21.11.07
22:06 Uhr

Literatur/Quellen zu Viral Marketing/virale Werbung?

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Ich möchte einfach mal folgende Anfrage einer Leserin hier weitergeben, wobei ich mich natürlich für Literaturtipps in der Richtung auch immer stark interessiere:

(…) ich (…) möchte demnächst eine Diplomarbeit über Werbung schreiben, habe aber noch kein bestimmtes Thema.
Beim Durchlesen einer Unizeitschrift bin ich auf dein Artikel “Viral: letal oder genial?” gestossen und dabei auf die Idee gekommen,
über virale Werbung zu schreiben. Mein Prof. befürchtet aber, dass ich für dieses Thema nicht genügend Literatur zusammenkriege. Deshalb wollte ich dich als Experten fragen, ob ich mich mit dieser Idee nicht verrenne.
Vielleicht kannst du mir Tipps geben und mich auch auf ein paar Quellen verweisen. (…)

Wer kann von euch helfen?

Ich fange schonmal an:
Sascha Langner: Viral Marketing
Martin Oetting als Co-Autor von Connected Marketing
Eher Richtung Memetik und nicht speziell auf Werbung gemünzt ist Virus of the Mind von Richard Brodie

Ich denke, man sollte sich im klaren sein, ob man über virale Mechanismen, virales Marketing oder virale Werbung eine wissenschaftliche Arbeit verfassen möchte. Zu allen Themengebieten dürfte aber genug Stoff vorhanden sein, es klingt aber zwischen den Zeilen so durch, als habe der Prof einfach keinen Bock auf das Thema oder dass er sich erst selbst in das Thema einfinden müsste.

18 Kommentare

  1. tim

    Katrin? Du schreibst dem Werbeblogger?

  2. per noid

    auch cleveres virales adbusting: youtube.com/watch?v=...

  3. Martin Oetting

    Zu dem Thema gibt es säckeweise Literatur – sofern man es denn umfassend definiert. Wer sich allein mit viralen Filmen befassen will, der könnte eventuell Probleme bekommen. Aber wer das ganze als die gezielte Arbeit mit Mundpropaganda im Rahmen des Marketing begreift, der kann sich zuschmeißen mit sehr seriösen Wissenschaftsquellen, gerade auch aus dem englischen Sprachraum. Da wird seit einigen Jahren intensivst geforscht. Mir geht bei der Recherche an meiner Diss das Material jedenfalls nicht aus. ;-) Die Sache mit dem Prof. dürfte eine andere sein – klar, wenn der das Thema nicht mag, dann hat’s auch keinen Sinn. Ansonsten kann ich noch melden, dass sich im Schnitt einmal pro Woche ein Diplomand bei mir meldet, der/die über Virales Marketing schreibt. Sie wäre also in guter Gesellschaft…

  4. Martin Oetting

    Noch ein doppelter Nachtrag:

    Erstens, viele Studenten melden sich bei mir, schreiben allgemein etwas über “Ich schreibe zu Viral Marketing” und bitten dann direkt um Literaturtipps. Ohne unfreundlich klingen zu wollen: so geht’s nicht. Denn gerade die Literatursuche ist doch das, was die wissenschaftliche Arbeit ausmacht. Man kann nicht pauschal Literatur empfehlen, wenn man erstens nicht weiß, über was die Person genau schreiben will, und wenn man zweitens auch noch was anderes im Leben zu tun hat. ;-) Denn Literaturtipps in eine E-Mail zu packen, kann der Job von mehreren Stunden sein. Daher immer meine Empfehlung: erstmal direkt selber suchen. Je nach Wissenschaftsanspruch mit entsprechenden Stichwörtern zunächst mal bei Google, Wikipedia und dann entweder bei Amazon oder aber in einer richtigen Wissenschaftsdatenbank (wie EBSCO) suchen und gucken, was passiert. Und dann: SICH EINLESEN! Und nicht direkt am Anfang bei irgendeinem Experten aufschlagen und den platt nach Literatur fragen. Denn das funktioniert nicht. Ich weiß jedes Mal nicht, was ich da empfehlen soll. Will derjenige eine wissenschaftlich anspruchsvolle Diplomarbeit an einer Hochschule schreiben? Oder geht es um ein praxisorientiertes 30-Seiten-Ding an einer Fachhochschule? Was erwartet der Prof.? Was ist genau das Thema? Unzählige Fragen, die beantwortet werden müssen, bevor man Literatur empfehlen kann. Beantworten kann die der Student aber nur selbst.

