15:54 Uhr
Web 2.0, wo ist der Nutzen?
Mit dieser Frage werde ich immer häufiger auch privat konfrontiert, denn in meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenumfeld ist es (auch altersbedingt) durchaus nicht Usus, sich mit diesem “neuen Internetzeugs” täglich zu beschäftigen. “Digital Immigrants (lesenwertes pdf)” nennt man diesen Personenkreis auch, also durchaus aktive und willige Web-Einwanderer, aber -wie so oft bei Einwanderungsvorgängen- gibt es erhebliche “kulturelle” und “sprachliche” Barrieren, die erst einmal überwunden werden müssen.
“Also, Internet kenn ich ja, mach ich auch, so mit Mail und Ebay und so, aber das ganze Web 2.0 Zeugs, von dem überall die Rede ist, versteh ich nicht. Ist das nun ´ne neue Version, muss ich updaten oder wie?!”
Ich nehme also diese Unsicherheit und Fragen zum Anlass, das Thema in diesem Beitrag mit eurer Unterstützung unter dem Aspekt des praktischen Nutzens zu beleuchten.
Vorab: Natürlich hat das Internet technisch betrachtet Entwicklungen genommen, welche (teilweise) auch unter dem Schlagwort “Web 2.0″ subsummiert werden. Ob Blogs, Wikis, Social Bookmarking Sites, Photo-Upload Dienste wie Flickr und Youtube, soziale Netzwerke wie Xing, Twitter und Co., all das ist sicher ein sichtbarer Teil von Web 2.0.
Nur wissen die oben erwähnten Fragesteller aber immer noch nicht, was gemeint ist und vor allem, warum man denn nun “mitmachen” sollte. Als Mensch mit überschaubarem Freizeitkontigent überlegt man sich genau, womit man seine Zeit verbringt. Und solange der Nutzen nicht klar ist, bleibt man eben in bekannten Gefilden und lässt den Computer aus. Was ist also nun der “Web 2.0″ Nutzen?
Um konkret zu bleiben, hier (beispielhaft) einige persönlichen Nutzungsbereiche aus meiner täglichen Praxis:
individuelle Information:
Eine der praktischsten Anwendungen ist für mich meine RSS-News-Seite, die ich mir auf Basis von Nachrichtenkanälen (RSS) zusammenstelle, ggf. erweitere und so auf einen Blick jeden Morgen meine ganz persönliche Internet-Tageszeitung habe. Und diese individuellen Nachrichten werden mir kostenlos geliefert. Das ist doch was und keine gedruckte Tageszeitung der Welt könnte mir etwas Vergleichbares bieten.
(Bei diesem praktischen Nutzen also kein Wunder, dass Feed-Abos nicht selten die direkte Besucherzahl von Websites überholt haben – so auch beim Werbeblogger)
Weitere Quellen und neue Inhalte finde ich dann bei “Social Bookmark Diensten”, die mir zeigen können, was andere in einem bestimmten inhaltlichen Kontext auch noch lesen. So komme ich gelegentlich auf wertige Fundstücke, die dann einen weiteren Platz in meiner Zeitung bekommen.
individuelle Kommunikation:
Ich kann (leider) nicht alle Menschen, mit denen ich Kontakt pflege, regelmäßig persönlich antreffen. Als typische Telefonquasselstrippe bin ich zudem gänzlich ungeeignet. Wenn es also um den Austausch von Gedanken geht, dann sind (natürlich neben e-Mail) Blogs und dialogorientierte Websites für mich die erste Wahl. Nicht nur als Autor, sondern häufig auch als Kommentator verfolge ich (wieder per RSS, s.o.) Diskussionen, die mich interessieren und inhaltlich weiterbringen. Viele der Autoren kenne ich auch persönlich und der besondere Charme einer offenen Diskussion auch mit anderen -mir noch unbekannten- Teilnehmern mit eigenen Blickwinkeln und Perspektiven erweitert im besten Sinne meinen Horizont und macht neugierig auf ein persönliches Kennenlernen.
Auch der (Skype) Chat ist übrigens ein hilfreiches Kommunikationsinstrument, um nicht für jede Kurzmitteilung oder Info zum Telefonhörer greifen zu müssen, setzt allerdings voraus, dass der Teilnehmer das ähnlich sieht und gelegentlich auch mal online ist ;-).
Auch wenn diese Beispiele nur einen ganz kleinen Teil meines praktischen Nutzenumfeldes zeigen, will ich doch an diesem Punkt euch zu Wort kommen lassen. Welchen konkreten Nutzen zieht ihr aus den aktuellen Internet-Diensten und Technologien? Bitte fortsetzen.
5 Kommentare
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- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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Am 10. September 2007 um 16:09 Uhr
The whole world in a nutshell!
Das ist für mich der Nutzen. Und da ich gerade “Global Brain” lese, wird das Internet für mich zu einem gigantischen Gehirn. Man muss nur nur lernen, wie man es sinnvoll für sich benutzen kann. Das heißt es kommt auch auf die Zielsetzung darauf an. Ich fürchte, die meisten wissen aber gar nicht, was sie mit dem Web alles anstellen können. Für die ist Web = Entertainment.
Am 10. September 2007 um 18:11 Uhr
Das World Wide Web ist bereits heute schon ein gigantisches Gehirn, wie Patrick richtig gesagt hat. Doch obwohl schon 1969 erfunden, kam das Internet erst in den 90er-Jahren so richtig “in Mode”; es ist also noch recht jung.
Was ich damit sagen will: In wenigen Jahren hat sich das Internet zu dem entwickelt, was es heute ist. Wie wird es dann erst in 10, 20 oder mehr Jahren sein? Was wird dann möglich sein, dank dem Internet? Auf diese Zeit und alles, was dann kommen wird, bin ich äusserst gespannt!
Am 11. September 2007 um 01:06 Uhr
ich fände noch wichtig:
“kollektive intelligenz” – wissen im web wird neuartig organisiert. traditionelle informationsmonopole brechen zusammen, da durch global verfügbare zentrale anlaufstellen wie bspw wikipedia verschiedenartige quellen und die davon ausgehenden informationsströme zusammenlaufen. ist natürlich nicht nur vorteil (stichwort “perpetual beta”)
“reusability” – auf architekturebene sind web 2.0 dienste auf wiederverwendbarkeit ausgelegt. für programmierer bedingt das eine objektorientierte betrachtung bei der entwicklung der dienste, so dass am ende lose gekoppelte systeme entstehen, die sich durch eine mindestens eine allgemein verbreitete schnittstelle auszeichnen, bspw XML (überschneidung hier zum thema RSS aus dem artikel oben)
Am 16. September 2007 um 14:02 Uhr
[...] Web 2.0, wo ist der Nutzen? [...]
Am 30. November 2008 um 23:33 Uhr
[...] der Generationen, die sich im Umfeld der “digital natives” und “digital immigrants” Ausdruck [...]