19.12.07
01:54 Uhr

Wo biste denn Deutschland?

Ich werde mich straff halten. Ihr habt ja in den Kommentaren schon ausführlich über die neue “Du bist Deutschland” Kampagne diskutiert. Die meisten Punkte sehe ich ganz ähnlich. Hier also meine persönlichen Kritikpunkte an DbD2. Sie repräsentieren sicherlich nicht die große objektive Weisheit und sind rein intuitiv entstanden:

1. Die Tränendrüsen wurde aktiviert oder wenigstens gekitzelt. Die wunderschönen emotionalen Bilder (man merkt, hier hat eine Frau gut getan) und der Soundtrack treffen voll ins Limbische System.

2. Der Text (also die Ratio) ist absolut furchtbar. Ähnlich pathetisch wie Teil eins. Ich vermute, der Texter hat keine Kinder oder er sieht sie nie. Merkt man ganz besonders bei der Copy der Anzeigen.

3. Insgesamt tritt dadurch ein Doublebind-Effekt auf, also eine widersprüchliche Kommunikation. Aber da werden die Verantwortlichen behaupten, das sei so geplant, um viele Gespräche über die Kampagne zu provozieren.

4. Falscher Claim oder schlichtweg eine Themaverfehlung. Das Motto lautet doch “Du bist Deutschland”, wahrzunehmen ist aber eher “Wir (wer auch immer) lieben (trotzdem) unser Kinder”. Da reisst das Stadionmotiv auch nicht wirklich viel raus.

5. Auffälligere Präsenz der “Sponsoren” aka Förderer als beim Vorgänger. Durch den Abbinder im Spot könnte man meinen, hier wurde ein Multikunden-Imagespot produziert.

6. Schlechtes Timing. Schlechte Konvergenz. Es sind bis zu dieser Zeile weder Forum aktiviert, noch die Rubrik “Hier ist Deutschland kinderfreundlich” befüllt. Letzteres ist im gesamten Kampagnenzusammenhang besonders peinlich. Dafür ist jedoch die Subsite “Deutschland aus Kinderaugen” sehr liebevoll umgesetzt. Leider sind die Ladezeiten heftig. Übrigens hätten die dort dar- und vorgestellten Kinderzeichnungen zur gesamten Kampagne verwendet werden sollen, denn Kindermund tut bekanntlich Weisheit kund. Hätte das Pathos ein wenig entschlackt und einen echten Appell formen können.

7. Ich glaube kaum, dass sich Eltern von solchen Texten aus einer Anzeige angesprochen fühlen:

Du siehst aus wie eine Presswurst mit dicken Armen und Beinen.
Sieh dich doch an. Unbeholfen. Tollpatschig. Moppelig.Babyspeckig. Und soooooo süß. Echt lecker.
Zum Anbeißen.

Wenn Eltern nicht gerade DIREKT in der Situation angesprochen werden, wenn das Kind just nervt, schreit, flippt, Dreck macht oder was auch immer, sind sie einfach nicht empfänglich für diese Botschaft. Denn in dem Moment, wo sie die Anzeige lesen, sind sie natürlich entspannt und würden ein Teufel tun, etwas Schlechtes über ihr Kind zu denken. Die Botschaft zerschellt dadurch. Ich glaube auch nicht, dass sich “Anti-Eltern” angesprochen fühlen. Sie werden durch die stark präsenten Negativbotschaften sogar noch in ihrer Einstellung bestärkt. Aber das könnte ja auch ein mögliches Ziel der Kampagne sein: Kinderunfreundliche Menschen sozusagen zeugungsunfähig bewerben. Was ich aber glaube ist, dass sich werdende Eltern (die voller Ängste und Zweifel sind) von dem Spot eher angesprochen fühlen. Aber kommt das “Happy End” wirklich so klar und deutlich hervor?

8. Ist Deutschland jetzt kinder(eltern)freundlich oder nicht?

9. Was waren nochmal die Ziele und wer sollte da genau für was angesprochen werden?

10. Jeder Cent, der für diese Kampagne verpulvert wurde, hätte in einer der aufgelisteten Initiativen gesteckt werden sollen. Bigott bis dekadent, angesichts der vielen Dinge in Deutschland, die tatsächlich mit ein wenig mehr Geld wesentlich kinderfreundlicher werden könnten.

39 Kommentare

  1. Philipp

    Ein wenig erstaunt, das Patrick um die Uhrzeit noch so einen Artikel postet und ich ihn bei meinem Frühstückskaffee so ziemlich als Erster lesen kann, muss ich doch gleich mal sagen das du mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen hast.

    Ok, ich finde den Spot ja an sich gut, die Idee ist gut. Nur fehlt es mir etwas an der Deutlichkeit der Botschaft. Wie Patrick schon sagte, zu negativ, da das Negative irgendwie überwiegt. Ich habs mal gestoppt. Die Contra-Baby-Botschaft (oder was man uns auch immer mit dem Clip kommunizieren will) dauert ca. 45 Sekunden.

    Grübel

  2. Patrick Breitenbach

    @Philipp: Noch erstaunlicher, dass du um die Uhrzeit kommentierst! Du frühstückst jetzt? Welche Zeitzone? :-)

    Zur Negativbotschaft: Die “Pointe” kommt leider viel zu spät (Timing), dadurch wirkt nämlich die gesamte positive Auflösung viel zu schwach. Die negative “Polung” hingegen schlägt voll durch.

