14:18 Uhr
BMW misstraut der Werbung?
Spätestens seit “Wir stecken keine Mark in die Werbung, sondern jede Mark in die Schokolade.” wissen wir Konsumenten, dass uns das Teilgebiet “Promotion” aus dem 4P-Marketingmodell nicht mehr an der Nase herumführen kann. Warum versucht es BMW also etliche Jahre später auf die neue Tour? Was denken sich die Brand Manager in München dabei, wenn sie fette Werbeetas vergeben, ein riesigen Mediaplan erstellen und den Nicht-Spot in einen Spot verpacken:
Link: www.youtube.com
Wie gesagt, spätestens nach Alpia ist dieser Witz einfach nicht mehr griffig und man muss sich ernsthaft fragen, was hat BMW eigentlich all die letzten Jahre kommuniziert? Bullshit? War die gesamte Werbung von BMW falsch, verlogen und misstrauenswürdig? Mag sein, dass ich wieder kleinkarriert und überinterpretierend ans Werk gehe, aber Kommunikation muss eben auf allen Ebenen passen und hier ist mir die Metaebene eindeutig zu schlampig:
1. Alle anderen Automobilwerbungen lügen.
2. Überhaupt lügt jede Werbung.
3. Wir sind diejenigen, die euch die Wahrheit sagen.
4. Wir sagen euch die Wahrheit durch Werbung.
Bzw. um die Fragen von unserem Leser Alex direkt in die Runde zu schmeißen:
Seit wann soll man Werbung nicht mehr trauen? Vor allem warum sagt BMW seinen Kunden, dass man ihrer Werbung nicht trauen kann? Ob das der richtige Weg ist?
52 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...

Deutsche Werbe-/Medienblogs
- Agenturblog
- Aisberg
- Automobil Blog
- basd-art.de
- Beers and Ideas
- Bernd Röthlingshöfer
- Blindtext Blog
- Blog von Gwinner
- Cem Basman
- Clap-Club
- Clickpunkt 7
- Connected Marketing
- Creating Tomorrow
- Customer of Hell
- Datenschmutz
- Datenvandalen
- Digital Conversation
- Ferryblog
- Filmjournalisten.de
- Fischmarkt
- Flussaufwärts
- Fontblog
- Fridaynite
- Geistesblitz
- Guerilla Marketing Blog
- i-fekt Blog
- Ingo Kaestner
- Jenriks24phoetry
- JvM/Neckar
- Kreisrot Rundschreiben
- LPMDESIGN Weblog
- MADVERTISING
- Markentechnik Blog
- Marketing Oase
- Massenpublikum
- Medienvirus
- Mobile Zeitgeist
- Neukunden-Magnet
- Nico Zorn
- Nino Worldwide
- Off the record
- OnetoBlog
- Out of office
- Pimp my brain
- Pixelsebi
- praegnanz
- reine Formsache
- Reklame
- seoFM
- Sichelputzer
- Sloganmaker
- SOS SEO
- The missing Link Agenturblog
- Tischthema TV
- VisualBlog
- Werbewahn
- Werbewunderland
- Zielpublikum
- Zorno
- Zweieintel
Englische Werbe-/Medienblogs
Evergreens (teilweise Off-Topic)
Web 2.0 Blogs
Werbeblogger Autorenlinks



Am 3. September 2007 um 14:20 Uhr
ich finde den spot absolut in ordnung.
Am 3. September 2007 um 14:29 Uhr
Ich hab auch nichts gegen den Spot gesagt, der ist ordentlich gemacht. Kommt visuell gut rüber und veranschaulicht was sie sagen wollen. Mir ging es aber um was anderes. Nämlich um den Inhalt.
Am 3. September 2007 um 14:52 Uhr
Ich fand den Spot auch Inhaltlich gut. Um’s eben nicht so platt zu interpretieren (Sorry. Fand ich echt platt): Die sagen nicht, dass werbung lügt, sondern dass Werbung nicht die letzte instanz in der Entscheidungskette sein soll. Dass sie überzeugt sind, ihr Produkt ohne viel Drumherum überzeugen lassen zu können. Und am Ende rücken sie auch noch den Dreh- und Angelpunkt in den Mittelpunkt (interessante Konstruktion): das Auto. Nur das.