    Zweitens – gerade frisch reingekommen:
    connectedmarketing.d...

    Vielleicht von Interesse für die Dame?

  5. Birger

    Ich habe es selbst noch nicht gelesen, aber ich denke, man kann Seth Godin getrost empfehlen bzw. zumindest mal reinschauen.

    Unleashing the Ideavirus
    sethgodin.com/ideavi...

    Sascha Langner “Viral Marketing” wurde ja schon genannt. :)

  6. Sympatexter

    Ich habe eine wissenschaftlich anspruchsvolle Diplomarbeit an einer Fachhochschule geschrieben ;-) Rein zufällig über Virusmarketing. Mein Tipp ist auch: Zuerst selber suchen und einlesen. Nur so kristallisiert sich der eigene Weg heraus. Man sollte die Basis selbst legen und genau wissen, worüber man schreiben will. Dann bringen einem Tipps von anderen auch mehr, weil man gezielter fragen kann.

  7. Lippe

    Gerade aktuell auf Connected Marketing:
    “JoinMyTrip: Diplomarbeit zu Viral / Word of Mouth Marketing angeboten” connectedmarketing.d...

    Vielleicht ists ja was für deine Leserin! Viel Erfolg!

  8. Norbert

    Ich habe auch eine Diplomarbeit an eine FH geschrieben, die sich am Rande mit viraler Promotion (für Filme) befasst. Ich schließe mich den Leuten hier an. Vorher das Thema genau festlegen und dann loslegen mit gezielter Recherche in Bibliotheken und im Netz. Wenn man dann ein paar Standardwerke gefunden hat sollte man sich einfach mal einlesen. Nur so kann man dann auf einem “wissenschaftlichen” Niveau qualifizierte Fragen an Experten stellen. Und eine dieser Fragen kann dann ja lauten, ob man weitere Literatur empfehlen kann.
    Ich kann aber beruhigen. Es gibt sehr viel Information zu diesem Thema – besonders im Netz. Ich kann übrigens auch eine Recherche bei del.icio.us empfehlen ;-)

  9. Sandra

    Äh…also dem Prof zu unterstellen, er habe keinen Bock auf das Thema, weil er darauf hinweist, es gibt womöglich nicht so viel Literatur, finde ich schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt!
    Während meines Studiums habe ich es immer für ein gutes Zeichen angesehen, wenn der Prof seine Studierenden nicht blindlinks auf unbeackerte Felder wirft, nur weil sie diese interessieren, sondern vor allem die “Ergiebigkeit” des Themas einschätzt. Schließlich gehört zu einer ordentlichen wissenschaftlichen Arbeit auch die Kenntnis der bisherigen Fachliteratur. Wenn die dünn ist, muss man sich einfach Sachen aus der Nase ziehen oder aufwendig evaluieren. Ersteres ist unstatthaft, zweiteres sehr aufwendig. Die Sorge um wenig Literatur ist daher keine versteckte Bequemlichkeit des Profs, sondern vielmehr Bemühung dem Studenten es nicht unnötig schwer zu machen.
    Unabhängig davon muss der Student aber schon selbst seine Quellen finden. Ganz so bequem geht’s dann doch nicht und hilf auch nicht! ;o)

  10. Patrick Breitenbach

    @Sandra: Um Gottes Willen ich will die Profs nicht schlechtmachen, ich kenne selbst einige. Die einen sind halt so, die anderen so. Nur weil Prof. davorsteht, heisst das aber im gegenzug nicht, dass sie auch wie einer arbeiten. :-)

    Wie gesagt in diesem Fall reine Vermutung

    @alle: Danke für die bisherigen Tipps und Anmerkungen.

