23.11.07
16:30 Uhr

Inspirationsquelle StudiVZ und bookya

Bookya auf StudiVZ

Da ich gerade selbst an einer studentisch geprägten Kampagne sitze, freue ich mich umso mehr über wertvollen Input von außen. Wie gut, dass es StudiVZ und deren Werbepartner gibt, da kann ich wunderbar ein Gespür für die Zielgruppe Student entwickeln. Wichtig sind Körperöffnungen und deren jeweilige Flüssigkeiten. Herrlich, wie solche Motive anscheinend sehr breit die orale Phase der Menschen stimulieren. Bei all dem vielen Wissen, dass sich die Studierenden so einflößen müssen, braucht man anscheinend einfach einen Rückkanal für platte Sinnfreiheit auf dem primitivsten Niveau. Also da, wo die Kotze rauskommt. Allerdings dachte ich, diese Phase hätte ihren Zenith bei Jugendlichen so zwischen 14 und 18 erreicht. Scheine mich arg zu täuschen.

Danke an Nils für den Tipp.

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54 Kommentare

  1. herrMartin

    die Realität ist manchmal grausam

  2. Mathias

    Nur blöd, wenn man dazu auf Flickr-Fotos von US-Studis zurückgreifen muss…

  3. Patrick Breitenbach

    SPRINGBREAK! ;-)

  4. nils

    Was ich auch so toll finde ist die Message “Bücher sind zum Kotzen”, die kommt da ja auch mit rüber. In dem Umfeld erscheint bookya bestimmt gerne… Glückwunsch nochmal zu dieser tollen Kampagne!

  5. Vale

    Hallo alle zusammen.

    Ich habe diese wirklich ekelhafte, hässliche und abstoßende Kampagne auch schon wargenommen. Da ich zufällig ungefähr in der Altersgruppe bin (19J) und in einer Werbeagentur im PM gerade ein Praktikum absolviere. Rate ich dir, dir daran kein Beispiel zu nehmen Patrick;-). Was ich auch nicht von dir erwarten würde :-).
    Jeder Student bzw. StudiVZ User den ich kenne, is nicht sehr angetan von dieser Schaltung!!
    Übergeben=Bücherverkauf??? Tolle Idee!

  6. Jan

    “Wie bekommt denn der Käufer dann das Buch?”
    “Naja, er kann es ja auf dem Campus übergeben.”
    “Höhö, das ist ja witzig. Übergeben, hihi.”

    Für mich hört sich das nach einer Idee an, die in stark alkoholisiertem Zustand und in entsprechender Umgebung vielleicht (sehr) kurz lustig sein kann. Aber es hat schon seinen Grund wenn man die bekloppten Ideen der durchzechten Nacht am nächsten Morgen vergessen hat.

    Ich denke übrigens nicht, dass sich davon sonderlich viele Studenten angesprochen fühlen. Es ist halt schon verdammt plump. Die im Beitrag angegebene Zielgruppe halte ich für passender.

  7. PatRiot

    Junge, junge… solche Kampagnen sollte man tunlichst ignorieren, denn die Werbenden freuen sich doch immer über Aufmerksamkeit. Am Tag der Abrechung heisst es dann immer: “Siehste, hat funktioniert, die Leute reden drüber – der Name ist in aller Munde…”

  8. Bücher Schätze

    Wirklich pfui! Man sollte Antiquare diese “Werbekampagne” mal “begutachten” lassen ;)

  9. Vroni

    Sind halt so Bildwitze, die einem Grafiker, der seine alberne Minute hat, sofort einfallen.

    Natürlich stampft er sie sofort ein – spätestens, wenn er den säuerlichen Zug am Mund des Texters oder des CDs bemerkt – oder betrachtet sowas als Fingerübung zum elastisch werden, bevor er wirklich zur kreativen Tat schreitet.

    Nicht alles, was einem sofort einfällt, ist gut.
    Da wäre schon noch was Freches gegangen, das intelligenter ist.
    Was zur Zeit aber nicht gefragt zu sein scheint, das Intelligente.
    Insofern passt es wider, Fingerübungen, bootlegs, abzuliefern.

