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Die Sudeltricks der Viralisten
Vielen Netzromanciers wird es nicht schmecken. Mir auch nicht, aber es ist gelebte Realität. Die virale Werbesaat hat ihre natürlichen Web-Potenziale menschlicher Aufmerksamkeitskapazitäten längst überschritten und begibt sich -zumindest bei den schwarzen Schafen- auf den Weg, zur “schmutzigen Werbebombe” zu werden. Menschen werden zu dressierten Verteilern von Werbebotschaften, Freunde und Freundesnetzwerke werden als Distributionskanal instrumentalisiert. Geschmacklosigkeiten, vordergründige Provokation und Täuschung sind die Aufmerksamkeitsmotoren einer hilflosen viralen Werbewirtschaft, die das Web der Massen durchdringen will.
Die kritische Menge wird erreicht durch pseudosoziale Dialoge, initiiert von “Fachleuten”, die über verschiedene Decknamen im Auftrag ihrer Werbekunden nur ein Ziel verfolgen: Verbreitung eines Videos oder Inhaltes, ggf. nach allen Regeln der “Kunst”.
Mundpropaganda soll es sein, Empfehlungsmarketing wird als Begriff gerne zitiert, aber tatsächlich sind die Streumechanismen ein klares Propagandakalkül der Macher, gefüttert durch Tip-Provisionen für die gekauften Handlanger, die bei Zündung der Bombe willfährig ihren Acker zur Verfügung stellen.
Wir sollten uns wirklich nicht wundern, wenn der Verbraucher nicht nur der Werbung im Netz nicht mehr traut, sondern in Zukunft auch den Prosumenten des Web 2.0 nichts mehr abnimmt, im wahrsten Sinne des Wortes. Wir bekommen also vermutlich genau das Web, was wir verdienen, oder wie das Time Magazine einst titelte: “You, yes you, you control the Information Age. Welcome to your world.”
15 Kommentare
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- Mama2012: Meine Krabbelgruppe fällt schon längst nicht mehr auf Pampers herein, um ehrlich zu sein, wir benutzen die Windeln von Aldi, Rossmann...
- Dewey: Hi there! This is kind of off topic but I need some help from an established blog. Is it very difficult to set up your own blog? I’m...
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- Almanca Çeviri: Die Werbebranche ist für kreative Köpfe mit ausgeprägtem Freiheitsdrang ideal. Die Anfangsgehälter sind nicht schlecht, aber von...
- Cihan: Hi! Ich bin der Meinung, dass Durchschnittsgehälter nicht die Grundlage für Diskussionen sein sollte. Designer zu sein ist sicherlich nicht...
- David: Das Problem bei den Gehältern ist, das die unterschiedlichen Angestellten ganz verschiedene Verantwortungen tragen. Ich glaube wir sind uns...
- Clara: W&V habe ich seit letzten Monat nicht mehr abonniert. Die schreiben mir einfach zu viel Müll.
- Florian: Interessanter und witzig zu lesender Artikel – habe euch einmal abonniert!

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Am 27. November 2007 um 00:33 Uhr
Und wo ist das Problem? Wir Werber (deswegen bin ich in keiner Agentur) machen doch diesen ganzen Kram für unsere Kunden und fühlen uns dann teilweise genial und sieh dir mal die ganze Beweihräucherung auf den ADC und was weiß ich an – oder die hippen Werbeleute….
Solange einige Leute mit sowas Geld verdienen und wir die anderen davon überzeugen können, wie sinnvoll sowas ist – gehts weitet…
Und ja – wie zahlen für “Tipps” und hoffen es wird aufgegriffen und geht weiter und weiter….
Am 27. November 2007 um 09:51 Uhr
“Menschen werden zu dressierten Verteilern von Werbebotschaften” Hm, das ist doch eine grundlegende Idee des Viral Marketing, Ron Hammer und Konsorten sind genau zu diesem Zweck entstanden, Edgar-Postkarten sind da nicht anders.
Am 27. November 2007 um 09:54 Uhr
…nicht nur der Werbung im Netz nicht mehr traut…
Wann hat er das denn getan? Ich versteh ehrlich gesagt nicht ganz, was an diesen “Enthüllungen” so überraschend sein soll. Es herrschte doch auch hier immer Einigkeit darüber, dass viral nicht aus Versehen passiert, sondern dass man die Techniken kennen muss.
Ceterum censeo: Was gut ist, wird auch so weiter geschickt. Ohne Youtube, ohne Forum-Fangemeinde. Lässt sich nur nicht evaluieren. Doof, das.
Am 27. November 2007 um 10:30 Uhr
Spannendes Thema.
Ich denke nicht, dass die Menschen dem Web 2.0 irgendwann gar nichts mehr abnehmen. Aber eine kritischere Einstellung wird definitiv kommen. Muss eigentlich sogar kommen, nach der momentanen “Ich-erzähle-allen-alles-wir-sind-ja-gute-Freunde-auf-myspace/Facebook-Generation” . Irgendwann muss die Ernüchterung und der damit verbundene Schreck und die partielle Abwendung ja kommen.
