24.09.07
08:44 Uhr

Ein Wochenende. Ein Ergebnis?

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Teamspirit ist der Kreativ- und Produktivmotor und zugleich Vertrauensbasis für gemeinsames und teamorientiertes Arbeiten. Dass nun am Sonntag nachmittag irgendwann zwischen 14.00 Uhr und 20.00 Uhr das Startup-Weekend in sich zusammenfiel, ist zunächst verwunderlich, nachdem der erste Tag von eben dieser kreativen Gemeinschaftslust geprägt war.
Was war passiert?
Nachdem die insgesamt 13 verschiedenen Geschäftsmodelle in einer Art “Kurzpitch” gehört wurden und man sich schließlich demokratisch auf ein Modell geeinigt hatte, ging es natürlich in erster Linie darum, die mehr als 100 anwesenden “Mitarbeiter” mit unterschiedlichsten Skills und Befähigungen optimal in verschiedenen Arbeitspruppen zu organisieren. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine Gruppe von Price Waterhouse Coopers Mitarbeitern vorgestellt, die innerhalb ihrer Sponsorentätigkeit für das Weekend als “eingebettete” Berater während des Wochenendes zur Verfügung stehen wollten und sollten.
Etwas irritiert nahm ich zur Kenntnis, dass man also von Veranstalterseite offensichtlich im Bereich Finance-und Business Development nicht so sehr an die Weisheit der Massen glauben wollte. Andererseits, was könnte es schaden, eine externen Blick auf die Ergebnisse werfen zu lassen bzw. einem Sponsoren aktiven Einblick in die Prozesse und Entwicklungen des Startup-Weekends zu geben…

Die Arbeitsgruppen teilten sich demnach verschiedene Aufgaben und beleuchteten in der Folge am Samstag die Chancen und Risiken bezüglich der Ausgestaltung eines validen Produktes und Geschäftsmodells. Nicht weiter verwundern wird es, dass ich mich selbst dem Arbeitsbereich Branding, Marketing und externe Kommunikation zugeordnet habe.
Die nächste organisatorische Herausforderung bestand in Folge darin, die internen Kommunikationsprozesse während des Weekends zu kanalisieren, denn verständlicherweise müssen die einzelnen Arbeitsergebnisse und Teilerkenntnisse irgendwo zusammenlaufen und synchronisiert werden. Hierzu wurde eine Art “Stabsstelle” eingerichtet, die sich leider zunehmend als “Quasi-Geschäftsführung” entpuppte und obendrein in Form eines “Interims-Geschäftsführers” und anderen Positionen ihre unnötigen Funktionsstellen fand. Bekanntlich sollten ja vornehmlich keine Geschäfte geführt (welche auch?!), sondern vor allem interne Kommunikationsprozesse moderiert und gesteuert werden.

Diese Prioritätsaufgabe wurde auch am Samstag durchaus nachhaltig verfolgt und jeder Teilnehmer wurde innerhalb der regelmäßig anberaumten großen Treffen durch die Sprecher/Schriftführer der einzelnen Arbeitsgruppen über den Entwicklungsprozess informiert. Durch diese Maßnahmen entstand bei alle Beteiligten ein wirkliches Grundgefühl des Teambuildings und einer dialoggeprägten Kultur, welches für ein Gemeinschaftsprojekt dieser Art unabdingbar ist.
Spätestens jedoch am Sonntag Mittag war es mit dieser Art der Kultur zu Ende.

Anstatt sich inhaltlich über die Ausgestaltung des Produktes und der konkreten Marktkommunikation zu verständigen, stand mehr und mehr die Ausformulierung eines vollständigen Business Plans im Vordergrund. Seitens der “Stabsstelle” wurden klassische Elemente dieses Bereiches aufgegriffen und als ausformulierte Textmodule eingefordert. Ich konnte angesichts der vielen Beteiligten zum jetzigen Zeitpunkt (noch!) nicht abschließend recherchieren, wer und was hier die Triebfeder war. Mein reines “Gefühl” sagte mir aber, dass es eine spezielle und partikularen Interessen untergeordnete Gruppe sein musste, die nicht in Priorität den experimentellen Charakter eines Startup-Camps bzw. Barcamps verfolgen wollte.

