12.11.07
13:19 Uhr

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Wer schafft so etwas? Der Spiegel? Bild oder T-Online? Nein, es ist „unser“ viel diskutiertes Studentenportal StudiVZ, welches sich in Deutschland auf eine kalkulatorische Zielgruppe von rund 2 Mio immatrikulierten Studenten an Unis, Pädagogischen Hochschulen und Fachholschulen stützt, eine Nutzerzahl, die StudiVZ nach eigenen Angaben und den daraus abgeleiteten Hochrechnungen bereits erreicht haben könnte. Der guten Ordnung halber soll erwähnt werden, dass man keinen gültigen Studentenausweis benötigt, um Mitglied bei StudiVZ zu sein.

Die monatliche IVW-Ausweisung von StudiVZ ergibt demnach für den letzten Erhebungsmonat „Oktober 2007“ 4,47 Mrd. PIs, eine Summe, die Deutschland im Online-Bereich zuvor noch nicht ermittelt hatte, schon gar nicht für ein Social Network. Rein statistisch bedeuten diese Zahlen nun, dass jeder User durchschnittlich rund 2235 PIs auslöst, was einer täglichen Aktivität von 74 PI´s/User entspricht. Da sich aber nicht jeder User täglich anmeldet, dürfte diese Zahl -wie gesagt, rein statistisch- wesentlich höher liegen. Legt man die Angaben von StudiVZ selbst zu Grunde (51% loggen sich täglich ein), bedeutet das für die jeweils aktiven Nutzer eines Tages eine „Aktivität“ von rund 140 PI´s.

Schauen wir jetzt einmal auf die ausgewiesenen „Visits„, also die einzelnen Besucher auf der Website. IVW weist hier 138 Mio. Visits aus, was einem PI/Visit Verhältnis von 32 entspricht. Sind diese Differenzen mit der bekannten statistischen Zählschwäche von „Visits“ zu begründen? Da STudiVZ ein geschlossenes System ist, kann auch der anonyme „Link-Traffic“ keine erhebliche Rolle spielen, oder doch? Wie oft werden die Visits laut IVW bei StudiVZ neu gezählt?
Nach StudiVZ letzten Angaben melden sich 51% der Nutzer täglich an. Eine lineare Hochrechnung entspräche damit rund 30 Mio Visits im Monat, Suchmaschinenenbesucher nicht eingerechnet. Entsprechend müsste IVW diese Besucher mindestens viermal pro Tag neu zählen, da alle 30 Minuten als ein neuer Besuch gewertet wird.
Oder anders gesprochen: Jeder aktive StudiVZ-Nutzer hält sich mindestens 2 Stunden täglich online bei StudiVZ auf.
Das wäre ja fast schon eine volkswirtschaftlich relevante Größe…

7 Kommentare

  1. Oliver Twardowski

    Hat jemand die Bannerschaltungskosten im Kopf?

  2. Armin

    Ich kenne StudiVZ nicht weiter (ausser dem was so in den Blogs steht), aber soweit ich weiss ist das doch mehr oder weniger ein Facebook Clone.

    Wenn ich mir Facebook so ansehe kann ich mir zumindest die PIs schon vorstellen. Das ist (wie die meisten dieser Sites, z.B MySpace auch) doch eine einzige PI-Erzeugungsmaschine. Fuer alles moegliche wird man auf eine neue Seite geschickt. Da sind Bildergallerien und diverse Chats und Foren, ueberall sind „Teaser“ die einen ueber ein „View all“ zu weiteren Seiten schicken. Da kann man schon in 5 Minuten locker auf 20-30 Seiten kommen wenn man nur mal kurz seinen eigenen Account ueberprueft und ein paar „Friend requests“ abarbeitet.

    Das ist doch teilweise das gleiche wie mit verschiedenen Blogs und Nachrichtenseiten die mit ihren Page Views protzen: Da ist so ziemlich jeder Eintrag/Artikel nur ein kurzer Teaser und man wird zum anklicken (und damit einer weiteren PI) praktisch gezwungen.

    So kann man doch schon durch geschickten Aufbau seine PIs hochpushen.

    Zu den Visits weiss ich nichts, mit sowas kenne ich mich nicht aus.

  3. Frank

    @Oliver Twardowski:

    gwp.de/data/download...
    Chart 26

    Sind aber nur die Bruttopreise.

  4. Die Crux der Social Networks | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Crux der Social Networks

    […] Sind Facebook oder StudiVZ User erst einmal eingeloggt, dann verweilen sie auch dort, teilweise stundenlang am Tag. Sie befinden sich in einem “geschlossenen Web-System”; sie sind weniger auf der […]

  5. Das nächste große Ding (Teil1) | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Das nächste große Ding (Teil1)

    […] die domain-abhängige Nutzerschaft, entwertet? Was ist, wenn das soziale Web gar keine proprietären Social-Network-Sites und Domains benötigt, auf denen heute noch maßgeblich die zukünftigen […]

  6. Chris

    oh oh oh, hier mit normalen bannerpreisen zu rechnen wäre EXTREM falsch! im endeffekt werden auch bei studivz die bannerpreise dynamisch nach RETURN OF INVESTMENT (jaaa, werbeslang) berechnet, und auch wenn ein user monatlich 100 PIs erzeugt bleibt seine kaufkraft die gleiche. zumal studenten nicht gerade eine attraktive werbegruppe sind.

    beispiel: all die halbillegalen torrentseiten haben zum teil 100.000 uniques gleichzeitig drauf [isohunt], verdienen aber weit unter 1 dollarcent TKP (!!!), einfach weil natürlich niemand großartig kauft.

    fazit: klar, die machen eine schweinekohle, aber weit unterhalb der norm.

  7. Chris

    ach übrigens: auch wenn sie sich laut presseheft selbst vermarkten: sie tun es nicht, die werbung kommt über doubleclick.

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