09.03.08
22:39 Uhr

Simplizität im Web x.0

Einfachheit heißt, das Offensichtliche zu entfernen und das Bedeutsame hinzuzufügen.

So lautet das 10. Gesetz von John Maeda. Seltsamerweise wünscht sich der Mensch immer wieder die Einfachheit, das Nicht-Überfordertwerden und dennoch, wenn er am Zuge ist, dann fällt ihm das so unglaublich schwer in die Tat umzusetzen. Einer der digitalen Marktführer hat es damals begriffen. Als es noch Suchportale wie Altavista, Fireball etc. gab, vollgestopft mit Informationen, Katalogen und dem Wetter (heute stopfen wir uns alle freiwillig unsere eigenen Blogs voll), da entschloß sich ein Unternehmen dazu, es ganz anders zu machen, ganz bewusst den krassen Kontrast zur Konkurrenz herzustellen. Richtig. Google war es, die durch den Suchschlitz auf einer sonst fast leeren Seite, die Menschen irgendwie auf Anhieb begeistern konnten. Es waren nicht die ausgeklügelten Suchalgorithmen oder die Milliarden Seiten die im Index standen, es war das simple und angenehm unaufdringliche Interface, welches die Menschen dazu bewog, den Suchdienst zu Googles Gunsten zu wechseln. (So jedenfalls bei mir damals und in meinem Bekanntenkreis). Natürlich wäre Google ohne seine technischen Vorteile damals nicht zum Marktführer emporgestiegen, aber mit einer vollgestopften Altavista-Oberfläche ganz bestimmt auch nicht. Die Devise lautet also nicht, “Zeig, was du hast”, wovon so ziemlich alle eCommerce- und Contentportale Gebrauch machen, richtig wäre die Devise “Zeig, was der Nutzer gerade braucht”.

Der Grund, warum ich Facebook abgedreht habe? Ich habe die Übersicht verloren. Natürlich spreche ich nicht für die ganze Welt, aber sicherlich für einen sehr großen Teil der Internetnutzer. Wir bekommen jeden Tag irgendwelche neuen Social Networks, Shoppingdings und web2.0bums um die Ohren gehauen. Nicht nur, dass sich die meisten Dienste so gut wie gar nicht mehr unterscheiden oder einen innovativen oder gar nützlichen Ansatz bieten, hinzukommt auch wieder die gleiche überladene Chose wie im Web 1.0, also dem guten alten AOL/ALTAVISTA/FIREBALL-Gerömsch. Mich interessieren nicht die 100 neusten User oder die 200 Produkte, die gerade eben gekauft wurden – jedenfalls nicht immer und überall. Wenn mich das interessiert, dann will ich einfach nur sehr schnell wissen, wie ich da hinkomme. Das sollte sich das Web x.0 auf die Fahne schreiben. Web 2.0 war die totale Vermüllung, Web x.0 benötigt Reinigungspersonal um die 99% Müll wegzuschaffen, die uns eben gerade nicht interessiert. Das heißt nicht, dass generell 99% des Webs Müll sind, sondern dass 99% für mich als Person, in diesem Moment einfach nicht zu gebrauchen sind. Morgen mag das schon wieder ganz anders aussehen und für andere Menschen gilt meine Mülldefintion sowieso nicht.

Personalisierte Websites sind ein guter Anfang, das Apple-Prinzip macht es ebenfalls vor. StumbleUpon ist einer der hierzulande noch unterschätzten und (vielleicht zum Glück noch) unentdeckten Webdienste, was einzig und allein vielleicht an der Faulheit der Nutzer liegt. Denn StumbleUpon lebt davon, dass andere sich Arbeit machen. Prosumenten sind nicht nur dazu da, irgendwelchen Heinis Geld durch Traffic und Content in die Kassen zu spülen, Prosumenten sind dazu da, das Internet zu filtern und zwar für uns alle. Solange wir nicht alle ein wenig zu Prosumenten werden, können die Inhalte des Internets auch nicht wirklich gerecht geordnet werden. Die Menschen müssen erst ein Stück begreifen, wozu dieses Tagging, Bookmarking und sonstige Folksonomy-Zeug eigentlich gut ist. Das erste Mal ist es nämlich so, dass nicht andere für unsere Informationen, Nachrichten und unser Wissen verantwortlich sind, sondern wir selbst. Es geht nicht darum, sein Ego mit Katzencontent zu schmücken, sondern wir haben es in der Hand, zu markieren, was wir für interessant, relevant und amüsant halten, was wiederum für ähnlich tickende Menschen interessant, relevant und amüsant sein könnte.

