21.08.07
10:36 Uhr

Werbung blocken

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Es blinkt wie auf dem Jahrmarkt, Werbung legt sich trotzig über Artikel, der Lesefluss wird unterbrochen, die Orientierung geht verloren, die Konzentration auf den Inhalt ist dahin. Wer es mit der Werbung online übertreibt, verliert Leser oder trifft auf Internet-affine Profis, die wissen, wie man Werbung auf Internet-Seiten komplett blocken kann. Andere beschränken sich auf die zunehmend akzeptierte Form des Lesens über Feeds, die in der Regel (noch) werbefrei sind. Alle Entwicklungen ziehen den reinen Seitentraffic nach unten und es ist angesichts der wachsenden alternativen Informationsquellen nur eine Frage der Zeit, bis die TKP-Katze sich in den Schwanz beisst: „Sinkender Traffic gleich geringere Werbeerträge – geringere Einnahmen müssen dann mit mehr Werbung „ausgeglichen“ werden – der Inhalt tritt in den Hintergrund und weitere Leser verlassen die Seite.
Ganz sicher ergebnislos wird in diesem Zusammenhang auch der Versuch mancher Initiatoren enden, Webmaster davon zu überzeugen, sogenannte Adblocker zu verbieten oder gar ganzen Web-Browsern den Zugang zur Seite zu verwehren. Das erinnert mich doch stark an eine Szene aus „Clockwork Orange“, in welchem (in anderem Kontext, aber das Bild passt) der Hauptdarsteller mit auf dem Rücken verbundenen Armen und durch Streichhölzer zwischen den Augenlidern gezwungen wird, sich Dinge anzuschauen, die er gar nicht sehen will…

24 Kommentare

  1. Patrick Breitenbach

    Diese Fälle der Inhaltsverweigerung zeigen sehr deutlich welchen Stellenwert Inhalt und welchen Werbung einnimmt. Wenn das Gefälle zugunsten der Werbung stattfindet, dann hat „Houston“ ein gewaltiges Problem.

  2. markus

    Interessanter Ansatz. Siehe dazu auch: ibrahimevsan.de/2007...

  3. Telagon Sichelputzer - Why Firefox is Blocked!

    […] to the blogosfear! Der Werbeblogger diskutiert bereits über das Für und Wider und Golem zeigt sich erschüttert, dass […]

  4. Daniel

    Sicherlich regen sich einige auf. Aber die wenigsten scheinen darüber nachzudenken, wie das Netz im Grund finanziert wird. Klar, dass bestimmte Werbeformen nicht der Fall von jedem sind (Popups). Aber normale Werbung in Maßen sollte man jedem Seitenbetreiber lassen.
    Diese zahlen ihren Server, Traffic, Redakteure, Agenturen nicht wenig Geld dafür. Und wenn es dieser Branche schlecht geht, geht es uns Programmierern, Grafikern etc. schlecht weil die Kunde nicht mehr zahlen können.

    Völliges blocken finde ich daher auch den eindeutig falschen Weg. Nicht alle Menschen sind Blogger oder nur Leser, die aus irgendwelchen Idealen heraus eine Internetseite in die Welt setzen und auf eigene Kosten anderen Inhalte zur Verfügung stellen.

  5. Basic Thinking Blog » Firefox und Werbung

    […] irritiert bin: Werbeblogger, Telagon Sichelputzer und Webmaster Blog schreiben, dass es eine Intitiative gibt, Firefoxnutzer […]

  6. Manuel

    Obwohl Alex am Anfang ja noch „ready for a bit of the old ultra-violence“ war ;-)

    Aussperren ist Quatsch. Dadurch gewinnt man doch keine neuen Leser!

  7. Roland Kühl v. Puttkamer

    Daniel:
    Der Werbeoverkill ist da, weil Masse die Klasse dominiert. Jetzt wieder zurück zu Pull-Mechanismen, Permission Marketing und Qualtität ist nicht ganz einfach, weil der Markt immer noch stark auf reine REchweite abzielt. Aber der Verbraucher bestimmt nun mal die Regeln. Sich dagegen zu wehren oder gar bös mit Initiativen um sich zu schlagen, zeigt nur die konzeptionelle Verzweifelung.

