nicht ein maßgeblicher Vorteil gegenüber den anderen Teilnehmern? Hätte man nicht da eigentlich schon merken müssen, dass eine Teilnahme – egal wie sie endet – fatal ist?

Ich vergleiche das mal wie folgt: In der Oskar-Jury sitzt ein einziger Film-Produzent (z.B. von Warner), der alle Filme von allen Studios bewerten soll – also auch die Filme von Warner. Wieviel Neutralität kann man da eigentlich noch – selbst unter größter Anstrengung und zugesprochener Integrität der gesamten Academy – als Juror einhalten?

Update: Statement von Prisa Wollein von fuenfwerken, u.a. auch zu obigen Fragen bei Trackback Radio Fritz.

14 Kommentare

  1. Cui bono Be-Berlin? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Cui bono Be-Berlin?

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  2. be-berlin nur dreist ge-geklaut?! | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » be-berlin nur dreist ge-geklaut?!

    […] Wir natürlich nicht. Update III: Stellungnahme von Prof. Jochen Pläcking. Update IV: Stellungnahme von Holger Schmidhuber, Vorstandsvorsitzender der fuenfwerken AG und weitere Fragen vo… Trackback-URL dieses Beitrages Schlagworte (Tags): Agentur, agenturen, beberlin, berlin, Blog, […]

  3. Don Alphonso

    Offensichtlich hat da jemand alle Bezüge zur Realität und dem, was in einer Demokratie gehen kann, verloren. Herr Schmidhuber beweist lediglich, dass es bei dem Verfahren für alle gleich zu ging – nur für ihn mit seinem AR halt noch etwas gleicher. Unrechtsbewusstsein? Aber bitte! Man ist doch Werber?

    (Sorry für den Zynismus, aber das Ding ist absolut naturprall)

  4. oliver gassner

    Hm, fragt sich eher:

    „Wie realistisch ist es, das jemand, der sowas 40 Jahre macht, niemanden kennt, der als einreicher in Frage kommt?“

    Ich war einmal in der Orga eines Digital-Wettbewerbs und war SEHR froh, dass ich nicht auch in der Jury war. So wäre das die saubere(re zumindest) Lösung gewesen.

    Aber: Wen dann in die Jury? Leute von der Uni? Zweitsemester? Nichtfachleute? Busfahrer? DurchschnittsberlinerInnen? Medienjournalisten? Wirtschaftsjournalisten? Stadtplaner? … Und alles Leute ohne ‚Bekannte‘?

    Wer hat den Fehler gemacht? Wowereit? Dessen Berater? Schmidhuber?
    Im Gegensatz zu anderen geh ich leider zu mienem schaden oft genug vom Guten im menschen aus, schließe also nicht aus, dass sich trotz der realen Verflechtngen nichts ‚ereigent‘ hat. Oft ist die eigene Phantasie schlimmer, als ‚was war‘.

    Aber in der Tat ist eben schon der Anschein nicht schön.

  5. Vroni

    „Aber: Wen dann in die Jury? “

    Alle, die man glaubte, mit der Stadtkampagne ansprechen zu wollen:
    Bus-Taxifahrer, Journalisten, Hotelbesitzer, Rütlischüler, Stadtplaner, Hausfrauen, Studenten, Verterter andere Sprachen und Kulturen (ist ja international das Berlin-Image und nicht nur deutsch.) Bunt gemischt.

    Zweifel, dass das nicht geht?
    Ich nicht, per Losverfahren, oder so, wie man Bürger-Geschworene aussucht, Kommunen wissen schon, wie das geht. Es geht eigentlich alles, bloss keine Doppelämter, Doppelinteressen und Gemauschel in einer Jury mit staatlicher, städtischer oder kommunaler Ausschreibung.

    „Jemand,der 40 jahre in dem Job ist“:

    Mit so einer Bewerbung käme niemand heutzutage in einer Kreativagentur unter. Es wäre eher ein Anti-Kriterium, denn Erfahrung und Alter ist kein Verdienst. Oder um es mit Tucho zu sagen: Man kann die Dinge auch 35 Jahre lang schlecht machen.
    (Was ich bei Pläcking nicht glaube)

    Zu Pläcking:
    Pläcking hat schon alles Mögliche gemacht und ich will sein beraterisches Können gar nicht anzweifeln, aber zuletzt war er jedenfalls Automann (Fiat, Audi). Gefordert und besser wäre doch gewesen: Ahnung von Stadtmarketing, etc. statt Ahnung von… Autobranding.

    Oder liege ich da so falsch.

    Jemand aus solchen „Wir kleiner Mann“-Agenturreihen (ich bin auch so eine Mini-Agentur am Rande der Stadt wie es Andrea Horn und Ihre Partner sind) wäre mit diesen – sicher tollen – Referenzen aus dem Bereich großer Consumer Brandings und dem Autobereich sauber abgebröselt, wenn wir uns als Berater eines großen Stadtdings anempfohlen hätten.

