03.01.08
15:15 Uhr

Xing vergrätzt Premium-Kunden mit Werbung

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Update: Mittlerweile hat Xing die Werbung auf Premium-Profilseiten komplett eingestellt!

Witzigerweise geht der Schuss aber in eine völlig andere Richtung als erwartet. Die Premium-Nutzer sind nicht verärgert, weil sie eventuell Werbung auf ihren Seiten sehen müssen (obwohl sie doch das vielgepriesen 5/95 Geschäftsmodell – siehe Audiofile – mittragen), sondern vielmehr, weil sie keine Kontrolle oder einfach nur keine Einsicht haben, wofür gerade auf den eigenen Profilseiten geworben wird. So entstehen mitunter wirklich ärgerliche Konstellationen, wie dieser uns zugesandte Screenshot deutlich zeigt:

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Der Mitarbeiter der Deutschen Bank merkt eben noch nicht einmal (wenn er denn Premiummitglied ist), dass die Konkurrenz auf seinem Profil wirbt. Das mag zwar die Werbekunden hocherfreuen, doch wenn User deshalb abspringen, wird auf lange Sicht eher eine kleine Sturmfront aufziehen. Das sind eben die Grenzen und Tücken der kontextbezogenen Werbung, die bei persönlichen Pofildaten meiner Meinung nach sowieso absolut nichts zu suchen haben. Nicht nur die Schaltung der Konkurrenzanzeigen ist ein großes Problem. Überhaupt verzerren und verfälschen die Werbebanner das gesamte Profil des Xing-Benutzers. Es entsteht der Eindruck, als stehe die Person auch hinter diesem Banner oder habe etwas damit zu tun (was ja Dank der Kontextbezogenheit auch durchaus beabsichtigt ist). So kann man in diesem Xing-Forum bereits jetzt etliche verärgerte Stimmen zur Einführung der Werbebanner lesen. Hier einige Auszüge:

Diesmal war eine rosa Werbung mit einem fliegenden Teddybär, der auf einer Blume landet mit dem Werbespruch: „Alles über moderne Verhütung“ von female affairs

Können Sie mal gucken, was es bei mir zu sehen gibt (an Werbung) – Wenn da irgendwas von z.B. „Weight-Watcher“ stehen würde, wäre mir das schon irgendwie unangenehm… :-)

Hallo Frau W.,
nur zur Ihrer Info: Bei Ihnen auf dem Profil sitzt gerade ein Mann in Unterhosen mit einem Laptop auf dem Schoss….eine Werbung von Arcor.

Es ist nicht so, dass ich was gegen Herren in Unterhosen hätte, auch wenn sie von Arcor kommen,
aber auf meinem oberseriösen Rechtsanwaltsdiddeldumms geht das gar nicht.

Was wenn dort für Produkte bzw. Hersteller geworben wird, die nicht konform mit der eigenen Haltung sind? Beispiel, was für mich gar nicht geht: Werbung für Müller und deren Milchprodukte … oder ähnliche Firmen, die ich persönlich boykotiere … oder gar im Rechtsstreit mit denen stehe … na ich danke :oP

Ich möchte auch nicht, dass auf meinem Profil geworben wird. Am Ende noch für Bourbon – echt klasse ;-) (Anm. der Red. Betreiber eines hochwertigen Whiskey-Handels)

AUF meinem Profil wird Werbung erscheinen ? Wäre ja super, als Anwalt darf ich kaum werben, aber XING darf auf meinem Profil für andere Unternehmer werben ?

Auf meinem Profil Werbung z.B. für Billigflüge zu schalten ist weder mit meiner Haltung noch mit meinem Arbeitgeber zu vereinbaren – das wäre mehr als sarkastisch. Wir haben grade eine grosse Klimakampagne laufen – völlig absurd, dass ich mit meinem Profil für Flüge werben sollte. Viele, die mein Profil samt Werbung sehen, werden gar nicht wissen, dass ich nicht um Zustimmung gefragt wurde.

Wenn mein Profil für Werbung genutzt wird, was bekomme ich dafür ? Freie Mitgliedschaft ? dann OK

Dieses Kapital kann Xing durch einseitige Manöver verspielen. Denn die Love-Affair der Internet User mit Social Networks wird schnell enden, wenn die Belange der Nutzer nicht verstanden und respektiert werden.

