17:34 Uhr
Der Auszug der Communities
Soziale Netzwerke wie Xing oder StudiVZ wachsen und gedeihen. Durch die Möglichkeit der Nutzer, eigene Gruppen und Foren ins Leben zu rufen, entsteht Hunderte, ja Tausende von einzelnen (Sub-) Communities zu allen möglichen und unmöglichen Themenfeldern. Die Kehrseite der Medaille: Die Communities sind flüchtig und jederzeit in der Lage, an anderer Stelle ihre Zelte neu aufzuschlagen. Es gibt durchaus einige Beispiele, wo Gruppeninitiatoren und -moderatoren zunächst die Plattform der großen Social Networks als “Hub” nutzen, um die Gruppe später aus dem Social Network heraus in ein eigenes Angebot zu migrieren; Community-Napping also, wie es Torsten vom Notitzblog treffend formuliert.
Die Gründe für diese Art der “Auswanderung” sind vielfältig: zu penetrante Werbung, formal fragwürdige Mitmach-Aktionen, fehlende Markenbindung an das Social-Network an sich, träge und orientierungslose Moderation und Qualitätskontrolle der Foren, Datenschutzprobleme usw. und so fort.
Der Vorteil von offenen horizontalen Netzwerken, nämlich das hohe Potenzial an registrierten Usern (die wiederum Attraktivität für die Werbewirtschaft ausstrahlen könnten), kann sich ganz schnell zum existenziellen Nachteil entwickeln. Auch wenn nur rund 5% der typischen Social-Network Mitglieder aktiv selbst eigene Blogs, Communities oder Foren betreiben, so genügt unter Umständen diese geringe Zahl, um eine exponentiell viel höhere Zahl an Nutzern des Social-Network zu motivieren, die Gruppe an anderer Stelle fortzuführen und nach ganz freien und eigenen Vorstellungen weiter zu entwickeln.
Nachtigall, ick hör dir trapsen!
Diese Entwicklung wird zudem enorm erleichtert durch Dienste wie z.B. “Ning”. Dort kann praktisch jeder community-begeisterte Internet-Amateur binnen kürzester Zeit sein eigenes Social-Network (noch in Englisch) kostenlos einrichten. Ich habe (als reine Test- und Spielwiese) eben dieses umgesetzt und in rund 10 Minuten stand ein ziemlich mächtiges Grundgerüst für ein eigenes Social Network. Wer will, kann sich mit uns da gerne mal umschauen.
Einfach Registration anfordern, einloggen und austesten. Natürlich kann ein derartiges Standardgerüst nicht allen kommerziellen und individuellen Anforderungen gerecht werden, aber es zeigt schon, wie schnell sich solche Einzelgruppen relativ einfach selbst im Internet organisieren können.Es ist daher für alle Xings, Facebooks und StudiVZs dieser Welt sicher ein kluger Weg, sich über Markenbindung, aktives Community-Management und wertige Inhaltsgestaltung Gedanken zu machen, statt nur auf die Beschleunigung der reinen Masse und theoretische Reichweiten zu zielen.
Update:
Soeben sehe ich das Interview von Dirk Olbertz und Sebastian Küppers, die sich in einem ähnlichen Kontext schon einmal die Nase reiben…ob der guten Idee.
7 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 6. September 2007 um 00:18 Uhr
[...] Werbeblogger berichtet über einen neuen Dienst mit dem man in windeseile eine eigenes Social Network aus dem [...]
Am 6. September 2007 um 10:06 Uhr
Eine eigene Community einrichten!? Schön und gut, nur sollte man nicht vergessen, was für ein Rattenschwanz hinter so einem Social-Networkgerüst tatsächlich steht. Ganz zu schweigen von dem administratorischen Aufwand. Denn eins sollte der ambitionierte Gründer vornherein bedenken und sich bildlich vor Augen halten: Wenn ich einen Supermarkt in meinem Wohnzimmer betreibe und keiner weiß etwas davon, kann ich schon einmal die Stunden zählen bis ich ihn wieder dicht mache. Ich muss meine Community definitiv bewerben – sei es mit budgetschonenenden PR-Maßnahmen oder viraler Verbreitung. Nebst dem muss der Social-Networker z.B. Einladungen an potenzielle Mitglieder versenden und das Basis 1×1 der Moderation beherrschen, um seine Mitglieder zu animieren und bei der Stange zu halten. Sonst ist das ganze Machen und Tun nur verschenkte Freizeit! Grüße aus Berlin Sebastian
Am 6. September 2007 um 12:19 Uhr
@Sebastian: Völlig klar. Mir gings hier auch eher um bestimmte Gruppen, die eine geschlossene Interessengruppe im Social-Network Umfeld führen wollen – ohne weitere große Ansprüche.
Am 6. September 2007 um 16:34 Uhr
Ich stimme der Analyse voll zu – nur wegen der Kraft unserer Marke UNICUM und mit unseren inhaltlichen Ressourcen (Journalismus, diverse Job- u.a. Börsen)trauen wir uns derzeit, neben Studi- udn SchülerVZ eine eigene Web2.0-Community aufzubauen. Der Service basiert übrigens auf DRUPAL. Neumitglieder und Anregungen sind herzlich willkommen.
Am 12. November 2007 um 13:20 Uhr
[...] schafft so etwas? Der Spiegel? Bild oder T-Online? Nein, es ist “unser” viel diskutiertes Studentenportal StudiVZ, welches sich in Deutschland auf eine kalkulatorische [...]
Am 17. Dezember 2007 um 12:29 Uhr
[...] auch insgesamt der Anteil des “user generated content”. Eine Sonderform von “vertikalen” Netzwerken ist z.B. Ning oder -frisch aus Deutschland- Mixxt. Sie stellen jedem bei Bedarf sein eigenen [...]
Am 9. Februar 2008 um 19:04 Uhr
Eine Community kann natürlich ohne Marketing nicht riesengroß werden – es gibt aber auch unzählige von Kleinstgruppen, die sich irgendwo organisieren und austauschen wollen. Der Vergleich Großstadt (facebook) – Dorf (kleine intime Community) ist hierbei ganz treffend, finde ich.