27.09.07
09:16 Uhr

David Lynch – mentor in mind

Lynch
Ich bin seit frühster Jugend einfach besessen von David Lynch und seinen grandiosen Arbeiten. Ein unglaubliches Kreativgenie, der aus Filmen bewegte Gemälde zaubert. Sein letztes Werk “Inland Empire” ist sicherlich der Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Auch wenn viele den Film einfach nicht verstehen, er ist allein durch die Machart gigantisch kreativ. Ohne Script, viel Improvisation und nur mit kleinen Ideenfetzen zaubert Lynch 3 Stunden atemberaubendes Assoziationskino, das am Ende eine Vielzahl von kleinen Geschichten erzählt, die irgendwie zu einem großen Ganzen verschmelzen.

David Lynch bildet sehr fein und doch oft mit groben Mitteln das menschliche Seelenleben ab und seine Werkzeuge “Entschleunigung”, “Symbolik” und “Abstraktion” lassen das eigene Kopfkino auf Hochtouren rasen. Seine Filme sind auch immer ein Stück weit die Spiegelung unserer eigenen Persönlichkeiten, das hat den besonderen Effekt, dass die Filme bei jedem Anschauen einfach anders sind. Man versteht sie nicht nur besser, man versteht sich teilweise auch viel besser.

Seine Kraft zur Kreativität holt sich Lynch laut seinen Bekundungen seit über 30 Jahren aus der transzendentalen Meditation. Er sieht sich selbst als extrem glücklicher Mensch, der durch diese Technik sein “wütendes Clownskostüm” abstreifen konnte und sich dem Düsteren und Bösen nur noch durch die Kameralinse hindurch nähert. Nein, Lynch nimmt keine Drogen, er ist auch nicht irre, er ist einfach ein Meister auf dem psychologischen Klavier, der weiß, wie er sein kreatives Potenzial ausschöpfen kann und der die Dinge in anderen Zusammenhängen sieht. Ob man seine Werke mag oder hasst, völlig egal, sie hinterlassen definitiv ihre Spuren beim Betrachter.

Auch mit Werbung hat Lynch indirekt zu tun, wobei sein Verhältnis dazu ziemlich gespalten ist. Auf der einen Seite sieht er Spots als legitimes Mittel um als Filmemacher sehr leicht Geld zu verdienen, auf der anderen Seite äußert er sich ziemlich eindeutig zum Thema Product Placement in Hollywood:

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Wer “Blue Velvet” kennt, dem ist sicherlich die deutliche Anspielung und Satire auf Product Placement aufgefallen. Zunächst wird Heineken als Bier künstlich in einem Kneipendialog werberisch in den Himmel gelobt, etwas später muss der Hauptdarsteller dringend pinkeln (“Heineken halt!”) und dann zerstört Dennis Hopper noch das letzte bißchen Glanz:

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Doch Lynch hat auch ganz offiziell Werbespots gedreht, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Kunden dabei jeweils immer wirklich so zufrieden waren oder ob sie einfach nur den Hype rund um Twin Peaks nutzen wollten. PS2 von Sony hat sicherlich als Produkt und Marke noch am besten thematisch zu Lynchs Stilistik gepasst:
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Sein Spot für Mazda:
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Sehr guter Opium-Spot (Sinnlichkeit pur):
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Doch das Spot-Meisterwerk, fast schon AntiWerbung, sicherlich diese Zigarettenwerbung (Was muss der Brand Manager da geschwitzt haben):
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Als Künstler und Kreativer kann man sicherlich jede Menge von Lynch lernen. Einer der ganz großen Künstler unserer Zeit.

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4 Kommentare

  1. max

    David Lynch und Product Placement, er bringts auf den Punkt :-)

    youtube.com/watch?v=...

  2. Patrick Breitenbach

    @max: habe ich doch schon verlinkt im Beitrag! :-)

  3. Max

    Sorry, hat mich jetzt auch gewundert, wenn ich via Google-Reader-Link komme, wird mir nur der Opium-Spot angezeigt. Wenn ich dann einen Seiten-Reload mache sind erst alle Videos da…

  4. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » David Lynch für Gucci

    [...] Spot von David Lynch für Gucci langweilig. Ich kann mich dem leider nicht anschließend, allerdings bin ich der Fan. Was meint [...]

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
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