12:07 Uhr
Youtube spricht deutsch
Gerade kam die PR-Meldung rein, dass Youtube künftig in mehreren Sprachen und damit auch auf Deutsch auftritt. An sich sicherlich nichts besonderes, schließlich dürften trotzdem viele Deutsche zuvor den Videodienst von Google genutzt haben. Auch der zum Deutschlandstart angesetzte Talentwettbewerb haut einen nicht wirklich um, sowas hat man als “Digital Native” einfach schon viel zu oft gesehen und man ringt sich trotz zahlreicher C-Promis (Klitschko scheint der neue Axel Schulz zu werden) lediglich ein müdes Gähnen ab. Doch interessant wird es bei dieser Passage:
Das Angebot auf YouTube Deutschland wird zudem von über 60 deutschen Content-Partnern mit eigens eingerichteten Kanälen erweitert. Dazu gehören Rundfunkanstalten, Sportorganisationen, Verlage, Musiklabels, Parteien, Filmvertriebe und Künstler – unter anderem das ZDF Zweites Deutsches Fernsehen, FC Bayern München, VfB Stuttgart, Gruner + Jahr, Sportfive, FDP, Deutsche Welle, Universal Music, Sony BMG, NBC Universal Global Networks Germany, Kinowelt, Senator, Goethe-Institut, Greenpeace Deutschland, ohm:tv und das Deutsche Filminstitut.
Damit setzt man Akzente gegen das deutsche Videoportal Sevenload, dass sich selbst ja den USP der Qualitätskanäle gibt. Qualität ist jedoch immer relativ. Wenn man sich momentan auf Sevenload umschaut, springen einem zunächst Big Brother und diverse Bezahl-Gewinnspiele entgegen. Natürlich bedient auch Youtube diese Sparten, aber wenn man ein wenig der Phantasie – vor allem bei dem obigen Namedropping – freien Lauf lässt, so wird man sehr schnell erkennen können, wer den kulturellen Qualitätsaspekt in Zukunft für sich dauerhaft buchen könnte. Mit den beiden Musikgiganten sichert man sich jedenfalls schonmal jede Menge Material. Die großen Filmfirmen, Sportvereine und Fernsehsender, die mit an Bord sind, könnten jede Menge Premiumcontent dazuliefern (oder jedenfalls bestehenden Content des Raubkopiervorwurfes freisprechen). Fakt bleibt, Google schläft nicht und verfährt weiter erfolgreich nach der deutschen Redensart: “Der Teufel scheißt auf den größten Haufen.” Die zweite Erkenntnis: Inhalt ist und bleibt König!
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4 Kommentare
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- Armin: Na ja, ich habe ja immer das Gefuehl dass 90% der Clips die bei YouTube unter “banned commercial” zu finden sind genau dies...
- crazsam: ich weiß nicht! der 1. spot ist vielleicht ein wenig grenzwertig, aber schmunzeln muß man irgendwie doch! und die beiden schwulenspots...
- ralf schwartz: @torsten “Die Kampagne wird von der Bevölkerung alles andere als angenommen.” Erzähl doch mal mehr dazu.
- Torsten: Das Ding ist nen Rohrkrepierer. Die Agenturleute können sich als “Ausländer” nicht in die Mentalität der Magdeburger...
- ralf schwartz: Danke für die Infos. Es geht doch nichts über alerte Leser … Ganz schön unspektakulär für den Aufwand, der dort getrieben...
- Roland: Genau Christian, skalierbar ist denk ich das Stichwort, was Rivva technisch und konzeptionell auf eine nächste Stufe heben könnte. Für ganz...
- crieger: Rivva braucht die aktiven Nutzer. Bisher war alles einfach gegeben.. Für die “etwas persönlicher” Twitterliste musste man...
- Jana: @Julian: Schau mal auf diese Studie http://www.robertundhorst.de/v 2/img/downloads/gfkstudie_2007 .pdf –> wurde 2003, 2005 und 2007...

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Am 8. November 2007 um 12:49 Uhr
Erstaunlich ist das all diese aufgezählten (Medien-)Marken offenbar nichts dagegen haben das YouTube ihre Stärke nutzt um zu einem unumgänglichen Player des Bewegtbildes im Web aufzusteigen. Denn wie Du schon sagst: Ohne den Inhalt wäre YouTube nix. Die werden sich alle noch mächtig ärgern, das sie YouTube erst zu der Macht gemacht haben die sie später bekämpfen müssen um selbst an Onlinewerbeerlöse zu kommen.
Am 8. November 2007 um 12:56 Uhr
@lvgwinner: Wir wissen ja nicht, welche Deals im Hintergrund abgeschlossen werden…
Am 8. November 2007 um 17:43 Uhr
Intressant!
Fristet die FDP schon so ein Nischendasein, dass sie nicht mehr unter dem Wort “Partei” erschlagen werden kann oder ist das gar ein gewolltes Alleinstellungsmerkmal im Zuge einer Corporate Kampagne?
Am 19. November 2007 um 04:52 Uhr
[...] in den speziellen Interessengebieten der Verlage hausieren. Youtube als Video-Godfather macht sich zudem in Deutschland breit und findet u.a. in den öffentlich-rechtlichen Sendern einen Partner. Seien wir ehrlich: Alle [...]