31.10.07
23:46 Uhr
23:46 Uhr
Ich glaube …
() … der/die Marketingverantwortliche(n) von 4711 ist/sind ins eigene Wunderwasser gefallen
() … der leeve Jood wird janz Kölle stroofe
() … im heiligen Krieg und in der Werbung ist alles erlaubt
Zutreffendes bitte ankreuzen!
Kleine Zusatzinfo: Das als altbacken geltende “4711 -Echt Kölnisch Wasser” (Ehemaliger Markenchef war übrigens Papa Klumpf) möchte anscheinend etwas ganz neues auftragen. Daher sucht man sich 12 Stereotypen “symphatische Protagonisten aus unterschiedlichen Nationen”, die sich öffentlich (und in Bewegtbildern) zu ihrem Glauben bekennen. Den Glauben an das Kölsche Wunderwasser. Amen!
Danke an Julian für den Tipp per Mail.
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20 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 31. Oktober 2007 um 23:57 Uhr
Ich find es fast so gut wie AXE
Am 1. November 2007 um 00:07 Uhr
Hi Patrick,
vielen Dank fürs sofortige Bloggen! Was dem geneigten Werbeblogger-Leser sicher nicht entgangen sein dürfte, ist das Podest, an dem dieser Claim kratzt. Er gehört zu gleichen Teilen allen Religionen der Welt und dürfte auch durch das beste Duftwässerchen nicht ernsthaft in Gefahr geraten. Doch schon der Versuch könnte grob nach hinten losgehen, siehe die Beatles und ihr “Bigger Than Jesus”-Kommentar. Ich persönlich finde das von 4711 viel zu weit gegangen, und das, obwohl ich überhaupt nicht religiös bin.
Bei McDonald’s kann man “Ich liebe es” ja noch verstehen, weil Liebe ist universell und auf alles anwendbar, aber Glaube? Viele sagen, sie “glauben” an die Evolutionstheorie oder sie “glauben” an die Naturgesetze. Doch der der Wissenschaft innewohnende Zwang der Beweislast enthebt sie von der Notwendigkeit des Glaubens: Die Naturgesetze funktionieren immer, egal, ob man daran glaubt oder nicht, das ist ja der Witz an ihnen. Daher ist die Entscheidung, an so etwas zu “glauben” oder nicht, schlichtweg Blödsinn: Die Naturgesetze brauchen keinen, der an sie glaubt.
Wahrer Glaube (wahres Glauben) kann tatsächlich nur die Religion betreffen, alles andere ist Überzeugung. (‘Ich bin überzeugt, daß es außerirdische Lebensformen gibt, aber ich “glaube” nicht an diese.’) Hier muß man sprachlich ziemlich spitzfindig sein, um den Unterschied zu erkennen. (“Ich glaub, mich tritt ein Pferd” markiert das andere Ende der sprachlichen Skala, in der “glauben” verwendet werden kann – jedoch nur umgangssprachlich.)
Die hier angedeutete Wirkung des Wässerchens ist auch keine Frage des Glaubens, sondern der Überzeugung: ‘Ich bin überzeugt, daß es bei mir funktioniert.’ Wenn dem so ist, ist das ganze natürlich am Individuum reproduzierbar, entweder, weil das Zeug wirklich wirkt (ja, genau…) oder durch den Placebo-Effekt. Die Wissenschaft würde die Wirkung wahrscheinlich an Komapatienten oder Schlafenden in endlosen Reihen testen, und wahrscheinlich würde rein gar nichts passieren, außer einer leichten Veränderung des Blutflusses der Haut, angeregt durch die Verdunstungskälte des Alkohols, und die Nase würde ein paar unübliche Duftmoleküle ans Gehirn melden.
Aber die hier beworbene allumfassende Neu-Eichung des gesamten Wesens würde wohl ausbleiben, Geruchspsychologie hin oder her.
Am 1. November 2007 um 09:32 Uhr
Sehr schöner Kommentar Julian. Dem kann ich nichts hinzufügen
Am 1. November 2007 um 10:06 Uhr
Unbelievable!
Am 1. November 2007 um 10:10 Uhr
ist das nun die “entartete” Werbung ;-) ? (Ich sehe schon Kardinal Meisner auf der Kanzel) Und das in zeiten, in denen wir doch Papst sind.
Am 1. November 2007 um 10:45 Uhr
Jetzt mal ehrlich: “Das Wunderwasser”? Geht’s noch Qwacksalbermäßiger? Sollen Sie den Kram doch gleich von einem Planwagen aus verkaufen. Vielleicht gibt’s dann ja sogar einen Preis für die ungewöhnliche Ambient-Idee…
Am 1. November 2007 um 10:45 Uhr
also 4711 hat immer wunder vollbracht, als meine grossmutter es mir in meinen kindertagen auf meinen mückenstich träufelte. der juckreiz verschwand. ich denke auf die gleiche wundersame art und weise, verschwinden liebhaber des guten geruchs. ich denke, dass keiner der oben abgebildeten “Stereotypen”, sich jemals für das wässerchen aus gründen des geruches entscheiden würde.
