13.09.07
13:40 Uhr

Leser vermitteln Werbeplätze

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Nachdem das Basic Thinking Blog den Relaunch seiner Seite aktiv vorantreibt und wir vor kurzem über „Veränderung“ sinniert haben, passt dann auch die Überlegung von Robert, wie denn nun ein neues Werbekonzept für sein Blog aussehen könnte. Zusammengefasst fordert er aktiv seine Leser auf, die Werbeplätze seines Blogs zu verkaufen. Was bisher eben Affiliates wie Adsense bzw. ggf. Media-Agenturen übernehmen, kann doch viel einfacher und effektiver über die eigene Lesergemeinschaft funktionieren, oder? Ab 2€ TKP geht´s los (10€ sind angestrebt) und ein Drittel der vermittelten Anzeigenerträge fließt in die Tasche des Vermittlers als Provision zurück.
Da Robert sich selbst als schlechten Verkäufer bezeichnet (hiermit wiederspreche ich!), hofft er in diesem Kontext also unter seinen Lesern auf „gute“ Verkäufer, die ihm diese zugegeben undankbare Aufgabe abnehmen. Es hat ja auch schon immer mehr Spaß gemacht, bezahlt kreativ zu sein, als Kreative zu bezahlen ;-).
Welche Szenarios könnten sich also entwickeln?!


Optimal

Die Anzeigenvermittlung wird grundsätzlich angenommen. Es findet sich eine überschaubare Anzahl von qualitativ hochwertigen Kontakten und Insertionspotenzialen über die Leser, die inhaltlich deckungsgleich mit den Vorstellungen von Robert zusammenlaufen. Nur ganz wenige bis gar keine Bemühungen der Leser und Anbahnungen zu werbenden Endkunden sind vergeblich, da alle vorverhandelten Aufträge auch einen Platz finden. Administration und Abrechnung, Bonität der vermittelten Anzeigenkunden, Cash-Flow zwischen Lesern und Blog und Kunde, alles läuft reibungslos, weil der handelnde Kreis überschaubar bleibt.

Suboptimal

Der Vermarktungsaufruf wird von den Lesern entweder fast gar nicht (dann schläft es halt ein) oder viel zu stark angenommen. Insbesondere eine inflationär wachsende Gruppe von Leser-Vertretern, die sich zwar aufgefordert fühlen und das Geld gerne mitnehmen würden, aber zur Anzeigenvermarktung weder inhaltlich noch argumentativ geeignet sind, könnte erhebliche Probleme erzeugen. Da werden ggf. Leistungen des Basic Thinking Blogs unkontrolliert angeboten, die das Blog weder quantitativ (Platz /Verfügbarkeit) noch qualitativ (Robert lehnt ab) erfüllen kann bzw. will. Die Bemühungen der Leser würden dann zu oft ins Leere laufen, was als Enttäuschungsszenario eine doppelte Wirkung hätte, denn auch die Endkunden, die dem werbenden Leser eine Absicht erklärt hatten, würden in Zukunft sicher irritiert das Weite suchen.
Zusätzlich kann das gesamte Forderungsmanagment durch unklare Zuständigkeiten und die Beteiligung zu vieler Menschen mit Provisions- bzw. Erfüllungsinteresse kniffelig werden.

Da ich Robert sehr schätze, wünsche ich ihm ein glückliches Händchen und im besten Sinne ein hochwertiges „user generated selling pool“, mit dem er sich ganz auf seine Stärken konzentrieren kann. Ganz ungefährlich ist es allerdings nicht, weil ein Versagen gleich zwei essenzielle Zielgruppen gleichermaßen enttäuschen wird.

Was meint ihr? Ist das Modell einer leserausgelagerten Vertriebsmannschaft der richtige Weg?!

8 Kommentare

  1. Basic Thinking Blog | Werbekonzept II, Rechenbeispiele

    […] macht in Werbung Off The Record: Basicthinking holt die Werbung beim Leser ab Roland/Werbeblogger: Leser Vermitteln Werbeplätze (sehr schöne, strategische Überlegungen, […]

  2. Patrick Breitenbach

    Den Grundgedanken finde ich spannend. Geht ja fast schon in Richtung Tupperware-Party. Aber wie du schon ganz richtig schreibst, es werden die ein oder anderen „Geldhaie“ dabei sein oder gar „verkleidete“ Vermittler (also eigentliche Endkunden, die ihre Anzeigen da reindrücken wollen und so doppelt profitieren) denen es nur um die Provision geht. Klar ist das bei einem TKP von ein paar Euro noch unwahrscheinlich, aber Robert wächst und gedeiht ja auch fleißig und ist sicherlich für viele Werbekunden attraktiv.

    Ich hätte es als sinnvoller empfunden die Vermarktung einem echten Geek Marketer zu überlassen. Also jemand der sich mit Mediaplanung auskennt und weiß was Blogs sind und das Potenzial von Robert kennt und eben Kontakte zu den Kunden hat. Der wird davon am Anfang nicht leben können, aber es wäre für ihn die große Chance sich als neuer Blogvermarkter aufbauen zu können, zumindestens wenn er das Vertrauen von A-Robert gewonnen hat und erfolgreich vermittelt. Nur so eine Idee. Geht ja voll in die Richtung von Roberts damaligen Vorschlag eines Blogmanagers!

  3. Robert

    der muss anscheinend noch gebacken werden. Lobo .. hm… netter Kerl, aber irgendwie sagt mir mein Bauch, dass er nicht mein Partner sein könnte. Kanns nicht erklären, rein geschäftliches Feeling, dass er es nicht ist.

    Was die Vermittlung angeht: da ich nicht alles einfach nehme, was kommt, wird es einen Abstimmungsprozess zwischen Vermittler und mir und dem Vermittler und dem Kunden geben. Der irgendwann Routine sein wird. Es ist manchmal eben sinnlos, für Kühlschränke zu werben oder TV Geräte auf meinem Blog. Es sei denn, der Kühlscharnk ist 2.0, frag mich nicht, was das heißt. Da muss man dem Kunden auch mit viel Geld in der Hand absagen, weil ich Verschwendung nicht leiden kann.

  4. Patrick Breitenbach

    @Robert: Hast du vorher schonmal eigenständige Versuch gemacht dein Blog zu vermarkten? Sprich aktiv an mögliche Kunden rangehen? Wenn ja, wie war deine Erfahrung?

  5. Robert

    einfache Antwort:nein:)

  6. UK (erforderlich)

    Weblog-Einträge die von Weblog-Einträgen handeln finde ich doof.

    Oh. und Kommentare zu Weblog-Einträgen die von Weblog-Einträgen handeln übrigens auch. Mist.

  7. Patrick Breitenbach

    Noch viel doofer sind Kommentare, die dooffindene Kommentare zu Weblog-Einträgen, die von Weblog-Einträgen handeln, kommentieren. Deshlab lass ich es! ;-)

  8. Das Kürzen eines Feeds und die Aufreger in Bloghausen | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Das Kürzen eines Feeds und die Aufreger in Bloghausen

    […] der Vermarktung seine Leser informativ immer wieder mit auf die Reise genommen und sie sogar eingebunden hat, ist der Stil des aktuellen BT-Bertreiberteams ein anderer. BT stellt die Leser vor vollendete […]

Eure Kommentare

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: Nein, tot nicht, wir leben und arbeiten ja alle und auch der Werbeblogger ist online ;-). Für die nähere Zukunft der...
  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
  • Gatzetec flashlights for friends: Wir denken der Auftrag wurde erfüllt. Gute Werbung für das Produkt und man schaut zweimal hin :-) Gibt es...
  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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