    Oder vielleicht war Hochgescheites noch nie gefragt. Ich erinnere mich da an meinen alten Ex-CD, der gern rumschäumte: “DAS IST VIEEEL ZU INTELLEKTUELLLL!! KAPIERT KEINE SAU!!!”

    Merke: Als echter Werber muss man auch etwas schlicht – oder besser: einfacher – unterwegs sein. Sonst spricht man nicht die Sprache des Volkes (in dem Fall deutlich die Sprache von Studenten, die deutlich keinen Bock mehr auf PC, Political Correctness haben, siehe StudiVZ-Foren).

    Sondern macht Werbung für seinesgleichen, meist ebenso frustrierte Werber, die es gern hätten, dass es Kunst sei, was sie da kneten.

    Ergebenst auf Schläge und Zusammenschiss wartend…
    :-D

  10. Gründernet

    … fällt auf, hat aber eine negative Werbewirkung, glaube nicht, dass sich von der Kampagne die Studenten angesprochen fühlen, bookya wird aber dadurch erstmal bekannt, also ggf. ne gute PR Maßnahme?

  11. Six

    Ja genau, das war sicher so ein Grafiker ;-)

    Wobei das Sujet gerade grafisch schlecht gelöst ist.

  12. S. Meyer

    Auch hier stellt sich für mich wieder die Frage, warum das Rad neu erfunden werden soll (es gibt ja schon genügend Kanäle, über die man seine Bücher verkaufen kann). Nunja, solange Geld zum verbrennen vorhanden ist, wird es auch verbrannt.

  13. tim

    …eigentlich ist das schönste, dass der Bursche direkt auf das Logo kotzt… *kopfschüttel*

  14. iB

    Wieviele der hier geschriebenen Kommentaren kommen von Studenten?

    Ich als “Zielgruppe” muss sagen, dass die Werbung als online-banner-werbung nicht schlecht ist und trifft, obwohl ich nicht zum Extrempartyvolk gehöre, meinen Studentenhumor.

    Der Banner brachte mich zum grinsen, was ich von sonstigen Inhalten die mir jeden Tag per Googleadsense ins Gesicht springen nicht behaupten kannt. Bookya hab ich dadurch als Marke auch nun im Kopf… demnach meiner Meinung eine gute Werbung.

  15. PatRiot

    Als Ex-Student steht man dann Außen vor?
    Die Werbung wird dadurch ja nicht besser.
    Aber der Mist passt ja zu StudiVZ, die haben den “Überdaszielhinaus” Bonus quasi mit der Muttermilch bekommen, kein Wunder, dass das die Fliegen anzieht.

  16. tim

    @iB: wer sagt, denn das ich als Nicht-Student bei Bookya keine Bücher (ver)kaufen darf. Oder andersrum: Wann verkaufe ich denn meine Studienbücher? Bestimmt nicht, wenn ich noch Prüfungen etc. vor mir habe. ;-)

    Nichts desto trotz: ich bin auch noch Student und finde dieses Banner einfach nur pubertär und total realitätsfremd. Und wenn du die googelschen Werbeformate als Beispiel für eine nicht zielgruppengerechte Werbung nennst, dann solltest du berücksichtigen, dass man dort keine Bilder verwenden kann. Und wenn dich nur der Text “Bücher kaufen und verkaufen. Direkt an deiner Uni. Übergabe auf dem Campus.” anspricht, na dann…

    Erinnert mich stark an die Anzeigen in der Bild-Zeitung “Heiße Girls. Direkt in deiner Stadt. Anrufen oder angerufen werden.”

  17. kacper

    Gut, dass für dich ein stück schlechte Werbung bestimmt, wie die Zielgruppe so ist und zu sein hat, ne? ;)

  18. iB

    “…dass man dort keine Bilder verwenden kann.”

    seit wann? Nutze selbst adsense und kann bestätigen dass dort auch Bannerwerbung (nicht nur textlich) geschaltet ist.

    Ich sag ja nur, dass Bookya es geschafft hat in meinem Kopf als Marke hängen zu bleiben. Durch diese gelungene Werbung, welche zwar schlecht gemacht ist aber dennoch gelungen, da die Wirkung erfolgreich ist. Wie viele Banner hab ich innerhalb von 2 sekunden schon wieder vergessen.