  3. Georg Krüger

    Genau! Es gibt ja diese Regel. 10 Positive Aussagen gleichen 1 negative Aussage aus…da sind wir hier aber gehörig im Ungleichgewicht….
    ich muss sagen, der Spot ist ganz gut gelungen. Bei den Anzeigen graust es mir…

  4. Aris

    Ich weiß gar nicht, warum alle immer so nickelig sind, wenn es um diese Kampagne geht. Sie ist doch super erfolgreich:
    “Vom Start im Dezember 2005 bis heute hat die Kampagne zu einem spürbaren Stimmungswandel in Deutschland geführt.”
    Steht so auf der Website.
    Also Schluss mit dem ewigen Genörgel!

    (ich hab mal im Büro rumgefragt: die Einschätzung der Macher können alle bestätigen! Hier hat sich die Stimmung auch total gewandelt. Alle sind jetzt stolz auf ihre Heimat und voller Tatendrang. Besonders gerührt war unser österreichischer Kollege, als er gesehen hat, dass auch ein Landsmann von ihm als Paradedeutscher herhalten durfte.)

  5. EinjungerVater

    Und da schließt sich der Kreis Aris. War nicht schon vor vielen Jahren ein Österreicher der Paradedeutsche…okay, dass ist jetzt vielleicht etwas böse, konnte ich mir aber in dem Zusammenhang nicht verkneifen.

    Die Kampagne ist einfach schlecht, da wurde scheinbar kein Planning gemacht, keine Zielgruppenanalyse usw. Die Jungs haben das wohl mal eben aus dem Bauch heraus gemacht…es geht doch nach wie vor nur darum den Claim zu heben, dass ist das einzige was DbD1+2 geschafft haben. Einen Claim zu etablieren. Starke Leistung, wenn man bedenkt das die nur knapp über 60 Millionen Mediabudget haben…

  6. Fran

    Danke für diesen Artikel. Ich dachte schon ich bin irgendwie komisch, weil ich unter all den “Och ist das schön und rührend”-Vertretern im Büro die einzige kritische Stimme war.

    Da ihr ihn unlängst ja schon für den Podcast am Telefon hattet: Könnt ihr nicht Oliver Voss mal um eine Stellungnahme bezüglich der aufgeführten Punkte bitten?
    Ich fände eine offene Diskussion dazu mal wirklich interessant.

    Falls es passt fragt ihn doch zusätzlich ob sich seit seinem Bekenntniss zum baldigen Fortpflanzungswunsch Horden von kinderwilligen Frauen mit “Oliver, ich will ein Kind von Dir”-Plakaten vor seinem Büro rumstehen. ;)

  7. Longcopylover

    Mich berührt der Film, ich mag die Kampagne. Das verblüfft mich selbst. Einerseits, weil ich kein riesiger Kinderfan bin, aber andererseits noch mehr: Weil ich Ausländer (Schweizer) bin.

  8. arno nüm

    aber mal ehrlich, wer kriegt bei 1:16 keine gänsehaut…?

  9. Patrick Breitenbach

    @Longcopylover: Hmm, darf ich raten? Herr von Matt? Jedenfalls solltest du auch in diesem Zusammenhang erwähnen, wie deine Beziehung zu den Machern der Kampagne ist! ;-)

    @arno nüm: Klar, siehe Punkt 1 – das limbische System.

  10. Vroni

    Nochn Fehler gefunden Herr Studienrat:
    Ich hätte die Kinder reden lassen.
    Aber nicht nach Script, sondern frei.

    Im Film wird nur über sie geredet. Sie werden dadurch entmündigt. (Wie immer halt.) Wenn ich an den ersten Flight denke, da haben doch auch die Protagonisten selber geredet.

    Ich überlege gerade, wie es sich angehört hätte, wenn ein Kind, oder ein Jugendlicher am Schluss “denn du ist Deutschland…” gesagt hätte. Naja, wahrscheinlich genauso pathetisch und eingelernt wie jetzt die Offstimme. Da wäre dann so oder so der Bruch gewesen…

    __________________________________
    Ja, und sie werden sagen: “Was wollt ihr denn, der zweite Flight war doch erfolgreich, denn es gibt inzwischen mehr Kinder!” Dazu möchte ich nur anmerken, dass in großstädtischen Vierteln, wo Akademiker wohnen, bereits jetzt ein – kleiner – Kinderkriegboom eingesetzt hat, warum auch immer. (Vermute, dass es zu lange Jobwarteschleifen oder Frust im Beruf der Damen ist, also der vorgezogene Lebensplan B). Also nicht, dass sie sich das in Folge-PR auf ihr Fahnen schreiben. Aber dem Volk kann man ja bis heute einiges weismachen.

  11. EinjungerVater

    Kinderlosigkeit in Deutschland – Die Fakten
    . Die Geburtenrate sinkt langfristig, die Gesellschaft altert: Mit 1,36 Kindern pro Frau liegt Deutschland weltweit im unteren Drittel. Für eine stabile Bevölkerungsentwicklung wären 2,1 Kinder nötig. Deutschland belegt mit der Zahl der jährlichen Geburten pro Einwohner weltweit den letzten Platz .
    . Vor allem unter westdeutschen Akademikerinnen ist die Kinderlosigkeit hoch .
    . V.a. Männer schieben das Kinderkriegen auf .
    . Der Kinderrückgang ist dort am stärksten, wo die Frau emanzipiert ist, aber der Rest der Gesellschaft auf einem vergleichsweise traditionellen Entwicklungsstand verharrt .
    Die Situation birgt gewaltigen Sprengstoff für unsere Gesellschaft (R. Klingholz ).