Interessanterweise saßen am Sonntag nachmittag zunehmend Teile der “Stabsstelle”, des Veranstaltungsteams und der PWCler in konspirativen und geschlossenen Kleingruppen zusammen, um zu “beraten”. Neben der rein psychologischen Wirkung dieser “geschlossenen Gruppen” auf die Teilnehmer, führte diese Entwicklung zu einem gefühlten Komplettabriss der offenen Kommunikation. Was hatten sich wohl diese Menschen im Hintergrund überlegen wollen?! Geld, Köpfe, Ressourcen, Potenzial, Professionalisierung? Alles wichtige Fragen, sicher, aber bitte nicht in konspirativen Teilgruppen, meine Damen und Herren!

Sämtliche Arbeiten der Teilnehmer und Gruppen wurden schließlich nicht mehr der Gemeinschaft vorgestellt, viele Arbeiten auch meiner Gruppe, in der z.B. Robert mit anderen einen schönen “Kreativansatz” ausgearbeitet hatte, wurden schlicht nicht aufgenommen. Schlimmer noch: Die angekündigte Zusammenfassung der Ergebnisse am Ende des Projektes fiel schlicht und einfach aus, was verständlicherweise viele aktive Teilnehmer mit einem sehr leeren und unbefriedigten Gefühl aus dem Projekt entließ.

Es ist ja durchaus nicht so, dass nicht sehr viel gute und kreative Arbeit geleistet wurde, auch hatte ich persönlich Einblick in den Stand der technischen Entwicklungsfortschritte bzw. z.B. in das Layout einer möglichen Startseite im Netz, aber leider wurden diese Informationen nicht mehr an die Gemeinschaft öffentlich zurückgegeben. Warum nicht?!
Niemand aus dem großen Kreis wusste gestern wirklich, wofür er/sie am Ende des Tages gearbeitet hatte. Jedenfalls wurde es nicht für alle sichtbar gemacht.

Stattdessen wurde der (natürlich auch notwendige) formale Akt der Gesellschaftsgründung zum Abschluß in den Mittelpunkt gestellt, alleine bleibt die Frage, was diese Beteiligung für einen Wert hat, wenn die inhaltliche Abstimmung und damit der gemeinschaftliche Anker gelichtet worden ist.

Trotz aller inhaltlichen Kritik war das Wochenende für mich eine Bereicherung. Es war hochinteressant mitzuerleben, welche Prozessdynamik entstehen kann, wo Chancen und Gefahren solcher Initiativen liegen. Am meisten Wert hatte für mich aber auch diesmal die persönliche Begegnung mit Menschen und deren Ideen und Anregungen, die leider im Kontext des Startup-Weekends viel zu wenig in den Mittelpunkt einer breiten Präsentation und Diskussion gestellt wurden.

Danke auch noch einmal herzlich an die Initiatoren und insbesondere an Netzurgestein Cem Basman, bei dem ich den Eindruck hatte, dass auch er selbst zu bestimmten Zeitpunkten die offene Gesprächs- und Planungskultur vermisst hatte.
Woran es nun wirklich lag? Wir werden es bald wissen. Da bin ich sicher.

34 Kommentare

  1. StartupWeekend hat’s geschafft: edelbild.de! « StartupWeekend

    [...] Ein Wochenende. Ein Ergebnis? [...]

  2. Patrick Breitenbach

    Nun ja, ich habe vorab ja schon ein wenig geunkt, dass es unheimlich schwer sein wird so viele Menschen kreativ unter einem Hut zu bringen. Der Uraltspruch “Viele Köche verderben den Brei” gilt wohl immer noch, aber er gilt vor allem, wenn nicht alle Teilnehmer an einem Strang ziehen, also das gleiche Ziel verfolgen. Das meine ich völlig wertfrei. Der eine will da tatsächlich ein Geschäft draus machen, der andere fand die kreative Arbeit am Wochenende spannend. Aber ohne Zielüberschneidung wird am Ende eben auch nichts gemeinschaftlich sinnvolles herauskommen.

    Naja war sicherlich ein spannender Versuch und ihr habt sicherlich jede Menge mitgenommen.

  3. Patrick Breitenbach

    Noch ein entscheidendes Problem: Sind auch wirklich ALLE Teilnehmer am Ende zu 100% von der einen Idee überzeugt, die umgesetzt wird? Damit steht und fällt meines Erachtens die ganze Arbeit.

