14:03 Uhr
Thomas D. im Interview (Teil der Selma Blog-Tour)
An einer Blog-Tour haben wir uns bereits vor mehreren Jahren schon einmal beteiligt, dabei ging es darum, das damalige Buch von Bernd Röthlingshöfer zu promoten. Seitdem wollten wir sowas eigentlich nicht mehr machen, doch wenn man mal die Chance hat, einen großartigen Künstler wie Thomas D. zu interviewen (den ich übrigens seit fast 15 Jahren “belausche”) und dazu das zu bewerbende Produkt ein ganz besonderes Musikprojekt ist, dann kann ich nicht wirklich “nein” sagen. Hier also unser Interview mit Thomas D. zur “Selma – in Sehnsucht eingehüllt” Blogtour 2007:
Werbeblogger: Wie bist du auf das Projekt Selma aufmerksam geworden und warst du auch auf Anhieb von der Idee überzeugt?
Thomas D.: David Klein hat mich gefragt und brachte eine sehr überzeugende Euphorie mit. Nach der Lektüre von Selmas Gedichten war ziemlich schnell klar, dass ich da mitmachen will. David und ich waren uns auch auf Anhieb sympathisch. Witzig war unsere erste persönliche Begegnung. Wir haben meinen Track ja bei mir auf meinem Hof in der Eifel aufgenommen. Die Herrschaften Klein und Dettwiler – der Toningenieur, der die CD aufgenommen hat – waren also auf dem Weg zu mir, als ich einen Anruf von David bekam, dass sie „tierischen Kohldampf“ hätten. Also hab ich den Jungs eine tüchtige Portion Bratkartoffeln mit Tofu gekocht. Biologisch natürlich. Auch wenn der Kohldampf noch so „tierisch“ ist, bei mir gibt’s nur Veggie. Dieses Bild von mir am Herd mit Kochschürze scheint David nachhaltig beeindruckt zu haben, denn er hat die Story bis jetzt an jedem Selma-Konzert dem Publikum erzählt.
Werbeblogger: Was genau begeistert dich an den Texten von Selma und welche Assoziationen fielen dir spontan dazu ein?
Thomas D.: Ihre Frische und ihre Fähigkeit durch Worte Bilder zu erzeugen erinnerte mich an meine eigenen Gedichte, die ich in meiner Jugend schrieb, nur besser! Sie hat diese teilweise fast naive, unschuldige Art ihre Gefühle auszudrücken und schreibt mit einer unglaublichen Schönheit und Poesie über das Leben. Das hat mich sehr berührt. Dass sie auf höchstem literarischem Niveau schreibt, kriegt man erst gar nicht richtig mit und auch über den Nationalsozialismus erfährt man in ihren Gedichten nichts. Ich habe ihre Texte gelesen und einfach gleich gemerkt: Das geht Dich etwas an!
Werbeblogger: Was hat das Gedicht, welches du dir ausgesucht hast (hast du?) mit dem Autor “Stefan Zweig” zu tun?
Thomas D:: Das Gedicht ist über Stefan Zweig und beschreibt die Wirkung, die die Worte Stefan Zweigs auf Selma Meerbaum Eisinger hatten. Ich habe es mir ausgesucht, weil es in sich schon einen ganz eigenen Rhythmus hat und es sich allein deshalb sehr gut rappen lässt. Wobei ich den Song – vor allem in der jetzigen Version, mit den langen improvisierten Zwischenteilen – eher als poetischen Sprechgesang bezeichnen möchte. Alles ist sehr offen, die Einsätze sind nicht nach Takten ausgemacht, sondern instrumentale Soli und Rap gehen nahtlos ineinander über und bei jedem Auftritt ist der Song völlig anders in seinem Ablauf.
Werbeblogger: Dir liegt – ähnlich wie uns – der Nachwuchs am Herzen. Selma ist ja quasi eine Hommage an eine leider viel zu früh verstorbene Künstlerin. Allerdings arbeitest du ja noch an mehreren Projekten rund um den textenden Nachwuchs. Was ist dir daran so wichtig?
