07.09.07
11:03 Uhr

Musikindustrie soll Mundpropaganda einkaufen

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Rick Rubin soll also die Musikindustrie retten. Eine seiner (zwei) Ideen: Mundpropaganda einkaufen:

Unfortunately, this will be manufactured buzz courtesy of the „word-of-mouth“ department at Columbia. It sounds as though the label wants to hire college students to spread „commissioned buzz through chat rooms across the planet and through old-fashioned human interaction“—though, so far as I know, most of my „old-fashioned“ friends have not been paid by a record label to tell me about bands that the label wants to push.

Wie innovativ, da leisten die großen Labels ja heute schon geschickteres Astroturfing. So gibt es schon einige „Streetteam“-Portale, die den Buzz wesentlich „effektiver“ organisieren. So gibt es in Deutschland gleich drei prominente Vertreter für musikalisches Astroturfing: Da gibt es Streetteam von Warner, Allmybands von Sony BMG und Xtaster ist nicht „powered by the street“ sondern vielmehr powered by einer großen Anzahl von interessierten Kunden, die unter der Federführung von M2M mit werbenden Fans versorgt wird. Die Idee, Fans anzuheuern um Werbung zu streuen ist übrigens schon gute 17 Jahre alt. Ich weiß also nicht wo sich Mr. Rubin in der Zwischenzeit befunden hat.

Das Problem der Musikindustrie scheint also eher in der Distribution zu liegen, als im Marketing. Also entweder sperrt ihr alle Raubkopierer in den Knast oder ihr lasst euch was vernünftiges einfallen. Ein wenig das Marketingbudget zurückschrauben und die Musik günstiger und leichter erhältlicher machen, wäre ein sicherlich recht sinnvoller Schritt. Auch eine Musikflatrate könnte gute Dienste leisten. Aber ich bin eben nicht Rick Rubin.

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2 Kommentare

  1. Monro

    Grad hab ich woanders darüber geschrieben.

    Schaut euch mal das Konzept von amiestreet.com an. Die sind da schon viel weiter und innovativer als Rick Rubin und seine Ideen finde ich.

    Schönen Tag

  2. Martin Oetting

    Vielleicht noch ein kurzer Beitrag aus der Mundpropaganda Marketing-Historie: 1969 wurde bereits ein Text im ‚Journal of Marketing‘ veröffentlicht, in dem der Autor darüber schrieb, wie Plattenfirmen sich eine Fan Community aufbauen, indem sie gut vernetzten Leuten an Colleges und High Schools Insider Informationen zu Bands zukommen lassen, sie dazu einladen, neue Musik als erste kennenzulernen und auf diese Weise zu neuen Meinungsführern zu werden. Der Autor Joseph Mancuso erklärte dann auch, dass in den Städten, in denen dieser Ansatz in einem Versuch angewandt wurde, die Absatzzahlen der entsprechenden Platten gegenüber denen in Kontrollmärkten deutlich höher waren. D.h. Ansätze zur Anregung von Mundpropaganda, bei denen Leute nicht bezahlt werden, sondern bei denen ein echter und authentischer Austausch stattfindet, sind schon lange bekannt. Wenn Firmen stattdessen hingehen und für Mundpropaganda bezahlen, dann hat das genau eins zur Folge: sie produzieren Spam. (Übrigens wird es beim WOMday auch einen Vortrag zu Mundpropaganda Marketing in der Musikbranche geben.)

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