    Kinderwunsch und Kindergeld sind da!
    . Zentrales Ergebnis verschiedener Studien: Die Mehrheit der Deutschen findet, dass Kinder zum Leben dazu gehören! Im Schnitt wünschen sie sich 2,2 Kinder . Der Kinderwunsch unter Akademikerinnen nicht weniger ausgeprägt als unter Nicht-Akademikerinnen.
    . Was die Kindersubvention betrifft, ist Deutschland aber nach Luxemburg Spitzenreiter (nach Kieler Wirtschaftsinstitut: 170 Milliarden Euro). 71% der Sozialausgaben für Kinder und Familie fließen in Transferleistungen wie Kinder- und Erziehungsgeld. Deutschland zahlt nach Luxemburg das zweithöchste Kindergeld Europas. Gleichzeitig bietet die Bundesrepublik die längste Erziehungszeit (36 Monate) .

    Woran liegt es dann? Mögliche Gründe für Kinderlosigkeit in Deutschland
    . Als entscheidender Grund für die Entscheidung gegen Kinder wird immer wieder an erster Stelle der finanzielle Aufwand genannt (60% sehen eine gesicherte finanzielle Lage als Bedingung für die Entscheidung für Kinder ).
    . Die niedrige Geburtenrate geht auch auf das kurze „subjektive Zeitfenster für die Elternschaft“ zurück (lange Ausbildung, „biologische Uhr“ tickt …) .
    . In den Medien werden immer wieder bessere Betreuungsmöglichkeiten gefordert. Allerdings erscheint dieser Punkt unwichtiger: Nur 25% der Deutschen sehen gesicherte Betreuungsmöglichkeiten als Bedingung für die Entscheidung für Kinder . Außerdem ergibt eine Studie des Berlin-Instituts, dass 66% der Familien finden, dass sich Beruf und Familie in Deutschland gut vereinbaren lassen. 67% der Familien geben an, auch persönliche Interessen nicht zu vernachlässigen. Z.B. sind Mütter nach der Studie sind auf dem neuesten Stand bzgl. Lifestyle und Wellness.
    . Als weiterer Grund gegen Kinder werden fehlende / instabile Partnerschaften genannt (begünstigt durch Antibabypille, Individualisierung …). Allerdings ist es falsch anzunehmen, dass mit der Anzahl stabiler Ehen auch die Kinderzahl wächst!
    . Zwei Drittel der Deutschen glauben, nur ohne Kinder Karriere machen zu können. Dagegen ergibt eine aktuelle Studie des Familienministeriums: Arbeitende Mütter sind im Job sogar erfolgreicher als kinderlose Frauen .
    Schließlich kann man keinen Faktor allein für die Kinderlosigkeit in Deutschland verantwortlich machen. In Deutschland herrscht allgemein ein negatives Klima, das durch eine zunehmend pervertierte Medien- / Gesellschaftsdebatte über Familie angeheizt wird: Mütter gegen Nicht-Mütter. Karriere-Mütter gegen Nur-Mütter. Nicht-Mütter gegen Übermütter. Übermütter gegen alleinerziehende Mütter. Rabenmütter gegen Cappuccino-Luder. Frauen gegen Männer. taz gegen FAZ. Eltern gegen Politiker. SPD gegen CDU. CDU gegen CDU …
    In diesem Zusammenhang ist ein Ergebnis des Berlin-Institut interessant: Gesellschaften, die Kinder (innerhalb der Ehe) favorisieren, sei es durch sozialen oder ökonomischen Druck, sind zur Kinderarmut geradezu verurteilt .

  12. Patrick Breitenbach

    Werbestudienrat bitte! ;-)

    Diesen Punkt wollte ich eigentlich noch aufführen wäre dann aber über die magische 10 gekommen, wollte das eiegtnlcih indirekt durch Punkt 6 ausdrücken, indem man die Kindersicht hätte übernehmen sollen. Aber du hast vollkommen Recht, gestellte Phrasen wären wahrscheiblich noch schlimmer gewesen.

    Hmm zum “Kinderkriegboom” heute das Handelsblatt: handelsblatt.com/New...

    Aber ehrlich gesagt bin ich auch hier für Qualität vor Quantität. versteh nicht wieso man sich so auf die Menge der Geburten fixiert (demografisch gesehen schon, soziologisch aber eben nicht). Da sind mir wenige aber dafür glückliche Kinder lieber als jede Menge ungewollte Kinder, die dieses “Unfallstigma” ihr Leben lang unterschwellig mit sich rumschleppen.

  13. Aris

    Wie gesagt: mir ist das alles viel zu negativ. Ist doch schön, wenn endlich mal jemand n bisschen Kleingeld in die Hand nimmt, um mit dem dämlichen Vorurteil aufzuräumen, Kinder seien laut & lästig. Ähm … wieso eigentlich Vorurteil? Kinder s i n d laut & lästig. Aber irgendwie auch total süß, ne?

    Jetz ma ernst: Die Idee ist doch, wenn ich das jetzt recht verstanden habe, sich kritisch mit den Argumenten gegen das Kinderkriegen auseinanderzusetzen, indem man sie ironisch bricht, oder? Vorurteile scheinbar bestätigen, Schrecksekunde abwarten, und dann auflösen mit: “War doch gar nicht so gemeint”.

    Ich glaube, sowas heißt unter Humortheoretikern “non sequitur” (”der letzte Hut passt nicht in die Reihe”). Nur dass hier eine Volte zuviel geschlagen worden ist. Normalerweise funktioniert das nämlich umgekehrt: erst der Ernst, dann die Pointe. Hier kommt erst der Witz, und dann wirds schal und pathetisch. Naja, strenggenommen triefts schon gleich am Anfang vor Pathos: “Manifest”. Sehr schön! Blödes Werbergequatsche, das isses!!

