13:08 Uhr
Digitale Identitäten
Im November 2007 ging ein neuer WEB 2.0 Dienst mit dem Namen “Yasni.de” an den Beta-Start. Ziel der Übung: Aggregation von Personendaten aus Suchmaschinen und anderen Quellen, um daraus eine zentrale Anlaufstelle für Personenrecherche und eigenes Reputationstuning zu ermöglichen. Nun sind aggregierte personenbezogene Daten ja bekannterweise ein heißes Eisen, nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, wo das “Original” spock.com die Gemüter erregt. Markus Beckedahl erklärt in einem Interview, warum er von solchen Diensten wenig hält.
Wenn viele Informationen über eine Person in einer Quelle gebündelt sind, wie bei Spock, dann ist es für Identitätsdiebe reizvoll und einfach, diese Identität zu übernehmen. Jemand, der meine Hobbys und meinen Geburtstag kennt, kann zum Beispiel unter meinem Namen Stellen anrufen und an weitere Informationen über mich kommen.
Wenn ein Blogger zum Beispiel schreibt, er sei gerade im Urlaub und vorher hat er schon seine Wohngegend beschrieben, kann jeder Leser kombinieren, wo eine Wohnung zum Einbrechen frei ist…
Ich kann mich seiner Argumentation nur anschließen. Auch wenn die persönlichen Informationen verteilt im Netz herumfliegen, so stellt doch eine Aggregation dieser Daten im Zusammenhang mit der sicher anstehender Vermarktung der Seite (in welcher Form auch immer) eine ganz andere Qualität der Informationsverdichtung und -verwertung dar, nicht unbedingt zur Freude der aktiven Web-2.0 User.
18 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 9. Januar 2008 um 13:25 Uhr
Ich wusste gar nichts von dieser Daten-Aggregationsmaschinerie. Unter meinem (anscheinend häufig auftretenden) Namen habe ich zum Glück noch ganz andere Leute gefunden. Glücklich bin ich aber nicht, dass man es damit Kriminellen, Stalkern und anderen unangenehmen Zeitgenossen noch einfacher macht, was über mich herauszufinden. Bei aller Mühe ist man inzwischen sowieso schon nahezu nicht mehr in der Lage zu kontrollieren, was man über mich nach ein paar Minuten Online-Recherche erfährt… :-(
Ist das überhaupt legal ohne meine Zustimmung? Ich stelle ja meine Daten laut AGB nur Amazon, ebay, Xing etc. zur Verfügung und nicht einem solchen Dritten…
Am 9. Januar 2008 um 14:45 Uhr
Versteh ich nicht. Was soll denn daran anders sein als an google?
Am 9. Januar 2008 um 14:56 Uhr
Anders? Der Grad an Vernetzung von noch viel mehr Informationen nimmt zu und damit die Qualität des Profils – auch deutlich über die eines Googles.
Übrigens Stichwort google und zum Thema:
Google Joins DataPortability.org (particls.com/blog/20...)
da wird das austauschen und aggregieren von Profildaten auch ohne kleine Crawler-Buden dann noch mal auf nen neues Level gehoben – aber vllt. auch besser kontorllierbar
Am 9. Januar 2008 um 15:14 Uhr
Aber so wie ich das verstanden habe, müsste man das Profil ja selbst erst erstellen. Gut, albern ist natürlich, dass jeder, der Bock drauf hat, mein Profil erstellen kann.
Aber nur weil der Grad der vernetzung von mir aus höher ist, sehe ich keine grundlegende Neuerung. Was ich von mir im Netz auf einer Seite speichere, kann auch gefunden werden. So einfach ist das nunmal. Da helfen auch keine amazon-AGBs, die mir versprechen, die Daten nicht weiterzuleiten.