So kam der Spot zumindest bei mir an. Ich würde allerdings unter berücksichtigung Deiner Kritik am Inhalt zumindest die Wortwahl als unglücklich einstufen. “Nicht trauen” bedeutet – wörtlich genommen – eine Lüge zu vermuten. Kann aber auch einfach “hinterfragen” bedeuten. Eigentlich mutig.
Am 3. September 2007 um 15:23 Uhr
*** Medienkritik-Laber-Modus an ***
Die Macher legen dem Konsumenten nahe, beim Betrachten von Bildern und Filmen, die in der Werbung eingesetzt werden, ein gewisses Misstrauen an den Tag zu legen. Diese Aufforderung geht konform mit der aktuellen, von Kritik und Vorsicht durchdrungenen Haltung des Konsumenten gegenüber der Werbung im Allgemeinen und spielt im Besonderen mit Baudrillards “Präzession der Simulakra”, das die Medien als Agenten der Simulation entlarvt.
*** Medienkritik-Laber-Modus aus ***
Getz’ ma frei Schnauze:
Och Männo! Gerade der “Alda, Audowerbung daafs’de voooll nich’ trauen, ey”-Ansatz macht doch den Witz vom Spot aus, weil, die machen doch selber nix anderes, weisse … oder meinnse wirklich, wir valier’n alle unsern Arbeitsplatz, weil BMW getz’ keine Werber, Models und Regisseure mehr braucht?
-
Oder kurz: Ich schließe mich den Gast-Vorrednern an.
Am 3. September 2007 um 15:25 Uhr
Unter:
“Trauen Sie nicht der Werbung.”
verstehe ich:
“Trauen Sie nicht DIESER Werbung.”
Vielleicht hätte man diese Änderung vornehmen sollen. Denn insgesamt halte ich den Spot für eine sehr schöne Umsetzung “Probieren geht über studieren.”
Was meinst Du?
Am 3. September 2007 um 15:31 Uhr
lautet die mehrzahl von werbung “werbungen”?
hab mich das jetzt schon öfter gefragt. finde, das schaut komisch aus.
Am 3. September 2007 um 15:36 Uhr
@Christian: Ich sehe das ganz ähnlich. Der Spot ist super, er spielt eben mit den derzeitigen Trends, nämlich dass Werbung authentischer sein muss etc. pp.
Und jetzt kommen wir aber nochmal auf die Metaebene zurück und Christian hat den Punkt sehr gut getroffen. Wenn wir uns intensiv – wie jetzt – mit dem Spot auseinandersetzen “verstehen” wir die Intention. Wenn man das aber huschhusch und mehr oder weniger unbewusst wahrnimmt speichert das Gehirn genau diese info ab, die Christian beschrieben hat: “Trauen Sie DIESER Werbung nicht.” Damit wäre alle Mühe umsonst gewesen.
Ähnlich verhält es sich bei verneinten Aussagen. “Du darfst das nicht.” Nimmt unser Gehirn als “Du darfst das” wahr, weil es die abstrakte Verneinung nicht genauso gut wahrnehmen kann, wie die verbildlichte Positivaussage. Was passiert denn wenn wir sagen “Denke jetzt bloß nicht an eine nackte Frau!” Unser Gehirn kramt sich sofort das innere Bild einer nackten Frau, oder?
Ich meine also wirklich die subtileren Ebenen. Viele werden mich dafür auslachen, diejenigen, die sich intensiver mit Kommunikation und Gehirnfunktionen auseinandersetzen, könnten das eventuell nachvollziehen.
Und nochmal, der Spot ist nicht schlecht. Aber kommuniziert er das richtige?
Am 3. September 2007 um 15:56 Uhr
@somiht:
Der Duden sacht:
“Wer|bung, die; -, -en [mhd. werbunge]: 1. a) das →Werben; Gesamtheit werbender Maßnahmen; …”
Am 3. September 2007 um 16:33 Uhr
““Trauen Sie DIESER Werbung nicht.” Damit wäre alle Mühe umsonst gewesen.”