  14. Vroni

    Meine Süße war ein kleiner Unfall.
    Als Stigma emmfindet sie das nicht, weil ich ihr gesagt, dass ich mich sofort auf sie gefreut habe. Und das stimmt.

    @ werdende, junge Väter

    Ich hab mir als ich schwanger war, null Gedankken gemacht, dass sie die ganze Nacht schreien könnte, dass sie stinken könnte (Windeln), dass sie mir den Nerv rauben würde, das das Geld nicht reichen würde. Solche Gedanken kenne ich in der Schwangerschaft nicht. Ich wuchs rein, basta :-)
    Das erste Schreien war eher noch niedlich wie Katzenmiauen, später wuchs das Stimmchen, dann war man aber voll drin…

    Das wirklich Schlimme war die Scheidung, vor allem für sie.

    Seitdem habe ich mir die Herren, meine kurz-oder langfristigen Lover, recht genau angeguckt, und keiner schien mir als Papa richtig geeignet. Seitdem habe ich auch keine weiteren Kinder mehr, da war ich konsequent. An dem lags.

  15. derherold

    “Aber ehrlich gesagt bin ich auch hier für Qualität vor Quantität. (…). Da sind mir wenige aber dafür glückliche Kinder lieber als jede Menge ungewollte Kinder, die dieses “Unfallstigma” ihr Leben lang unterschwellig mit sich rumschleppen.”

    Nimm´ es mir nicht übel aber das ist das übliche “Gejammere”, das nun so gar kein Hand und Fuß hat. Das ist so “80-iger Jahre, ich möchte auch irgendwie korrekt sein”. ;)
    “Glückliche Kinder” haben weder etwas mit der Zahl, noch mit dem Beruf der Eltern, noch etwas mit “Gewolltsein” zu tun …und nirgendwo in Westeuropa sind die Verhältnisse so miserabel, daß sie “Kinderkriegen” verhindert wird, im Gegenteil, es sind die “Schlauen”, die Besserverdienden, die sich jeden Mangel an staatlicher Unterstützung aus der eigenen Kasse kompensieren könnten, die auf Kinderkriegen verzichten …

    … bis jetzt eine leichte Umkehr auftritt. Das Phänomen bei sich (im Beruf) Beruf langweilenden Frauen, die auf LES (”Last Exit Schwangerschaft”) setzen, ist nicht so gering, denn den meisten Frauen wird klar, daß sie die “Gearschten” sind, wenn sie im Rahmen der Fun-Gesellschaft auf Kinder verzichten.
    Über 40, ohne Kind – das kann richtig hartes Brot sein … und das wird den meisten langsam klar. :)

  16. Vroni

    Zum Handelsblatt mit seiner Meldung:
    Jahrelang schon wird den Deutschen in den Medien unermüdlich erzählt, sie sterben aus, sie kriegen nicht genug Kinder. Macht das Laune zum Kinderkriegen, dauernd als hedonistisch-verwöhnt geprügelt zu werden?

    Gleichzeitig fordert man immer mehr örtliche Flexibilität im Beruf (ebenfalls die lieben Medien, allen voran die neoliberalen, die ich gefressen habe), die Frauen werden dadurch aus ihrer verwandtschaftlichen Situation herausgerissen, Oma und Opa sind nicht da oder helfende Tanten, den richtigen Babysitter in einer anonymen Stadt zu finden wird zum Mordsprojekt; zum Kindergarten anmelden, ja, das hätte man bei der Zeugung schon machen müssen, solche Wartezeiten waren das zu meiner Zeit.

    Wenn solche neoliberalen Zumutungen und Widersprüche nicht aufhören, die erst in ihrer Ansammlung richtig wirken, mancher Mann einfach zu bequem (mit der Hilfe im Haushalt ist es heute noch ein Sache: sobald sie verheiratet sind, verwandeln sich viele endgültig wieder zurück zum alten Rollenmodell, dem Pascha. Statistiken belegen das.) oder auch zu unreif ist, dann wirds halt nichts mit den vielen Kindern.

    Ich finde unterm Strich eigentlich den Gebärstreik prima, kluge Frauen. Anders lernt man es in D anscheinend nicht.

  17. Vroni

    Wer über den Tellerrand schaut, sieht, dass die klugen Frauen auch – ausgerechnet!! und vermutlich weil – im katholischen, bigotten Italien und vielen anderen europäischen Ländern wenig Bock haben.
    Die leichte Plusrate hinterm Komma in Frankreich ist nur ein Lüftchen und reißt’s auch nicht wieder raus.

    Es ist seit Jahrzehnten bekannt, dass sobald der Wohlstand steigt, in allen Ländern, egal wo auf der Welt, die Geburten sparsamer werden. Wer hätte das gedacht?

    Nur auf D zu schauen, DAS finde ich so richtig 80er. Ach, 50er.
    Ich denke, wir sind globalisiert und so?^^ *rumätz* Da wundert es mich arg, dass ausgerechnet neoliberale Globalisierungsbefürworter (wie das Merkel et al.)die nationale Karte rausziehen. Cui bono?

