19.03.08
22:06 Uhr

Stellungnahme von Prof. Jochen Pläcking

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be berlin/sei berlin, Plagiatsverdacht

Sehr geehrter Herr Breitenbach,

ich darf Ihnen, da mein Name nun schon ein paarmal in Ihrem Blog bei der Diskussion um eventuelle Plagiatsvorwürfe erwähnt wurde, ein paar klarstellende Worte schreiben.

Meine Firma kleinundpläcking berät nun schon seit zwei Jahren über Berlin Partner direkt die Senatskanzlei des Landes Berlin bei der Strategie für eine neue Positionierung für die Stadt.
Von uns stammt die Positionierung „City of Change/Stadt des Wandels“.

Wir sind keine Agentur, sondern Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Marke.
Wir sind völlig unabhängig und frei von Partikularinteressen. Das heisst, wir beraten nur
und machen weder Design, noch Werbung, noch Marktforschung.

Das Mandat für Berlin ist viel grösser als nur die Begleitung der Kampagne.

Sie haben meine Vergangenheit richtig beschrieben. Ich bin seit über 40 Jahren in Werbung und Marketing unterwegs und kenne sehr viele Menschen, wie Sie sich vorstellen können.
Aber diese Menschen kennen auch mich und wenn man mir eines nicht vorwerfen kann, dann ist das Unlauterkeit.

Wie Sie wahrscheinlich wissen, wurde ich von Herrn Wowereit in seinem Brief an die Kreativ-Scene (im August 2007 in W&V und Horizont als Anzeige veröffentlicht) gebeten,
die Kreativ-Ausschreibung (kein unbezahlter Pitch) fachlich zu begleiten.
Zitat:
„Damit das Verfahren fair und fachgerecht durchgeführt wird, habe ich den erfahrenen Markenexperten Jochen Pläcking gebeten, den Wettbewerb fachlich zu begleiten. Er wird unterstützt von dem dafür zuständigen Team des Senats und Berlin Partner.“

Das habe ich getan.

Zum Einen stand ich mit den Herren des Senates und von Berlin Partner allen Teilnehmern an der Ausschreibung für ein mündliches Rebriefing persönlich im Rathaus zur Verfügung. Zum Anderen habe ich im Rathaus die Kampagnen ausgewertet. Nichts hat die Räume der Senatskanzlei verlassen.

Die Einsendungen der Auschreibung wurden nach dem Einsendeschluss von Beamten der Senatskanzlei geöffnet, auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft, nummeriert und mir im Rathaus übergeben, wo ich für den Zeitraum der Auswertung einen Arbeitsplatz hatte.

300 Teams und Einzelpersonen haben Vorschläge eingereicht. Insgesamt waren darunter ca.900 Slogans. Der Slogan „be berlin/sei berlin“ wurde von vier verschiedenen Teams vorgeschlagen.

Ich stellte Longlists zusammen, die vom Senatsteam zu Shortlists verdichtet wurden.
Diese Shortlists wurden dem Regierenden Bürgermeister vorgestellt. Daraus ergab sich, daß zwei Agenturen nachpräsentieren mussten. (Diese Präsentation wurde separat honoriert).

Aus dieser Präsentation ging Embassy als Sieger für die Kampagne hervor.

Wie schon in der Ausschreibung angekündigt, wurden alle Gewinner der drei Gewerke Slogan, Design und Kampagne gebeten, an einem Kreativ-Team teilzunehmen, um die Kampagne gemeinsam zu schaffen, was auch an mehreren Terminen stattfand.
Alles lief offen und total transparent und nachvollziehbar, was Ihnen alle Teilnehmer bestätigen können.

So, nun zu den Beziehungen.

Es ist richtig, daß ich Aufsichtsrat bei Fuenfwerken bin. Ich habe das von Anfang an und während des gesamten Prozesses transparent gemacht.

Ich habe auch immer transparent gemacht, daß Gregor Blach (WEDO) Mitarbeiter der DDB-Berlin war, als ich CEO der DDB-Group-Germany war (600 Mitarbeiter).

(In dem Zusammenhang hatte ich mein Mandat während des Prozesses zur Disposition gestellt, was aber nicht akzeptiert wurde, weil man meine Integrität nie in Zweifel zog.)

Berlin Partner ist schon seit Jahren die (Public-Private-Partnership) Marketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berlins und managt im Auftrag des Senates die Gesamtkampagne.
Bei Berlin Partner sind neben 180 Berliner Unternehmen auch einige Agenturen und Unternehmensbersatungen Partner. Das gehört sich so in Berlin.
Auch kleinundpläcking, WEDO, OMD, TNS, Fuenfwerken etc.

OMD ist seit Jahren die Media-Agentur von Berlin Partner und damit des Senates. Sie ist eine Omnicom-Gesellschaft wie die DDB, die BBDO, die TBWA und viele andere Agenturen.
.

Hier hat niemand plagiiert.

Es tut mir leid für Frau Horn, aber aus reiner Enttäuschung anderen Plagiat zu unterstellen und mir Unlauterkeit, ist nicht ok.

Mit besten Grüssen aus Berlin,

Ihr

Jochen Pläcking

19.3.2008

Vielen Dank Herr Prof. Pläcking für diese Stellungnahme zu den verschiedenen Ungereimtheiten.

51 Kommentare

  1. be, am, love … Berlin » Klas Roggenkamp « Blog

    […] mit-gedacht, mit-gemacht und umgesetzt habe. Den nun bescholtenen und nicht ganz überzeugend sich-einlassenden Prof. Pläcking durfte ich vor dem Kampagnenstart beim Jour Fixe der Association for Place […]

Eure Kommentare

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