22:29 Uhr
Das große Spreadshirt UGA Logo Monster
Welche Auswirkungen ein großer, offener User generated Advertising Contest haben kann, zeigt sich sehr schön anhand des Open Logo Projektes von Spreadshirt. Man sieht ganz deutlich, dank der offenen und transparenten Dokumentation des bisherigen Contests, dass solche Logoausschreibungen ganz schnell zu einer entfesselten Zeitfresserbestie mutieren können. Das Zwischenergebnis nach über 3 Monaten Laufzeit, immer noch kein fertiges Logo, dafür über 2800 Logoeinreichungen, fast 20.000 € Kosten bisher und 550 verbratene Arbeitsstunden des Open Logo Contest Teams (nicht der Designer wohlgemerkt).
Die PR-Ziele wurden indes gut erfüllt. Der Contest erreichte eine gute intermediale Aufmerksamkeit, jedenfalls wurden die eigenen gesteckten Kommunikationsziele übertroffen.
Geht man tiefer in die Selbstanalyse von Spreadshirt, so lassen sich sehr schnell die Haken eines solchen Vorhabens erkennen:
Its not math. People are emotional about the choices, will get angry when their favourites aren’t picked. The whole process is extremely time consuming and challenging, much more preparation is required.
Richtig, basisdemokratische Kreativprozesse arten sehr schnell in Geschmackswrestling aus. Ich war schon immer der Ansicht, dass es bei solchen Dingen wenig Raum für Basisdemokratie gibt. Die Idee muss sitzen, aber eben auch mit Schmackes verkauft und vertreten werden. Setzt man also das Vertrauen in einen guten Designer, Texter oder Planner, so wird er in der Regel alles dafür tun, dass am Ende das Ergebnis stimmt und er wird es erfolgreich an seinen Kunden verkaufen bzw. vermitteln. Setzt man jedoch über 2000 Kreative auf diese Aufgabe an, so darf am Ende die Mehrheit UND der Kunde den relativen Müll durchwühlen. Wir alle wissen ja, dass es bei solchen Prozessen schon fatal ist, wenn die Ehefrauen der Entscheider sich mit einmischen, aber wie ist das erst, wenn hundertausende plötzlich meinen, sie müssen ihren Favoriten durchboxen.
Ein Logo ist das Symbol eines Unternehmens. Das Unternehmen ist zwar unheimlich von seinen Kunden abhängig und ich finde es ja löblich, wenn man ihnen eine gewisse Mitgestaltung am Unternehmensbild lässt, aber in erster Linie geht es um das eigene Profil, den eigenen Anzug, in dem sich das Unternehmen wohlfühlen muss. Wenn ich mir neue Klamotten kaufe, frage ich meine Frau oder die Verkäuferin, aber doch nicht alle gerade anwesenden Shopper oder alle Angestellten des Ladens.
Trotzdem. Hut ab vor so viel kommunikativer und transparenter Selbstreflektion. Sieht man selten und sowas mag ich sehr.
Siehe dazu Artikel bei Martin und Exciting Commerce und die “Gewinner” des laufenden Contests. Sagt mal, wieviele “echte Logos” sind da eigentlich dabei? Also die Anforderungen, die ich noch so kenne, wie Faxfähig aka Schwarzweiss usw.? Ist vielleicht gerade Logoentwicklervolk anwesend?
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14 Kommentare
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Am 20. November 2007 um 22:43 Uhr
off/ontopic:
Ich weiß nicht einmal, wie die Sache mit dem Mr Wong Logo ausgegangen ist, welches es geworden ist. War doch große Aufregung. Weiß da irgendjemand was?
Am 21. November 2007 um 00:33 Uhr
Also 20.000$ klingt für eine Werbekampagne günstig. Bestimmt ist die gesamte Aufmerksamkeit auf dem Vorgang viel mehr wert. Und die Leute müssen sich positiv denkend mit dem Unternehmen auseinandersetzen wenn sie sich ein Logo ausdenken.
