14.11.07
18:45 Uhr
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Werbeblogger Podcast #30: Oliver Voss von Jung von Matt
Patrick und ich sprechen in dieser Ausgabe mit Oliver Voss, Kreativ-Vorstand bei Jung von Matt. Oliver erzählt von seinem persönlichen Werber-Werdegang, von seiner praktischen Arbeit bei JvM und über die von ihm mit Niklas Frings-Rupp 2003 in Hamburg gegründete Miami Ad School, deren Schüler bereits selbst eine Vielzahl von Awards gewinnen konnten.
[inspic=42,left,fullscreen,280]Wir erfahren außerdem, warum Polarisierung neben einer wirksamen kreativen Idee zum Vosschen Selbstverständnis guter Werbung gehört. So betrachtet, freut sich Oliver regelrecht über unsere kritischen Beiträge zu Kampagnen wie “Du bist Deutschland“,”Deutsch” oder “Geiz ist geil“.
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Am 15. November 2007 um 10:10 Uhr
Danke für das Interview, war tatsächlich sehr aufschlussreich. Eine Sache ist mir ist mir jedoch gleich in den Sinn gekommen, die ich hier gerne mal los werden möchte:
Ich habe jetzt schon häufiger gehört, dass Texter gerade bei Jung von Matt besonders wenig verdienen (also weniger als in anderen Agenturen). Da der Erfolg JVMs aber gerade auf seiner Textkompetenz beruht, finde ich das ziemlich überraschend. Weniger überraschend als vielmehr störend empfinde ich die unausgesprochene Rechtfertigung eines solchen Umstandes.
a)”Die jungen Leute sollten froh sein in einer so kreativen Agentur wie Jung von Matt arbeiten zu dürfen”: Niemand muss froh darüber sein die Reputation einer Agentur zu verbessern, ohne dass die Agentur Verantwortung für ihre Mitarbeiter auch in Form entsprechender Gehälter übernimmt. Die gängigen Stargeschichten, also das hausierengehen mit den eindrucksvollen Erfolgsgeschichten einiger Leute, sind heute als Anreizsystem nicht mehr Zeit gemäß.(auch wenn sie gutes und schlechtes in eine schöne Geschichte verpacken, wie das ja auch der Herr Voss bevorzugt). Die zeitgemäßere Geschichte wäre heute vielmehr: Wir fördern kreatives Talent und zahlen unseren Mitarbeitern das doppelte Gehalt im Vergleich zum Branchendurchschnitt. (oder so ähnlich)
b)”Leute, die so denken sind für unsere Agentur und eigentlich für die Branche vollkommen ungeeignet” Falsch! Aber vielleicht sind es die Art von starken und kritischen Persönlichkeiten, vor denen manche aus der Branche Angst haben, obwohl sie eigentlich auch von der Werbung gebraucht werden thekaiser.wordpress....
Interessanterweise suchen Unternehmensberatungen genau solche Leute(übrigens eine Branche, die der Agenturbranche eigentlich gar nicht so unähnlich sein sollte, aber es doch irgendwie ist). Und zahlen und fördern dafür ausgesprochen viel. Egal ob man Theologie studiert hat und noch keinen Kreativaward gewonnen hat. Nachwuchs wirklich zu fördern lohnt sich nämlich.
Am 15. November 2007 um 10:37 Uhr
@Michael: Diese Einstellung findet man leider nicht nur bei JvM oder anderen Agenturen, diese Einstellung ist durchgehend in der gesamten Wirtschaft im Bereich Marketing vorhanden.
Gerade manche der Big Brands agieren so, indem sie sagen “Mensch, wenn du für uns mal was kostenlos machen darfst, dann hast du ne tolle Referenz”. Ich sag doch auch nicht zum Chirug “Mensch, wenn du mich mit meiner seltenen Krankheit operieren darfst, dann hast du ne tolle Referenz”.
Doch leider funktioniert das ab und an in der Kreativbranche so. Es sei denn man bleibt hart und konsequent und arbeitet eben nicht für XY oder macht den Firlefanz mit. Klare Kommunikation hilft oft weiter, auch wenn man unter finanziellem oder karrierebedingtem Druck steht. Klarheit und Konsequenz hilft. Auch bei Textern. Denn wenn keiner mehr bei JvM für das Geld texten will, nun dann müssen sie sich was einfallen lassen. Aktion -> Reaktion, oder warum leckt sich der Hund nochmal die Eier?
Am 15. November 2007 um 10:56 Uhr
@Michael
Dazu schrieb ich auch diesen Arktikel:
werbeblogger.de/2007...