    Ok, alles saudummer Konjunktiv und müßig.
    Was tun in Zukunft?

    Sich von solchen crowd sourcing artigen Ausschreibungen (Wowereit, aufgefordert seien alle Berliner…) fern halten, bei denen man bereits ahnt, dass das Setting von Briefing UND/oder Jury nicht hinhaut. Habe selber in den letzten 3 Monaten zwei abgelehnt, es war offensichtlicher Blödsinn da mitzumachen. Es kostet einfach zu viel Arbeitskraft und Geld, das man dabei versenkt. Diese vertane Zeit muss man dann betriebswirtschaftlich bei anderen Kunden wieder rein holen. Kann ja wohl nicht sein.

  6. Le Roi

    Schade. Nicht in die Zielgruppe eingefühlt. Sich nur gefragt, ob man gleich ausgemustert wird, wenn man trotz AR in der Jury mitmacht.

    Sich aber nicht gefragt, wie das denn ankommt – bei die Leute.

  7. Georg Krüger

    Bei der Wahl der Kampagne müssen anderweitige interessen zur Entscheidung geführt haben. Sonst würde diese Kampagne niemals soclh ein großes Etat bekommen.
    Das wissen auch Wowereits-Kreativlinge.
    Solch eine Kampagne ist ein nierenschlag gegen jeden Berliner…

  8. Justberlin oder “Wie die Stadt Berlin unser Kampagnenkonzept benutzt hat” » Statement von Holger Schmidhuber (fuenfwerken AG)

    […] Statement von Holger Schmidhuber Vorstandsvorsitzender von fuenfwerken AG bei Werbeblogger […]

  9. dierk

    was fürn aufstand hier schon wieder ^^.

  10. Statement von Priska Wollein von fuenfwerken AG | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Statement von Priska Wollein von fuenfwerken AG

    […] und den Vorgängen rund um den Kreativwettbewerb interviewed. Frau Wollwein hat u.a. auch zu unseren Fragen Stellung genommen und sie bleibt dabei, dass fuenfwerken zu keiner Zeit (außer rein […]

  11. Isabel Morales Rey

    Sehr geehrter Herr Schmidhuber,

    Sie haben „überlegt“ – aha. Und dann „Augen zu und durch“ oder wie darf ich das verstehen?
    Kann der Täter gleichzeitig der Richter sein (fragwürdige Mehrfachfunktion des Herrn Pläcking)?

    Können Sie die Verantwortung mit diesen hanebüchenen Rechtfertigungssätzen abstreifen, weil Sie zwar vorher ihre Bedenken erkannt haben, sich dann jedoch bewusst für das „Falsche“ entschieden haben?

    Tss, tss mein Lieber.

    Übrigens: man kann Alles von allen Seiten betrachten – es hindert einen mündigen Bürger allerdings nicht daran, sich seine eigene Meinung daraus zu bilden (es lebe die Demokratie).
    Besonders dann, wenn von Herrn Breitenbach (weblogger.de) hervorragend und seriös recherchiert wurde. Und ebenfalls insbesondere dann, wenn man Ihren Zeilen ließt.

    Isabel Morales Rey

  12. Tina

    be befangen?

  13. Antje

    a. fuenfwerken ist keine Wald-Wiesen Nummer, welche man unbedingt angreifen sollte

    b. Pläcking berät den Senat schon viele Jahre, warum sollte er dieses Mandat in Frage stellen, wenn er an füfnwerken nicht beteiligt ist? Er sitzt im Aufsichtsrat des Ladens…

    c. Es war doch klar, dass dies Wind macht, wenn fünfwerken gewinnt – wer machr dies freiwillig?

    d. Wieviele krative Wald Wiesen Designer gluaben, dass Sie besser sind – alle! Wir auch….. dies ist der ganz normale Wahnsinn, dass wir glauben müssen, besser zu sein! Sonst würde ich morgen cniht mehr aufstehen…..

    Ball flach halten …..

  14. Tina

    Hallo Antje,

    hier geht’s doch gar nicht um geplante Angriffe, Überheblichkeit oder Neid, sondern vielmehr um mögliche Seilschaften, den kleinen Dienstweg, eine etwaige Vorteilsnahme.

    Das hier versteh ich allerdings eben so wenig

    c. Es war doch klar, dass dies Wind macht, wenn fünfwerken gewinnt – wer machr dies freiwillig?

    wie das hier

    Deshalb hat meine Kollegin Priska Wollein direkt bei den „Ausschreibern“ nachgehakt und dies geklärt, da wir sicher gehen wollten, dass alle Parteien neutral sind. Dies wurde uns zugesichert und ist auch so geschehen.

    Neutralität lässt sich leider nicht einfach so zusichern, selbst bei besten Absichten. Und gerade bei einem solchen Projekt im öffentlichen Fokus sollten Teilnehmer und Jury super sauber voneinander getrennt sein. Ein bisschen Corporate Governance muss schon sein, auch hier. Find ich.

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