Einspruch. Die Macher gehen davon aus, dass die Leute der Werbung eh nicht trauen. Im Prinzip sagt der Spot: “Komm, was sollen wir dir groß erzählen, setz dich in die Karre und probier es selbst aus.”
Es geht also eben nicht darum, dass Werbung grundsätzlich lügt. Es geht darum, dass BMW einsieht, dass Heile-Welt-Super-Kurven-Werbung niemanden aufhorchen lässt. Das ist meiner Meinung nach weit entfernt von der Alpia-Schiene, die ja nun wirklich gesagt hat: “Glaub bitte das, was der Spot dir sagt, auch wenn es allein dadurch dass du ihn sehen kannst, nur gelogen sein kann.”
Am 3. September 2007 um 16:39 Uhr
er ist auch inhaltlich gut und er wird funktionieren. der, der in nicht auf anhieb versteht, kann sich gar keinen bmw leisten,nein, der kann sich noch nicht einmal selbstständig ankleiden.
man sollte nicht so viel über werbetheorien und werbung nachdenken, sondern auf seinen bauch hören. wenn man einen bauch hat, der einem da weiterhilft. meiner funktioniert und sagt, der spot ist nicht schlecht. und er funktioniert.
Am 3. September 2007 um 16:40 Uhr
@Ramses101: “Komm, was sollen wir dir groß erzählen, setz dich in die Karre und probier es selbst aus.”
Das kriegt man dann aber wesentlich besser auf den Punkt. Wie du beweisen hast. Da fehlt also am Ende die Konsequenz?
Am 3. September 2007 um 16:41 Uhr
“bewiesen” natürlich ;-)
Am 3. September 2007 um 16:43 Uhr
Ich glaube hier wird grade etwas zuviel in die falsche Richtung nachgedacht. Ich versteh den Spot eher so:”Lass dich nicht von Werbung blenden. geh zu unserem nächsten Vertriebspartner und probier das verdammte Auto einfach aus.”
Und ich denke gerade bei Automobilen ist genau das der richtige Ansatz. Wer lässt sich bei der Wahl seines KFZ von ein paar schönen Hochglanzbildern beeindrucken. Die Kaufentscheidung fällt, wenn man vor so einer Edelkarrose steht oder mal kurz ne Probefahrt macht. So wird der potentielle Käufer angefixt und nicht mit so einem Spot. Der soll vielmehr nur die Marke mal wieder ins Gedächtnis rufen.
Widersprecht mir bitte wenn ich da was falsch sehe.
Am 3. September 2007 um 16:44 Uhr
@al: Oh. Das halte ich für fatal. Bauchgefühl ist absolut okay, aber der Bauch muss zunächst auch gefüttert werden. Wo nix ist, kann man auch nicht hinhören.
Am 3. September 2007 um 16:45 Uhr
@Lule: Dann brauchen wir ja gar keine Spots mehr – Wenn es denn tatsächlich so wäre wie du sagst.
Am 3. September 2007 um 17:02 Uhr
Ich finde den Spot sogar ziemlich konsequent. Wenn man bei Werbung für Autos unterscheidet zwischen Verkaufsspots (wobei “verkaufen” in dem Fall “zum Händler bringen” bedeuten soll) und Imagespots, ist das ein Verkaufsspot, der den Imagespot persifliert.
Klar kann man es schneller sagen und schneller auf den Punkt bringen. Aber ist das nicht viel langweiliger? Zumal der angesprochene Konsument hier auch noch von Anfang an genau da migenommen wird, wo er am Anfang eines jeden Spots steht: “Komm, laber mich nicht voll.”
Am 3. September 2007 um 17:03 Uhr
@Patrick: Also ich will damit weder sagen, dass alle Spots im Allgemeinen, noch alle Spots für Autos unnötig sind. Sondern, dass bei Autos die Inhalte meist sehr überflüssig sind. Heutzutage findet man kaum noch Werbung für Autos, die ganz klar Produktvorteile anpreist. Es geht nur noch ums Image und vor allem eben im gedächtnis zu bleiben. meiner Auffassung nach spielt es dabei aber keine Rolle, ob der Auslöser für den Nachdenkprozess gut oder schlecht war. Der Konsument wird zum Nachdenken angeregt und wird sich deshalb später leichter wieder an die Marke erinnern, was dafür der Auslöser war hat der Kunde doch dann eh schon meist wieder vergessen.