Vieles von dem was er geschrieben hat fand ich extrem interessant. Schließlich ist es so, dass man heutzutage nicht einfach was in den virtuellen Raum werfen und glauben kann, dass es schon jemand finden und zu schätzen wissen wird.
Irgendwie muss man eben zwischen den ganzen Privat- und Musik- und sonstigen Videos hervorstechen. Und man muss ja nicht alle seiner Tricks umsetzen.
Aber auch nicht alles glauben, was im Netz steht. Ich glaube im Offline-Leben ja auch nicht jedem dahergelaufenen Typ alles, was er mir erzählt.
Am 27. November 2007 um 10:38 Uhr
Es ist ganz einfach, weil der Mensch ja im Grunde genommen nicht blöd ist. Es wird sich früher oder später ein werbefreies Premiummodell durchsetzen, für die Leute, die absolut keinen Bock mehr auf Werbung haben. Die BEtreiber werden dadurch nicht reich, aber der eine oder andere kann davon leben. Wenn dann noch die positive Mundpropaganda zündet, hat man gar die chance auf einen Verlag 2.0 – ohne Werbung, weil auch keine Kantine bewirtschaftet werden muss.
Ach ja schöne Utopie.
Aber im Ernst, langfristig durchsetzen werden sich nur glaubwürdige Inhalte, die glaubwürdig bleiben. Nur das muss erstmal einer schaffen. WIr disqualifizieren uns ja schon rein aus der Thematik heraus! ;-)
Am 27. November 2007 um 13:14 Uhr
Virale Werbung braucht viel Hilfe. Und hat nichts mit Mundpropaganda zu tun….
Es ist bekannt – dies ist eines meiner Lieblingsthemen. Aber wenn ich derartige Munition bekomme, dann kann ich nicht anders. (Bei Roland entdeckt.) In einem ausführlichen Post bei TechCrunch kann man erfahren, wie Firmen virale Filme pushen, damit si…
Am 27. November 2007 um 13:24 Uhr
Dieses werbefreie Modell einer Plattform wird selbst in absolut nichtkommerziellen Netzwerken nie wahr werden. Es ist ganz einfach zu verlockend, wenn eine bestimmte Zahl an Lesern, Nutzern und was es sonst noch so gibt erreichbar ist, Informationen manipulativ einzusetzen … so ist er nun einmal gestrickt der Mensch. Nur das wache Verarbeiten von Informationen kann uns vor Irreführung wahren. Und diese Fähigkeit unterscheidet eben die Hellen von den nicht ganz so Hellen Blitzmerkern.
Am 27. November 2007 um 13:48 Uhr
@Focke
Stimmt. Mediale Kompetenz und ein gesunder Menschenverstand helfen.
Übrigens bin ich nicht kategorisch für Werbefreiheit – wär ja auch absurd ;-)
Ich mag nur die heuchlerischen Ansätze nicht, die einem Werbung als menschlich motiviertes Phänomen des sozialen Miteinanders vorgaukeln wollen. Diese Camouflage und “durch die Brust ins Kreuz-Haltung ist eher kontraproduktiv. Sie verhindert oft genug eine wirksame Markenführung und dem Verbraucher geht´s schon mächtig auf den Senkel, wenn er für dumm verkauft werden soll.
Am 28. November 2007 um 12:26 Uhr
Die geheimen Tricks, wie Werber Viralvideos wirklich erfolgreich machen…
…
Am 30. November 2007 um 01:31 Uhr
[...] Q10 gegen Lippenfältchen – Insight, Research oder Bullshit? Fiese Virale Infektionsmethoden Neuromarketing – Tim berichtet über den Vortrag von Christian Scheier Johnny Rotten ist [...]
Am 19. Dezember 2007 um 13:25 Uhr
[...] hat dieser TechCrunch Artikel erhalten und wurde höchst kritisch an mancher Stellen wie hier oder hier [...]
Am 29. April 2008 um 13:29 Uhr
[...] stellen gibt, um in der Viralen Videoszene ein Bein an Deck zu bekommen, hatte uns ja auch damals Dan Ackerman bei Techcrunch [...]
Am 19. Juni 2008 um 18:09 Uhr
[...] einer Infektionskrankheit eine Saat zu Grunde, die der Mensch selbst gestreut oder in “wissenschaftlichen Testlabors gezüchtet” hat, die früher oder später außer Kontrolle [...]
Am 13. September 2010 um 13:07 Uhr
[...] bietet das Feld des Seedings ähnliches Missbrauchspotenzial wie “SEO”, wo sich Spreu von Weizen trennt, wenn man von “weißen bzw. schwarzen Hüten” spricht. Die Grenze ist schwer zu [...]
Am 20. September 2011 um 21:10 Uhr
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