17.09.07
19:23 Uhr

Spiegel Onlines Werbokalypse Now

Man muss schon ganz genau hinschauen, um die neuartige Werbeform auf SpOn zu entdecken. Richtig schön unscheinbar kommt sie daher, so wie Werbung heute sein muss, hinterlistig, kontextbezogen und nicht mehr großartig vom redaktionellen Inhalt zu unterscheiden. Der neue Reiter bei Spiegel Online in der Hauptnavigationsleiste ist nun beliebig buchbar. Das man rein textlich drauf pfeift sich vom Inhalt abzugrenzen zeigt das Beispiel aus dem Ressort Reise recht deutlich:

SpOn Werbung

Kein Vermerk darüber, dass es sich hierbei um einen Werbelink handelt (also nicht Inhalt unten, da steht ja Anzeige drüber, sondern der Reiter in der Navigationsleiste im jeweiligen Hauptressort). Ganz schön clever. Konkurrent Handelsblatt hatte sich ja schon vor einiger Zeit in die Thematik vorgewagt. Wenigstens bekennen die Automobilmarken noch Farbe, dort ist noch halbwegs ersichtlich, dass es sich um “Volkswagen News” oder “Neues von BMW” handelt. Mit dem Klickvieh  kann man es ja machen, schließlich weigert es sich ganz massiv nicht nur für Content zu bezahlen, sondern auch die standardisierten Werbeformen anzuschauen. Komisch, dabei gibt man sich die größte Mühe so viel Werbecontent wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Tja, wieder ein wichtiger Schritt in Richtung Klassische-Onlinewerbung-Overkill. Werbokalypse Now direkt aus dem Herz der Finsternis.

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5 Kommentare

  1. Manuel

    Ist das mit diesen Reitern nicht schon ewig so? Vielleicht nicht gerade glücklich, zugegeben, aber in Relation zu dem riesigen, kostenfreien SpOn-Angebot finde ich das noch halbwegs in Ordnung.

  2. Fabian

    Die Verschmelzung mit dem redaktionellen Teil wird auch durch die Position der Inhalte deutlich:

    Der Link des Reiters (heute heißt er GE ecomagination) zeigt auf die Adresse spiegel.de/politik/0..., also ein typischer SpOn-URL. Meiner Meinung nach wird hier bewusst der Eindruck erzeugt, es handele sich um redaktionelle Inhalte.

    Pfui.

  3. Patrick Breitenbach

    @Manuel: Kann gut sein, dass die das schon länger machen. Ich habe es gestern erst bewusst wahrgenommen (würde ja durchaus etwas zur Werbewirksamkeit aussagen)

    Ich finde es übrigens nicht in Ordnung, weil das SpOn-Angebot zusehends mit Werbung verwässert wird. Was ich mir wenigstens wünschen würde wäre die Wahl zwischen Premium (also werbefrei) und kostenlose Version (mit Werbung). Das wäre mehr als fair und könnte einem das Gefühl zurückgeben, der Spiegel orientiere sich wirklich nur am Nachrichtenwert und weniger an “was ist massen- oder werbekundenkompatibel”.

  4. Georg

    das erinnert mich doch stark an studiVZ die jetzt auch mit werbereitern arbeiten die stilistisch an den seiten aufbau angepasst sind…..absolut widerlich meiner meinung nach.

  5. Julia

    Ja, es ist schon traurig – der Spiegel als DAS meinungsführende und -bildende Magazin überhaupt! Mir ist das mit dem Reiter noch gar nicht aufgefallen. Ich finde die dauernden Werbeeinblendungen innerhalb der Artikel schon grausam, das nimmt einem auch bei noch so toll geschriebenen Artikeln die Lust weiter zu lesen, aber diese Integration von Werbung in redaktionellen Inhalt – pfui!

    @Georg: Das Studivz WAR mal eine gute Idee bzw. ein guter Klon, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Nutzerzahlen fünfstellig wurden. Es könnte aber sein, dass die Vermarktung dieser Community bald ausgereizt ist, ich kenne etliche, die sich bereits abgemeldet haben, weil sie einfach genervt sind…

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
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