  4. Andre

    Hallo Roland,

    die Eindrücke mit der vermeidlichen “Stabsstelle” habe ich genauso empfunden, ebenso war ich verwundert, das am Sonntag eine Einzelgruppe zur Beratung zurückgezogen hatte. Auch habe ich eine Präsentation sowie Verabschiedung vermisst, quasi ein würdigen Abschluß. Nichtdestotrotz war es, besonders auf der zwischenmenschliche Ebene, ein tolles Wochenende.

  5. www.best-practice-business.de/blog » Warum sich Robert im Rahmen des StartUp-Weekends nicht an edelbild beteiligt hat

    [...] Der werbeblogger Roland Kühl-v.Puttkamer hat soeben seinen Eindruck vom Wochenende veröffentlicht. Hier klingt die Kritik zum Teil noch viel unverhohlener: “Zu diesem [...]

  6. ramses101

    Sind auch wirklich ALLE Teilnehmer am Ende zu 100% von der einen Idee überzeugt, die umgesetzt wird?

    Das ist der (ok: ein) Punkt. Es hat wohl jeder schon bei Workshops mit 5 Leuten lustlose Gesichter gesehen. Und dann bei 100 Leuten? Kann ja gar nicht anders sein.

  7. Björn Günzel

    Hallo Roland,

    ich war auch beim SW (Debug The World-Pitch), wollte noch sagen, dass ich Deinen Beitrag später sehr gut fand, als Du auf den Punkt brachtest, was die Leute erwarten: das Vorher-Nachher Bild nebeneinander sehen, und zwar möglichst sofort (hoffe ich zitiere nicht falsch). Das war für mich ein Lichtblick im ganzen Gerede und hat zumindest meine persönlichen Gedanken sehr beeinflusst (kann es was werden, wie kann man es sinnvoll umsetzen – nach dem Satz hatte ich plötzlich den Eindruck, ja!).

    Und das war für mich auch ein Beispiel, was ich vom SW erhofft hätte: wenn jeder das hätte einbringen können, was er am besten kann (in Deinem Fall vermute ich mal Werbung/Pitching/Motivierung), hätte das Ergebnis wirklich beeindruckend sein können. Am Vorabend, als ich gesehen habe, wieviele Spezialisten kommen würden, war ich da schon sehr optimistisch. Ich fand auch, dass die Organisationsweise dem dann etwas zuwiderlief, ich vermute, mit völlig freier Selbstorganisation hätte das wahrscheinlich besser geklappt: dann hätte jeder Überlegt, was kann er persönlich am besten Beitragen. Stattdessen haben die meisten sich den vorgeschriebenen Gruppen und Zielen untergeordnet. Bleibt die Frage, warum die Crowd es nicht schaffte, diese Barriere selbst zu überwinden. Aber bei der zweistündigen Erklärungen der MindMap aufzustehen und zu Rufen “ist doch alles Krampf” wäre wahrscheinlich auch nicht der richtige Weg gewesen…

    Trotzdem hat das SW meine Erwartung mehr als erfüllt, jede Menge interessanter Menschen kennenzulernen und interessante Eindrücke zu sammeln. Grosser Respekt vor den Organisatoren, die das in so kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben und mir und anderen ein tolles Wochenende verschafft haben.

    So, mangels eigenem Blog habe ich das jetzt mal hier verewigt…

  8. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Ramses:
    Lustlosigkeit war gar nicht das Problem. (Fast) jeder hat geackert und sich eingebracht. Und gerade deswegen gilt es eben auch, die eigene Community zu hegen und zu pflegen, bevor man ernsthaft über den Anspruch sprechen möchte, weitere “Communities” für das Startup-Projekt ins Leben zu rufen.
    @Björn:
    Freut mich, dass ich einen Teil beitragen konnte. Hab ich gern gemacht. Mir war das Photoservice-Produkt zunächst viel zu sehr ein “Me too”-Produkt und in diesem Wettbewerb mit diesem Thema wirklich herauszustechen ist -nach wie vor- verdammt schwer. Aber machbar! Das hat mich geleitet.

  9. Haben Sie den Code Link befohlen? auf F!XMBR

    [...] Ein Wochenende. Ein Ergebnis? Zitat Lanu: Geht die begeisterte Selbstausbeutung schon wieder soweit, dass man sich ein Wochenende um die Ohren schlägt und nur schwer begreifen mag, dass man unter dem Label eines Experiments schlichtweg verarscht wird? Ich verweise auf die CEOs und liech lang. Es bestätigen sich mal wieder alle Vorurteile… [...]

