30.09.07
17:06 Uhr

Federschmuck auch für den Berater?

Einer unserer Leser fragt per Kontaktformular folgendes:

Kreativawards: Wer darf sich damit in seinen Referenzen schmücken? Klar… der CD, der AD, der Kunde. Aber ich gehörte zur “geliebten Berufsgruppe” der Berater. Soll/darf/kann sich ein Berater in den Referenzen mit Awards (ADC, Cannes etc.) bei denen er durch seine Tätigkeit als Berater mitgewirkt hat schmücken?

Habt ihr vielleicht eine Antwort für ihn?

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16 Kommentare

  1. °flo

    Klar darf er das! Wenn er denn mitgewirkt hat die Idee zum Leben zu erwecken …
    Trotzdem sind Awards für Kreative natürlich die weitaus härtere Währung und damit Marktwert-steigernder als für Berater.

  2. sybille

    bringt dem berater nichts. kreativawards sind wichtig für kreative, also texter, arties und deren chefs. aber die berater haben ja auch nen preis. den effie.

  3. André Wegner

    Aus meiner Sicht kann jeder der an einem Projekt mitgewirkt hat, das einen Award gewonnen hat, damit auch hausieren gehen.
    Es ist wohl in den wenigsten Fällen so, dass der Projekterfolg und ein damit verbundener Award nur einer Person bzw. einer bestimmten Gruppe zuzurechnen ist.

    Wäre das so müssten Awards konsequenter Weise auch nicht Agenturen, sondern immer Personen verliehen werden.

    Bei Agenturen ist es ja auch gang und gebe, dass man sich mit Awards schmückt, für die längst verflossene Mitarbeiter oder nicht mehr exisiterende Units verantwortlich zeichnen.

  4. Name

    Ein Berater hat die Kohle für seine nutzlose Tätigkeit zu nehmen und ansonsten den Mund zu halten.

  5. °flo

    @sybille: Und selbst die Effie-gekürten Kampagnen denken sich Kreative aus! ;-)

  6. Jimmy Lightning

    Hm, sofern der Arward nicht für eine Tätigkeit oder einen (Aufgaben)Teil des Projektes vergeben wurde, sollte sich jeder Beteiligte hiermit schmücken (und freuen).

    Die Teilnehmer sind die Jury sind die Gewinner: Leider werden die Awards (meist) nicht für den Erfolg verliehen, sondern für die Lobbyarbeit, die innerhalb der Award ausrichtenden Organisation für ein “Produkt” betrieben wurde. Siehe auch “Auto des Jahres”, “Fachjournalist des Jahres”, etc. Aber das ist wieder eine andere Geschichte…

  7. Freddy

    @ Andre Wegner

    Ja, ich finde, jeder an einem Awardprojekt Beteiligter sollte auch in den Credits stehen und soll sich den Award auch in den Lebenslauf schreiben, natürlich, und auch der Berater.Das finde ich selbstverständlich.

    Aber: Auch wenn ein Award natürlich nie komplett einer Einzelperson zuzurechnen ist, gibt es meiner Erfahrung nach doch immer ein oder zwei Personen, denen ganz klar der Hauptanteil gebührt, einfach, weil sie die Idee hatte(n).
    Wer das ist, weiß auch jeder der anderen Beteiligten, da gibt’s dann auch in kleiner Runde selten Diskussionen drüber. Ist die fertige Arbeit dann allerdings veröffentlicht, in den Mappen der beteiligten Kreativen gelandet und ein klein wenig Gras drüber gewachsen, hat dann oft plötzlich jeder die Idee gehabt. Egal, ob er in Wahrheit nur am Layout gebastelt hat. Oder die Copy geschrieben hat. Oder, als Vorgesetzter nochmal irgendwo den Rüssel reingehalten hat.

    Diese Chuzpe macht mich immer wieder fassungslos, ist aber leider verbreitet in unserer Branche.

    In einer besseren Welt würde man den Hauptbeteiligten beim Hausieren bescheiden den Vortritt lassen.Das gilt auch für das von dir angesprochene schmücken mit Awards, die durch ehemalige Mitarbeiter erzielt wurden:
    Warum eigentlich würde Agentur A ein Zacken aus der Krone fallen, wenn der Preisabholer auf der Bühne noch mal dem Ideenhaber dankt, der jetzt leider bei der Agentur B arbeitet?
    Wie gesagt. Bessere Welt. Hat jetzt leider auch nicht wirklich viel mit dem Thema Berater und Kreativ-Credits zu tun, musste ich aber mal loswerden.

