00:54 Uhr
Anfang von authentischer Kommunikation? Finde den Kern
Frage von Torsten aus den Kommentaren:
Wir als Unternehmen wollen ja niemandem auf die Nerven gehen uns aber dennoch am Dialog beteiligen und auch gerne neue Produkte, die uns begeistern, vorstellen. Dies hat dann wohl unweigerlich auch einen werblichen Charakter. Ist das Geheimnis dann die Authentizität und dass ich dann eben auch nur Produkte vorstelle von denen ich 100% überzeugt bin?
Das Geheimnis der Authentizität? Nun, man könnte es mal so probieren: Finde den Ursprung; bzw. ganz egal, wie man es nennt. Alle Begriffe haben sowieso eines gemeinsam, sie sind der Ausgangspunkt jeder kommunikativen Maßnahme im Zusammenhang mit einer Marke, eines Produktes oder Unternehmens. Jede Kommunikationsmaßnahme ohne vorherige Definition des Markenkerns ist eigentlich verschwendete Kommunikation, weil sie gar nicht authentisch wirken kann. Beispiel?
Der Marken-Code für Tempo lautet: Begleiter.
Gute Werber (wie diejenigen, die den Spot für Tempo produziert haben) lernen als Allererstes den Markenkern zu entschlüsseln. Es geht nicht mehr darum, die Zielgruppe besser kennenzulernen, ihr Verhalten zu studieren oder ihnen personalisierte Werbung aufzudrücken. Es geht in allererste Linie darum, sich zunächst selbst als Marke zu finden. Erst wenn man den Kern erfolgreich freigelegt hat, kann authentische Kommunikation überhaupt erst möglich sein. Und auch erst dann entscheidet sich die Wahl des geeigneten Mediums bzw. Medienkanals (Das Internet muss als Medium noch stärker unterteilt werden)
Selbstfindungsprozess => Definition Markenkern => authentisch geprägte Kommunikation => Zielgruppe => Medium
Klingt einfach, ist es aber nicht. Es gibt nämlich noch den “Störfaktor” Unternehmen. Sobald sich die Mitarbeiter, die Geschäftsführung nicht an den entschlüsselten oder definierten Code halten, ist die Authentizität umgehend wieder dahin. Tempo muss demnach z.B. als Begleiter durch die gesamte Firmenstruktur hindurch agieren. Der Service, die Innenkommunikation etc, also das gesamte CI muss den Kern Begleiter enthalten, damit die gesamte Marke stimmig und authentisch wahrgenommen werden kann.
Negativbeispiel: Volvo. Hier will man umgekehrt per Kommunikation den Markenkern drastisch verändern. Von Sicherheit will man nun auf Männlichkeit schwenken. Doch Sicherheit schimmert weiterhin durch, bzw. Volvo möchte sich nicht komnplett vom alten Kern Sicherheit lösen. Daher wirkt die Kommunikation unstimmig, also nicht authentisch.
22 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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Am 21. Januar 2008 um 01:13 Uhr
…zumal Männlichkeit, ja genau das Gegenteil von Sicherheit ist! Ich sehs ja auf unseren Autobahnen ^^
Aber nun zurück zum Thema, das Unternehmen/Marke muss schon wissen wofür es steht, dann ist die Zielgruppe auch relativ klar. Es braucht unbedingt eine Identität um sich von den anderen zu unterscheiden. Verfolgt man dann diese CI oder jednefalls “das” wofür man steht, über Jahre, womöglich weltweit, bildet sich bei den Konsumenten ein tief geprägtes Bild von der Marke, dass schwer zu korrigieren ist. Um diesen Prozess zu stärken ist eine offene und vor allem ehrliche Kommunikation mit dem Kunden notwendig.
Am 21. Januar 2008 um 01:36 Uhr
sicherheit ist schon lange nicht mehr volvos markenkern. sie haben den anderen dort nichts voraus. volvo möchte aber auch keine “männliche” marke werden. ganz im gegenteil. volvo sieht sich als “wir” marke. als eine art kumpel, ein bisschen wie die landsleute von ikea. leider können sie das noch nicht so kommunizieren. momentan haben sie denn unterirdischen kampagnenclaim/satz “gemeinsam mehr bewegen”.