Doch zurück zum Design. Einfachheit, Simplizität spiegelt sich natürlich in erster Linie auch immer im Interface-Design wieder. Und auch da müssen wir Relevantes von Irrelevantem temporär trennen und ausblenden. Die Funktionalitäten werden immer mächtiger und umfangreicher, desto schwieriger wird es für Designer und Entwickler das GUI smart und simpel zu halten. Webdesign wird in Zukunft klassisches Interface-Design werden, sprich, wir werden in Zukunft wie Windows oder MacOs denken und designen müssen. Langer Rede kurzer Sinn, der Grund für diesen Beitrag entstand aus der Begegnung mit dieser Seite: Symbaloo. Ist sie nicht geil? Sowas will ich!

Das Web x.0 muss nicht nur so funktionieren wie ein Navigationssystem, es muss auch das gleiche visuell-simple Look & Feel haben. Doch das ist wirklich verdammt schwer, weil diejenigen, die die Funktionen vorgeben, einfach nicht richtig loslassen können. Sie haben teilweise noch die alte Denke des “Zeig all deine Ware auf einmal”. Doch das ist im Web fatal. Es heisst ja nicht umsonst “Vernetzung”! Ich wiederhole: Nicht zeigen was man hat, sondern zeigen was der “gegenüber” gerade braucht!

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23 Kommentare

  1. marie

    symbaloo ist schon nah an meiner vorstellung von der personalisierten navigationsoberfläche dran, die mir einen simplen zugang zum komplexen web bietet. simplexity.
    allerdings finde ich es schade, dass ich die featured bookmarks und feeds nicht löschen kann. aber vielleicht gibt es diese möglichkeit ja später (gegen bezahlung?).
    bei der konfiguration von symbaloo fehlt mir persönlich auch noch ein wenig mehr gestaltungsfreiheit und die simplizität.
    alles in allem würde ich symbaloo den erfolg prophezeien, nicht zuletzt wegen dem design!
    was mir aber überhaupt noch fehlt, wäre das killertool, das mir alles bietet. ein interface, das mich alles, was ich haben will, integriert verwalten und anwenden lässt – irc, email, voip, music, news, social networks, etc.
    und das ganze dann auch noch super simpel in der anwendung…

  2. Manuel von MyAlikes

    @Marie Einen Teil deiner Wünsche kann dir allyve.com schon erfüllen

    Auf einer Webseite sollte man sofort erkennen, um was es geht. Und dies dann auch extrem einfach bedienbar sein.

    symbaloo finde ich ganz gut, aber es ist noch nicht ganz rund in der Bedienung. Wenn man auf der schwarzen Seite nach einem Begriff sucht, dann kommt man auf eine weiße Ergebnisseite. Suboptimal…

  3. Urs Schäuble

    Na, Du bist gut. Dein Artikel ist nicht schlecht geschrieben, aber dann fang mal bei Deinem eigenen blog an. Konsequente Einfachheit sieht anders aus. Warum bekomm ich hier 13 RSS-Feeds angeboten, bevor Du weißt, ob ich nur einen einzigen will? Oben in der Navi hab ich die Auswahl von über 16 Alternativen, die sich mir als Nicht-Insider zum großen Teil nicht erschließen. Was zum Geier soll der österreichische (?) Kaiser da rechts (mehrmals!). Was sind stumbles (Englisch hab ich in der Schule abgewählt)? Was passiert, wenn ich auf den Vision-Button drücke? Warum verändert sich mein Mauszeiger nicht, wenn ich auf “Beitrag versenden” gehe? Du bist hier selbst so eine Art Altavista2.0! ;-)