    Im übrigen finde ich es naheliegend und gut die Experten um Rat zu fragen, auch wenn die davon natürlich teilweise genervt werden, aber wieso nicht erst den relevantesten Hub ansprechen? Wissenschaftliches Arbeiten heisst ja nicht unbedingt das Rad 912382937 mal neu zu erfinden. Ich finde es gut, wenn man ein wenig Beschleunigung da reinbringt. Wir unterstützen sowas gerne, jedenfalls wenn wir richtig angesprochen werden, bei uns grad die Zeit da ist und ernsthaftes Interesse gezeigt wird. Und solange ich selbst nicht die Recherche übernehmen muss.

    In Zukunft kann ich solche Anfrage nämlich immer galant zu diesem Post leiten! ;-)

  11. Patrick Breitenbach

    Ach ja und die Experten bleiben dadurch in gewisser Weise Ecperten bzw. die bestätigen dadurch öffentlich ihre Reputation. So ein bisserl Eigenwerbung ist doch auch nicht verkehrt, oder?

    Also habt ein Herz für Studis! ;-)

  12. ramses101

    Ich kann die Befürchtungen des Profs absolut nachvollziehen. Nur weil es Bücher zu einem Thema gibt, heißt das noch lange nicht, dass es ausreichend Literatur zu einem Thema gibt, um es wissenschaftlich zu erfassen.

    Meine Diplomarbeit über Viralmarketing würde übrigens in eine SMS passen ;-)

  13. Vroni

    Doch, auch ich habe ein Herz für Studis, war ja selber mal einer. Der auch ab und zu Trost und Hilfe gebraucht hat (die Profs waren aber hart…).

    Doch manche/einige/wenige Studenten sind schon heutzutage a bissi faul, muss ich sagen. Oder halten sich für raffiniert/cool. Oder wie ist es zu verstehen, dass ein Student (echter Vorfall) eine Geschäfts(!!)plattform, die auftragnehmende Unternehmen stattliche Salärs zahlen lässt, damit sie überhaupt da drin sind, vage (auch das noch, kaum Angaben) anfragt, ob sie, die Teilnehmer ihr sagen können, was das die oder die Engine/Schnittstelle kostet. Da kann ich gleuich zummetzger gehen und fragen: Grüß Gott, was kostet a Wurscht? (Ja, da gibts aber tausend Würste, welche hättens denn gern…bla)

    Er hat die Kostenangebote aber nur gebraucht für seine Semesterarbeit, war nie ein echtes Projekt. Davon abgesehen, das man sowieso nie ordentliche Kosten kriegt, wenn man keine ordentlichen Angaben macht…

    Zu faul oder zu ungeschickt für Googlesuche, das kommt leider oft vor. Manche Studis wissen nicht einmal dass es Google scholar gibt…, das dazu. Zumindest hätte es genügt, ein oder max. 2 IT-Firmen direkt höflich zu fragen. Aber gleich eine bezahlte Geschäftspattform aufzumischen, sowas wäre mir als kleiner Studi nicht eingefallen, Indianerehrenwort, ich hätt’ mich total scheniert.

    Das hat jetzt nichts oder wenig mit der anfragenden jungen Dame zu tun, Viralmarketing ist ein junges Feld und gerade auch in Blogs beharkt und begärtnert, da passt das gerade noch.

    Eine gewisse Nehm-Mentalität gibt es aber auch nicht zu knapp, und man muss da sein Helferbewusstsein zügeln. Martin Oetting hat das sehr schön erklärt und dann auch noch den Vorteil genannt, den der Student hat, wenn er sich selber auf seinen Hosenboden setzt.