Am 21. Januar 2008 um 01:38 Uhr
ach, du meinst wegen dem logo? :-) da bist du auf dem holzweg. das ist nur zufällig das männlichkeitssymbol…
Am 21. Januar 2008 um 03:00 Uhr
@cedric…zufällig! nicht wirklich!
Am 21. Januar 2008 um 07:40 Uhr
Dann dürfte ich mich nicht mehr weiterentwickeln? Das glaube ich nicht! Es geht doch darum, dass man sich – wie früher auch – überlegt, wo will ich mit der Marke hin. Und dann macht man es in der gesamten Kommunikation so, wie gute Marken-PR es schon heute macht: Ich kommuniziere relevante Geschichten (kein Blabla) zur Marke. Aber nur noch diejenigen, die auf die gewünschte Entwicklung einzahlen. (Nicht erwähnen muss ich hier, dass eine Identität im Produkt angelegt sein muss.) So kann Volvo auch Männlichkeit kommunizieren, indem sie erklären, was die Marke männlich macht.
Zustimmen kann ich Dir allenfalls, wenn Du mit dem Markenkern sehr grundlegende Werte meinst. Dann würden sich Männlichkeit und Sicherheit aber nicht ausschließen.
Am 21. Januar 2008 um 09:14 Uhr
@Christian: Klar, darf sich eine Marke weiterentwickeln. Wenn sich jedoch ein Mensch schlagartig ändert, werden seine Mitmenschen bemerken: Was ist denn mit dir passiert, bist du jetzt in einer Sekte?
Will damit sagen, Entwicklung ja, aber sehr sehr feinfühlig und langsam. Ähnlich wie man es von der Logogestaltung her kennt.
Zur Männlichkeit: Frauen sehen “Sicherheit” als etwas sehr männliches und attraktives. Männer hingegen (sind sie kein Familienoberhaupt) achten weniger auf Sicherheit und betrachten das eher als “weich”, also das berühmte “Weichei”, oder eben als etwas nicht typisch männliches. Also muss man das immer von beiden Seiten aus betrachten. Vgl. dazu John Gray: amazon.de/M%C3%A4nne... Übrigens stammen meine Behauptungen aus den Ansätzen der Gehirnforschung, des Neuromarketings und einigen evolutionstheoretischen Ansätzen. Ob das schlussendlich die reine Wahrheit ist? Keine AHnung, ich finde es jedenfalls sehr schlüssig.
@Cedric: Ich glaube kaum, dass das Männlichkeitssymbol reiner Zufall ist. :-)
Am 21. Januar 2008 um 17:24 Uhr
Der Spot von Tempo ist ja ganz schön gruselig. Die Macher dieses Spots als “gute Werber” zu bezeichnen ist schlicht und ergreifend falsch und dumm. Der Spot ist ein Paradebeispiel für schlechte Werbung.
Am 21. Januar 2008 um 17:32 Uhr
@Georg: Begründung bitte.
Am 21. Januar 2008 um 17:42 Uhr
@Georg: Ich bitte ebenfalls um einen Begründung.
Am 21. Januar 2008 um 17:43 Uhr
Da gibt’s nichts zu begründen.
Der Spot ist kitschig, plump und völlig realitätsfern.
Selbst die Macher schämen sich für diesen Spot. Sie wollen auf keinen Fall, dass ihre Namen damit in Verbindung kommen.
Kein Junior-Texter würde diesen Spot in sein Portfolio stecken.
Am 21. Januar 2008 um 18:04 Uhr
Achsooo, du bist auch nur einer dieser “Werbung ist gut, wenn sie auch genagelt wird”-Vetrteter. Dann kannst du dir die Begründung hier tatsächlich sparen.
Am 21. Januar 2008 um 18:31 Uhr
Sorry! Aber was soll denn das hier für ein Forum sein? Ein “Tempo”-Spot wird als gutes Beispiel gefeiert?
Ist das hier ein Ableger eines Satire-Magazins?
Dieser “Tempo”-Spot ist ein Grund mehr, warum Leute beim Fernsehen wegzappen – und es stimmt mich nachdenklich, dass Breitenbach so was gut findet.