  4. Susanna

    Symbaloo sieht auf den ersten Blick gut aus, nur bin ich anders gestrickt. Ich bevorzuge den direkten Überblick OHNE einen Klick, so wie ich das bei einer personalisierten Google-Einstiegsseite habe. Ich will nicht erst auf einen Klick wissen, wieviel Uhr es an den Stellen in der Welt ist, an denen sich meine Kinder aufhalten, sondern es gleich im Blick haben. Und die Newsticker meiner bevorzugten Publikationen habe ich auch gerne direkt im Griff.

    Auf der anderen Seite sieht so eine Seite nur mit chicken Buttons augenfreundlich und angenehm aus. Google Starseite ist – je nach Bestückung – manchmal augenkrebsverdächtig.Aber man kann nicht alles haben …

  5. Patrick Breitenbach

    @Urs: Ich hab doch geschrieben, dass es nicht soooo einfach ist! :-)

    Wenn ich mal Zeit habe, ändert sich das auch mal wieder.

    Aber mal ehrlich im Vergleich zu manch anderen Blogs geht das doch noch. Einigen wir uns also auf Altavista 2.0.1. ;-)

  6. werbetroll

    ich hab mir das gleiche gedacht wie urs. aufgeräumt und reduziert sieht anders aus als werbeblogger.de. zum glück hat der geübte web 2.0 user die fähigkeit einen großteil der (für ihn) sinnlosen info einfach auszublenden.

  7. Patrick Breitenbach

    Zum Glück!

  8. Patrick Breitenbach

    Habt ihr eigentlich den Artikel gelesen oder nutzt ihr nur einfach mal die Gelegenheit um Dampf abzulassen? Das hier ist ein Blog, da ist die Klorolle fast schon Pflicht! ;-)

  9. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Urs und werbetroll:
    Was soll ich sagen…Genau an diesem Thema bin ich gerade dran…
    Allerdings dürfen wir bei den Beispielen nicht vergessen, dass Google sich nicht als “Content”-Anbieter vesteht, sondern als “Enabler” (was für ein Name…) Auch sind wir hier auf dem Werbeblogger keine “Meta-Seite”, die Inhalte von anderen Seiten aggregiert, sondern präsentieren eigene Blog-Inhalte mit “redaktionellem Charakter”, also auch keine reinen Linktipps wie Stumble Upon oder andere Social Bookmark Dienste.
    Mein Vorstellung geht dahin, dass sich gerade “langjährig” aktiv betriebene Blogs mit zum Teil Tausenden von Artikeln tatsächlich klarer, übersichtlicher und auch reduzierter präsentieren müssen, ohne aber ihre “Blog-Wurzeln” ganz zu verlassen.
    Zu Patrick habe ich mal gesagt…”Unser Blog ist im Moment wie ein Eisberg…höchstens 1/7 ist an der Oberfläche ;-)….

  10. Patrick Breitenbach

    Man muss auch einfach mal auf dem Teppich bleiben, das hier ist nicht die BBC, Facebook oder myspace.

    Blog -> Gedanken schnell mit Spaß ins Web bringen.

    Wie lange ich noch daran Spaß habe? Gute Frage, wenn das so weiter geht, nicht mehr wirklich lange und sobald das Blog hier zur Pflichtveranstaltung wird ist es eh so gut wie gestorben. Dann behalte ich Gedanken, Links etc. lieber für mich oder Leute, die es interessiert und die daran ebenfalls Spaß haben.

  11. werbetroll

    patrick, das hat nix mit dampf ablassen zu tun. ich schätze werbeblogger. für seine inhalte, deswegen les ich mir die blogeinträge durch. aber die könnten auch schwarz auf weiß im netz stehen ohne die bunten schleifen.
    weglassen ist immer am schwierigsten. aber 12 navipunkte oben (von mir bisher ignoriert) und 20 elemente auf der rechten seite überfordern mich ehrlich gesagt einfach ein wenig. aber versteh das als anregung, wenn ihr es noch bunter haben wollt macht es noch bunter.