    Non scholae discimos…
    Auch in Zeiten des Internet und der frei verfügbaren Information.

    Hilfe zur Selbsthilfe (immer angesagt):

    Dem erwähnten Studi hab ich dennoch (zähneknirschend höflich) empfohlen, sich doch in seiner Fachschaft dafür einzusetzen, dass Internet-Rechercheseminare eingeführt werden. Gewusst wie man im Netz recherchiert, das ist doch das Know-how, auf das es immer stärker ankommt. Einfach in Google suchen, das ist keine Recherche. Da findet man nicht einmal alle Papers. Da fehlt es auch an Aufklärung den Profs gegenüber, die nicht unbedingt alle sonderlich netzfaffin sind. Da sind sicher noch einige Burschen und Burschinnen dabei, die sich ihr E-Mails von der Sekretäterin ausdrucken lassen *duck*…

  14. Daniel

    Bin gespannt, wann das Thema endlich strukturiert in deutschen Vorlesungsverzeichnissen stattfindet.

  15. nils

    Jetzt habt Ihr natürlich mein Fass aufgemacht. Habe gerade ein Seminar zum Thema Informationskompetenz hinter mir, stecke also aktuell in der Thematik. Was Vroni schreibt ist absolut richtig, die Lösung aber schwer. Studierenden wird das wissenschaftliche Arbeiten nicht beigebracht. Es ist nicht in der Prüfungsordnung verankert. Folge ist übrigens, dass 80% (nagelt mich nicht darauf fest, ist aus dem Kopf) als erste Recherchequelle ‚Kommilitonen fragen’ angeben. Dies zum Pflichtfach zu machen ist durch den Bachelor-Abschluss schwer geworden, da man auch Credits dafür braucht. Die Vermittlung der Kompetenz liegt also bei denn Hochschulbibliotheken, und wie es da mit finanziellen und personellen Ressourcen aussieht ist wohl bekannt. Die Studiengebühren dürfen übrigens nicht dafür verwendet werden!

    Da ich bisher am Thema vorbei war, hier mein Tipps: gbv.de/vgm/ zum Einstieg Mal ‚Viral Marketing’ eingeben. Viel Glück!

  16. ramses101

    Das Seminar “Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens” war bei mir Pflichtveranstaltung im ersten Semester. Das ging los bei “wie nutze ich eine Bibliothek?” und “wie verfasse ich wissenschaftliche Texte”. Gut, damals hat das Internet in Sachen Recherche noch keine große Rolle gespielt, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es in der heutigen Version des Seminars genau so grundlegend behandelt wird wie die damaligen Möglichkeiten.

    Allerdings war das auch im Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte und das war wenigstens Wissenschaft. Später in BWL und insbesondere im Marketing war von wissenschaftlichem Arbeiten keine Spur mehr. Wie auch. Marketing ist nunmal keine Wissenschaft.

  17. Rob

    Vielleicht ist das hier auch ein gutes Beispiel
    und themenrelevante Literatur zugleich:

    Mike Filsaimes “Virology” als PDF-Gratis-Download auf Seth Godins “Squidoo.com” (virales Content-Konzept und Alexa 686)

    squidoo.com/Virology...

    direkter Link: tinyurl.com/3d3nsv

    Das PDF an sich ist ebenfalls viral: für den Autor z.B. durch den Upsell und durch die beiden “brandable links” für den Affiliate…

  18. Stefan Erschwendner

    Hi,

    ich finde “The Anatomy of Buzz” von emanuel-rosen.com/ ist für den Anfang nicht schlecht.

    Alexander Igor Schwartinski von blindjump.de/blog hat auch eine interessante Master Thesis über Buzz Marketing vs. Traditional Marketing geschrieben.

    Aber wie Martin bereits erwähnt hat, ohne Datenbanken wie Ebsco, JSTOR oder ScienceDirect geht nichts.

    Viel Spass beim Research ;-)

    Stefan

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