  18. Christoph

    Hab mich bisher noch nicht so mit der Kampagne befasst, mir eben erst mal den Film angeschaut. Ich weiss jetzt nicht, ob der mich wahnsinnig berührt hat. “negativ” ist jedenfalls nicht. Der visuell positive Eindruck fängt die Aufzählung der Fakten (laut&lästig) von der ersten Sekunde an mehr als auf. Die Ursache der niedrigen Geburtenraten sind doch gerade in unserer Branche besonders gut sichtbar… und zwar unabhängig von der miesen Bezahlung… bei der permanenten Unsicherheit und Alarmbereitschaft, in die man in jungen Jahren versetzt wird, nimmt einem doch jede Lust an Familiengründung zu denken.
    Juniortexter: “Du Herr Voss. Ich kann mir jetzt keinen neuen Kinder-krieg-Film ausdenken, da ich um 17.30 Uhr meinen Sohn vom Kindergarten abholen muss.” Oli: “Klar, versteh ich doch! Hey kein Stress, ganz easy. Viel Spass und vielleicht geht ja morgen noch was”. Alles klar.

  19. Vroni

    Ja, die Werber sind immer noch stolz auf ihre Überstunden.
    Kenn’ einen CD, der ausgestiegen ist, weil er seinen Kleinen kaum mehr sah. Als er noch dessen Geburtstag im Tonstudio verbringen musste, das war der Auslöser.
    (Zudem mochte er die ganze Bagage mitsamt ihren Heißluftgebläsen nicht mehr, kann ich verstehen.)

  20. derherold

    Ein Tip am Rande:
    Dieses Anklage-Selbstbedienung-Mantra “ich kann nichts dafür, der Staat/Neonazis/Männer/derPapst/Werbung ist verantwortlich”, ist passé.
    Blowin´ in da wind sozusagen.

    Lustig, daß als “neoliberal” gegeißelt wird, daß die einstigen “kritischen Aufsteiger” jetzt selbst Establishment sind und von jeder (negativen) Handlung betroffen.

    Noch deutlicher:
    Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Ja, wir sind wieder in den 50igern … es wird nur ein bißchen “liberaler” verkauft. ;)

    P.S.
    Für den “CD” hoffe ich, daß er in der Zeit mit den “Heißluftgebläsen” genügend Schotter und Sozialstatus angehäuft hat – sonst wird ihm seine Liebste schon zeigen, wo der Hammer hängt.

  21. Vroni

    @derherold

    Hast du Kinder?

    Wenn du jede Kritik an dem jetzigen System als Jammermantra abqualifizierst, dann scheint es mir, dass nicht.

    (Ich kenne deine Einträge auch von woanders her, sind schon manchmal knack und back.)

  22. derherold

    “Knack % back” ?
    Da fallen mir jetzt ein paar Werbespots ein.

    Welches “jetzige System” ?
    Daß Männer voll fies sind und sich an der Kindererziehung “weniger” beteiligen, gilt/galt auch für “andere Systeme” … ebenso, daß *frau* ihren Ex-CD gnadenlos abschoß, wenn der “die Kindern aufwachsen sehen” wollte. *rofl*

    Bestimmte Verhaltensweisen haben wir seit dem homo erectus und noch nie in der Geschichte der Menschheit war soviel Freiheit und verfügbares Einkommen.

    Wie gesagt, der Zug ist abgefahren und die neue “Emma-”Chefredakteurin (?) hat doch wohl in ihrer WDR-Sendung Frauen geraten, “einfach so” die Verhütung wegzulassen “man müsse Männer manchmal zu ihrem Glück zwingen”. Kluge Frau.

  23. Waltmeister

    Die Kampagne ist klug überlegt. Sie ist unangreifbar: Nörgelt jemand herum, wie ihr das tut, dann heißt es: “Seht ihr, da haben wir den Grund für unser Engagement! Ihr jammert nur!”

    Und: Ganz von der Hand zu weisen, ist das Argument ja nicht. OK, der Spot ist nicht kreischend neu. Er ist professionell gemacht. Gutes Handwerk zu attestieren, macht mich aber nicht interessant. Besser geht das mit Kritik. Das ist – Ironie des Zusammenhangs – übrigens exakt das, was Eltern an ihren pubertierenden KINDERN nicht ausstehen können. Sie argumentieren sich um Kopf und Kragen, und sei es auch noch so absurd.

    Außerordentlich ist übrigens die Landkarte auf der Website. Etwas versteckt, aber sich durch die auf der Deutschlandkarte platzierten Bilder mit den Audio-O-Tönen der Maler (7–10) zu klicken, berührt. Und da haben wir sie auch, die Kinder, die unkommentiert zu Wort kommen. Nein, ich habe nichts mit JvM zu tun.

  24. bigmouth

    ich habe mich an einer analyse versucht

  25. Jolger Hung

    @Waltmeister: Das sollten wir schnell ändern. JvM braucht immer gute Texter. Und deine Schreibe lässt hoffen. Außerdem stimmt deine Arbeitsmoral. Du bloggst nach Feierabend (1:03 Uhr) und kämpft dann auch noch für die Company. Mehr geht nicht. Wann kannst du anfangen?

    Aber jetzt auch nochmal für alle anderen hier: warum ist die Kampagne gut? Oder ist sie nur klug überlegt? Wurde da überhaupt überlegt? So viele Fragen, auf denen auch die versteckten Kinderstimmen im Web keine Antwort geben…die sind, keine Frage, aber wer sieht die? Die Zielgruppe? Wer ist überhaupt Zielgruppe…

    Also Waltmeister, wenn du das alles beantworten kannst, gebe ich dir den Job von Herrn Voss…

  26. Shun Di

    @Jolger Hung: Die ersten drei Fragen sind imho sehr polemisch – Du willst nicht wirklich eine Antwort darauf? Und zur Frage nach der Zielgruppe sind das meine Gedankengänge:

    Die Off-Sprecherin spricht eindeutig die Kinder an. Die gebähr- und zeugungs(un-)willigen Betrachter des Spots werden dabei in eine simulierte Eltern-Beobachtungs-Perspektive gebracht. Diese sollen sich dann mit dem Gesprochenen so auseinandersetzen als würde über die eigenen Kinder gesprochen.