Am 3. September 2007 um 17:13 Uhr
also ich find die Argumentation schon irgendwie einleuchtent, aber zu solchen komplexen Betrachtungen wird kaum ein Zuschauer in der RTL Primetime, zwischen die 100 geilsten Boxenluder und der super Nanny, geneigt sein.
Am 3. September 2007 um 17:18 Uhr
@Ramses101: “Langeweile” wird maßlos unterschätzt. Ich denke schon, dass man die Botschaft hätte spannend konsequenter auf den Punkt bringen können. So bleibts eben visuell die Werbung, über die man sich aufregt bzw. die Werbung die man normalerweise nach 1 Sekunde überspringt. Die Frage ist also ob die langsame Einleitung das gewünschte Ergebnis erzeugt oder ob eine von Anfang an drastischere Abgrenzung viel prägnanter rübergekommen wäre. Ich weiß Haarspaltereien, aber wer nicht hinterfragt kommt keinen Schritt weiter.
@Lule: Das ist exakt der Punkt. Aber auch hier wirbt BMW wieder mit einer Hülle, genau das was sie kritisieren, persiflieren was auch immer. Ich glaube übrigens nicht, dass sich der Konsument die Marke dadurch besser merkt. Warum? Der Musterbruch ist und bleibt mir zu inkonsequent und damit zu schwach wahrnehmbar. Also in diesem Fall hätte ich mir einfach ein Stück mehr Awareness gewünscht. Aber klar, es gibt schon diesen Auslöser, aber hätte er nicht noch besser herausgearbeitet werden können. Besser geht immer, wenn denn da der Kunde nicht wäre… ;-)
Also zusammengefasst: Der Spot, die Idee macht sehr vieles richtig. Aber es geht immer einen Tick effizienter. Und vielleicht dann doch mal versuchen wieder Inhalte in Werbung (sprich Prosuktvorteile) zu verpacken, statt es hinten durch die Brust ins AUge zu versuchen.
Am 3. September 2007 um 17:21 Uhr
@herrMartin: Die komplexen Gedankengänge sollen ja gerade die Macher den Zuschauern abnehmen. Die Frage ist nehmen die Zuschauer diesen Spot unter dutzend gleichgemachten Spots überhaupt noch wahr? Ist die Persiflage deutlich genug? Ist sie prägnant genug erzählt. Und was will uns die Marke eigentlich NEUES sagen? Dass Werbung lügt und man am besten alle Autos probefahren soll, wissen die doch schon längst.
Am 3. September 2007 um 17:36 Uhr
Nu möchte Onkel Rolli doch auch noch seinen Senf dazu geben:
Die für mich entscheidende Frage ist: WARUM sollte der Kunde eben genau DIESES Auto probefahren?! WARUM? Welchen besonderen Nutzen bietet mir dieses Fahrzeug? WARUM soll ich mich auf meinen alten Manta schwingen und den gegen einen neuen BMW eintauschen?! Weil ich jetzt weiß, dass Werbung lügt? Hä?
Am 3. September 2007 um 17:41 Uhr
Das von Dir Patrick kritisch angesprochene, ich nenn es mal kommunikatives Pardoxon, ist zugegeben inhaltslos und dient alleine dazu Aufmerksamkeit zu generieren, die Botschaft dagegen ist klar und unspektakulär auf den Punkt gebracht: Mach ne Probefahrt.