Am 9. Januar 2008 um 15:20 Uhr
Eine Neuerung für uns Webworker ist es sicher nicht. Alles ist auffindbar. Die Frage bleibt allerdings dann auch: Wofür dieser Dienst?! Aber der Markt regelt das sicher von ganz alleine…
Am 9. Januar 2008 um 16:36 Uhr
Ich bin kein Webworker. Ich bin Laie, der aber ein bisschen schnacken kann. Trotzdem (oder gerade deshalb?) findet man unter meinem Klarnamen über google (und auch über dieses komische Profilding) nur beruflich Relevantes (abgesehen von einem frühen Eintrag auf dem Friends-Ding), weil ich alles andere (motzen, meckern, lästern, outen, etc.) eben unter Pseudonym erledige.
ramses101 ist quasi eine reine Netzpersönlichkeit. Rückschlüsse auf meinen Klarnamen gibt es also höchstens über IP-Adressen. Und auch da kann man schummeln. Muss halt jeder selber wissen, ob er sich unter seinem tatsächlichen Namen bei amazon und Co anmeldet.
Am 9. Januar 2008 um 16:43 Uhr
@ramses:
Die gesunde Vorsicht, die du dir empfiehlst, ist allerdings bei vielen anderen bei weitem noch nicht so ausgeprägt bzw. sensibilisiert. Ich bin für ein Schulfach dieser Art. Nennt es “Medienkompetenz” oder wie auch immer…
Am 9. Januar 2008 um 20:23 Uhr
solange nix über mich drinsteht ist alle gut (ich ego) ;)
Am 9. Januar 2008 um 20:45 Uhr
Dieses Konzept der Bündelung von privaten Informationen aus den weiten des Internets klingt auch für mich sehr gefährlich. Ich bin einer der Menschen die es absolut nicht ausstehen “googlebar” zu sein und nun scheint das schon fast die geringste Sorgen. Meiner Meinung nach sollten auch im Internet Informationen über Menschen nie gebündelt Angeboten werden und ich hoffe, dass sich solche Dienste aufgrund einer guten Rechslage nicht durchsetzen. Ansonsten könnte es in Zukunft sehr gefährlich werden sich in der eigentlich wundervollen web2Null Welt zu angagieren.
Am 9. Januar 2008 um 22:43 Uhr
hallo zusammen, ich verstehe diese diskussion nicht so ganz, denn so wie das sehe benutzt jeder der hier diskutierenden mindestens einen dienst wie bspw. facebook, myspace, xing, linkedin, … oder er bloggt oder oder oder. hierbei stellt jeder mehr oder weniger, mal anonym und mal unter seinem klarnamen inhalte ein. dabei werden nicht nur die AGB´s der dienste sondern auch die “natur des internets” akzeptiert. bei diesem sollte mittlerweile jedem klar und v.a. bewusst sein, dass inhalte a) von bspw. suchmaschinen indiziert und auffindbar gemacht werden und b) nahezu jeder diese inhalte lesen und unter gewissen umständen auch weiterverwenden kann. bis dahin, so habe ich die diskussion oben verstanden akzeptiert das noch jeder bzgl. seiner “privatspähre”, wenn facebook&Co jetzt nicht anfangen die daten zu verkaufen. was jetzt vielleicht eine neue erkenntnis ist und meiner meinung nach zu einem umdenken im umgang und der nutzung mit dem internet und den o.g. diensten erfordert, ist lediglich dass man sich stärker bewusst machen muss wie diese daten und spuren die ich hinterlasse von dritten interpretiert werden könnten und ob ich da wirklich auch hinter stehe wenn ich das ggf. ein jahr später nochmals lesen müsste. für mich ist das alles, soweit datenschutz und privatsphäre eingehalten werden ein prozess und lernvorgang den wir alle gerade mit dem immer noch neuen medium internet durchmachen. wie beim videorekorder hilft hier ggf. auch manchmal die gebrauchsanweisung zu lesen.
Am 9. Januar 2008 um 22:47 Uhr
Diese Dienste sind doch gar nicht das Problem. Was sind die denn wirklich? Etwas vereinfacht ausgedrueckt ein paar Skripte die mehrere Suchmaschinen und Portale gleichzeitig abfragen.
So ziemlich jeder halbwegs begabte Programmierer wird zumindest ein Grundgeruest fuer so etwas wahrscheinlich in halben Stunde zusammenbasteln koennen. Tja, und das koennen die boesen Jungs auch. Auch und gerade Identitaetsdiebe.
Die brauchen solche Dienste nicht, diese Dienste machen es nur fuer den der keine Ahnung von so etwas hat etwas einfacher. So kann Erika Mustermann etwas einfacher ein paar Informationen ueber Joe Bloggs den sie im Urlaub kennengelernt hat herausfinden. Ein Bruchteil von dem was die Identitaetsdiebe schon lange aus anderen Quellen wissen.