  10. Vroni

    Naming:
    Ist das deren Ernst?
    “Edelbild” klingt wie ein Zusammenschluss von Edelman mit BILD.

    Die ausgewählte Geschäftsidee:
    Schwach.

    Zum Rest des Ablaufs diese WEs:
    Schwer zu kapieren, wenn man nicht selber anwesend war, was da am Sonntag gelaufen sein soll. Klingt irgendwie suboptimal, klingt irgendwie seltsam das mit dem PriceWaterhouseCooper Leuten, und ich vermute (nur eine Vermutung), dass man halt als Teilnehmer oder bloggender Berichterstatter “Hauptsache optimistisch und positiv” bleiben will und deswegen nicht ganz so deutlich mit der Sprache rausrückt. Innerer Maulkorb?

    Diclaimer 1:
    Ich erzähl nur, wie die Berichterstattung bei mir als Leser rüberkommt. Kann alles ganz anders sein, wos waas mer scho.

    Disclaimer 2:
    Meine Wenigkeit ist ein altes beklopptes negatives Reptiliengehirn. Geb ich zu. Ich bin der Meinung, dass man möglicherweise kostbare Geschäftsideen nicht in einem social experiment aus Versehen verschleudern sollte und sich mit ein paar Anteilsscheinen begnügen. Die Star-Idee + das Kapital müssen in einem vernünftigen Verhältnis am Erfolg (aber auch am Misserfolg) beteiligt sein.

  11. Vroni

    Zu wenig Zeit war auch dafür. Wie soll das gehen.
    Quick’n dirty ist halt immer auch quick and dirty.

    Die sogenannten “Businesskasper” (Zitat von… Robert?) hätten draußen bleiben müssen, das kreative Potenzial braucht Zeit zum Entfalten. Beim nächsten Mal sperrt ihr die raus. Robert Basic hat auf seinem Blog gute Vorschläge gemacht. (So, jetzt hab ich als alter Negativling, Vorurteiler und Miesmacher auch aus Versehen was Positives gesagt).

  12. Martin

    Ich habe mich ja zurückgehalten mit Kritik, aber wenn Vroni …
    Ja, natürlich klingt edelbild wie das Springer-Blatt auf Samt gedruckt. Und hinter der Geschäftsidee steckt eine technische Idee zur Kontrastanhebung mit Sättigungsbeilage und bisschen scharf?

  13. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Als ich Edelbild zum ersten Mal gehört hatte (enstand aus einem Vorschlag der Teilnehmer), hab ich im Sinne des Projektes Pickel auf der Nase bekommen. Mal ganz abgesehen von den potenziellen legal Probs, wenn man das Markenwording durchdekliniert, internationalisiert oder gar für mehrere Services rund um Medienoptimierung eine Dachmarke entwickeln wollte.

  14. Patrick Breitenbach

    Jetzt nochmal meinen Senf zu dem “Produkt”. Wer zum Kuckuck will das überhaupt “kaufen” bzw. nutzen? Die Webtekkies, die wohl am ehesten erreicht werden durch die urtypische Bubblegumwebzweinulloptik, machen das mit den Bildern schon längst selbst und Oma Erna und Onkel Friedrich brauchen sowas schlichtweg nicht.

    Unglaublich wie die Mechanismen auch hier funktioniert haben: Man fängt schon gleich mit einem unnützen und unoriginellen Produkt an und versucht es dann durch Werbung und Hoffnung auf Buzz aufzubohren. Schade für das vergeudete Potenzial, denn offensichtlich waren etliche fitte Leute vor Ort. Da sieht man auch wie schwer es überhaupt ist kreativ zu arbeiten und entsprechend viel Zeit für originäre Produktentwicklung zu investieren, die auch noch einen relevanten Markt da draußen hat.

  15. Vroni

    Was lernen wir daraus?

    Genug Texter mitnehmen.

    Die sind auch oft dazu noch die wahren und kreativeren Ideengeber, noch vor der Abschlussphase Naming, Grafiker seltener, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, will jetzt keinen verprellen.