  19. PatRiot

    @iB

    ja, da stimm ich Dir natürlich vollkommen zu. Leider haben wir dieser Werbung zu viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet. Find ick.

    Euer Pat.

  20. 50hz

    Es gibt einfach Studies für die können die Gebühren gar nicht hoch genug sein ;-)

  21. Berliner Student

    Bei heutigen Verhältnissen wäre aktueller “Übergabe auf dem Schulhof” :)

    LG

  22. mr.jay

    Eins wurde ja erreicht!?! Es wird darüber diskutiert.

  23. Patrick Breitenbach

    “Eins wurde ja erreicht!?! Es wird darüber diskutiert.”

    Also wenn dieser Satz immer in Zukunft fällt, passiert folgendes:
    16 Tonnen von Gott

    Klar wird darüber diskutiert. Die Leute diskutieren auch darüber, ob O.J. seine Frau ermordet hat und trotzdem würde ihn niemand mehr heiraten.

  24. mr.jay

    Sorry, da steh ich irgendwie auf der Leitung…

    Und ob ,,The Juice” keiner mehr heiraten würde…darauf würde ich keine Wette abschließen wollen. Vielleicht kommt sein Buch ja ganz gut an in den USA..und dann hat er wieder ein paar Dollars…und naja manche Frauen…lieben…Geld…ähhh…Hochzeiten.

  25. Vroni

    Mal zurück zum Thema.
    Die Frage ist: Soll man als Werber/Kommunikationsmensch einer vermeintlich oder tatsächlich mit schlechten Geschmack ausgerüsteten Zielgruppe mit ebensolchem schlechten Geschmack kommen?(Weil sie es vermutlich nur so eben versteht und annimmt?)

    Oder grundsätzlich immer mit gutem Geschmack und gehobenen dezenten Spässkens, egal was für anvisierte Addressaten? Echte Gewissensfrage.
    (Wobei ich mir jedoch denken kann, was ein echter hartgesottener Werber da sagen wird.)

  26. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Die große Kunst ist doch gerade der goldene Mittelweg. Sowohl das eine wie auch das andere ist eben einfach. Aber im Grunde genommen sagt der Werber dem Kunden, was er hören will. Nur bzweifel ich in diesem Fall, dass alle Studenten diese “Sprache” sprechen. Da geht definitiv mehr. Für pubertierende Jugendliche ist die Anzeige von der Tonalität richtig, ob die Marke wiederum dazu passt sei mal dahingestellt. Es ist eben alles ein bißchen komplexer und die Teile müssen wohlüberlegt zusammengepuzzelt werden.

  27. Kolja

    Bei heutigen Verhältnissen wäre aktueller “Übergabe auf dem Friedhof” :)

  28. Vroni

    Patrick,
    der goldene Mittelweg führt – leider – geradewegs in langweilige Mittelweg-Werbung. Nicht falsch ist sie, aber oft bemüht korrekt, und damit fad. Alles drin, das Kundenbriefung reingefrühstückt – wie zynische Althasen sagen – aber austauschbar.

    Ich kann das leider nicht kurz ausführen, warum das so ist. Hab es aber selber in langen Jahren von Pitches und Kampagnenwerbung so erlebt und immer wieder indirekt bestätigt bekommen: Wer alles beachtet, wer alles sagt…, sagt nichts. Wer die ganze gewünschte (meist sehr heterogene, und Studenten sind alles andere als homogen) Zielgruppe erwischen will, erwischt niemanden.

    Das ist nicht auf dem Mist der Werber gewachsen, weil sie es so wollen: blöd rumkrakeeelen für teuer Geld. Sondern ist sogar Bestandteil der menschlichen Kommunikation: Wer was zu sagen hat, fasst sich kurz. Und eindeutig, mit Mut zum Risiko. Sonst kommt er nicht durch.