  12. Patrick Breitenbach

    @Werbetroll: Anregung verstanden.

  13. Andreas

    schlimm… nein, ganz ganz schlimm ist die seite von alice. hab ich jedes mal schaum vorm mund, wenn ich meine rechnungen anrufen will. da komme ich zuerst auf die normale produktseite von alice und klicke auf “kundencenter”. dann werde ich auf die seite von alice/aol weitergeleitet, die so überladen und bunt ist, als hätte sie ein farbenblinder webdesigner mit tourette-syndrom entwickelt. unfassbar.

    alice… du bist zwar hübsch, hast aber zu viel auf der hüfte!

  14. Ralf

    Was mich an diesem Blog reizt, ist das Stöbern mit einer intuitiven Möglichkeit meine Neugier zu stillen. 12 Buttons ergänzen hier eher redundant meine eigene Navigation. Aber will man immer von A nach B? Was ist wenn jemand zwar von A startet und sich treiben lässt und mal mit etwas am Wegrand spielt und sich ablenken lässt? Innovation kann nur durch Spielen oder überlegtes Modifizieren einer verrückten Idee entstehen. Man nennt das in der Biologie das sogenannte Appetenzverhalten. Es wird aus Neugier gestöbert und weniger gezielt navigiert. Ein Tier durchstreift sein Revier und schnüffelt, spielt und untersucht mögliche neue Futterquellen. Wenn daraus eine neue Erschließung einer Futterquelle wird, ergibt sich ein ökologischer oder sogar evolutionärer Vorteil. Mit Ökologie ist hier der naturwissenschaftliche Begriff aus der Biowissenschaft gemeint. Dort geht es um unter anderem Konkurrenz in der Erschließung von Territorien. Sogenannte Nischen, werden eher beiläufig durch das Appetenzverhalten entdeckt und entwickelt. In der Ökologie geht es um Stoffflüsse, Informationen und Enegieflüsse. Analog dazu ist es im Kommerz nicht anders: Warenflüsse, Informationen und Geldflüsse.

    Im Web sucht jeder seine Futterquellen: Der User nach Infos, Neuigkeiten und individuellen Vorteilen. Die Anbieter sind da im Bild der Ökologie eine Trophiestufe höher. Daran ändert auch WEB x.0 nichts. In dem Fall gibt es zwei User. Die gezielt von A nach B wollen wie z.B. die Elephantenherde, die z.B. zur Badestelle gelangen will oder eine Tierart, die “nur spielt” und zick-zack durchs Revier läuft. Für die User vom Typus Elefantenherde ist eine geführte und reduzierte Navigation von Vorteil, wenn man sich nicht ablenken lassen will.
    Der verspielte User, der neue Futterquellen auffindet, mit ihnen spielt und sie seinen Artgenossen vorstellt, wird die vorgestellte Navigation nicht viel nützen. Warum? Weil diese Steuerung eine Freiheit suggeriert, aber dahinter eine Steuerung oder Leitsystem steckt, wie ein ausgetrampelter Pfad: Mal zur Wasserstelle, dann mal zum Schlafplatz usw.

    Auf diesen Blog verirren sich sicher keine Elephanten, sondern eher die Gruppe, die neue Futterquellen sucht oder analysiert. Die vorgestellte Seite ist daher eher ein Ergebnis des Appetenzverhaltens und sollte man daher auch so honorieren. Ich bin auf jeden Fall immer dankbar für Anregungen und Fundstücke im Web, wie eben dieses.

    Die Frage ist, ob mit der vorgestellten Seite auch eine vergleichbare neue Seite gefunden werden würde? Eignet sich so eine “leere Seite” mit raffinierter Navigation auch sein Appetenzverhalten auszutoben, zu Spielen oder zu Schnüffeln?