Spannend auch die Kommentare, denn dort meldet sich der GWA zu Wort.
Am 15. November 2007 um 11:15 Uhr
@Roland: Ich kannte zwar bereits deinen alten Beitrag (du hast mich in den letzten Monaten bereits auch schon dreimal darauf hingewiesen ;D ), dachte jedoch das Thema würde an dieser Stelle nochmals passen. Eben weil es auch Inhalt des Podcasts war.
@Patrick: Ich bin mir schon bewusst, dass die Kreativbranche so funktioniert. Beim Film ist es bspw. ja noch viel schlimmer(Kabelträger als Lebenstraum).
Aber während die Werbebranche von einem Textermangel spricht und trotzdem nichts dagegen tut, haben die Hollywood Drehbuchautoren jedenfalls den Mut um kollektiv zu streiken. Von daher hast du natürlich vollkommen recht mit deinem Hinweis. Aber es tut sich bloß nix.
Am 15. November 2007 um 11:24 Uhr
@Michael:Dreimal hab ich dich schon drauf hingewiesen?! Wow. Sorry :-)
Am 15. November 2007 um 11:28 Uhr
Du, kein Problem! Der Link ist bestimmt eine Hilfe für andere Leser, die den Beitrag noch nicht kennen.
Kann auch sein, dass es zweimal war ;D
Am 15. November 2007 um 15:58 Uhr
Ein Kommentar zu eurem Auftritt: Ich finde es immer ganz schön, ein Gesicht zu einer Stimme zu sehen. Das heißt, stellt doch lieber ein schönes Bild von dem Interviewpartner dazu, bzw. ein Bild von euch mit dem Partner, wenn es im Angesicht durchgeführt wurde. Das Bild mit den Auszeichungen ist unschön :)
nur eine konstruktive Anregung.
Am 15. November 2007 um 16:22 Uhr
[...] haben auf ihrem Blog ein fast einstündiges interview mit Oli Voss geführt und als Podcast zur Verfügung gestellt. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Ganze sehr unterhaltsam und Oli [...]
Am 15. November 2007 um 16:33 Uhr
@Philipp:
Anregungen aufgenommen. Was die Preise betrifft, ist Oli ganz stolz auf die Leistungen der Mediaschooler – da es Nachwuchspreise sind und nicht die JvM Galerie, konnte ich damit leben. Obwohl auch Nachwuchspreise…
werbeblogger.de/2007...
Am 15. November 2007 um 18:34 Uhr
[...] um anschließend den Kleinwagen bei Sixt zu buchen?! Das Drehbuch hab ich komplett im Kopf, Oliver. Trackback-URL dieses Beitrages Schlagworte (Tags): autovermietung, bahnstreik, jung-von-matt, JvM, [...]
Am 15. November 2007 um 22:40 Uhr
So sehr ich das Gelabere vom “Ende der klassischen Agenturen” hasse, ist JvM geradezu ein Paradebeispiel für eine tatsächlich überkommene Agenturphilosophie. Sich nicht darum kümmern, wie die Welt da draußen aussieht, sondern in einer Pseudo-kreativen Blase leben: so, als hätte es keinerlei Veränderungen im Werbe-, Konsumenten- und Arbeitsmarkt gegeben.
Wer will denn heutzutage noch bei JvM arbeiten? Von verblendeten Uniabgängern einmal abgesehen: die Erkenntnis, dort schlichtweg ausgebeutet bis verbrannt zu werden, hat sich unter Kreativen weitestgehend durchgesetzt. JvM ist nun mal nicht die einzige Agentur auf dem Markt, die beeindruckende kreative Leistungen abliefert – aber fast konkurrenzlos in Sachen Mißachtung der eigenen Kreativen. Natürlich, die meisten direkt Betroffenen werden das aus dem einen oder anderen Grund rechtfertigen. Aber hey, es gibt auch mehr als nur eine Handvoll Masochisten in Deutschland. Die sind damit noch lange nicht Maßstab für alle anderen Leute, die gerne Sex haben.
