16.03.08
01:20 Uhr

“Ich schick dir mal den Link” – Brandyng per Mundpropaganda

Bis grad eben habe ich mit Olli (ehemaliger Kollege, WB-Autor mit kreativer Pause und Freund) telefoniert und dabei hat ein Satz während dieses Gespräches bei mir im Hirn gefeuert:

Ich schick dir mal den Link!

In diesem Moment ging es im Gespräch eigentlich um etwas ganz Banales, aber für einige für euch (rein marketing-fachlich) da draußen sicherlich ein interessantes Thema: Osborne Veterano. Mitten im 1-stündigen Gespräch (was sich natürlich um ganz andere Dinge drehte) kamen wir plötzlich auf dieses Getränk, denn Olli meinte, das munde ihm derzeit einfach am Besten (bei den Spiritousen). Zwar würde das Gesöff in Spanien höchsten durch das Kochen im Verdauungstrakt der Einwohner landen, aber mein Gott, jeder hat so seinen eigenen Geschmack. Spanische Wurst mochte ich schließlich auch noch nie. Egal. So oder so. Mit oben zitiertem Satz wurde eine klare Produktempfehlung ausgesprochen. Mundpropaganda eben – wie sie wirklich ist – ganz aus freien Stücken, keiner wird bezahlt oder bekommt sonst irgendwelche Schnapsrabatte.

Ok, also während dem “Gespräch am Gartenzaun” spricht man nicht nur kurz über das Produkt, man kann es auch plötzlich völlig für all Gesprächsteilnehmer (visuell) entfalten. Mit einem einzigen Link. Eine kleine Zeile Text und es öffnet sich – theoretisch – ein ganzes Markenuniversum. Pullmarketing eben – wie es wirklich sein sollte – ganz aus freien Stücken, keiner wird bezahlt oder bekommt sonst irgendwelche Bannerwerbung um die Ohren gehauen.

Mit diesem Klick (kann auch der Bannerklick sein, das Ziel ist eigentlich das gleiche) taucht man nun tief und mit großer Sogwirkung in die Unternehmenswelt ein – sollte man zumindestens. Und da hört der Spaß meist auf. Entweder langweilig, unübersichtlich, nicht-transparent genug etc. pp. wo steckt der Wow-Effekt, warum sollte ich tiefer eintauchen?

Ende der Story: Die Website von Osborne ist grauenhaft als Pullmarketinginstrument. Die Produkte werden auf verschiedenen URLS geparkt, die Inszenierung der Produkte und der dazugehörige Informationsgehalt tendiert gen Null. Wir hatten Schwierigkeiten, das Produkt, von dem Olli sprach, überhaupt dort sehr schnell zu finden. Das geht gar nicht! Diese Seiten müssen im Endeffekt darauf gefasst sein, dass genau diese Situation, wie ich sie beschrieben hat, öfters eintritt. “Märkte sind Gespräche” ist eigentlich irgendwie unpräzise. “Gespräche sind Türen zu Märkten” wäre glaube ich passender, oder?

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8 Kommentare

  1. Kathi

    äußerst interessante sichtweise.

    netter beitrag!

  2. quakemaster

    Zitat: “Zwar würde das Gesöff in Spanien höchsten durch das Kochen im Verdauungstrakt der Einwohner landen…”

    Sehr interessante, aber auch sehr reale Sichtweise. Den Deutschen Veterano Osborne als spanisches “Kultgetränk” zu verkaufen, weckt in mir (als Halbspanier) irgendwie die Assoziation, den Ausländern Küppers Kölsch als das (!) deutsche Dom Perignon unterzujubeln…

  3. H-Gen

    also das sollte eigentlich jedem klar sein, das es eine bessere werbung als die persönliche empfehlung nicht gibt.
    ob einem das produkt dann persönlich gefällt odernicht ist dann die andere frage, aber auf jeden fall steht da die qualität im vordergrund, die sich meiner meinung nach heutzutage wieder mehr bezahlt macht.
    ich erzähle freunden über ein gutes produkt, oder auch schlechtes, und spreche so persönlich die empflung aus. die gibts aber nur wenn die qualität stimmt.

    also wirklich nett geschrieben der beitrag und ja, die seite sieht ja erstmal schick aus, aber navigieren lässt sie sich wie öltanker..furchtbar sowas, wenn man eben nur aufs äußere schaut und der content “irgendwie verschludert und unlogisch hingehaun” wird

  4. Arne Viehmeister

    Irgendwie mache ich persönlich fast nur auf die Weise Mundpropaganda für irgendwelche Produkte. Auf die Weise kann sich der andere gleich das Produkt mit den ganzen Detailinfos ansehen – wenn er es denn auf der Website überhaupt findet ;-)

    Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Webseiten auch auf solche Besucher abzustimmen. Und wenn man es mir einfach macht, einen konkreten Produktlink zu finden, schicke ich gleich den weiter (per Copy & Paste in eine eigene E-Mail, wenn die Option zum mailen direkt eingebaut ist, nutze ich die aus Prinzip nicht, um nicht unnötig E-Mail-Adressen anzugeben). Dann sollte der Empfänger aber auch aus der Produktseite schlau werden und in wenigen Klicks alle zusätzlich für ihn relevanten Infos finden.

  5. Erhard

    So bescheiden wie die Homepage sich outet so genial war der Osborne Stier als Werbung in den 80er Jahren. Erst wenn ich die ersten Osborne Stiere auf den Hügeln gesehen habe war “ich in Spanien”.

  6. Zuckermann

    hmmm, war das jetzt versteckte akquise? herrn onlineverantwortlicher von osborne, sie BRAUCHEN eine neue website? ;-)
    ich meine, würde ich den jetzt kennen, würde ich dem vielleicht den link schicken ;-))

  7. Martin Oetting

    Das passt zu meiner Auffassung, dass virales Marketing bereits mit kurzen knackigen URLs anfängt, die man idealerweise ohne Zeilenumbruch weiterleiten kann.

  8. Blog Verzeichnis

    hmm? virales Marketing kann auch ohne URLs betrieben werden

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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