06.12.07
17:08 Uhr

McDonald’s wirbt auf amerikanischen Grundschulzeugnissen

[inspic=73,left,,0] Sicherlich wird die Geschichte ordentlich aufgebauscht, schließlich handelt es sich “nur” um einen Einzelfall eines Bezirks in Florida, bei der McDonald’s (oder ein Franchiser) für schlappe 1.600 $ sich Werbefläche auf den “Report Cards” (vergleichbar mit unseren Schulzeugnissen) von immerhin 27.000 Schülern ergattern konnte. Nichtsdestotrotz dürfte diese Art der Werbung für erhebliche Aufregung sorgen. Nicht nur, dass man hier direkt den heiligen Schulboden (für uns jedenfalls) betritt, auch die Art und Weise wie die Grundschüler angesprochen werden, dürfte deutliche Kritik durch alle Medien hindurch hervorrufen. Denn die Werbung ist gleichzeitig auch noch ein Gutschein für ein Gratis-Happy-Meal in der nächsten McDonald’s Filliale. Allerdings nur unter strengen Auflagen:

Children who earn all A’s and B’s, have two or fewer absences or exhibit good behavior are entitled to a free happy meal at a local McDonald’s — so long as they present their report card.

Also erhalten nur die Musterschüler ein wenig kostenloses Fastfood als Belohnung. Verbraucherschützer und Gesundheitsorganisationen kochen vor Wut. Schließlich zielt man direkt auf geschäftsunfähige Kinder ab, eigentlich komplett an der Aufsicht der Eltern vorbei. Inwieweit dieser Werbe-Testballon in einem kleinen amerikanischen Bezirk für das neue weltweite “gesunde” Image von McDonald’s Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten. Fakt ist, der Konzern muss schnellstens lernen umzudenken. Jede kleine regionale Werbemaßnahme kann im Zeitalter der vernetzten Informationen große globale Auswirkungen haben. Ich glaube nicht, dass der Konzern diese Sichtweise schon verinnerlicht hat oder es ist ihm schlichtweg völlig egal. Nichtsdestotrotz war diese Werbemaßnahme auf dem Papier ein echtes Schnäppchen. Der errechnete Kontaktpreis (für quasi Targeted Advertising) lag gerade mal bei weniger als 2 Cents pro Schulkind (Eltern und Verwandte mal außen vorgelassen).

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22 Kommentare

  1. Six

    Diese Rattenfänger.
    In Österreich ist vor 2 Jahren glaube ich aufgeflogen, dass Mc D Ernährungsseminare an Schulen hält. Wie krank ist das denn?

  2. sevenup of nine

    Wie so vieles von McDreck: zum Kotzen!

  3. jonas

    Dass die Schulen bzw. die Schulbehörde sowas zugelassen hat, ist unglaublich.
    Aber mal ernsthaft: Wie clever ist die Aktion denn von McDonalds?

    Respekt! (Wenn auch mit einem faden Nachgeschmack.)

  4. Kuba

    vielleicht kommt auch sowas noch nach deutschland. wenn bald noch burger king, nordsee, subway usw auch mitmachen steht bald auf den zeugnissen “sponsored by xy”. ganz toll.

  5. Rainer

    Man muss immer in Betracht ziehen, dass die Schulen in den USA sich anders finanzieren müssen als in Deutschland, das sind dann in der Regel Einzelfälle, wo eine Gemeinde Geld brauchte. Der eigentliche Skandal ist doch, das die Schulbildungsqualität davon abhängt, wo ich wohne in the Land of the Free.

  6. Six

    Das Marketing von Mc D ist genial. Verantwortungsbewusstsein oder andere Werte kann man bei denen natürlich vergessen – das passt gut zu dem anderen Artikel anbei im Werbeblogger.

    Dass die selben Behörden, die sich um die Gesundheit der Bevölkerung ach solche Sorgen machen (Antirauchergesetze, Werbeverbot für Zigaretten u. Alkohol, Energiesteuern) solche Aktionen dulden ist der eigentliche Skandal.

  7. Florian

    “… in the Land of the Free.”

    Hab ja nur darauf gewartet, dass da gleich wieder jemand die Systemfrage stellt.
    Ich persönlich finde es übrigens gut, wenn man lokal Einfluss nehmen kann auf die Qualität der Schulbildung.
    Die Vorstellung, dass die Qualität irgendwie besser wird, je zentraler sie administriert wird teile ich auf jeden Fall nicht.

  8. Georg

    ekelhaft ….unfasslich !!!

  9. der tim

    kann Six nur zustimmen. Geniales Ding, was die MarketingBoys von dem goldenen M sich da einfallen lassen haben.

    Spätestens seit “Super Size Me” wissen wir doch aber alle um das systematische Schulkids-Marketing an US-Schulen. Ob Coca Cola oder Pepsi Automaten in den Gängen, KFC Leckereien in der Kantine oder oder oder…

    By the way: Mein Abi-Zeugnis wurde mir auch in einer schicken “Sparkasse”-Papphüllen (komplett gebrandet) überreicht (und das ist schon ein paar Jahre her).