    Natürlich polarisiert das dann. Weil es halt nicht alles beachtet.
    Mut zur Lücke :-D

    Ich will jetzt nicht das Kotz-Sujet verteidigen.
    Aber es ist wirklich ein schmalerer Grat, als viele werbetreibende “Waschbären” (Motto: wasch mich, aber mach mich nicht nass – eerbe ungewöhnlich, aber verärgere niemanden… etc.pp) es wahrhaben wollen

    Waschbären-Kundenbriefings, die alles sagen wollen, muss man als Agentur eindeutiger um_schreiben, sonst kriegt man von Anfang an von den Kreativen keine klaren Ideen generiert. Das ist ein komischer Effekt und man will es oft nicht wahrhaben (der werbetreibende Kunde schon gar nicht), aber man kann ihn jedesmal so beoachten, wie verhext :-)

  29. Vroni

    Manches Mittelweg-Verschlimmbessern ist auch bekannt unter dem geflügelten Satz “Von Cannes nach Kotzen”.
    :-D

  30. Patrick Breitenbach

    Vroni, du verstehst nicht, was ich mit goldener Mitte meine. Du denkst an Relativierung und die politische Mitte. SO meine ich das aber nicht. Natürlich darf/muss man polarisieren, natürlich darf/muss man derb sein, aber man muss sicher gehen, dass man damit auch ins Schwarze trifft. Bei obigen Beispiel war es wohl nicht all zu durchdacht. Und auch wenn StudiVZ seinen Ruf weghat, glaube ich nicht, dass alle Empfänger diesen Geschmack teilen. Das ist die Kunst.

    Wie gesagt das obige Motiv ist bombig bzw goldig für pubertierende Mofafahrer. Das meinte ich mit Mitte oder ins Schwarze treffen.

  31. Vroni

    Ach Patrick,
    wer versteht hier was nicht.

    Du kannst nicht mehr wie früher ALLE Studenten erwischen, gisses. Früher waren sie homogener. Das ist der Knackpunkt. Jetzt hast du pubertierende Rüssel neben Schnöseln neben ganz Vernünftigen neben Greisen neben Pampers-Kleinkindern neben Karrieristen. All das sind DIE Studenten.

    Wer versucht, in einer einzigen Motiv alle gleichermaßen intelleigent zu erwischen, wird grandios scheitern. Schöner scheitern…

    Das geht bestenfalls gerade noch mit einer Anzeigenserie, die pro Motiv gezielt eine “Splittergruppe” anspricht.
    Da bräuchte es aber einen cleveren roten Faden mit Mileage, und den sehe ich bei dem gezeigten Motiv nicht. Ich sehe eber, das Werber es heutzutage immer schlechter schaffen, eine Anzeigenkampa mit Mileage zu machen.
    Es gibt im Gegenzug immer mehr Monomotive, die es entweder sind (aber nicht erweiterbar) oder man vergisst sie lieber besser.

    Ächz…

  32. Patrick Breitenbach

    Ach Unfug. Es gibt Themen und Schnittmengen die mehr Studenten einfangen, als das obige Motiv. Von “allen” war auch nie die Rede. Von “Intelligenz” hast du gesprochen. Muss ja auch nicht alles immer arg verkopft sein. Ins Schwarze, mensch, ins Schwarze.

  33. Vroni

    Patrick,
    alles ok?

  34. Jan

    Mal was ganz anderes:

    Die Anzeige läuft jetzt offenbar ohne das Kotzen. Jedenfalls bei mir gerade mit der Zeile: “Mach Cash aus den Büchern vonm letzten Semester”, und ohne Foto. Da kommt dann auch der Hauptzweck des ganzen Vereins rüber. Schließlich gehts es ja nicht unbedingt ums übergeben…

  35. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Scheinbar nicht, ich kann einfach nicht mit dir hier normal diskutieren, (auch wenn ich dich schätze usw.). Daher werde ich es in Zukunft auf das Minimalste reduzieren, bzw. wenn ich merke, dass mein Blutdruck steigt, lass ich es einfach ganz sein. Wir beide haben scheinbar ein schlechtes digitales Matching. Will damit auch nicht sagen, dass es an dir liegt, ich kann ja nur ausdrücken, wie meine Reaktion ist und die ist für uns beide nicht gerade vorteilhaft. Also ziehe ich die Konsequenz. (Hört sich ja fast schon an wie ein “Schlussmachen”)

    @Jan: Ja, ist doch gut, oder? Scheinbar machen die ihre Korrekturphase nun in Echtzeit. Eben, das Kotzbild soll einfach nur “witzig” sein, hat aber mit Marke, Produkt, Dienstleistung nicht wirklich was zu tun.