    Texter funktionieren auch gut als advocatus diaboli (der ist ein wichtiger Teil jeden Kreativ-Teams), da sie gern und unangemeckert ihrem Ruf folgen, tendenziell kopflastiger zu sein und nicht nur Bauch-kreativ wie wir Pinselsklaven. Ich habe meinen advocatus diaboli zur Seite und ohne ihn hätte ich schon viel lustigen Kram ohne Sinn und Verstand gebastelt, da ich dazu neige, vor Begeisterung davonzupreschen.

    Meinereiner verschleißt daher schlauerweise bei Naming/Claim-Jobs immer mindestens drei^^ Text-Kollegen/-innen. Und Naming dauert heutzutage immer länger, da vorher viele rechtlichen Dinge geklärt sein müssen und man den Mitbewerbermarkt analysieren muss, also ein sauberes Marketingprofil erstellt haben muss, um die kreativen Ergebnisse anschließend zu evaluieren.

    Also Verhältnis Designer zu Texter 1:3 ist Minimum, wenn’s richtig gut werden soll. Und aber noch nicht fertig, dann ab zum Markenanwalt mit den Vorschlägen. Nix 48 Stunden am Wochenende, Denic-eintrag und gut is. Aber ich bin halt hoffmungslos 1.0.
    Da sind sie wieder, meine drei Probleme^^ .

    Außerdem ist man hinterher immer gscheiter, das ist wahr und Kritik hinterher ist billig, I know.

  16. Vroni

    Stimmt Patrick.

    Man hat das Pferd von hinten aufgezäumt.
    Unausgegorenen Produktidee, und Werbung und Design solln’s dann retten.
    “Hauptsache, mir hamm’ a Logo!!! – Jetzt wird alles gut”

    Lieber mehr Zeit in eine ordentliche Produkt-/Dienstleistungsidee investieren. Ist schwer heutzutage, die Glühbirne und das Post-It gibt es leider schon. Uund die sind beide Stück für Stück und oft in merkwürdiger Verkettung entstanden, nicht in 48 Stunden. Liebe “Businesskasper”^^: Habt bitte mehr Respekt vor geistigen Leistungen eurer Crowd und gebt ihnen Entschleunigung und Zeit.

    Der Liquiditäts- und Cashflow-Plan kann warten. Der ist eh nur Phantasie.

  17. Startupblogger » Blog Archiv » Viele Köche verderben den Brei…

    [...] Ein Wochenende. Ein Ergebnis? [...]

  18. Patrick Breitenbach

    Klar gibts Glühbirne und Post-Its, heisst aber im Umkehrschluss nicht, dass man sich mit weniger zufrieden geben muss. Die große Kunst ist ja etwas völlig neues zu erschaffen. Wenn das schon nicht möglich, so sollte man sich am Markt orientieren und zwar explizit an der Nachfrage. Was wollen die Menschen? Wo haben sie Schwierigkeiten? Welche Lösungen und Werkzeuge wünschen sie sich für das Internet? Leider liegt man mit den Startup-Zielen immer entweder gleich beim Cash oder was man gerade selbst ganz schick findet. Eine Orientierung am Konsumenten gibt es in den seltesten Fällen. Leider!

  19. Vroni

    Jau Patrick.
    Es ist schwer, in den Schuhen deren zu gehen, die man als Kunden will. Muss aber.

    Die breite Orientierung am Konsumenten war sogar ursprünglich gewollt. Man wollte – wenn ich den Aussagen drüben bei Robert Basic glauben darf – an den Silver Surfer und an den Otto Normalsurfer ran. Ein Massenangebot schneidern. Für die solle hauptsächlich das Bildverbesserungsangebot sein, heißt es. Nicht für Tekkies oder Agenturen (dachte ich auch ursprünglich).

    Das Hinkebein kann sein, dass Ottoline Silversurfer efftel oder zu einem Großteil nicht der große Upload-Artist ist.

    Ein Kommentator bei Basic hat’s schön beschrieben (memoriert): “Wer zu dusslig ist, beim Digi-Blitzen rote Augen zu vermeiden oder sie dann eben zu retuschieren, der ist meist auch zu dusselig, ein Bild hochzufahren.” Und wer nur alle heiligen Sonntage mal ein altes zerkratztes Bild vom Opa schön gemacht kriegen will, dito. Überspitzt, aber kommt hin.