Keinen normalen Menschen (außer einigen Werbern mit überzogener Selbstwahrnehmung), kann dieser Spot zum grübeln über allgemeine Vertraulichkeit von Werbung bewegen…(fast) alle sind sich da einig, Werbung kann man natürlich NICHT trauen, aber das sollte jeder bereits als Kind von seinen Eltern gelernt haben :-)
Der Lead-Agentur-Wechsel weist sich als positiv für BMW, jetzt fehlt nur noch die Scheidung mit der zweiten Blender-Bude beim Online-Etat…
Am 3. September 2007 um 17:43 Uhr
Das ist einfach kein Fall von “ich erzähl dir was Neues” (wenn’s nix Neues gibt?), sondern von “ich habs zuerst gesagt”. Und es wird nichts anderes gesagt als: “Zeigen ist doof, ausprobieren ist besser.” BMW hats zuerst gesagt, BMW bleibt als glaubwürdig hängen, der nächste muss sich wieder was Neues ausdenken. Daran ist nichts komplex oder hintergründig.
Am 3. September 2007 um 17:46 Uhr
@Onkel Rolli: 1. sollst Du ihn nicht eintauschen sondern testen und 2. sollst Du das tun, weil er der Testsieger der Vergleichstests ist – was auch immer das sein mag ;-)
Am 3. September 2007 um 17:48 Uhr
@Max: “Blender-Bude” ist ein rießen-Ausdruck. Werde ich mir definitiv merken :)
@Patrick: Irgendwie doch sher faszinuieren, wie hier Werber uns Konsumenten (sind doch welche da oder?) versuchen nen mittelmäßigen Spot gegen dich zu verteidigen. Macht Spass, weiter so und 1000 Dank für die Denkanstöße – Werbeblogger bleibt damit definitiv in meinem Gedächtnis ;)
Am 3. September 2007 um 17:50 Uhr
@Max:
Welches ist aber nun der Grund, WARUM ich als Verbraucher eine BMW-Probefahrt machen sollte? Was ist meine besondere Motivation?
Was ist ggf. mein Goodie oder irgendetwas, was ich bezgl. der allgegenwärtigen Möglichkeit einer Probefahrt bei BMW zusätzlich bekomme? Freude am Fahren? ;-) Wusste ich schon vorher.
Am 3. September 2007 um 19:17 Uhr
es reicht, wenn der spot unterjält. er muss keine vorteile des bmw erzählen. jeder weiß, dass ein bmw qualitativ immer hochwertig ist. mir geht es um image, wenn ich mich für ein auto entscheide und nicht um inhalte. das überlässt man skoda-fahrern. wer einen bmw kauft, will einen bmw und weiß was er damit hat.
Am 3. September 2007 um 19:57 Uhr
Also doch: Image-Spot in Produktverpackung ohne Inhalt.
Am 3. September 2007 um 20:43 Uhr
Natürlich macht jeder Spot auch Image (ob er will oder nicht). Aber der Inhalt ist doch klar: Fahr endlich die Karre zur Probe, die ist nämlich Testsieger der VErgleichstests. Das ist exakt eine Aussage. So wie wir das alle mal gelernt haben. Wo ist das Problem? Dass der Spot das nicht penetrant genug sagt? Soll da irgendwo ein Ticker laufen? Oder ein Störer rein? Soll ernsthaft wieder aufgezählt werden, was der Wagen für tolle Features hat? ABS, Schiebedach, Radio, Lenkrad? Ich versteh einfach nicht, was mit dem Spot nicht stimmen soll (wobei ich ihn nicht besonders kreativ finde, aber darum geht es ja gerade nicht).
Am 3. September 2007 um 20:50 Uhr
Unterhalten kann auch Mini:
robjoker.blog.de/200...
Am 3. September 2007 um 21:11 Uhr
*Provomode* Ein Spot muss unterhalten, das reicht? Ich weiß nicht, irgendwie habe ich das Gefühl, das hat nichts mehr mit Werbung oder Marketing zu tun. Wenn ihr unterhalten wollt macht doch Filme oder Serien. */provomode*
Verdammte Hacke, ein Spot soll die Kernelemente einer Marke, eines Produktes in kurzer, knapper – gerne auch unterhaltender – Form präsentieren und zwar so, dass es im Gedächtnis der Konsumenten bleibt und diese womöglich gar über einen Kauf nachdenken.