Hoffentlich wird das nicht hundertfach wiederholt dann ist es bestimmt sehr öde
Am 21. November 2007 um 07:13 Uhr
…und noch dazu sieht keines der Logos auch nur annähernd so gut aus wie das bisher verwendete.
Am 21. November 2007 um 07:51 Uhr
@Rainer: Ich weiß nicht ob bei den Kosten schon alle Preise mit drin sind, auf alle Fälle wird das noch dazukommen: “not including winning logo development that will happen next, purely money costs so far.”
@Vroni: mister-wong.de/blog/...
Mehr weiß man wohl auch nicht. Auch hier der ähnliche Effekt, nehme ich an.
Am 21. November 2007 um 07:52 Uhr
@ Jens Minor
Hm, (optisch?) gefallen, nicht gefallen… Ich weiß nicht, ob das noch amtierende Spreadshirt-Logo von seiner Botschaft (dem transportierten Inhalt) her wirklich gut ist. Mich erinnert es einfach an das Schurwolle-Siegel. Bei Baumwollehemden ziemlich misleading.
Am 21. November 2007 um 08:12 Uhr
super bitburger spoof:
youtube.com/watch?v=...
youtube.com/watch?v=...
Am 21. November 2007 um 09:11 Uhr
@Vroni: Bei Mr. Wong gibt es Finalisten, aber noch keine Entscheidung. Ich habe so die Vermutung, dass man mit der Minimallösung (Schriftzug plus Sternchen) am besten fahren wird.
Mein Senf zum Thema Logo-Crowdsourcing:
kreisrot.at/blog/200...
Am 21. November 2007 um 10:26 Uhr
Eines der Gewinnerlogos erinnert mich doch sehr stark an das aus Nahrungsmitteln zusammengesetzte Logo-”U” von Unilever.
Nicht wahr? ;-)
Am 21. November 2007 um 11:38 Uhr
der grand finalist (links) ist quasi ne 1:1 Kopie vom Logo des Event- und Plattenlabels “Supperclub”.
supperclub.com
Am 21. November 2007 um 15:02 Uhr
Mich amüsiert der ganze Heibai um das endgültige Spreadshirt-Logo sehr. Ich finde, dass der Vergleich mit dem neuen Kölnerdom-Fenster gut zu der ganzen Aufregung passt. Herr Richter’s Kunstwerk erinnert mich stark an das Design des Grand Finalists (linkes Logo oben!). Und der ganze Wirbel um die Auswirkungen und die Anfertigung des Logos überschneiden sich in vielen Punkten mit denen des Domfensters. Vielleicht möchte Herr kardinal Meissner etwas zu dem Logo-Vorschlag sagen….:-)
Am 21. November 2007 um 20:46 Uhr
äh, ich komm zwar grad aus köln, verstehe aber den zusammenhang zwischen domfenstenr und unserem neuen logo nicht ganz.
bei den 20.000 euro sind (eigentlich nur) die preise enthalten. dazu kommen jetzt noch die kosten für die umsetzung, wobei uns eine agentur behilflich sein wird.
Am 24. November 2007 um 14:20 Uhr
Spread the Domfenster !!…
Wow. Ich bin beeindruckt. Mitte letzter Woche habe ich einen Kommentar auf der Werbeblogger-Seite zum Thema "Das große Spreadshirt UGA Logo Monster" hinterlassen, indem ich ein wenig ironisch und provokativ auf den Zusammenhang zwischen…
Am 25. November 2007 um 12:14 Uhr
[...] zu Logo Contests findet man im >> werbeblogger/20.11.2007. Es ist sehr schwer für diese Art von Kommunikation eine vernünftiges Kosten-/ Nutzenverhältnis zu [...]
Am 26. September 2008 um 23:25 Uhr
Meine Doofe Frage !
Kann man mit Spreadshirt Millionär werden ??
Ich sage ja wenn man die coolsten T Shirts generiert und Sie dann an die geilsten Typen und Tussys verkauft. Also derzeit ist ja das Oktoberfest der tolle Renner für Spreadshirt Shirts.
Viel Spass mit den Shirts und auch auf dem Oktoberfest.
Gruss Hans.