    Fängt ja schon damit an, dass deren selbstgemachte Scans meist lausig und viel zu niedrig auflösend sind zum späteren (Eigenaus-)Druck oder gar Profidruck. Eine solche Erfahrung habe ich des öfteren mit Kunden gemacht (die sogar recht web-affin und jung waren): Sie begriffen nicht, warum ihr toller Scan leider nichts taugt, und der andere Kunde (ummera 40 Jahre) war nicht in der Lage, sich ein empfohlenes E-Book runterzuladen und kriegte es technisch nicht hin, es mit Click&Buy zu bezahlen. Soviel dazu.

    Klar: Es ist nicht für alle Ewigkeiten festgeschrieben, dass der Konsument auf diesem Stand stehen bleibt, er lernt auch und schnell dazu, und die Systeme werden gotseidank immer einfacher und userfreundlicher.

    Der längere Knackpunkt wird jedoch sein die Upload-Größen und der Traffic, der dabei entsteht, ein Bild von halbwegs vernünftiger Feinauflösung (nichts anderes braucht man zur vernünftigen Retusche) hochzupumpen. Und wird sein der Scan Marke Eigenbau mancher Leute und die oft schlechte Bildauflösung dann.

    Auflösung *+~

  20. Vroni

    Zum Thema Auflösung *+~

  21. Vroni

    Abgesägt, was geht…

    Letzter Versuch :-)

    Zum Thema Auflösung *+~

  22. Vroni

    Zum Thema Auflösung: Da rede ich sogar oft mit Jung-Grafikern oder Verlagsmiezen bis ich Fusseln am Mund hab. (Letztere behaupten, das gesendete Vektor-Eps hätte zu wenig dpi°°, oder schicken grob Verpixeltes stolz als das Unternehmens-Logo).

    ______________________________
    Die Gefahr, den Konsumenten falsch einzuschätzen, ist immer dann sehr groß, wenn man geistig zu weit weg ist von ihm. Wenn man zu lange in seiner eigenen Tekkie-Bubble lebt und solche Leute nicht kennt. Sie fälschlich als technisch zu fit oder fehlerhaft als zu unbeholfen einschätzt. Ich bin mir wenigstens bewusst, dass ich falsch liegen kann. Das zu reflektieren und zuzugeben ist part of the job. Und nicht: Begeisterung, es war eine tolle Erfahrung, tolle Leute. Ich empfehle in solchen Fällen: Meditation, Ruhe im Raum, nicht babbeln. Augen zumachen, Kino im Kopf. Sich vorstellen, man wäre Emma Mustersilver und ginge grad selber durch den Supermarkt und suchte die Butter, oder säße am Rechner der Tochter.

    Oder why not sowas (so ein Camp) aufziehen mit solchen Silver Surfern oder Emma Mustermanns, wenn man schon was für sie machen will? Berührungsängste? Keine Lust, in real life mit “Grufties” zu reden?
    Aber deren Geld wollen. Das zur tollen Produktentwicklung.

  23. Patrick Breitenbach

    Ja leider läuft das aber fast in allen Bereichen so. On- wie offline. Das Schlimme ist, dass Kapitalgeber auf so eine Umsichtigkeit meist scheissen. Die wollen ganz schnelle Kohle machen, nix meditieren, nix nachdenken -> abgrasen und ausmelken.

    Zu deinen Ausführungen kann ich nur sagen sehr gut erkannt. Entweder geben sie sich mit roten Augen und schlechten Scans zufrieden oder sie raffen es nicht das 170MB Bitmap zu Edelbild hochzuladen. Was das allein an Servern kostet (sollte das mal in Anspruch genommen werden) will ich gar nicht wissen, zumal solche Dienste ja erst bei feindaten richtig sinnvoll ist und nicht bei den 72dpi Web-Bildli.

    Also ich bleib dabei, das Produkt ist sowas von daneben, da wundert mich gar nix mehr in der Webzwonullglitterwelt.

  24. Christian Rieger » Beitrag » StartupWeekend finished!

    [...] Hier nochmal einige Links zu Presse, Blogs etc. die bisher darüber berichtet haben: Financial Times Deutschland – Out of Office Deutsche Startups – Experiment gelungen Gruenderszene – StartupWeekend rockt Werbeblogger – Ein Wochenende ein Ergebnis [...]

  25. Vroni

    Klar ist das gewissen Geldgebern wurscht. Schnell säen, schnell ernten, schnell dichtmachen.