Am 3. September 2007 um 22:37 Uhr
Ich denke, der Spot würde nicht funktionieren, wenn am Ende die Quintessenz übrig bliebe “Traue nur, was du hier siehst”. Das wird aber nicht gesagt. Es wird zur Aktivität aufgerufen, um zu sagen: “Fahr den BMW mal Probe” und das finde ich bei diesem Spot arg gelungen. Ich kenne zumindest spontan keinen, bei dem so gut haften bleibt, dass ich mal demnächst beim BMW-Händler meines Vertrauens zur Probefahrt vorbeischauen sollte. Ich finde den Spot gut.
Am 3. September 2007 um 22:47 Uhr
Mir geht diese Diskussion vollkommen am Thema vorbei.
Der Spot sagt doch nichts anders, als dass man den Stereotypien wunderschönen einsamen in spektakuläre Landschaft gekurvten Straßen nicht trauen soll.
Wie man eben bei Bierwerbung nicht nach dem immer stereotyp sonnendurchfluteten Bierglas mit der dichten hohen weißen Traumtulpe trauen darf.
Hie zählt Probefahren, dort der Geschmack.
Ich sehe beim BMW-Spot bei aller Lust zur Kritikasterey nicht, was er denn so falsch machen soll. Er sagt doch nur, traut den ollen werblichen Stereotypien nicht.
Mit dieser Aussage hat er meine volle Sympathie, denn Autowerbung immer durch verlogene einsame Traumlandschaften (die es nur im einsamen Berg-Schottland an 2 Tagen gibt)und tollem Lichtglanz auf dem Lack, dramatisch hochspritzenden Wasserfontänene ist sowas von 80er und gelacht unrealistisch, alle machen das. Langweilig, ohne Plot, ohne echte Aussage.
Konnt ich noch nie leiden und find es prima, dass BMW draufhaut. Sie erwischen damit nicht nur sich selber mit ihren KDF-Spots (KDF = “Kraft durch Freude” hüstel ^^), sondern eher noch mehr: Dutzende anderer Automarken, deren KDF-Spots noch langweiliger und dümmer sind. So gesehen ist das neben der zarten Selbstkritik sogar gehörig kompetitiv.
Genauso wenig leiden übrigens wie Bierwerbung mit immer leuchtendem voll eingeschenktem Glas vor Landschaft. Doof, langweilig, geht anders. Und einige kreative Bierplakate-/spots machen erfolgreich das Gegenteil: Das Glas ist beispielsweise absichtlich bis auf ein Drittel leer (da tobt der Bierbrauerchef aber beim Marketingleiter…, holla)und steht irgendwo am Rande des Geschehens, es gibt einen echten Plot statt reine Klischee-Aneinanderreihung, etc.
Also:
“2. Überhaupt lügt jede Werbung.”
Nein, das ist nicht die Aussage dieses Spots. Die Aussage des Spots ist: “Stereotypien sind Lügen.”
Dass man diese Anti-Sterotypie-Haltung von BMW sicher noch kreativer, witziger und punktgenauer in einem Spot umsetzen kann, keine Frage. Aber als Werber fühle ich mich nicht angegriffen (bin eh keiner, höhö). Er ist eher eine volle Breitseite gegen alle diese austauschbaren Autospots, die sich angeblich draußen “bewährt” haben. Und ein Mitschwimmen im Trend der Authentizität, anstatt genau da die Führung zu übernehmen.
Am 4. September 2007 um 01:25 Uhr
[...] der Spot hebt sich von allen anderen ab. Daher finde ich auch die Kritik des Werbeblogger aus Konsumenensicht falsch. Anders als “wir Werber” macht sich der Konsument eben keine [...]
Am 4. September 2007 um 01:34 Uhr
Der Spot spricht mich nicht an.
Mal ernsthaft: wer fährt freiwilig einen 3er ?
Am 4. September 2007 um 04:56 Uhr
Wenn M davorsteht, dann schon ;-)
Am 4. September 2007 um 09:39 Uhr
@vroni: das sehe ich genauso, gut auf den Punkt gebracht.
Zum Plural von “Werbung”: Es macht keinen Sinn, Werbung in den Plural zu setzen. Was gibt es denn da zu zählen? Genauso wenig wie “Beeinflussung” oder “Hoffnung” zählbar sind.
Dann muss man schon konkret werden wie bei “Regen”: drei Regentage.