JvM lebt, zumindest nach diesem Beitrag von Herrn Voss zu urteilen, in einer wilden Blase aus den 90ern, als Awards noch alles waren. Aber welche Relevanz haben Awards heute noch? In einer Zeit, in der es allgemeines Wissen ist, dass sie fast alle nicht REAL sind? (Doubletten, Fakes, Gefälligkeiten)
Meine Einschätzung: was JvM präsentiert, geht heute in sehr vielen Fällen an den Gefühlen, Interessen und Bedürfnissen der Konsumenten ganz einfach völlig vorbei (Stichwort “Du bist Deutschland”), ist oftmals komplett realitätsblind und nur noch auf Eigen-PR aus bzw. verkrampft aufmerksamkeitsgeil (Stichwort “Deutsch”; diverse andere ach wie lustige Motive, etwa für Sixt), ist schlichtweg nur noch selten wirklich relevant in einer sich verändernden Welt. (Es gab mal diesen Song von 7 SECONDS mit dem Refrain “There’s always someone bigger than you”, und dieser Satz galt niemals so sehr wie im Zeitalter von Web 2.0…: jeder bemüht “richtig krasse” Vorstoß von Agenturen wie JvM oder auch ARS etc.pp. ist NICHTS gegen das, was Konsumenten/User eigenständig erstellen… und wirkt darum automatisch wie “gewollt, aber nicht gekonnt”.)
Was soll man zu diesem Interview noch sagen? Hallo, wacht mal auf, liebe Jungs an der Elbe? Wie wär’s mit weniger Koks aka etwas mehr Realitätssinn? Wie wäre es mit Bewegung oder, um auf Punkt a) des ersten Kommentars hier zurückzukommen, zumindest mal einer adäquaten Entlohnung eurer Angestellten? Euer Name bringt’s nicht mehr. Jedenfalls nicht bei Menschen, die über den Tellerrand der 90er hinausblicken.
Und nein, ich bin kein Neider, der niemals von JvM genommen worden wäre. Im Gegenteil. Ein entsprechendes Angebot habe ich abgelehnt. Und das würde ich heute auch jedem meiner Junioren empfehlen.
Am 16. November 2007 um 11:51 Uhr
@ M.
Diesen Diskurs kann man wohl kaum auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Aber zumindest der Vorwurf der Ingoranz, Arroganz und “an den Realitäten vorbei arbeiten” lässt sich neutral bewerten:
z.b.
hier> horizont.net/aktuell...
und hier >
wuv.de/news/agenture...
Mehr muss glaube ich garnicht gesagt werden … und so gesehen könnte man fast die arrogante Äusserung loswerden: “Der Erfolg gibt Oliver Voss recht”
Am 16. November 2007 um 20:02 Uhr
@ Fabian: Wir wollen uns nun nicht über den Realitätsbezug deutscher (Marketing-)Manager unterhalten, oder? Die von dir verlinkte, in der Horizont zitierte Studie führt S&J “in Sachen Kreation” auf Platz 2. Und die Studie ist AKTUELL. Das sollte alle Fragen beantworten, oder?
Und zum Effie: ich hab selbst so ein Ding bekommen. Für eine Kampagne, die vermutlich 90% aller nicht werbenden Menschen da draußen nicht mal MITBEKOMMEN haben. Die Relevanz dieser Auszeichnung, wenn es um tatsächliche Wirksamkeit geht, ist leider fast bei Null anzusiedeln.
Am 16. November 2007 um 20:22 Uhr
Hier möchte ich M. recht geben: Die Studie Agentur Images 2007 wirft tatsächlich zu viele Fragen bezüglich ihrer Aussagekraft auf, als dass sie als neutrale Bewertungsgrundlage herhalten könnte.
Die hohe Listung von JvM lässt sich sicherlich auch auf deren omnipräsente Eigen-PR-Maßnahmen zurückführen. In diesem Punkt sind JvM nämlich tatsächlich deutschlandweit führend.
Am 28. November 2007 um 16:22 Uhr
[...] diesem Zuge sei auch ein fast einstündiges Gespräch mit Oliver Voss (Jung von Matt)erwähnt, der 2003 in Hamburg auch eine Miami Ad School [...]
Am 18. Juni 2008 um 23:31 Uhr
[...] bei JvM beantworten. Mit dem Kreativ-Chef Oliver Voss hatten wir ja bereits vor einiger Zeit einen Audio-Podcast [...]
Am 6. September 2008 um 05:51 Uhr
Da hilft nur eins, ihr Süßen! Do it like an archtiteXt, und das heißt: 1x bewerben, den Preis abräumen und bei der nächsten Anfrage verkünden: Sorry, ich wollte doch nur die Referenz mitnehmhen. Weil ihr es so wollt. That´s Entertainment!
Manchmal schlägt halt Bauer Springer – aber leider nicht immer:-(
Das wARS für heute. Gehabt euch schwul und liebe Grüße xxx v. Matt
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