Ich stelle mir gerade vor, dass einer meiner Kunden auf mein Profil klickt – und dort Werbung seines Wettbewerbers sieht. Oder auf der Profilseite eines Telekom-Mitarbeiters in leitender Position wird Werbung von Arcor eingeblendet… Im Sinne des Networkings ist Werbung auf den Profilseiten geradezu kontraproduktiv!

Das Problem ist, dass wir als Premium-Mitglieder keine Ahnung hatten. Nur Herr Hartmann als Nicht-Premium wusste es, dass Werbung erscheint und hat es uns dankenswerterweise erzählt. Sonst wüssten wir das alle immer noch nicht.

Und so weiter und so weiter. Die Einführung der Werbung mit Hilfe des neuen Vermarkters von Xing ging gelinde gesagt kommunikativ in die Hose. Die Premiummitglieder wurden null informiert und fühlen sich entsprechend „missbraucht“. Die kontextbezogene Werbung auf Profilseiten torpediert den eigentlichen Mehrwert der Plattform: Die Eigenwerbung der Mitglieder. Die eigene Werbefläche hat Konkurrenz bekommen, ein Zustand der tatsächlich immens am Image und der Wertigkeit dieses Social Networks kratzen wird. Und überhaupt mich interessiert wenn schon Werbung, die zu meinem Profil passt und nicht zum Profil der Person, die ich mir gerade ansehe. Das Jahr fängt also gar nicht gut an für Xing und man spürt deutlich eine größer werdende Distanz zu den eigenen Usern. Fatal!

69 Kommentare

  1. yaph

    LOL, die Werbung auf der Seite des Bankmitarbeiters hat schon was, immerhin ist sie kontextsensitiv.

  2. Skibowski

    Die Hamburger XING AG bedauert das bzw. die Fehlscheinschätzung der Situation und entschuldigt sich dafür bei Ihren Premium-Mitgliedern. Dass man innovative Entwicklungen des Kontakteportals für alle Mitglieder durch neue Erlösquellen vorantreibt, wollen nicht alle Mitglieder. Zumindest nicht die zahlenden.

    Insgesamt eine gute Werbekampagne, in der nun auf die baldige Aufwertung der Basis- und Premium-Mitgliedschaften verwiesen wird sowie auf Neue Features und Services, die geplant sind.

  3. Werbung auf XING-Profilseiten | SuMaDuDe

    […] und es besteht auch keine Möglichkeit welche Werbung auf den Seiten geschaltet wird. In diesem Eintrag ist eine Auflistung aus dem Forum bei XING in denen Benutzer beschreiben welche Werbung sich gerade […]

  4. Daniel

    Ok, XING hat den Fehler eingesehen und die Möglichkeit geschaffen das man diese Werbeeinblendungen für sein Profil deaktivieren kann.

    Warum ist diese Option nicht standardmässig deaktiviert ?

  5. Maik

    Komisch, ich hab das Ganze Dank Firefox und Adblock Plus nicht mal bemerkt…

    Maik

  6. bwl zwei null » Social Networks in Trouble?

    […] schließlich zum Geld. Mit der Werbung klappt das nicht so recht, siehe auch Xing. Aber muss es das? Wo steht denn geschrieben, dass Social Networks nur mit Werbung zu finanzieren […]

  7. Das Business-Online-Portal XING im Focus der Datenschützer « Die schöne Welt der Aimée

    […] werbeblogger.de/2008... […]

  8. Die Crux der Social Networks | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Crux der Social Networks

    […] Werbung vor die Nase setzt, haben die Diskussionen bei Facebook, StudiVZ und auch Xing hinlänglich gezeigt. Und selbst wenn Werbung in Social Networks nicht gleich offensiv […]

  9. Dirk Hammer

    Bin auch Premiummitglied bei Xing. Grundsätzlich ja ganz ok. Was mich stört ist das ich für Grundfunktionen bezahlen muss! Wenn kein Premiummitglied bin wird mein Profil für Werbung missbraucht. Ich denke es ist mein Privateigentum auf dem Werbung nichts zu suchen hat. Deshalb habe ich mit freunden jetzt einen Alternative programmiert. Sie ist aber erst online gegangen und ist auch noch in der Beta. Bietet alles was Xing auch hat nur kostenlos und zusätzlich kann man seine Firma in einer Firmendatenbank eintragen. Aber keine Werbung auf den Profilen. Ihr findet das Angebot unter your-mesh.de Zu einem späteren Zeitpunkt soll es noch Premiumangbote geben mit zusätzlichen Funktionen Kalender oder eine Projektplanung.