Die Aufregung geht in die falsche Richtung.
Das Problem sind viel mehr die Sicherheits- und Identifikationsmechanismen die z.B die Banken benutzen. Die sind einfach der Zeit nicht mehr angemessen und muessten mal ueberdacht und geaendert/verbessert werden. So etwas kostet natuerlich Geld und Aufwand. Da lenkt etwas Geschrei ueber solche Suchaggregatoren wundervon davon ab was wirklich passieren muesste.
Am 10. Januar 2008 um 00:07 Uhr
@Armin: Jedem Thema seinen Beitrag ;-)
Allerdings stimme ich dir auch zu. Es gibt natürlich noch einen Haufen von Themen rund um den Datenschutz, die sicher größere Aufreger sind als der o.a. Dienst.
Worauf es mir immer wieder ankommt ist das, was Mario oben so nett zusammengefasst hat:
“…ein prozess und lernvorgang den wir alle gerade mit dem immer noch neuen medium internet durchmachen. wie beim videorekorder hilft hier ggf. auch manchmal die gebrauchsanweisung zu lesen.”
Am 10. Januar 2008 um 12:08 Uhr
“Jedem Thema seinen Beitrag”
Soll ich das so verstehen dass da noch was kommt? ;-)
Am 10. Januar 2008 um 21:46 Uhr
Meiner Meinung kann man yasni da keinen Vorwurf machen, sie tragen die Informationen ja nur zusammen. Da liegt die Verantwortung schon bei jedem selbst, dafür zu sorgen, dass nur das gefunden wird was man auch will. Wer sich auf jeder Plattform rumtreibt und überall seinen Realnamen hinterlässt braucht sich da über gar nichts wundern.
kleine Geschichte dazu:
Vorstellungsgespräch, letzte Frage an Bewerber: “Ach ja Herr XX, was halten Sie eigentlich von Ficken für den Weltfrieden?”
Der Betreffende war bei StudiVZ zu finden und in einer Gruppe namens “Ficken für ..”.
Am 12. Januar 2008 um 13:19 Uhr
ich bin schon lange für ein digitales, nicht reales Abbild eines Jeden. Mit einer solchen Art virtueller Stellvertreter spiele ich schon lange rum.
Second Life kommt dem schon recht nahe, auch wenn dort wiederum eher der Avatar im Vordergrund steht. Jedenfalls wird uns dieses heikle Thema noch lange beschäftigen und vermutlich nur durch Wissen und Aufklärung zu lösen sein.
Am 12. Januar 2008 um 19:14 Uhr
Hallo Zusammen, um meine Darstellung von oben nochmals aufzugreifen und fortzuführen. Ich denke Suchmaschinen im allgemeinen und spezialisierte Suchdienste sind lediglich ein erster kleiner Schritt um seine Reputation zu managen. Mit der Suche und dem Finden an sich schaffe ich noch keine Verbesserung meines Rufes. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Bestandsaufnahme des IST-Zustandes über mich und wenn es denn sein soll auch über andere. Viel wichtiger sind die Schlüsse und Aktionen die dieser dann Folgen und hier beginnt dann Reputationsmanagement. Diese Aufgabe wird zukünftig wesentlich bedeutsamer für jeden von uns werden, denn mit jedem Tag wächst unsere Webhistorie. Wir bei myON-ID haben deshalb den Fokus auf das managen der eigenen Reputation gelegt. Die Suche und Analyse der Einträg ist für uns lediglich der erste Schritt und Mittel zum Zweck.
Am 20. Januar 2008 um 09:12 Uhr
… XING hat’s auch für sich entdeckt:
—Zitat—
ZoomInfo Suchergebnisse – Englische BETA-Version
XING-Mitglieder, die die Spracheinstellung Englisch gewählt haben, bekommen ab sofort bei der Suche nach Personen zusätzlich zu den XING-Ergebnissen passende ZoomInfo-Ergebnisse angezeigt.
—/Zitat—
http://zoominfo.com/
Am 21. Februar 2008 um 18:46 Uhr
[...] Werbeblogger [...]