Der Duden hat übrigens nicht Recht, man gibt ihm Recht.
Am 4. September 2007 um 10:02 Uhr
@Vroni: Und doch wagen sie nur den halben Schritt und beim nächsten Mal gibt es eben wieder die gleichen stereotypen Landschaften ohne Pointe. Für mich persifliert der Spot Inhaltslosigkeit duch – naa – Inhaltslosigkeit. Da geht noch was.
Am 4. September 2007 um 10:41 Uhr
Wo ist das Problem? Die Quintessenz dieser Werbung ist, nicht Versprechungen sondern besser doch einer Probefahrt zu vertrauen. Das ist intelligent und völlig nachvollziehbar. Die Parallele zu Alpia ist hierbei an den Haaren herbeigezogen.
Am 4. September 2007 um 11:27 Uhr
Nach Überfliegen all der Kommentare denke ich, der Spot produziert nur das, was er selbst ist: Kopfgeburten. Auf mich wirkt er so kalt wie ein nasser Aal am Novemberstrand. Das Brand Positioning wurde doch soweit ich weiß nicht geändert – aber wo weckt denn dieses selbstreferenzielle Gelaber Freude am Fahren?
Am 4. September 2007 um 14:31 Uhr
Auch wenn die ganzen Effekte reduziert werden und dazu der Text läuft, man solle sich nicht von solchen Bildern in die Irre führen lassen, werden sie ja doch trotz allem gezeigt. Und da denk ich natürlich schon: schöne Bilder.
Am 4. September 2007 um 16:42 Uhr
@patrick
das
”
Verdammte Hacke, ein Spot soll die Kernelemente einer Marke, eines Produktes in kurzer, knapper – gerne auch unterhaltender – Form präsentieren und zwar so, dass es im Gedächtnis der Konsumenten bleibt und diese womöglich gar über einen Kauf nachdenken.”
ist schon richtig. aber nicht mehr ganz zeitgemäß.
Am 4. September 2007 um 17:01 Uhr
@al: Richtig, aber nicht zeitgemäß? Wie passt das denn bitte zusammen? Heisst das wir machen es falsch weil es gerade “in” ist? :-)
Am 4. September 2007 um 19:39 Uhr
@ Vroni: nun ist es aber auch nicht so, dass sich die Herrschaften von BMW mal eben überlegt haben: “Gottverdammt, wir haben lange genug vermaledeiten Werbeagenturen das Geld unserer Kunden in den Rachen geworfen. Werbung lügt. Es geht nur ums Produkt, und unseres ist gut, also sagen wir jetzt auch mal ganz deutlich, was man von Werbung sonst so zu halten hat.”
Tatsächlich kommt der Spot ja natürlich nicht von BMW, sondern von einer “Blender-Agentur” namens TBWA. (btw: was genau ist nun eine “Blender”-Agentur und wie unterscheidet sie sich von einer “Nicht-Blender”-Agentur?). Womit dann zumindest diese Agentur sich als Heuchler oder auch Selbsthasser outet.
Nun ist die genaue Herkunft des Spots dem gemeinen Konsumenten sicherlich nicht bekannt. Aber dass er von (irgendeiner) Werbeagentur kommt und die Aussage des Spots somit extrem verlogen… nicht im geringsten Maße glaubwürdig ist… das erschließt sich, denke ich, jedem. Beim kleinsten Nachdenken.
Und wenn selbst ein kleinstes Nachdenken nicht durch den Spot eingeleitet wird – dann erübrigt sich jede Diskussion um seine Qualität ohnehin.
Nein. Für mich letztendlich nur ein weiteres Beispiel für Werbung aus dem Werber-Elfenturm. Die ihre Konsumenten implizit für grenzdebil hält. Was sie gerade durch die (nur) vordergründige Ansprache ihrer Intelligenz offenbart. Aber sicherlich ein wunderbar realisierter Spot.
Am 5. September 2007 um 01:07 Uhr
Wie ich sehe viel Gesprächsstoff! Ich werd noch ein wenig nachdenken, dann was dazu sagen!