    Mir tun aber immer solche Gründer leid, die fest an ihre Idee glauben, weil sie doch einen Kapitalgeber gefunden haben (dann muss sie doch gut sein und tragen…) und sich den Hintern für sie aufreißen. In dem Fall die Nächtedurchmacher (Ich bin auch ein Nächtedurchmacher… , aber nur für eigene Sachen, für die ich nicht ausgenutzt werde…)

    Robert Basic hat es auf den Punkt gebracht:
    Die Idee ist – noch – 1.0.
    Und Marketing für 1.0 Sachen ist teurer/aufwändiger als für 2.0 Sachen, die in sich “sexy” oder “viral” sind, stimmt.

    Man kann als Kapitalgeber/Produktentwickler durchaus hergehen und das Ding so aufzäumen, dass es am Kunden reift*. Aber dann muss es von Anfang an was an sich haben, einen Reiz, der einem die Kosten fürs auf den Markt drücken nicht arg in die Höhen schnellen lassen. (*Beta. Oder wie Microsoft Certifieds gern zynisch sagen: Bananensoftware wie Microsoft Betriebsysteme, da grün/unreif geliefert und später erst durch den kostenlosen Input der Kunden reifend. Das spart enorme MaFo-Gelder, biggrin.)

    Es gibt diesen Weg, wenn man ihn geschickt geht, warum nicht, spart er richtig Entwicklungs- und MaFo-Gelder.
    Aber dann muss es einen Reiz haben, günstig zu vermarkten sein und darf keine 1.0 Idee sein, bei der zusätzliche Anreize, Gemeinschaftserlebnisse, und Community-Tools fehlen. Vielleicht sind sie vorgesehen und kommen noch rein, keine Ahnung.

    Es gibt auch noch den anderen Weg, dass man von Beginn an versucht, das Ohr am gewünschten Kunden zu haben und ihn und das Marketing dazu frühestmöglich in die Entwicklungsphase einbezieht, bevor Dinge öffentlich gemacht werden, ein Logo und einen Claim und mit Milestones eine Marketing-Zeitleiste kriegen. Der Pull-/Push-Marketer und die Kunden hocken quasi bildlich mit am Tisch beim Frühstücksbrainstorming.

    Der dritte Weg ist der, den deutsche Firmen in dieser Reihenfolge immer noch am liebsten gehen: Sie denken sich ein Produkt aus, suchen sich dann erst die Zielgruppe dazu und versuchen dann erst, es zu vermarkten. Da ist der Ingenieur der Häuptling, der Werber die ärmste Indianer, ihn beißen die Hund’, wenn’s nicht klappt, ist er schuld. (Sorry, platt und überspitzt, aber es ist in der Tendenz oft so). Ich halte den für den üblichsten, aber auch für den allerungeschicktesten Weg, bei dem man viel mehr Geld fürs dann sehr anstrengende Vermarkten verbrennen kann, als beim Grünbananentrick.

    Edelbild ist für mich bei meinem jetzigen Wissenstand ein Zwitter zwischen 1 und 3. Ich weiß nicht, wer daran weiterarbeitet, er /sie tun gut daran, sich das alles gewissenhaft ohne Aggros anzuhören. Es ist – noch – kostenloser Input für ihre noch grüne Banane. Klar kann so ein Projekt noch nicht so weit sein, dass es über alle Kritik erhaben ist, das verlangt auch niemand. Es ist ganz normal, dass keine Idee der Welt nach 48 Stunden fertig ist und nicht noch rund gemacht werden muss.

  26. Themenriff » StartUpWeekend vs. Enterprise 2.0

    [...] ich mich nicht jederzeit hätte dazugesellen können, wenn ich es gewollt hätte. Trotzdem scheint dieses Gefühl entstanden zu sein. (ich nehme mich da nicht [...]

  27. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Arbeitsproben

    [...] schon berichtet, wurde im Rahmen des Startup-Weekends innerhalb der Gruppen natürlich auch die Gelegenheit wahrgenommen, freie und freudvolle Kreativität zu [...]

  28. QYPE*Vibes » Blog Archive » Startup Weekend

    [...] dazu habe ich übrigens bei Robert Basic (2), Deutsche Startups und im Werbeblogger gelesen. Alles weitere gibts natürlich im StartupWeekend-Blog. Tags: Edelbild, Hamburg, qype, [...]

  29. Startupweekend « Startupstarters

    [...] Werbeblogger [...]

  30. StartupWeekend - Lessons Learned « Esszencia

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  31. zeitklinke

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