19.11.07
10:58 Uhr

Das Web: Der Tragödie zweiter Teil – Prolog im Äther

Werbeblogger Brainware

Der Mensch lernt in der Regel täglich neue Dinge dazu. Um zu lernen, braucht er jedoch auch die Fehler. Er braucht sie nicht nur, er ist sogar regelrecht auf sie angewiesen. Fehler helfen, das eigene Handeln neu zu justieren. Fehler sind mitnichten als eine Sackgasse, sondern vielmehr als sinnvolle Weiche zu begreifen. Ohne Fehler befände sich die Welt in der vollkommenden Perfektion. In der Vollkommenheit wiederum gäbe es jedoch keinen Grund mehr, irgendetwas dazuzulernen. Wozu auch? Es wäre doch alles schon perfekt. Never touch a running system but touch the buggy system.


Das Bild der großen Blase aus dem Dot-Com-Crash von 2000 taucht in letzter Zeit wieder sehr häufig bei einigen erfahrenen Onlinern in Gedanken und Worten auf. “Es ist verdammt nochmal alles noch genauso wie beim ersten Mal”, hört man beispielsweise den Kaiser klagen und er weiß wirklich wovon er spricht. Ich selbst war übrigens nie ein Geschädigter der damaligen New Economy Apokalypse. Daher trage ich auch kein permanentes Web-Trauma mit mir herum. Allerdings weiß ich sehr wohl die Erfahrungen und Erlebnisse von damals in schriftlicher oder mündlicher Form zu schätzen. Es gibt im Grunde auch nichts Peinlicheres, als einen Fehler ein zweites Mal zu begehen. Man muss sich also nicht unbedingt selbst Brandblasen zuziehen um das Element Feuer mit Respekt zu behandeln. Doch es gibt natürlich auch die Zwanzigjährigen Web 2.0 CEOs, denen es an der Bereitschaft, den Brandopfern zuzuhören, mangelt. Auch das muss nicht wirklich so schlecht sein. Denn das, was manche gebrannten Kinder durch ihre schlechten Erfahrungen lähmt, macht das unbekümmerte Jungvolk mit Tatendrang wieder weg. Und niemand kann wohl leugnen, dass das Internet eben ein spannendes uns zukunftsträchtiges Medium ist. In der Bewegung liegt zumeist die Kraft.

Nichtsdestotrotz befinden wir uns mal wieder mitten drin in der Blase. Das ist jedoch kein Grund zur Panik. Diesmal läuft das Ganze auch ein wenig anders ab. Die Protagonisten von heute sind zum Teil ganz andere. Die Geschädigten werden ebenfalls andere sein und diesmal wird es keine Kleinaktionäre geben, die unmittelbar an den Folgen zu knabbern haben. Die neue Blase ist ein völlig natürlicher Prozess, ein Teil einer großen Wellenbewegung, die insgesamt ein Vorankommen initiiert. Es werden Fehler gemacht, es werden daraus jedoch auch wieder gute Dinge hervorgehen. Ein stetiges Auf und Ab, was sich natürlich nicht nur in diesem winzigen Segment der Märkte oder gar des gesamten Lebens beobachten lässt. Die Welt basiert auf diesem Grundprinzip der “sieben fetten und sieben mageren Jahre”, so jedenfalls mein Eindruck.

In den folgenden Beiträgen möchte ich mich intensiv mit der Zukunft des Web auseinandersetzen, fernab der tagtäglichen JASNs (Just another Social Networks). Ich möchte über den Tellerrand hinausblicken und vielleicht dem einen oder anderen klarmachen, wozu das Web eigentlich “erfunden” wurde und warum wir es immer noch nicht begriffen haben, es richtig zu benutzen. Ich möchte ein paar sinnvolle Geschäftsmodelle vorstellen, die jedoch heute noch nicht in den Köpfen der Mehrheit fruchten würden. Eine Faustregel des Erfolges ist nicht nur die gute Idee zu haben, sondern sie auch zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, mit den richtigen Leuten zu realisieren. Ich beanspruche übrigens nicht die vollkommende Weisheit und kann daher nur Einschätzungen, Ideen und Impulse liefern, die meinem eigenen bescheidenen Gehirn entspringen.

Doch dazu später mehr …

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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