09.01.08
15:16 Uhr

Branding für Leitungswasser

Viele Gebiete in der Welt wären froh, wenn es überhaupt ausreichend Quellen für trinkbares Wasser gäbe, geschweige denn fließendes Wasser aus der Leitung. Westliche Gesellschaften haben da ganz andere Probleme. Innerhalb einer US-Kampagne zur Reduzierung von Hausmüll wird seit einiger Zeit sehr wirksam für das flaschenlose Leitungswasser geworben.

Um die mediale Aufmerksamkeit zu steigern, erhält der Chef von Coca-Cola Tausende von Flaschen als massive Botschaftsattacke zugesandt, die auf die Kampagne mit Claims wie “Think global, drink local” aufmerksam machen . Nach Aussage des Kreativ-Kopfes Mark DiMassimo steht hinter diesen Bemühungen ein einziges Ziel:

Our whole goal is to create a self-funding campaign, building a brand for tap water.

Auch Restaurants und andere öffentliche Einrichtungen werden aufgefordert, Trinkbrunnen und ähnliche Angebote zu installieren, die angesichts der günstigen Einkaufspreise für Leitungswasser z.B. nach dem Modell des “Free Tails” genutzt werden könnten.
Mich persönlich hat es auch schon immer gestört, wenn Restaurants mich “zwingen” wollten, zu meiner Flasche Rotwein auch noch 5-7€ für eine Flasche Wasser auszugeben. Ich bestelle grundsätzlich Leitungswasser (mit vielen anderen teuren Leckereien), und wer diesem Wunsch als Restaurant nicht folgen will oder kann, sieht mich als Kunde nicht wieder.

11 Kommentare

  1. Seb

    So ganz neu ist das ja nun nicht.
    Und Tapwater als Marke zu etablieren hat ja Droga5 mit
    dem Tap Project
    schon sehr erfolgreich vorgemacht.
    Und mittlerweile kann man in vielen Restaurants doch auch
    in Deutschland scho Leitungswasser ordern, oder?

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Jedenfalls sind die Restaurant nicht verpflichtet, dir diesen Wunsch zu erfüllen und können dich auf kostenpflichtige Wässerchen verweisen – was nicht wenige tun.

  3. Seb

    Diese Wässerchen sind dann leider oft auch im Vergleich zum ja oft gelobten Leitungswasser echte Plörre. Wenn zum Beispile nur Apolinaris auf der Liste steht. Da will man dann ja schon kein Wasser mehr trinken.

  4. Armin

    Coca-Cola? Waren das nicht die mit Dariani oder wie das Zeug noch hiess?

    Wo die Londoner Leitungswasser als teures “purified water” (so wurde das glaube ich vermarktet) verkaufen wollten. Ist aber ziemlich in die Hose gegangen der Versuch.

  5. Kuba

    ja, is echt nervig wenn man beim griechen zum ouzo noch ein wasser aufgebrummt bekommt

  6. smoggy

    Die Diskussion über Trinkwasser aus der Leitung bzw. das Trinken von Leitungswasser erinnert mich doch spontan an Frankreich. Wenn man dieses Thema schon diskutiert, sollte man bedenken, dass es wirklich Länder gibt in denen der Gebrauch von Leitungswasser funktioniert. In Frankreich wurde ich beispielsweise schon damit konfrontiert, dass es für Wasser in einer Unterkunft einen Kruf pro Tisch und einen Wasserhahn im Essensraum gibt. Dort scheint es ganz normal und alltäglich zu sein.
    Hierzulande kenne ich die Gründe meiner Mitmenschen zwar nicht, aber ich kenne meine eigenen. In Frankreich würde ich jeder Zeit Leitungswasser trinken. Hier jedoch schmeckt es oft komisch, oder ist sehr Kalkhaltig oder was auch immer. Vielleicht ist das ja der Grund warum Menschen teures importiertes Wasser trinken genau wie ich. Es wäre dadurch bestimmt auch sinnvoll mal die Wasserversorgung zu kritisieren.

  7. Ingo

    Also ich würde lieber in Deutschland als in jedem anderen Land Leitungswasser trinken. Zwar schmeckt es durch den hohen Kalkgehalt – besonders hier in Berlin – nicht sonderlich. Aber es ist auf jeden Fall 100% unbedenklich und gesund. Es sei denn natürlich du wohnst in unsaniertem Altbau mit Bleirohren…
    Mit nem Wasserfilter hat man letztendlich Wasser, das wie ein Mineralwasser schmeckt, aber nur ein Bruchteil kostet.
    Okay, im Restaurant ist das was anderes aber das musste mal gesagt werden.

  8. Barbau-Blog » Der Preis, das Wassers, kalkulatorische Gedanken und ein Cuvert.

    [...] berichtet Helmut heute über den Artikel “Branding für Leitungswasser” vom Werbeblogger.   Roland Kühl-v.Puttkamer schreibt hier über die [...]

  9. Jan Schwerner

    Der Unterschied zu vielen anderen Ländern ist, dass in deutschen Restaurants Essen oft zu Selbstkosten verkauft wird und die Restaurants ausschließlich an den Getränken verdienen. In anderen Ländern ist das anders: in der Schweiz oder in Frankreich zahle ich fürs Essen locker 50 Prozent mehr – dafür sagt aber niemand was, wenn ich nichts zu Trinken dazu bestellen und nur das obligatorische Leitungswasser trinke. Im Endeffekt kommt’s immer auf das selbe raus und ob die Preispolitik der deutschen Gastronomen intelligent ist, wage ich zu bezweifeln. Aber wenn nur einzelne anfingen, daran etwas zu ändern, würde der deutsche Sparfuchs sicher zu dem gehen, bei dem das Essen billiger ist – selbst wenn er im Endeffekt nix spart oder auf die Getränke verzichten muss, weil sie ihm zu teuer sind. :-)

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  • Petar: Für uns wirken die japanischen Spots ja immer etwas grotesk. Ob es umgekehrt wohl auch so ist?
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: @Nico. Ja klar. Bin grad zurück und hier nun die Auflösung: Audiobooks from dig2go.com http://adsoftheworld.com/me...
  • Fabian: Über die großartige Idee möchte ich gar nicht streiten, aber an der Umsetzung wurde meiner Meinung nach gespart. Lassen Sie sich nicht von...
  • Nico Düsing: Löst das noch jemand auf?
  • J. Martin: @hobbystatistiker Dein Kommentar in Youtube-Qualität — und unter Mißachtung all dessen, was Roland und ich bereits zum Thema...
  • hobbystatistiker: Allmählich ist das ein Gadget-und I-irgendwas-Blog und ihr solltet euch Gadgetblogger nennen. Statt Werbeblogger. Das Geplänkel...
  • Bastian: Erst mehr oder weniger aufwändig eine eigene Welt & Story erschaffen und dann auf der Microsite doch ganz banal auf die...
  • Georg: Guter Artikel! Ich glaube übrigens nicht, dass das Messen des RoI lediglich eine Schwierigkeit bei Social-Media ist. Schon immer gab es...
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