    Ergebnis bei mir: Der Catch hat bis zum Ende des zweiten Drittels voll funktioniert. Schade nur, dass man mit dem Aufbau der erzeugten Bindung (Crescendo in Wortgewalt und Musik) nicht bis ans Limit gegangen ist. Warum dem leise einsetzenden Wirbel im Stadion kein Höhepunkt folgt, bleibt mir verborgen.

    Die Zielgruppe ist also ganz klar: Menschen in Deutschland, die sich mit dem Gedanken “Kinderkriegen(?)” auseinandersetzen – den Medien sei dank sind das bestimmt einige. Mir persönlich passt der Claim “Du bist Deutschland” nicht im Geringsten – aber mal ehrlich unter uns Pastorentöchtern: War das bei der ersten Aktion anders? Hätte damals nicht der Claim lauten sollen: “Wir sind die Wirtschaftslobby und wollen, dass Du mit der jetzigen Situation zufriedener bist, damit Du ohne Sorgen mehr Geld verprasst” ?

    Der jetzige Slogan müsste dementsprechend lauten: “Wir sind die durch demographische Studien besorgte Wirtschaftslobby. Wir wissen, dass ohne Kinder die Konsumenten in Zukunft doppelt wegfallen. Niemand Junges, der konsumiert und niemand Altes, der konsumiert, weil es keine Jungen gibt, die den Alten das bezahlen.”

    Just my 2 cents.

  27. Aris

    Besorgte Wirtschaftslobbyisten? Na, wenn sich ne PR-Agentur und zwei Werbeagenturen zusammen hinsetzen und sich was Lustiges ausdenken und dazu n paar Medienkonzerne kostenlose Schaltungen spendieren, würde ich mal eher davon ausgehen, dass da jemand PR in eigener Sache macht.

    Dein Slogan ist trotzdem super (auch wenn er sogar noch länger ist als der Gossage-Klassiker für Fina). Nur nicht sehr JvM-like:
    “Wir sind die durch demographische Studien besorgte Wirtschaftslobby. Wir wissen, dass ohne Kinder die Konsumenten in Zukunft doppelt wegfallen. Niemand Junges, der konsumiert und niemand Altes, der konsumiert, weil es keine Jungen gibt, die den Alten das bezahlen.”

    wohl eher:
    “Wir sind besorgt. Denn ohne Kinder gibt es keine Konsumenten. Und das doppelt. Keine Jungen, die konsumieren. Und keine Alten, denen die Jungen den Konsum bezahlen. Das wollen wir ändern. Aus Liebe zur Wirtschaft.”
    (oder gerne auch:
    Aus Freude am Lobbying.
    Lobbying aus Leidenschaft.

    (Gossage hätte das wahrscheinlich etwas eleganter so formuliert:
    “If you you are walking down the streets and see no children and you have a wive or a husband on your side so you don’t have to go home first and there aren’t six people watching and you are concerned of our countries future please make some kiddies.”)

  28. Vroni

    @ der Herold

    “Welches “jetzige System” ?
    Daß Männer voll fies sind und sich an der Kindererziehung “weniger” beteiligen, gilt/galt auch für “andere Systeme” … ebenso, daß *frau* ihren Ex-CD gnadenlos abschoß, wenn der “die Kindern aufwachsen sehen” wollte. *rofl*”

    Nein, dieses “System” meine ich nicht. Das der-Mann-ist-fies-und Frau-ist-Opfer-Zeug und die-Frau-ist-fies-und Mann-ist-Opfer-Zeug ist nochmal was anderes, das ich nicht meine.
    Ich sehe höchstens, dass Männer und Frauen heutzutage ganz schön in einem perfiden Hamsterrad von Zwängen drin sind (schön sein, toll aussehen, im Job super sein, Geld haben müssen, überall dabei sein und in dieser Aufbauphase auch noch Familie). Das Ergebnis unter diesem doppelten Stress immer dies: Rückfall in alte Verhaltensweisen (Pascha, Muttchen). Püschologen nennen das Regression.

    Nein, Ich meine dieses jetzige neoliberale politisch-wirtschaftliche System, in dem so getan wird, als ob man unhinterfragt für Job und Karriere (”Wir wollen die Besten”, und die Elite-Diskusionen et a.) alles tun müsste, vor allem rundum die Uhr fürs Unternehmen da sein und zeitlich-örtlich extrem flexibel sein. Dieses Denken und Leben ist voll durchkommerzialisiert, alles muss sich “lohnen” und in Geld umsetzbar sein. Man bricht die Leute aus ihrem sozialen Netz raus( Familie, Nachbarn, Freunde, alles ist meilenweit weg und muss jedesmal wieder mühsam aufgebaut werden, was man sich dann oft schenkt).

    Wenn solche familien- und lebensfeindlichen Forderungen dann langsam von jungen Ehrgeizigen inhaliert wurden, die im Leben vorankommen wollen, dann kommt der nächste PR-Dummspruch von den Selben, die das soziale Netz for the sake of Business und Wirtschaft zerrissen haben: “Du musst Familie gründen, uns sterben die Leute aus.” Und ganz konkret, aber verdeckt an die jungen Frauen, die sich gerade noch im mittleren Management abrudern, um nach vorne zu kommen: “Stell dich nicht so an, du musst nur wollen, Familie ist’n Klacks. So’n bisschen Doppelbelastung wird dir Superfau doch wohl nicht zu viel?”

