06.01.08
20:05 Uhr

Xing: Keine Werbung auf den Premium-Profilseiten

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Vorhin hat Xing ihr ursprüngliches umstrittenes Konzept, Werbung auf Profilseiten der Premiummitglieder zu schalten, zurückgezogen. In einem offiziellen Statement auf der Newsseite heißt es:

Seit Samstag, den 05. Januar 2008, sind die Profilseiten von Premium-Mitgliedern generell frei von Werbung. Wir reagieren damit auf das anhaltende Feedback, wonach die Mehrheit unserer Premium-Mitglieder keine Werbung auf ihren Profilseiten für Basis-Mitglieder wünscht. Wir bedauern es sehr, dass wir die Situation falsch eingeschätzt haben. Dafür möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen.

Die XING-Plattform ist somit für alle Premium-Mitglieder werbefrei. Dies betrifft sowohl die eigene Profilseite als auch die Nutzung der XING-Plattform an sich. Basis-Mitglieder sehen Werbeeinblendungen auf der Startseite, den Profilseiten von anderen Basis-Mitgliedern, den Such- und den Suchergebnisseiten sowie weiteren Seiten.

An diesem Punkt muss ich Xing wirklich Respekt zollen. Man scheint es nun verstanden zu haben, bzw. ohne großes Blabla gibt man unumwunden eine übereilte Fehlentscheidung mit entsprechend unklarer Kommunikation zu. Das macht nicht jeder, andere üben sich da lieber im Kohl’schen Schweigen und Aussitzen.

Allerdings sollte Xing darauf achten, dass die deutsche Kultur nicht gerade von einer Trial & Error Mentalität gesegnet ist. Soetwas mag in der amerikanischen Kultur fest verankert sein, wir in Deutschland (Achtung überspitzte Verallgemeinerung) verfahren lieber nach der Devise “Nicht geschimpft ist gelobt genug” und sind in Sachen Fehler meist sehr nachtragend und füllen unser Gedächtniskonto mit Negativerfahrungen auf. Da sich Xing aber dazu entschlossen hat, in Zukunft rechtzeitig, klar und deutlich mit ihren Mitgliedern umzugehen, ist Hopfen und Malz noch lange nicht verloren. Ich weiß, Relativierung ist immer ein bißchen doof, aber Xing ist tatsächlich um einiges lernbereiter und offener als die meisten anderen Social Networks dieser Welt. Ich denke also, man kann ihnen ruhig noch eine kleine Chance geben – jedoch keinen weiteren Gutschein für solche Nutzerexperimente. Mal sehen, was die Zeit bringt.

Um es auch nochmal deutlich zu sagen: Mir ging es bei der Kritik in erster Linie um die Art & Weise der Kommunikation mit den Kunden, nicht um die Werbevermarktung an sich (Wobei die Profilwerbung einfach unglücklich war). Das ist an der einen oder anderen Stelle misinterpretiert worden.

Das größte Lob geht jedoch an die Xing-Nutzer selbst. Das Unternehmen kann sich glücklich schätzen, dass sie eine so lebhafte und engagierte Community hat, die ein ernsthaftes Interesse am Erhalt des ursprünglichen Mehrwertes der Plattform hat. Völlig kostenlos und ohne Werbung.

14 Kommentare

  1. Joachim

    “Dafür möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen.”

    Argh, jedes mal wenn ich das lese, kommt mir der Schreiber unglaublich arrogant vor. Ja, ich weiß, es ist Umgangssprache, aber ich finde man könnte doch wirklich ein wenig mehr Demut beim “Entschuldigen” zeigen ;)

  2. Cedric Kiefer

    der Klassiker halt ;)

    spiegel.de/kultur/zw...

  3. Georg

    das möchte ich auch hoffen. Ich bezahl doch kein Geld um Werbung zu bekommen. Jetzt liefern sie mir als kunden wenigstens ein weitere argument einen prem account zu bezahlen, wenn sie die free user mit extrem werbung zukleistern.

  4. Patrick Breitenbach

    @Joachim: Der Autor bestimmt den Stil. Ich schätze man wollte sich einer möglichst emotional-rationalen Sprache bedienen. Solange der Kern stimmt … und der ist in diesen Tagen nicht unbedingt selbstverständlich. Ich finde da kann man auch mal über Sick’sche Spitzfindigkeiten hinwegsehen. ;-)

    Aber noch wichtiger ist der Umgang mit den Kunden in Zukunft. Man kann sich noch so sehr für einen Faustschlag entschuldigen, es bringt ja nix, wenn der zweite irgendwann unmittelbar folgt. Entschuldigungen und Fäuste nutzen sich dabei merklich ab.

  5. icke

    schön, daß es dank des WWW möglich ist, so manch einem in den ar*ch treten zu können und nicht alles über sich ergehen lassen zu müssen.

  6. Das Kreuz mit den Usern | PROVOAKTION

    [...] Xing hat inzwischen zurückgerudert und die Werbung von den Seiten von Premium Nutzern entfernt. eit Samstag, den 05. Januar 2008, sind [...]

  7. 50hz

    Jeder macht mal einen Fehler. Respekt vor dem, der das zugeben kann.
    Doch liegt der Fall hier nicht anders? Für das Vorgehen von XING gibt es nur zwei Erklärungen. Entweder die sind wirklich so bräsig und tappen in jeden zweiten Fettnapf oder das Ding war wohl kalkuliert (Provokation a la Beacon und mit leichtem Zurückrudern für die gute Stimmung).
    Ich tendiere zu bräsig. Wäre es kalkuliert gewesen, hätten sie den Protest ausgehalten.
    Disclaimer: Ich habe übrigens überhaupt kein Problem mit der Werbung. Ich finde nur die Art und Weise der heimlichen Einführung extrem 1997. Das nagt schwer am bisher entgegen gebrachten Vertrauen.

  8. Markus Hübner

    Schlußendlich zumindest klare Worte. Möge die XING Lernphase nun beginnen! :)

  9. Premium | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Premium

    [...] ist in aller Munde, ob bei Bier, (Social Networks, Verlagsangeboten), der Automobilindustrie oder Fashion; Premium ist das Bekenntnis zu scheinbarer [...]

  10. Open Source PR » Blog Archive » Werbung in Social Networks - Hilft nur Salami-Taktik?

    [...] XING hat sich binnen weniger Tage wieder vom Gedanken verabschiedet, Werbung auf den Profilseiten der zahlenden Premium-Mitglieder schalten zu wollen. Ein m.E. das einzig richtige Eingeständnis, das nach dem Kommunikationschaos vergangene Woche die Mitglieder beschwichtigen kann (Versöhnliches zu Diskussion auch hier). [...]

  11. Xing vergrätzt Premium-Kunden mit Werbung | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Xing vergrätzt Premium-Kunden mit Werbung

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