  36. Kolja

    Vroni hat m.E. aber völlig recht. Vielleicht bist Du von den Studenten schon zu weit weg, um das zu verstehen…

    Und: selbst wenn die Kotzerei kein studentisches Konsensthema ist, so ist diese Art von groteskem Humor doch genau ein Aspekt der Selbstzuschreibung einer manchmal so gefühlten “staatlich verlängerten Postpubertät”. Es ist die Form von postjuveniler Geschmacklosigkeit, von der man sich gerade deshalb nicht distanziert, weil sie ein kleines gesellschaftliches Paradoxon auf den Punkt bringt: die büffelnde Hoffnung der Gesellschaft (kicher) ist sich nicht zu peinlich, sich punktuell noch mal derart von der Leine zu lassen. Dieser Freiraum für eine oft praktizierte Art zweiter Pubertät (siehe StudiVZ) wird konterkarriert durch Ziel und Ernsthaftigkeit derselben Phase (natürlich nicht immer, aber im Gros). Insofern bringt die Kombination “Uni – Lernen -Saufen – Kotzen” gerade in der Verbindung mit dem billigen Gefühl der Geschmacklosigkeit eines unter vielen Themen auf den Punkt. Und in diesem Sinne finde ich die Anzeige wirklich gelungen.

  37. Patrick Breitenbach

    @Kolja: Seufz.

    Ich sage nicht, dass das Motiv niemanden von den Studenten anspricht. Ich behaupte mal, dass der Großteil der weiblichen Studenten schonmal von der Anzeige abgestoßen werden. Will man die nicht als Kunden haben? Und nur weil du jetzt zufällig auf die Anzeige anspringst, heisst das im Umkehrschluss nicht, dass allen Studenten das gefällt. So viel zum Thema “Entfernung”.

    Den “Beweis” könnte eh nur eine repräsentative Umfrage liefern und selbst denen trau ich nicht.

  38. Patrick Breitenbach

    Also, nachdem ich mich nochmal versichert habe, dass ich hier kein spanisch spreche, sondern dass wir hier völlig aneinander vorbeireden scheint eine Vermutung recht schlüssig zu sein.

    Ihr sprecht über die Anzeige – ich über die Markenführung.

    Ihr schaut auf die Awareness – ich auf die nachhaltige Wirkung bei potenziellen Kunden.

    Ihr schaut auf “is ja witzig” – ich auf “ich kauf da jetzt was”

    Grafiker vs. Planner sozusagen. ;-)

  39. Kolja

    @ Patrick: och nö

    (1) Ich bin gar kein Student mehr. Ich nehme mich selbst nicht als Richtschnur. Mich springt die Anzeige auch nicht (mehr) an. Ich wollte nur meine 5 cents dazu beitragen warum ich GLAUBE, dass man als Student diese Anzeige gegen alle Erwartungen doch irgendwie ansprechend findet.

    “Den “Beweis” könnte eh nur eine repräsentative Umfrage liefern und selbst denen trau ich nicht.” – tja, wenn sich Deine Hypothese nach Deiner eigenen Einschätzung weder verifizieren noch falsifizieren lässt, ist sie gegen jede Kritik / Diskussion immun, oder nicht? Dann kann man sich allerdings auch gleich das Posten sparen, es sei denn, man will nur lesen, dass einem alle lobhudelnd Recht geben.

  40. Patrick Breitenbach

    @Kolja: Geschenkt. Mit der Umfrage.

    Aber dann sag doch mal etwas zu den Studentinnen. Was sagt da denn dein Gefühl?

  41. Kolja

    @Patrick

    Ich versuch mich dem mal zu nähern … also vordergründig gibt es m.E. natürlich eine Abneigung der Frauen gegen dieses Thema, weil es (i) viele schlicht eklig finden (ii) flat-rate-zersoffene kotzende junge Männer eher peinlich als männlich sind ABER ABER auch hier (-> siehe StudiVZ) gibt es eine fast paradoxe und stark gegenläufige Dimension a lá “Kerle sind eben so” PLUS die (an)Erkennung des ganzen als treffende Metapher für die mitunter albernen Freiheiten des Studentenlebens. Ich kenne z.B. immer noch einen Sack voll studierender Frauen, die saufen bis der Arzt kommt, vordergründig die Resultate solcher Hobbyentgleisungen fies finden, aber die Sache im Kern doch (im studentischen Zusammenhang) irgendwie cool.