  8. Freddy

    @ an alle mit der Chuzpe

    Hatte ich noch vergessen: es kommt öfter raus, als ihr denkt.

  9. anderer Name

    Ganz unabhängig davon, ob sich alle oder nur die Chef-Ideengeber mit einem Award schmücken dürfen sollen – wobei mir schleierhaft ist, wie man die im Einzelfall rausdröseln will -, würde ich sagen: wer sich mit fremden Federn schmückt – sprich: mit Leistungen, die er gar nicht erbracht hat-, muss sich an diesen Leistungen messen lassen. Schließlich kauft eine Agentur ja keine Heldentaten von gestern, sondern die Aussicht auf weitere tolle Ideen. Insofern baut man sich da selbst einen ziemlichen Druck auf. Selbst wenn nie rauskäme, dass man auf bestimmten Etats nicht gearbeitet hat, fällt es doch früher oder später (meist früher) auf, wenn irgendwelche hochdekorierten Fachkräfte, teuer eingekauften plötzlich keine Ideen mehr haben, oder?

  10. Michael

    Eine Referenz, die nur vorgeschoben ist, kann sehr schnell nach hinten losgehen. Von daher sollte jeder im eigenen Interesse davon absehen, mit einer Referenz zu werben, die einer Nachfrage “Was genau haben Sie denn dazu beigetragen” nicht standhält.

  11. Turntablerocker

    @Michael:

    Was heißt denn vorgeschoben? Grundlage einer guten Kampagne ist nicht immer, aber oft ein gutes und genaues Briefing, was von den Beratern in Zusammenarbeit mit Kunde, Planning und Kreation geschrieben wird. Des Weiteren liegt die gesamte, weitere Abwicklung in Händen der Berater, zusammen mit Kunde, Kreation, Serviceabteilungen etc.

    Also ich denke schon, dass die Beratung sich auch einen Stück vom Kuchen abschneiden kann.

    Wobei es natürlich auch auf die Art des Awards ankommt. Bei der Kategorie Fotografie kann ein Berater schlecht damit werben. Hier hat er meist nur den KVA abgesegnet ;-).

  12. anderer Name

    Wer glaubt, dass Strategic Planner strategisch planen,
    glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten …
    ;-)

    Frage in die Runde: hat jemand mal mit einem guten und genauen Briefing gearbeitet?

    Spaß beiseite: Jeder, der irgendwas mit der Idee zu tun hat, soll sich gerne mit den Lorbeeren schmücken. Letztlich weiß man ja z.B. bei Brainstormings nie so genau, wie sie gelaufen wären, wenn da andere Leute mit dringesessen hätten. Also: nicht immer so kleinlich sein á la “War aber meine Idee!” – “Nein, meine!” – “Aber Du bist doch bloß der …”

  13. Marcus

    Nägel für Kreative und Effies für die Berater? Was?
    Das ist doch ein Teamgeschäft; und das wisst ihr. Ideen die Preise gewinnen, müssen auch verkauft werden. Dazu braucht es auf Kundenseite viel Vertrauen in die Agentur und viel Geschick, Professionalität, Teamspirit, Sachverstand und Kraft+Liebe für gute Werbung in den Agenturen. Diesen Job übernehmen Berater gegenüber dem Kunden; nicht immer vielleicht aber es gibt auch miese Texter, ADs, …

    Ohne gute Berater werden in den meisten Fällen gute Ideen nie die Agentur verlassen. Natürlich können auch Berater einen Löwen auf dem Schreibtisch haben.
    (Und nein, ich bin kein Berater. Ich falte Zitronen)

  14. JohnCooper

    Bei mir hängt noch eine ADC-Silbermedaille überm Klo, weil ich mal die Einreichungen gemacht habe.

  15. Michael

    @Turntablerocker:
    Ja, so habe ich das auch gar nicht gemeint.
    WENN ein Berater wesentlichen Anteil hat, dann darf er auch damit werben, gar keine Frage. Ich habe einfach nur schon zu oft Referenzen gehört, die eben einer solchen Nachfrage NICHT standgehalten haben. Und ich frage da dann ganz gerne einmal nach.

  16. Designer Schmuck

    ADC kann man ruhig dahin hängen, wo man es mag :-)

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