Am 1. November 2007 um 10:49 Uhr
Au Mann was für eine miese Kampagne. Nachdem ich gesteren bei Stern TV noch gelernt habe, dass 4711 aus dem gleichen Hause kommt wie damals Contergan kann ich noch weniger dran finden! Da sollte man wohl eher was an dem Asbach-Geruch machen als so eine Kampagne zu veröffentlichen.
Am 1. November 2007 um 11:00 Uhr
Ich trinke 4711, weil mir zu Hause immer der Sprit ausgeht. ;-)
Am 1. November 2007 um 11:10 Uhr
@Julian: Das mit dem Glauben und der Überzeugung sehe ich ein bisschen anders. Überzeugung ist etwas stärkeres als Glaube. Douglas Adams hat beispilesweise immer wieder betont, er glaube nicht, es gäbe keinen Gott sondern er sei vielmehr überzeugt davon, dass er/sie/es nicht existiere.
Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass jedwede Diskussion mit ihm überflüssig sei. Wer etwas glaubt, kann sich umstimmen lassen, wer von etwas überzeugt ist, muss schon mit dem konkreten Gegenbeweis davon abgebracht werden.
Ich glaube nicht, dass der Glauben an etwas von der Religion für sich allein beansprucht werden kann. (Akte X: “I want to believe”).
Ich glaube aber auch nicht, dass eine Kampagne funktioniert, in der die Produktversprechen auf Hoffen und Daumendrücken basieren ;-)
Am 1. November 2007 um 11:27 Uhr
[...] Julian hat im Werbeblogger gleich noch einen schönen Kommentar verfasst. [...]
Am 1. November 2007 um 12:31 Uhr
Lasst sie es doch versuchen. Jägermeister, die ein ähnliches Problem mit aussterbender Zielgruppe hatten, haben’s schließlich auch geschafft.
Am 1. November 2007 um 15:27 Uhr
Ups … Siebenundelfzichvierz? Säuft man das jetzt wieder?
Am 2. November 2007 um 12:36 Uhr
glauben hin, glauben her. da soll ein antiquiertes und angestaubtes produkt mit brachialer gewalt auf jung getrimmt werden, dass der schuss nur nach hinten gehen kann ist ja wohl klar.
allein die vorstellung das irgendjemand der gezeigten protagonisten dieses “wunderwässerchen” verwendet ist dermaßen absurd.
das bestreben die marke zu verjüngen ist ja nicht “per se” verkehrt, nur muss die marke mit der entwicklung schritt halten können. evolution statt revolution halt – sonst bleibt die glaubwürdigkeit doch arg auf der strecke.
Am 2. November 2007 um 12:40 Uhr
@flo: Richtig. Du hast absolut Recht. Mit Jägermeister kann man das eben auch nicht vergleichen, dafür bleibt es zu bieder und zu wenig bissig. Villeicht sollten sie etwas von Old Spice lernen!
youtube.com/watch?v=...
Am 2. November 2007 um 12:41 Uhr
da hilft es dann noch nichtmals, dass die gesamtanmutung der anzeige – mit ausnahme des beworbenen produktes – auf mich sehr ansprechend wirkt (farbwelt, typo, auswahl der testimonials etc.)…
Am 3. November 2007 um 14:52 Uhr
[...] Die Macher der neuen Werbekampagne für das Duftwasser 4711 haben anscheinend vergessen, dass das einzig wahre und wirksame Wunderwasser aus Lourdes stammt. Dort haben sie übrigens eine eigene Website zum 150. Jubiläum der Erscheinung der Muttergottes 2008 erstellt. [via Werbeblogger] [...]
Am 6. November 2007 um 23:51 Uhr
Tja kaum hat Procter&Gamble 4711 verkauft (warum nur? ;) ) gibt es wieder Werbung für das “Wunderwasser”. Prost!
Am 6. November 2007 um 23:53 Uhr
Achso in der Firma wo das Zeug (immer) noch produziert wird. War es immer ein beliebtes Reinigungsmittel für Tische usw. Weils das einzigste “Parfüm” war das in so einer so großen Menge in fast jedem Besprechungsraum zu finden war :)
Am 30. August 2009 um 18:23 Uhr
[...] Die Macher der neuen Werbekampagne für das Duftwasser 4711 haben anscheinend vergessen, dass das einzig wahre und wirksame Wunderwasser aus Lourdes stammt. Dort haben sie übrigens eine eigene Website zum 150. Jubiläum der Erscheinung der Muttergottes 2008 erstellt. [via Werbeblogger] [...]