Am 21. Januar 2008 um 18:52 Uhr
@Cedric: Ich glaube man muss da unterscheiden was Volvo und Agentur gerne als Markenkern hätten und was es die Leute eben “im Kopf haben” wenn sie an Volvo denken. Und da glaube ich schon, dass das Thema Sicherheit bei ganz ganz vielen noch eine rolle spielt. Das hat die Marke früher toll “gespielt” und das kriegt man nicht so einfach mit ein bißchen Werbung aus den Köpfen. Ich sehe es ja bei mir: Für mich ist Volvo auch immer noch das sichere Auto. Allerdings auch nicht mehr so klar und deutlich wie früher. Das mag daran liegen, dass andere (z.B. Renault) das Thema jetzt auch besetzen und / oder das der Sicherheitsvorsprung tatsächlich nicht mehr so groß ist.
Aber bis zu einer “Wir” Marke (was auch immer das heißt, und wenn dann sehe ich das eher als Positionierungsraum für Kultautos wie den Käfer und den Mini) ist es für Volvo noch ein langer Weg.
@Patrick:
Ich glaube schon, dass Sicherheit und Männlichkeit ganz gut zusammenpassen. Auch für Männer. Und zwar genau dann, wenn es darum geht etwas zu beschützen bzw. sich als Beschützer zu präsentieren. Gerade heute wo das starke Geschlecht ja oft völlig verwirrt ist, wie sich sich nun zu verhalten haben, ist das doch eine schöne Gelegenheit den (ehemaligen) Markenkern “Sicherheit” neu zu interpretieren ;-)
Am 21. Januar 2008 um 19:01 Uhr
Zu Georg: Hosen runter, Mappe raus. Dann reden wir weiter.
Zu Volvo:
Das Symbol von Volvo ist das Zeichen für die (schwedische) Eisenindustrie. Zudem ist es schon sehr alt: autosieger.de/print....
Volvo möchte keineswegs männlich sein. Die Marke strebt an, neben dem dem Sicherheitsimage (“Schwedenpanzer”) auch für Design und Progressivität zu stehen. Das Problem von Volvo ist bloß leider, dass sie da hinwollen, wo Audi, BMW und Benz zum Teil stehen und in diesem Land wenig zu holen haben. Während die drei Großen immer gegeneinander getestet werden (AMS, AutoBild) muß Volvo sich gegen Opel und Ford behaupten (was preislogisch Schwachsinn ist).
Volvo schwenkt aber immer wieder zurück, da jetzt Renault ihnen das Kernimage “Sicherheit” auch noch streitig macht.
So denke ich mir das. Und ich liege wohl richtiger ;-)
Am 21. Januar 2008 um 21:57 Uhr
@Tim Keil: Ich sagte ja nicht, dass Sicherheit nicht männlich ist. Nur eben für ein Teil der Männer nicht. Denn wenn es niemanden zu beschützen gibt (Familie, Frau etc.), ist Sicherheit m.E. für Männer eher zweitrangig. Aber deine Interpretation gefällt mir. Man müsste demnach die Balance zwischen Wagemut und Sicherheit herstellen. Hochseilakt mit Netz sozusagen.
@Tim°: Es handelt sich tatsächlich um das alte Symbol für Eisen, was wiederum aus dem Symbol für Mars entstand, was wiederum Bezug zur Männlichkeit hat. So oder so, es bedeutet gleichzeitig immer auch Männlichkeit, jedenfalls ist die Assoziation vorhanden.
Ob Volvo nun männlicher sein will oder nicht, weiß letztendlich (hoffentlich) nur Volvo selbst. War von mir auch nur eine reine Vermutung bzw. die Deutung ihrer derzeitigen Kommunikation (schnittige rote Sportflitzer auf der Website, Das Männlichkeitslogo usw.)
Übrigens stütze ich die These (weg vom Sicherheitsimage) mit dieser meldung aus 04/07: werbeblogger.de/2007...
Dort heisst es u.a. vom Konzern selbst: “So how does Volvo sex up its safety positioning? Mr. Merrihew predicts it will tie its younger-skewing models, such as the C30, to fun-to-drive performance and associate its pricier products with luxury.”
@Georg: Blog, es nennt sich Blog. Aber ich gebe dir noch einmal die Chance des Verstehens. Es gibt “gute” Spots und “gute” Spots. “Gut” bedeutet bei vielen Leuten (gerade bei so Werbern wie dir) dass sie besonders kreativ sind, künstlerisch, ausgefallen, witzig, unterhaltsam, spritzig, stylisch, naja eben total geil.