    Na, was denn jetzt. Ich halte diese widersprüchlichen Forderungen diese Systems für bigott, sie erzeugen genau den Entscheidungsstress, der Frauen und Männer dazu bringt, ihren Kinderwunsch immer weiter aufzuschieben oder gar nicht mehr zu verfolgen.

    Im Grunde sind daher die staatlichen Macher/Initiatoren (die immer noch nicht die propagierte Jagd nach Erfolg, Konsum und Karriere sozial hinterfragen) dieser staatlichen PR-Kampagne, die sich mit einem gerührten Tränchen beim Anschauen des fertigen Spots dem jungen Volke scheinheilig als Lösungsanbieter präsentieren, nicht die Lösung, sondern Teil des Problems.

    Das meine ich.

  29. M.

    @ Vroni: Chapeau.

  30. b.walter

    Eins ist klar: Ziel der Kampagne ist nicht, die Geburtenrate zu erhöhen. Zielgruppen sind somit auch nicht potentielle Väter und Mütter.

    Und schon gar nicht geht es darum, die neoliberale Eiszeit zu verlängern. Diese Diskussion ist doch längst entschieden: Freiheit kannst du nicht auf Politik beschränken.

    Das schreiben die Kampagnen-Macher: “Ziel der Neuauflage ist es, eine positivere Einstellung gegenüber Kindern in Deutschland zu vermitteln. Zudem möchte sie die Menschen motivieren, sich verstärkt für Kinder zu engagieren.”

    Ach, so! Es geht um alle in Deutschland! Angesprochen werden also wir, die Gesellschaft. Also wir, die dafür sorgen dass Kindergärten wegen Lärmbelästigung geschlossen werden. Also wir, die zulassen, dass Kinder vergewaltigt, geschlagen, vernachlässigt werden. Also wir, die Erzieher/innen schäbig bezahlen und “Schande!” brüllen, wenn die Pisa-Ergebnisse nicht den eigenen Ansprüchen entsprechen. Also wir, die unsere Kinder schon im Vorschulalter auf CEO-Jobs vorbereiten wollen. Also wir, die frustriert Jugendliche anraunzen, weil wir nicht mehr jung sind. Also wir, die vergessen, dass auch wir mal Kind waren.

    Klingt naiv. Das macht die Idee angreifbar. Einfacher ist Zynismus oder die bekannte Argumentation: “Es haben immer die anderen Schuld!” “Was soll ich denn machen?”

    Zum Beispiel eine Probono-Kampagne?

  31. Vroni

    @ b. walter

    “Also wir, die zulassen, dass Kinder vergewaltigt, geschlagen, vernachlässigt werden. Also wir, die Erzieher/innen schäbig bezahlen und “Schande!” brüllen, wenn die Pisa-Ergebnisse nicht den eigenen Ansprüchen entsprechen. Also wir, die unsere Kinder schon im Vorschulalter auf CEO-Jobs vorbereiten wollen. Also wir, die frustriert Jugendliche anraunzen, weil wir nicht mehr jung sind. Also wir, die vergessen, dass auch wir mal Kind waren.”

    Wenn sie das hätten sagen wollen, warum haben sie es dann nicht gesagt. Wär ne super Gelegenheit gewesen.

    Aber ne, immer alles so unlesbar verschlüsseln auf IKEA-Family-Gemütlichkeit^^ und dass sie nachts nicht durchschlafen, heyho.

    Zudem zweifle ich einfach mal an, dass DIE Eltern, also WIR, Erzieher nicht ordentlich bezahlen wollten, bei PISA rumbrüllten (da sind es eher Politiker, Standesvertreter), und auf CEO-Jobs wollen die meisten Eltern, die ihren Verstand beieinander haben, ihre Kinder auch nicht im Kindergarten vorbereiten. Eher erinnere ich mich da an einen gewissen Herrn Stoiber (ich glaub er was das), der kein Problem damit hat, mit Mathe und zweisprachig mit 4jährigen. Die Idee der “Elitezucht” und von Leistung, Leistung, Leistung kommt doch von ganz woanders her. Die meisten Eltern sind doch schon froh, wenn ihre Kinder halbwegs happy aus Kindergarten und Schule zurückkommen und nicht zu Tode gelangweilt, agressiv aufgeladen oder verstört (wg. Mobbing).
    Jeder nur ein Kreuz.

    Nene, das war schon ne verdammte Mutterkreuz Klapperstorch-Kampagne, von einer weiblichen Stimme gesprochen, die ungefähr im Kinderkriegalter ist und ein fiktive Mutter. Net ruminterpretieren.

    Was sie da in ihre Leitlinien reinschruben: “Ziel der Neuauflage ist es, eine positivere Einstellung gegenüber Kindern in Deutschland zu vermitteln. Zudem möchte sie die Menschen motivieren, sich verstärkt für Kinder zu engagieren.”
    is ja ganz edel und nett, schöner PR-Schleim. Wer liest schon PR-Bekenntnisse und Absichtserklärungen – es zählt, was hinten rauskommt (H. Kohl). Also der Film.

    Blöd nur, das der Film was anderes sagt. Er sagt nur das: Kinder sind schön, aber machen viel Arbeit*. So what, das haben wir alle schon vorher gewusst, weil wir eben auch mal Kinder waren.
    _______________________________________________________

    *(Frei nach K. Valentin: Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.)