  10. GIZA

    Ich finde es jetzt auch nicht so dramatisch. Herrje, es geht um ein Happy-Meal. Davon wird man schon keine Herzverfettung bekommen. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass sich die Empörung nicht gegen die Aktion ansich sondern gegen McD richtet. Hätte die “Sparkasse” geworben, gäbs die Aufregung nicht. Denke ich.

  11. Fabian

    mein gott, stellt euch vor: wenn das funktioniert essen ein paar kinder ein happy meal. ein ganzes!!!
    also bitte, das zeug ist nicht giftig. ausserdem bekommen ja nur die wohlerzogenen, gebildeten kinder das ding und nicht der verfettete bildungsferne white-trash ;-). also eigentlich ne nette belohnung, weniger verwerflich als andere werbung von mcd. z.b. heidi klum und michael ballack. ein model und einen profisportler für so etwas werben zu lassen find ich eigentlich übler.
    übrigens, bei meiner abizeitschrift war auch ein gutschein vom lokalen mcd drinnen. und zwar für alle schüler, auch für so faule und notenmäßig nicht so gesegnete wie mich. aber, bei dem was in der zeit an alkohol konsumiert wurde, da machen ein paar bulletten das kraut auch nicht fett.

  12. Six

    Ich wäre für Gratiszigaretten für Pflichtschulabsolventen. In dem alter freut man sich noch über kleine Aufmerksamkeiten. Und das bringt auch keinen um.

  13. ronald mcdonald

    ich muss fabian zustimmen. das sportler für fastfood und bier werben ist definitiv verwerflicher als ein mcd gutschein für gute leistungen in der schule… super size me ist auch bloß dämliche schwarz/weiß malerei wie diese michael moore filme schlieslich liegt die verantwortung für die erziehung und das konsumverhalten der kinder immer noch bei den eltern und nicht bei einem konzern der versucht sein produkt an den mann zu bringen.

  14. Chiller

    Oh und die Erziehungsverantwortung wird um so leichter wahrnehmbar, um so mehr Werbung für “WILL ICH HABEN” Produkte auf Schulzeugnissen ist?

  15. John Danzig

    Als ob die Amis noch Werbung bräuchten um ihre verfetteten Ärsche zu McDoof zu schleppen… -.-

  16. One-Blog / 6x.to » Blog Archive » McDonald’s wirbt auf amerikanischen Grundschulzeugnissen

    [...] Hier zur ganzen Geschichte Ich finde sowas einfach nur Scheiße was die da machen [...]

  17. wobbmbobbm.de - WobBlog - Werbemethoden von McDonalds

    [...] Klick!  [...]

  18. Tychi

    hm..Ganz ehrlich? irgendwie wunderts mich nich…hab des auch hier in Deutschland schon gesehn das in ner Pizzeria n Angebot hing, das man für gute Arbeiten, wenn man die vorzeigt ne kostenlose Pizza kriegt…das es in Amerika allerdings quasi auf dem Zeugnis steht find ich schon ziemlich krass…Oo

  19. links for 2008-01-08 | Endl.de | Zielpublikum Weblog

    [...] McDonald’s wirbt auf amerikanischen Grundschulzeugnissen | Werbeblogger – Weblog über Marketi… … und so sieht so ein “beworbenes” Zeugnis aus … (tags: bildung kinder werbung) [...]

  20. McDoof macht Werbung auf Grundschulzeugnissen - alexTV.de

    [...] “TeeKayy” hat sich die Mühe gemacht, deswegen für euch, exklusiv, Werbung von McDonalds auf Schulzeugnissen, total bescheuert! “Mama, mama! Ich hab doch sooo tolle Noten, können wir gleich bei diesem [...]

  21. Schnelles Essen, Erste Hilfe | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Schnelles Essen, Erste Hilfe

    [...] Schulen sind hier stets ein heikles Thema. Über einen medienwirksamen Ausreißer in dieser Hinsicht berichtete Patrick vor gut einem Jahr, und über den neuesten Gourmetkolonialismus schrieb [...]

  22. TV-Zombie » “Super Size Me” auf Arte

    [...] Passend zur ausklingenden Fastenzeit zeigt Arte die preisgekrönte Dokumentation (u.a. Oscarnominierung als bester Dokumentafilm und den Preis für die beste Regie in der Kategorie Doku beim Sundance Filmfestival) “Super Size Me” am Donnerstag, den 09.04. um 21.00 Uhr (Wdh. am 11.04 um 15.40 Uhr) von und mit Morgan Spurlock: Einen Monat lang isst er nur bei McDonald’s, mit der Auflage, nichts übrig zu lassen. Seine selbst auferlegten Regeln: Frühstück, Mittag- und Abendessen müssen täglich bei McDonald’s eingenommen werden. Jedes Gericht auf der Karte muss mindestens einmal gegessen werden. Keine Ausnahmen. Gegessen wird nur, was es bei McDonald’s gibt. Sein Selbstversuch wird garniert mit Fakten, Interviews und kritischen Stimmen. Danach liegt einem der nächste Burger garantiert wochenlang im Magen! Hab grad noch interessante Fakten zu McDonald´s entdeckt, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Bewerbungsgespräch bei McDonalds und McDonald´s wirbt auf amerikanischen Grundschulzeugnissen [...]

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
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  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
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