Thomas D.: Auch wenn es abgedroschen klingt, die Kinder sind unsere Zukunft, und damit meine ich nicht nur unsere, sondern auch Eure! Schulprojekte, die auf Literatur oder Personen der Zeitgeschichte basieren, wie z.B. Anne Frank oder Sophie Scholl gibt es ja einige. Was wir mit „Selma“ machen, ist etwas völlig Neues. Anhand der CD und der Tatsache, dass ihre „Idole“ sich mit den Texten eines Mädchens befassen, welches im selben Alter war, wie sie selbst sind, ermöglicht Jugendlichen einen ganz anderen, für sie nachvollziehbaren Umgang mit dem Holocaust. Die Hoffnung, die trotz aller Melancholie in Selmas Gedichten mitschwingt, lässt sie an das Gute glauben. Sie können sich mit diesem schweren Thema befassen, ohne sich schuldig zu fühlen und in eine Abwehrhaltung zu verfallen.
Werbeblogger: Du bist hier auf einer Blogtour, für wie spannend schätzt du das Werkzeug Blogs als “Wortmensch” ein?
Thomas D.: Echt, ich bin auf einer Blogtour? Wo geht denn die Reise hin? Ich persönlich spreche ja lieber als zu schreiben. Der Gedanke im Netz auf Tour zu sein, ohne seinen Sessel zu verlassen ist allerdings ganz reizvoll.
Werbeblogger: Da wir uns zum Teil kritisch aber auch euphorisch mit Werbung auseinandersetzen an dieser Stelle vielleicht die letzte Frage speziell in diese Richtung gestellt. Wie ist deine persönliche Einstellung zu Werbung? Sowohl als Konsument als auch als Protagonist (Beispiel Nike-Spot).
Thomas D.: Es gibt immer wieder gute und innovative Werbung, die auch mir als Konsument Spaß macht. Wenn das Produkt stimmt, muss man es auch irgendwie der Öffentlichkeit mitteilen. In solchen Fällen habe ich auch nichts dagegen selbst dafür zu werben. Ich muss eben privat auch dahinter stehen können.
Werbeblogger: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für das Selma-Projekt und alle weiteren Projekte, die du so starten wirst.
Dieses Interview mit Thomas D. ist damit der krönende Abschluss der “Selma – in Sehnsucht eingehüllt” Blogtour 2007, folgende Interviews fanden letzte Woche statt:
Montag, 22.10.2007: Interview mit Stefanie Kloß bei Robert
Dienstag, 23.10.2007 Interview mit David Klein bei Bernd
Mittwoch, 24.10.2007 Interview mit Hartmut Engler auf Reader’s Edition
Donnerstag, 25.10.2007 Interview mit Joy Denalane bei Whudat
Freitag, 26.10.2007 Live Interview mit David Klein bei VM-People
Samstag, 27.10.2007 Interview mit Volkan Baydar im musik-magazin
Eine Aufzeichnung des Konzertes gibt es am 4.11.2007 auf RBB
6 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 28. Oktober 2007 um 19:27 Uhr
[...] via und hier und da. [...]
Am 28. Oktober 2007 um 21:29 Uhr
Ich könnte mir noch heute in die Futt beißen, dass ich zu schissig war, nach dem Konzert im Hotel beim allgemeinen Umtrunk der Künstler, Thomas anzusprechen und mit ihm zu klöhnen. Das war wohl meine Ehrfurcht schuld!
Ganz toll, dass er bei diesem Projekt mitgewirkt hat!!!
Am 31. Oktober 2007 um 04:08 Uhr
[...] Thomas D bei Werbeblogger [...]
Am 12. November 2007 um 16:57 Uhr
[...] absolute Funkstille. Unsere Wellenlängen drifteten zu weit auseinander und nun, angeregt durch unser Interview mit Thomas D, habe ich meine alte Jugendliebe wieder neuentdeckt. Ich würde mal behaupten, die [...]
Am 9. November 2008 um 12:01 Uhr
Thomas D. ist sicher einer der interessantesten Musiker Deutschlands! Finde klasse, wofür er sich engagiert!
Am 26. Oktober 2009 um 19:23 Uhr
Sehe ich auch so. Außerdem einer der wenigen Hip Hop Künstler, dessen Musik ich ziemlich gut finde!