24.09.07
12:47 Uhr

Brauchen Agenturen ein neues Geschäftsmodell?

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Spannender Artikel in der Adage zum Thema Geschäftsmodell für Agenturen:

Yet most intellectual-property wealth creators, whether they are J.K. Rowling, Steven Spielberg, Damien Hirst or Georgio Armani, don’t fill time sheets and don’t get compensated based on how many hours they toil, but on the basis of the value that their artistry creates. (…) The emergence of the internet has changed the way we communicate, the way we do business and the social architecture that has been in place since the Industrial Revolution. Its force unleashed unprecedented democratization of innovation, knowledge, capital and ideas.

Ist das so? Wahrscheinlich. Das war übrigens auch ein spannendes Thema bei unserem Stammtisch. Gibt es andere Geschäftsmodelle als die konventionell laufenden in den Agenturen? Lässt sich Kreativität überhaupt in Zeit bemessen? Kann man „nach Ideen“ bezahlen? Und inwieweit sind Agenturen dazu verpflichtet, soziale Verantwortung zu übernehmen und somit zum Teil auch das eigene Nest wieder sauberer zu gestalten. Wir alle wissen ja, dass die Werbebranche im Image ziemlich weit hinten liegt und das ist doch das eigentliche Kapital, das wir besitzen. Glaubwürdige Kommunikation bzw. Kommunikation, die ihre Empfänger erreicht und überzeugt. Wie kann sie das denn, wenn die gesamte klassische Kommunikationsform eigentlich immer deutlicher abgelehnt wird? Sollen wir also in Zukunft für die Kommunikation mit Parkuhren bezahlt werden?

5 Kommentare

  1. Daniel

    Interessante These. Man könnte sicherlich vorher kalkulieren wie lange man braucht, und dann einen Pauschalpreis für die zu erbringende Leistung verlangen.

  2. Vroni

    Die Krux aller kleinen und großen Agenturen: Sie haben im Vergleich zur Schraubenfabrik kein Produkt, sondern eine geistige Dienstleistung. (Die auch noch mit dem guten oder schlechten Input des Werbe-Kunden steht oder fällt.) Kreativität kann man nicht messen.

    Es wird gern vergessen bei der löblichen Überlegung zu neuen unbürokratischeren Wertschöpfungsmodellen von Kreativität, dass an einem Superergebnis oder einem Misserfolg gerade auch der werbetreibende Kunde mit seiner guten Vor- und Infoarbeit, Offenheit und raschem konstruktivem Feedback einen wesentlich Anteil hat…. Die wirklich guten Jobs in der Kommunikationsbranche entstehen ZUSAMMEN mit dem Kunden.)

    Der Wert abstrakter Beratungsleistung und Ideengebung ist daher nochmal schwerer bis gar nicht messbar. Aber: Zeitzettel sind wirklich ein Krampf. Sie helfen mir nur dabei, nachträglich abzuschätzen, wie lange oder schnell ich alter Trottel gebraucht habe, um in die Pötte zu kommen.

    Die Tendenz (zumindest bei meinen Kunden) geht hin zum Pauschalpaket. Keier will das Risiko von Stundenhonorar. DA liegt natürlich auch ein Risiko für die Agentur, das man gründlich im Aufwand verschätzt hat. Oder dass der auftraggebende Kunde – wenn man den Auftrag solide abschätzen sollte – nicht versteht, warum das so teuer sein soll (siehe oben: ein schnelles UND Superergebnis hängt schwer… auch vom Werbekunden ab. Er bestimmt mit seiner Mitarbeit wesentlich mit, ob es zäh, mühsam teuer wird und nachkalkuliert werden muss, oder ob es flutscht. Hat er aber einen reinen Paketpreis, wird er meist faul. Ich denke daher über ein Kombi-Modell nach.)

    _____________________________________

    Zur gefühlten Ablehnung (der Verbraucher) der klassischen Kommunikationsform:

    horizont.net/knowhow...

    Ok, das ist 2005.

    Ganz neu aber von 2007:
    horizont.net/knowhow...

    Beide Untersuchungen (jaja, ich glaube auch nur den Zahlen, die ich selber gefälscht habe^^), geben mir wenigstens das ungefähre Bild, dass konventionellle Werbung gar nicht sooo schlecht dasteht wie gefühlt. Zumindest, wenn man ihre (zugegeben bröselnde) Akzeptanz vergleicht mit der vernichtenden Nicht-Akzeptanz der online-push-Werbung im Internet aka Banner, Skyscraper, Layers, und dergleichen. Kein Grund natürlich für Plakat- und POS-Werber, sich auszuruhen, Werbung, die sich aufdrängt (Push), WIRD als Belästigung empfunden, das muss klar sein. Ichj will nur die Proportionen gerade rücken: Internet-Werbung wird am meisten gehasst, ist nicht glaubwürdig und funktioniert nicht wirklich. DA liegt der Wurm im Käse.

    Und Männer sind nochmal kritischer.

  3. Warren

    Tag zusammen.

    Ideen sollten pro Stück und gestaffelt nach Kategorien bezahlt werden.

    Der Kunde zahlt also pro Headline, pro Claim, pro Key-Visual, pro Layout, etc. einen bestimmten Betrag X.

    Dadurch erhalten die Einzelteile unserer Arbeit, und damit auch die Arbeit selbst, einen anderen, höheren Stellenwert, werden (hoffentlich) bewusster und nicht mehr so inflationär nachgefragt, und lassen sich übersichtlich und einfach am Ende des Monats abrechnen.

    Und dann sind Agenturen wiederum auch endlich genötigt optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen, in denen kreativ und effizient gearbeitet werden kann.

  4. Georg

    Nein, es werden gehirnströme gemessen. jede reiz an einer synapse die das thema betrifft, gibt 0,000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000001€

    ich glaube das könnte klappen… ;-)

  5. K.-U. Schenke

    Eine interessante These, das Verfahren wie Produkte und Dienstleistungen gehandelt werden auch auf Digitale Produkte und Kreativität auszudehnen.
    Wird aber wohl noch etwas dauern bis das Einzug hält.

Eure Kommentare

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
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  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
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  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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