    Vielleicht wäre es sinnvoll wie in der Bionik aus der Biologie und Ökologie oder anderen Naturwissenschaften Modelle und Strategien für künftige Web-Entwicklungen abzuleiten. So ganz so weit kann die Biologie von der Web-Welt nicht entfernt sein, weil selbst das Revierverhalten in der Bloggingwelt wiederzufinden ist.

  15. Basic Thinking Blog | Verweildauer auf SNs

    [...] ja, nur Einfach ist keine Lösung, das wäre ein Trugschluss, dass man Webservices immer nur einfach und schlank halten soll. [...]

  16. werbetroll

    @futterquellen und so:
    mehr als satt werden geht nicht. wenn ich mir die blogroll hier beispielsweise so ansehe, weiß ich, dass es nahrung im überfluss gibt. leider muss ich neben blog lesen auch ab und an was arbeiten und bin dankbar, dass ihr von werbeblogger mir selektion und aufbereitung abnehmt. und deswegen komm ich auch her. um kurzweilige gedanken und den neuesten mediatalk mit möglichst wenig aufwand abzugreifen. in mundgerechten häppchen.
    man kann und muss auch nicht immer alles (werbeuni, werbegoogle, werbefacebook usw.) leisten. aber vielleicht nutz ich das medium auch nur so (zwei, dreimal täglich vorbeigucken, obs was neues gibt) und andere nutzen es völlig anders.

    und eins noch zur biologie und zur web welt: es sind immer menschen die irgendwas machen. wer den menschen versteht, versteht auch das web besser.

  17. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Interessante Überlegungen…
    @werbetroll:
    Der “Aufwand” -wie du schreibst- ist denk ich ein wesentlicher Schlüssel. Nicht umsonst folgt die Aufmerksamkeitsökonomie im Web auch diesem Verhalten. Aus meiner Sicht gilt das vor allem für die Mainstream-Themen. Also: Je “mainstreamiger” das Medium, desto wichtiger sind sie Teaser und Aufmacher. Hier bei uns im Werbeblogger gibt es aber auch sehr “spitze” Themen- und Nischenbeiträge, manchmal in kurzen, sachlicheren Abstracts, manchmal glossen- oder kolumnenartig. Hinzu kommen gelegentlich ausführliche Gedanken und Ausführungen, die man eher als “Essays” bezeichnen könnte und sich nicht in 60 Sekunden oder weniger erfassen lassen.
    Wie Patrick schon schrieb:
    “Nicht zeigen was man hat, sondern zeigen was der “gegenüber” gerade braucht!”
    Das impliziert dann eher eine ausgefeilte Suchfunktion und individuelle Gestaltbarkeit von Content-Modulen.
    Wichtiger Leseranteil beim Werbeblogger sind aber auch die “Stöberer” wie es Ralf beschreibt. Sie lassen sich durch die Links, verwandten Artikel etc. ein wenig “treiben” und kommen so auf Themen, die sie interessieren und vielleicht gar nicht gesucht hatten ;-)
    Also muß gleichermaßen gezieltes Informationsbedürfnis als auch das “Stöbern” ermöglicht werden. Dieses “Stöbern” über viele Websites wird eben z.B. von Stumble Upon gut gelöst. Was wäre, wenn auch jedes Blog einen “Stumble”-Button hätte, bzw. jeder Leser -wenn er will- seine Interessen eingäbe und sich danach der Aufbau der ganzen Blog-Seite richtet…Utopie?

  18. werbetroll

    ich weiß nicht, ob man immer alles anbieten muss. werbeblogger wird von starken persönlichkeiten geführt, die sich auch in jedem einzelnen essay/kommtar wiederfinden. und werbeblogger ist meist schneller als die anderen. aber werbeblogger kann nicht alles anbieten, was ich den tag über an news und input brauche. und nicht alles was werbeblogger anbietet kann ich brauchen. also muss ich meine favoriten halt jeden tag ansteuern. und diese portale/blogs/seiten sind filter, denen ich vertraue. und ‘stumble upon’ funktioniert für mich genauso wenig wie andere bookmarkseiten, weil ich die kreatoren nicht kenne und respektiere. und am schnuffel knuffel gedöns der mehrheit hab ich kein interesse. oder ernsthafter: auch amazon schafft es nicht meine bedürfnisse zu erkennen. sobald ich ein geschenk für meine mutter ordere unterstellt mir das system einen wahnsinnig schlechten musikgeschmack. eigene gedanken kann kein system ersetzen.