Tja und dann gibt es noch diese doofen Berater, die doch tatsächlich meinen, der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Also dass ein Spot die Emotion und Sprache der Zielgruppe ansprechen soll und sich dadurch erst die Beziehung zwischen Marke und Konsument bildet. Ganz befreit von Eitelkeit und Diventum, immer die Marke im Fokus und nicht den kurzen Erfolg eines überarbeiteten, unterbezahlten Kreativen, der einmal im Jahr in Cannes den Schampus spritzen lässt.
Natürlich ist der Tempo-Spot kitschig. Das muss er auch sein, wenn er die Mütter (und nicht dich als superkreativen Texter) ansprechen soll. Begreift doch endlich mal für wen und was wir eigentlich Werbung machen.
Am 22. Januar 2008 um 00:14 Uhr
In vielen Märkten kann Volvo mit einer Konzentration rein auf den “Sicherheitsgedanken” wohl nicht mehr ausreichend punkten. Wird dieses Thema nicht adäquat modernisiert (was z.B. in den USA übrigens schon seit einiger Zeit mäßig gelungen versucht wird), verbindet der Verbraucher etwa hierzulande mit der Marke irgendwann wohl tatsächlich sehr leicht eine gewisse “Altbackenheit”.
Das Bestreben nach einer solchen Modernisierung heisst aber noch lange nicht, dass der Markenkern mutwillig aufgegeben werden würde. Noch im aktuellen Handbuch zur Philosophie der Marke heisst es jedenfalls an prominenter Stelle: “Every employee knows what the Volvo brand stands for. (…) The guiding principle behind everything we make at Volvo (…) is – and must remain – safety.”
… ob man die Modernisierung aber besonders clever betreibt… das ist eine andere Frage.
und @ Georg: Ob der Tempo-Spot gelungen ist, solltest du vielleicht besser diejenigen fragen, für die er gemacht wurde. Seine Zielgruppe. Nicht seine Macher.
Am 22. Januar 2008 um 09:06 Uhr
Nochmal kurz zum Tempo-Spot: In meinen Augen ein ganz banaler Werbespot, bei dem mir allerdings eine Sache aufgefallen ist, über die ich nicht zum ersten Mal stolpere: Ist das eigentlich mittlerweile Usus, dass Mütter ihre Kinder alleine zur Einschulung schicken? Die Sitznachbarin der Kleinen musste ja ganz offensichtlich ebenso alleine los (und dasss auch noch ohne Tempo!). Genau wie “Anna” aus dem Kinderschokoladenspot.
Am 22. Januar 2008 um 09:25 Uhr
@ramses101: Ich denke man konzentriert sich bewusst voll und ganz auf die Mütter (Alleinerziehend stark inbegriffen).
Natürlich ist der Spot banal und kein künstlerisches Meisterwerk, aber er funktioniert m.E., im Gegensatz zu manchen Kreativhochleistungen, die aber eben nicht das erreichen, was sie vielleicht erreichen sollen, sondern “nur” einen Award bekommen.
Am 22. Januar 2008 um 09:44 Uhr
Weiß ich nicht. Dass Knopfdruck-Werbung funktioniert, mag ja sein. Aber m. E. wird der Knopf hier falsch gedrückt, denn auch eine Alleinerziehende wird es sich nicht nehmen lassen, ihr Kind bei seinem bis dato wichtigsten Termin nicht allein zu lassen. Das ist mir alles ein bisschen zu viel Brainstorming (come on, an welchem emotional touchpoint können wir den consumer am besten abholen?) und ein bisschen zu wenig wirkliches Leben.
Am 22. Januar 2008 um 10:10 Uhr
@ramses101: Jetzt verstehe ich etwas nicht. Wieso alleine lassen? Die Mutter begleitet ihr Kind doch bis zur Klassenzimmertür.
Am 22. Januar 2008 um 10:18 Uhr
War das früher nicht anders? Schon ein bisschen her bei mir, aber ich meine mich an Vollzeitbegleitung zu erinnern. Kann natürlich sein, dass das mittlerweile anders ist. Dann will ich nix gesagt haben. Aber die Alte aus “Kinderschokolade” lädt ihre Tochter definitiv vor dder Schule ab ;-)
Am 22. Januar 2008 um 10:42 Uhr
Also ich bin ’82 auch so “abgeladen” worden! :-)