27.11.07
11:45 Uhr

Schleichen, werben & verkaufen

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Das Online-Branchenmagazin Numero Uno hat nun endlich das Web begriffen und bietet ab sofort ihren Lesern auch Links nach draußen an. Diesen Mehrwert hat man auf der Seite schon seit 10 Jahren vermisst. Doch Moment, was ist das? Das sind ja gar keine Hyperlinks, die weiterführende Informationen bieten, das sind ja IntelliTXT Werbelinks. Hmmm. Wie war das doch gleich mit Trennung von Inhalten und Werbung? Das scheint bei der W&V nun auch endgültig Geschichte zu sein. Die kontextbasierten Werbelinks gaukeln uns Lesern einen Inhalt vor, dabei verbirgt sich dahinter auf den ersten Blick, völlig ungekennzeichnet, reine Werbung aka „Produktinformationen“. Gekrönt wird dieser schleichende Prozess dann noch mit unmöglichen aufpoppenden Werbefeldern, die eng an den Link gekoppelt sind. Der Werbegau hat nun die absolute Kernschmelze erreicht. Jürgen Siebert vom Fontblog kann es ebenso wenig begreifen wie ich und wir sind beide fassungslos, wie ein Grundprinzip der journalistischen Arbeit mit Füßen getreten wird.

Liebe Off-the-records, sollte euer Cheffe sich auch mal für Web 2.0 auf der Hauptseite entscheiden, mit Links und so, dann sorgt bitte dafür, dass ihr sowas bitte nicht macht. In den nächsten Monaten werde ich auch mal gebannt die IVW-Zahlen beobachten.

10 Kommentare

  1. ramses101

    Das ist ja nicht zum Aushalten. In jedem Artikel wird automatisch das Wort „Unternehmen“ verlinkt, und zwar nicht mit dem Link des Unternehmens, um das es im Artikel geht. Sondern mit Intel. Ich bin gerade einigermaßen fassungslos. Aber solche Dinge sollte ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, wenn ich wieder mal den Satz fallen lasse: „So blöd kann doch niemand sein.“ Doch, doch, geht alles.

  2. Patrick Breitenbach

    Also ich finde in diesem Zusammenhang besonder pikant, dass W&V sich vorher immer den Hyperlinks strikt verweigert hat. Und nun geht man in die Vollen. Herrlich.

  3. ramses101

    Die Website von Vibrant grenzt schon an Wirtschafts-Satire:

    vibrantmedia.de/vibr...

    „Wir bereichern Websites und faszinieren User im gesamten Internet.“

    „Targeting – Präzises Targeting (Channel, Kontext, Begriffe) innerhalb von qualitativem Content.“

    Ja, nee, is klar :-D

  4. Patrick Breitenbach

    Was denn? Ist doch klassisches Win-Win. Nur eben ohne das dritte Win. ;-)

  5. Heiner

    IntelliTXT ist schlichtweg illegal: Werbung muss „als solche klar erkennbar und vom übrigen Inhalt der Angebote eindeutig getrennt sein“. Aber jeder Konkurrent wird sich dreimal überlegen, ob er eine wettbewerbsrechtliche Klage anstrengt, denn den Weg zu IntelliTXT will man sich ja selbst nicht verbauen…

  6. Feuerwehr Weblog » Blog Archive » Umfrage neue Plattform: Nick oder Realname? - Das grosse Onlinemagazin für Feuerwehren

    […] kurz was anderes zum Thema Werbung: hier ist ein Beispiel, warum ich die Plattform werbefrei halten […]

  7. Erik

    Nunja, da es bei einem Rechtsstreit immer Auslegungssache ist und die Gesetze ja auch nicht für jede Eventualität gerüstet sind, und Richter immer den „gesunden Menschenverstand“ (die sog. „Verkehrsauffassung“) heranziehen, könnte hier argumentiert werden, dass die Kennzeichnung als Werbung in dem Moment erfolgt, in dem man mit der Maus über den Link fährt. Da steht dann als erstes (nämlich in der oberen linken Ecke des Layers) „Werbung“ und man würde argumentieren, dass jedem User klar sein sollte, dass jeder Klick an dieser Stelle oder in dem Layer zu einem werbenden Angebot weiterführt.

    Der Knackpunkt ist denke ich, dass die Kennzeichnung nicht von vornherein erkenntlich ist, sondern die Aktivität des Nutzers benötigt, um dargestellt zu werden…

    Juristisch interessant, moralisch eklig!

  8. René

    Bah! Schlimm. Ich muß nichtmal draufklicken, es reicht schon wenn ich mit der Maus nicht rechtzeitig ausweichen kann.

  9. reifen joe

    Ich finde der Webuser ist mittlerweile schon so sensibilisiert, dass er auf Grund einer differnzierenden und an-erzogenen Wahrnehmung zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt differenzieren kann. Ihm wurde ja auf Grund der Reizüberflutung keine andere Wahl gelassen als Inhalte blitzschnell zu bewerten und Werbung oder Inhalt zuzurechnen.

  10. off the record

    News: Ab in den Untergrund…

    Als Redakteur muss man einiges aushalten:  Dass die Anzeigenabteilung die Artikel der Printausgabe als Füllsel für unverkaufte Anzeigenplätze ansieht oder dass Online-Nachrichtenredakteure von Titeln mit Fach- und Lachgeschichten al…

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
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  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
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  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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