  19. Patrick Breitenbach

    @Werbetroll: Nur weil die Filter derzeit mangelhaft sind, heisst das aber doch nicht gleichzeitig, dass du sie nicht gerne nutzen würdest. So wie ich es herauslese, wärest du dankbar für eine Seite, die dir am Morgen genau das anzeigt, was du eben jeden Morgen an Infos brauchst. Du wärest dankbar für ein Amazon, welches nicht nur deinen Musikgeschmack sondern auch den deiner Mutter abbildet. Eigene Gedanken kann kein System ersetzen? Dann warte mal ab bis alle “Gedanken” eingespeist und ordentlich miteinander vernetzt sind. Das wird nicht morgen geschehen, aber Fakt ist doch, dass wir (als jetzige User) uns irgendwie danach sehnen. Und wer kennt heute schon seinen fremden Gegenüber so gut ohne Facebook/StudiVZ/Xing und Gedöns?

    Stumble hat übrigens nichts mehr mit dem Vertrauen auf einzelne zu tun, sondern auf das Vertrauen der Teilnehmer. Solange sie Websites mit Interessensgebieten verknüpfen, brauch ich das Vertrauen nicht mehr, denn vertrauen muss ich letztendlich dem Contentlieferant und nicht dem Empfehler.

  20. werbetroll

    dem widersprech ich. mein individueller websitenmix gibt mir zumindest das gefühl von intersubjektiver informiertheit. ich suche bewusst unterschiedliche blickwinkel und amüsier mich manchmal auch über die kruden theorien, die einige blogger so aufstellen. und nein, ich wäre nicht dankbar über eine website die mich besser kennt als ich mich. ich freu mich jeden tag, wenn amazon mir eine phil collins platte vorschlägt. weil ich dann kurz das gefühl habe mehr zu sein als ein konsument und schlauer zu sein als das system. und ich führe ein recht beschauliches digitales dasein würd ich mal sagen, xing ist praktischer als visitenkarten sammeln, die spitzelnetzwerke können mir gestohlen bleiben. und nur weil alle das so schön bequem finden und dafür bereitwillig alles persönliche von sich preisgeben muss ich da noch lange nicht mitmachen.
    ich behalte mir das recht auf eigene gedanken vor, da kann man mir noch so viele fotos androhen.

  21. meingottistdeingottistkeingott

    Die wahre Klarheit kommt von innen.

    Ein konfuser User wird auch das beste Interface noch blöd anstarren.

    Ein klarer User wird einen Weg durch das seltsamste Klick-Wirr-Warr finden.

    “Unendlich viel Information” und “unendlich einfache Bedienung” sind nunmal natürliche Feinde – man kann versuchen diesen beiden Tieren brauchbare Gehege zu bauen, aber meistens zerfleischen sie sich gegenseitig wenn man sie in einen Käfig sperrt.

    Symbaloo erinnert mich stark an die Tastatur am Eingangstresen im Krankenhaus von “Idiocracy” [http://youtube.com/watch?v=Z33gpRWWXPA].

    Social Networks sind wie MTV auf Crack zum anklicken – ein WEB 2.0 hat es nie gegeben (ja, wo ist es denn, zeige es mir einer) – wir haben es immernoch mit dem “einfachen” und “unendlich komplexen” INTERNET zu tun. TCP/IP-Protokoll und so. Was man daraus macht ist Sache des Users. Um es mit dem berühmten Tron-Sample zu schliessen: “Die Entscheidung liegt bei uns – den Usern.”

  22. Firmen träumen von einfacheren Webanwendungen

    [...] Simplizität im Web x.0 [...]

  23. @kaipiranha

    Simplexity vs. Anwendungs-Overkill: Die Gretchenfrage Web 2.0 tinyurl.com/2n79zs

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