Am 5. September 2007 um 09:46 Uhr
@M.: Werbeagenturen lügen grundsätzlich und die Aussage “Ausprobieren ist besser als angucken” soll deshalb verlogen und unglaubwürdig sein? Langsam wird es ja richtig abstrus hier.
Am 5. September 2007 um 12:17 Uhr
Sagen wir’s so, TBWA hat mit seinen Beiträgen für Nissan beständig auf genau dieselben Klischees gesetzt, die TBWA für BMW nun als “nicht vertrauenswürdig” brandmarkt. Als “probieren Sie es besser selbst aus; Werbung kann Ihnen ohnehin nicht das wirkliche Erlebnis vermitteln”.
Und damit klassifiziert die Agentur ihre bisherige (Automobil-) Arbeit in gewisser Weise schon als im besten Sinne überflüssig.
Am 5. September 2007 um 13:23 Uhr
Na ja, was interessiert nen Werber sein Geschwätz von gestern ;-) Ich bin auch mehr über den Absolutheitsanspruch von “kommt von einer Agentur und ist somit erlogen” gestolpert. Das mögen die Leute bei vielen Spots zwar denken, aber eben bei dieser einen Nummer sagt der Spot im Prinzip ja nur, was eh alle wissen: Probieren geht über studieren.
Am 5. September 2007 um 14:27 Uhr
Nein, so war das auch nicht gemeint; kam in meinem ersten beitrag etwas verkürzt rüber. Was ich ausdrücken wollte: natürlich wirkt es erst mal cool, wenn eine Werbeagentur sagt “Es ist letztlich völlig unwichtig, was wir dir erzählen. Es kommt nur darauf an, was du mit dem Produkt fühlst”. In der Konsequenz heißt diese, vom BMW-Spot vermittelte Aussage aber: “Wir waren als Werbeagentur nicht in der Lage, dem Produkt noch etwas hinzuzufügen. Das Produkt selbst spricht stärker als jede Werbung, die wir uns hätten ausdenken können.”
Wäre diese Aussage ernst gemeint, dann wäre sie bestenfalls als Armutszeugnis zu werten (“wir sind halt schwache Kreative hier in dem Laden, was Tolles können wir einfach nicht noch viel toller darstellen, als es ist”), schlechtestenfalls als Selbsthass (“zum Werbung-Machen werden wir normalerweise nur gezwungen; wenn es möglich ist, verzichten wir auf das, was wir beruflich tun und lassen das Produkt einfach für sich selbst sprechen, das kann es eh viel besser als wir”).
Natürlich ist sie aber nicht ernst gemeint, sondern möchte einfach nur besonders clever sein. Werbung, die behauptet, sie wäre keine Werbung. Da diese Nicht-aber-natürlich-doch-Werbung von einer Agentur kommt – die nichts anderes macht als Werbung, eben auch im vorliegenden Falle – und dies natürlich von jedem Konsumenten durchschaut wird, kann sie m.M. durchaus als besonders verlogen herüberkommen. Oder alternativ wahrgenommen werden als: “Die arroganten Werbefuzzis wollen mich wieder mal für blöd verkaufen. Als würde ich nicht merken, dass hier Werbung behauptet, Werbung wäre überflüssig. Schönen Dank auch, ihr Schnösel.”
Am 15. September 2007 um 13:00 Uhr
[...] sollte vielleicht doch nochmal überdacht werden, vielleicht orientiert man sich ja mal am Minimalkonzept der Konkurrenz. Nicht nur manchmal ist weniger eben doch [...]
Am 22. September 2008 um 15:01 Uhr
[...] Philipp und Keuntje ist selbst im Finale der eingereichten Kampagnen mit “E wie einfach” dabei… Aber auch “alte Bekannte” finden sich unter den Finalisten wie z.B. die Sixt-Kampagne mit Mathias Reim, natürlich Horst Schlämmer, die “grenzenlose” Deutsche Telekom oder auch “die Vertrauensfrage von BMW“. [...]
Am 2. Dezember 2009 um 15:58 Uhr
Werbung hin oder her. Ich hab nen 320i und muss sagen er ist scheisse :-) nach 2 Jahren hat man das Gefühl das Auto fliegt auseinander.