  10. Roger

    XING ist gefährlich ! Mobbing ist an der Tagesordnung. Das unendliche Meer an Freiberuflern bekämpft sich dort aufs heftigste. Da werden einfach Gerüchte eingestellt und flugs landet man damit unkontrollierbar im Google Netzwerk.

  11. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Roger: Könntest du deine Erfahrungen näher beschreiben? Google Netzwerk? Was meinst du genau?

  12. Roger

    Obwohl es möglich ist, sich bei XING von Google auszuschließen, tun dies die meisten Xing Anwender nicht. Sie können über Jeden alles locker behaupten – egal ob persönliche Diffamierungen oder ganz konkrete Falschaussagen. Es bleibt in den Foren stehen. Wenn Sie nicht verflucht aufpassen, können die diversen blogs dort enormen Schaden anrichten. Auch wenn es nur innerhalb des XING Netzwerks bleibt, ist dies schon schlimm genug.

    Wenn ein negativer blog aber seinen Weg zu Google findet, können Sie locker damit Falschmeldungen verbreiten, und haben NULL Chance, diese aus Google j e m a l s wieder herauszubekommen. Es befinden sich bei XING hunderttausende von Freiberuflern mit diversen Dienstleistungen, seriösen und obskuren – und dort wird manchmal ein Ton angeschlagen, den man sich nur in der Sicherheit des Webs traut. Verschanzt hinter seinem Profil. Ob es nun ein echtes Profil ist, oder eines der tausenden von Fakes, die dort herumschwirren. Ich kann nur warnen !

  13. @oliverberger

    endeckt heute morgen eine kleine Schlacht um die angebl. Gefahr auf #XING beim @werbeblogger tinyurl.com/5aorqb Wie seht ihr das?

  14. Maik

    Zitat Roger: „Sie können über Jeden alles locker behaupten – egal ob persönliche Diffamierungen oder ganz konkrete Falschaussagen.“

    @Roger: Hier sind §186 StGB (Üble Nachrede) bzw. §187 StGB (Verleumdung) erfüllt, sollte Xing derartige Forenbeiträge/Blogs usw. nicht umgehend nach Information löschen, haftet Xing sogar als (Mit)Störer. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Plattform ein derartiges PR-Risiko eingehen kann und wird – daher meine frage:

    Sie scheinen bereits weitgehende Erfahrungen mit Verleumdung / übler Nachrede auf Xing zu haben. Haben Sie Xing kontaktiert und um Löschung der entspr. Beiträge gebeten? Haben Sie den Rechtsweg beschritten und auch ausgeschöpft? Wenn dies nichts genützt hat – wie wurde die Ablehnung der Löschung durch Xing begründet?

    Zitat Roger: „Ob es nun ein echtes Profil ist, oder eines der tausenden von Fakes, die dort herumschwirren.“
    @Roger: Bitte geben Sie eine Quelle zur Nennung der Anzahl der Fake-Profile auf Xing an. Sollten Sie dies nicht können, bewegen Sie Sich selbst – siehe oben – auf juristisch dünnem Eis…
    Vielleicht hilft bewegt Sie das alte Sprichwort „Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen“ dazu, Ihre eigenen Aussagen bezüglich Diffamierungen und Falschaussagen nochmal zu überdenken.

    Gruß Maik

  15. Hans

    Also ich sage nur solange es keine Sexwerbung ist und keine rechtsradikalen Werbeblocks sind bin ich da ziemlich neutral gegenüber XING.
    Ausserdem steht es jedem frei wo er sein Profil einträgt und gegebenfalls muss er es halt löschen.

    Gruss Hans.

  16. Virtuelle Anzeigen: Google motzt Street View-Werbung auf | Basic Thinking Blog

    […] setzt. Etwas Ähnliches ist ja seinerzeit auf Xing geschehen, als plötzlich Werbung der Konkurrenz für Besucher meines Profils zu sehen war. Da Google an so etwas nicht interessiert sein kann, das ja geradezu […]

  17. Kalliey

    Interessanter Artikel. Das würde mich auch extrem stören.

    Was ist daraus geworden?

  18. Lufthansa. Premium Streik für eine Premium Marke? | CYPERIOR - Web Gazette

    […] Xing vergrätzt Premium-Kunden mit Werbung (67) […]

  19. Werbung auf Xing - ohne Hamburg und Berlin - pop64.de

    […] gibt es bei Xing die witzige Möglichkeit, dass auf dem Profil eines Deutschen Bank Mitarbeiters ein Banner der comdirect Bank […]

Eure Kommentare

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  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
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