    Dazu gibt es übrigens unglaublich viele Parallelen im Bereich der Sexualpraktiken und dem Thema Promiskuität (aber das erspare ich euch lieber).

  42. Patrick Breitenbach

    @Kolja: Mag sein, dass Frauen dafür gerade noch eine Art Verständnis aufbringen, für Kerle, die so handeln. Aber laut deinen Ausführungen müssten sie dann die Werbung einfach nur abstoßend finden, oder nicht?

    Selbst saufen mag sein, aber ich glaube nicht, dass Frauen so gesehen oder fotografiert werden wollen. Das ist der kleine aber feine Unterschied! ;-)

  43. ramses101

    Die Werbung wird aus einem ganz einfachen Grund nicht funktionieren. Selbst wenn 100% aller Studenten permanent saufen und kotzen würden: Niemand lässt sich gerne von einem Außenstehenden vorführen. Und von Werbung schon mal erst recht nicht. Da hat einfach irgend jemand die Jack-Ass-Tonalität (passender fällt es mir auf die Schnelle nicht ein) nicht ganz verstanden.

  44. Kolja

    @ ramses: doch doch… das ist die “Wir dürfen das”-Mentalität, die sich selbst dabei nicht ganz ernst nimmt (so zwischen Kichern und Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlagen)
    @ patrick: “Aber laut deinen Ausführungen müssten sie dann die Werbung einfach nur abstoßend finden, oder nicht?” Eben nur zum Teil. Der andere Teil weiß nur zu genau, dass die Realität genau so ist. Die Kotze (Eklig) ist nur der Schaum auf etwas ganz anderem, dass aber begehrenswert ist (Party, “Postpubertät”, Kerle, … plus … “wir dürfen das”). Das funktioniert bei den College/Bachelor-Filmen / Ads oft ganz genau so schizophren, nur eben zahmer. Bei einem gebe ich Dir vollkommen recht: der Spaß geht nie so weit, dass Frauen sich so sehen möchten…

  45. ramses101

    @Kolja: Sich selbst nicht ernst zu nehmen und sich selbst auszulachen sind aber zwei Paar Schuhe. Niemand wird gerne ausgelacht – auch nicht von seinesgleichen. Bookya sagt ja eben nicht: „Kuck mal, das sind wir, lustig was?“ (wie in American Pie, Jackass, eigentlich jede etwas derbere Comedy) sondern sie sagen: „Kuck mal, das bist Du, lustig was?“. Haut nicht hin.

  46. Vroni

    Patrick

    “schlechtes digitales Matching.”

    Öha, so digitalesoterisch kann man’s auch ausdrücken.

    Es wäre zumindest eine gute Idee, nicht “Unfug” oder so Zeug rumzuschleudern, nur weil einer anderer Meinung ist. Ganz kann ich mir es auch nicht verkneifen, dass Frauen, die anderer Meinung sind, gleich nochmal stärker quer über der Leber liegen. Ist aber nur eine Vermutung und ich will das nicht vertiefen.

    Zu dem Deppensujet nochmal:
    Ich argumentiere aus der Sicht: Wie müssen denn die (Briefing-)Bedingungen sein, damit überhaupt interessante und kreative Motive entstehen können.

    Und da ist glasklar, dass man je mehr unterschiedliche Milieues man versucht, zusammenzufassen und anzusprechen (und Studenten sind stark unterschiedliche Milieues – das einzig Gemeinsame ist, dass sie an einer Hochschule sind und von 17 -35 alle möglichen Alterserscheinungen haben…:-) ), es immer schwierig wird, auf den Punkt, ins Schwarze zu kommen.

    Also wenn du ins Scnwarze willst, dann kommst du nicht umhin, dir da drüber Gedanken zu machen. Der Gedanke: Aber es muss doch möglich sein…, die goldene Mitte…
    Ja möglich istd as schon, natürlich kann man versuchen, die alle iregndwie anzusprechen, nur werden die kreativen Ideen halt dann in der Regel immer zahmer (weil sie breiter werden müssen stat idealerweise spitz zu bleiben) und damit eben…. unkreativer.