  32. Anku

    Hi,

    ich hab mir mal die Texte durchgelesen und finde sie gut. Sie erinnern mich daran, was meine Mutter über meinen Bruder gesagt hat. Sie sagt, das er ihr alle Nerven raubt, sie wahnsinnig macht und ihr es an Kraft fehlt, aber dann ist es nur ein kleiner Witz oder eine kleine Geste von ihm, und ihr Energie-Tank ist wieder geladen. Vielleicht will der Spot uns einfach nur sagen, das wir nicht aufgeben und uns abschrecken lassen sollen, von dem was uns angst macht eine Familie zu gründen.

    Der Claim “Du bist Deutschland” ist ja auch eigentlich richtig, denn Kinder sind nun mal ein wichtiges Puzzelteil, das Deutschland braucht um zu Leben. Wie sonst kann Deutschland weiterleben, wenn es keine Menschen hat, die für es leben.

  33. kacper

    Warum verlierst du zu dem Hauptgrund warum diese Kampagne scheiße ist (und zwar die Message von wegen ‘liebe DEIN Land’) eigentlich kein einziges Wort?

  34. Anku

    Äh…war das jetzt an mich gerichtet? Für mich ist das Thema hier Kinder. Worauf du dich jetzt beziehst weiss ich nicht. Vielleicht verlierst du mal ein paar mehr Wörtchen über “dem Hauptgrund, warum diese Kampagne scheiße ist”.(z.B. was ist an einer Message “Liebe dein Land” sheiße und wie kommst du darauf, das hier soetwas vermittelt werden soll?)

  35. kacper

    Nee, sorry, wenns so rüberkam, mein Beitrag bezieht sich auf Patricks Blogeintrag, nicht auf einen Teil der Diskussion darunter.

    Für mich sagt die “Du bist Deutschland”-Kampagne einfach nicht mehr aus als “fühl dich mal wieder mehr deutsch” oder “tu mal wieder was für dein Land”. Und jetzt die zweite Kampagn eben “wenn du schon keine Kinder willst, dann bekomme sie wenigstens für dein Land” – was aus ökonomischer Sicht natürlich Sinn macht.

    Und warum “liebe dein Land” eine unsinnige Nachricht ist, müsste doch jedem klar sein – mittlerweile (im Zuge der Globalisierung) doch sogar liberalen Trotteln.

  36. Du bist Deutschland 2.0 » Deutschland, Kinder, Kind, -Kampagne, -Spot, Leben, Rambazamba, Seitdem » raul.de

    [...] Auch an der neuen “Du bist Deutschland”-Kampagne gibt es (berechtigte) Kritik. [...]

  37. Chris

    Das ist echt interessant, darüber habe ich mir auch ein paar Gedanken gemacht. Aber was hältst du von Google und Wikipedia? sind Deiner Meinung nach diese Seiten super Hilfreich, weil die eine alle möglichen Suchergebnisse liefert und die andere Tonen von Wissen online für die User bereitstellt? Oder bist du eher der Meinung, dass Google die Weltdominanz übernehmen will und Wikipedia Leien-Wissen enthält, das von Leien und nicht Fehlerfrei verfasst wurde?

    Die Antwort auf die zwei Fragen versuche ich zu finden schon seit längerer Zeit. Vieleicht wird mit Deine Antwort verhelfen meine eigene Meinung über diese Themen zu bilden. Momentan ist es so, dass ich sowohl von Google als auch von Wikipedia begeistert bin. Die Gründe: Google haben ja zwei mathematische Genies gegründet und Wikipedia ist ein Projekt das von einem Millionär geschaffen wurde um Wissen zu verbreiten und nicht nur Kohle zu verdienen.
    Auf Dein Kommentar würde ich mich freuen.
    Gruß, Chris.

  38. Pavel

    Ich würde sagen, Punkt vier steht im unmittelbaren Zusammenhang mit Punkt neun. Und seit wann ist das Logo dieses Unterfangens (”Kampagne” will man das eigentlich nicht nennen) so anders? Die Kackwurst durch gaussian gejagt? ;)

  39. flammeri blog » Du machst uns wahnsinnig…

    [...] dass die Nazis eine ähnliche Kampagne gefahren sind. Selbstverständlich bietet auch diese Kampagne wieder Anlass zu äußerster Besorgnis. Auf jeden Fall für Kritik und noch mehr Kritik. Manchmal [...]

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Eure Kommentare

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  • Petar: Für uns wirken die japanischen Spots ja immer etwas grotesk. Ob es umgekehrt wohl auch so ist?
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: @Nico. Ja klar. Bin grad zurück und hier nun die Auflösung: Audiobooks from dig2go.com http://adsoftheworld.com/me...
  • Fabian: Über die großartige Idee möchte ich gar nicht streiten, aber an der Umsetzung wurde meiner Meinung nach gespart. Lassen Sie sich nicht von...
  • Nico Düsing: Löst das noch jemand auf?
  • J. Martin: @hobbystatistiker Dein Kommentar in Youtube-Qualität — und unter Mißachtung all dessen, was Roland und ich bereits zum Thema...
  • hobbystatistiker: Allmählich ist das ein Gadget-und I-irgendwas-Blog und ihr solltet euch Gadgetblogger nennen. Statt Werbeblogger. Das Geplänkel...
  • Bastian: Erst mehr oder weniger aufwändig eine eigene Welt & Story erschaffen und dann auf der Microsite doch ganz banal auf die...
  • Georg: Guter Artikel! Ich glaube übrigens nicht, dass das Messen des RoI lediglich eine Schwierigkeit bei Social-Media ist. Schon immer gab es...
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