    Ist eigentlich eine alte Binse aus der Welt des creative und strategic plannings.

    Und das Motiv mit dem Kotzer war dennoch schlecht und unkreativ.
    Kann es ja auch geben: Spitz, aber dennoch schlecht. Wie denn das? Die Welt ist groß und der Herrgott hat einen großen Zoo.

  47. Kolja

    @ ramses: Du verwechselst wahrscheinlich “über sich selbst lachen” mit “sich selbst auslachen”. Letzteres macht wirklich keine.
    Denn wer auf kritisch-ironische Distanz zu sich selber geht (z.B. sich selbst nicht so ernst nehmen), der kann und wird auch über sich selber lachen/schmunzeln können. Das hat mit auslachen nichts zu tun.

  48. ramses101

    Ich verwechsel das? Ich habs doch erst in die Diskussion eingebracht. Gegen Dein “sich selbst nicht so ernst nehemn” sagt doch keiner was. Aber das findet da nicht statt. Die thematisieren mit dem Übergeben NICHT sich selbst. Die Anzeige sagt nicht “Wir”. Die Anzeige sagt “Du”. Wenn das Ding aus einer Bookya-Community käme, würde ich ja gar nichts sagen. Dann wäre es in der Tat ein “über sich selbst lachen”. Kommt es aber nicht. Es kommt von einem Anbieter, der sagt: “Hey Kunde, im Übergeben kennst Du Dich doch aus. Ich hab da was für Dich.”

    Da schmunzelt niemand über sich selbst.

  49. Kolja

    @ramses: Dann sagt die Anzeige eben “Du”. Na und? Seit wann ist es nach Deiner Meinung auf diesem Planeten unmöglich geworden, über Fremdbezichtigungen zu lachen oder schmunzeln? Dürfen auf einen selbst gemünzte Scherze nur aus der eigenen Gruppe kommen, damit man über sie lacht oder schmunzelt? Nacht Mattes…

    Und vielleicht – aber nur vielleicht- ist der grafische Dilettantismus ja Methode, um eher ein “Wir” als ein “Du” zu suggerieren…

  50. ramses101

    Ich sage nicht, dass es nicht möglich ist. Im Gegenteil. Passiert permanent bei den Leuten, die mitlachen, wenn sich die anderen über sie lustig machen. Und ich wäre doch als Unternehmen blöd, wenn ich meine Kunden eben als die kleinen hinstelle. Aber da ich mich mit “so blöd kann doch niemand sein” ja etwas zurückhalten wollte, muss ich auch hier zugeben, dass ich es nicht gänzlich ausschließen kann.

    Das mit dem Dilettantismus als Methode finde ich übrigens gar nicht so uninteressant. Trotzdem unwahrscheinlich, denn die Gestaltung hätte heutzutage jeder Student besser hinbekommen ;-)

  51. Kolja

    ich finde, beides bringt es glänzend auf den Punkt *grins*

  52. Kolja

    @ramses: Du hast ja so Recht…
    den von Dir beschriebenen Kulturoptimismusimpuls bin übrigens auch lange Zeit nicht los geworden – aber ohne geht’s einfach besser *lmao*
    greez

  53. Was haben Diktatoren und Terroristen mit Kinderfotografen zu tun? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Was haben Diktatoren und Terroristen mit Kinderfotografen zu tun?

    [...] Unternehmen, dass Kinderfotografie als Dienstleistung anbietet und eindeutig nicht die Zielgruppe des versoffenen Studentennihilismus anpeilt? Ist denen denn überhaupt nicht klar, was da im Subtext mitschwingt? Fotografiert eure [...]

  54. Anku

    Ich bin Studentin, bei StudiVz und lese Bücher. Die Werbung gibt mir das Gefühl, das ein Student sich über bookya lustig machen wollte und einfach mal sein “Kumpel-kotzt-Foto” kombiniert hat. Ich würde niemals meine Bücher einem Vollbesoffenen kotzenden Studenten geben. Und schon gar nicht einem Onlineportal, das mit Kotze wirbt. Werbung versagt.

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