  8. Daniel

    @Roland:
    Sicherlich ist es nie einfach ein Vorreiter zu sein. Aber man muss sich klar werden darüber, dass hinter dem Internet eine ganze Industrie steckt, die auch nicht von Luft und Liebe leben kann.
    Komplette Seiten auszusperren ist natürlich der falsche Weg. Aber alle Werbung zu blocken auch.

  9. Shun Di

    Ob die User nun ob der Werbung das Weite suchen oder einfach die Werbung „ausschalten“ (was man übrigens auch schon per se im Kopf macht), bleibt am Ende gleich.

    Es gibt auch so einige Text-basierte Browser – die zeigen auch keinerlei Werbung an – wegsperren?

    Nene, Leute. Wenn ich dann noch so Sachen lese wie vom Daniel a la: Alle Werbung blocken sei der falsche Weg – bitte wie meinen?

    Wenn also etwas in meiner Macht als User steht, dann soll ich es bleiben lassen, damit weiter mit mir Geld verdient wird? Würden denn die Betreiber der Seiten ihrerseits so mit mir oder der Konkurrenz umgehen? Weil die oder ich was unfair finden auf Profite verzichten?

    Alle reden von „freier“ Marktwirtschaft – das soll aber eigentlich nur für einen selbst gelten.

    Ein Beispiel dazu: Wir produzieren unter anderem Video-DVDs – jetzt wäre es toll, wenn wir die alleinigen Kopier-Rechte hätten – und die Technik dazu haben wir. Aber wir tun das nicht. Warum nicht? Weil mein Chef sagt, dass wir die Leute immer wieder mit Innovationen für uns gewinnen müssen – nicht mit der Schlinge – die Kunden sind schließlich keine dummen Kühe, die nicht versuchen, ihre Schlingen loszuwerden.

    Dieses Kredo sollten sich andere annehmen – dann fühlt sich der Kunde nicht verarscht und die Kasse klingelt auch ohne Zwang.

  10. Daniel

    @ Shun Di:
    Wovon leben Agenturen, Redakteure, Serverbetreiber etc. deine Meinung nach denn? Woher kommt das Geld?

    Diese kindische Blauäugigkeit tut einem wirklich weh, dass es diese Leute nach wie vor gibt.

    Es wäre das selbe, wie wenn ihr eure DVDs produziert und verschenkt. Ihr arbeitet und bekommt nichts dafür. Würdest du dann dort arbeiten? Oder irgend jemand anderes? Sicherlich nicht und die Branche würde den Bach runter gehen.

    Das Internet ist genau wie jedes Printmagazin Inhalt. Dort schneidest du auch keine Werbung aus bevor du liest oder gekaufts Ausgaben ohne Werbung. Sie ist nötig, man kann sie ganz einfach überlesen. Und so sollte es auch im Internet sein.

  11. Patrick Breitenbach

    @Daniel: Der Werbeoverkill ist nicht die Undankbarkeit der Konsumenten. Das „alles ist kostenlos im Netz“ Gefühl fällt auch ein Stück weit auf die Verlage selbst zurück. Langsam gibt es ja Ansätze, wie man Paid Content als zusätzliche Einnahmequelle nutzen kann oder gar spezielle Verlagsangebote (Bücher, DVDs, Seminare etc.). Ähnliches zeichnet sich im Musikgeschäft ab. Dort müssen alternde Rockstars wieder auf die Bühne geschoben werden, weil sie dort die meiste Kohle einfahren. Wer sich zu sehr ähnelt und sich vom Angebot her nicht absetzen kann, den putzt der Markt nunmal weg.

    Nochmal zum Werbung blocken. Ich glaube fest an den Erfolg einer reduzierten Werbung. Nur dazu müssten sich einige Größen aus der Branche zuerst bewegen. Da spreche ich von dezenter, exklusiver Werbung (also nicht 10 Konkurrenzbanner), von intelligenter und gewinnbringender Werbung mit echtem Informationsgehalt usw.

    Geblockte Werbung heisst nicht „keine Werbung“ sondern Überfress-Gefühl. (heisst nicht dass wir nie mehr essen, sondern, dass wir erstmal verdauen müssen)

  12. banger.twoday.net

    Werbeblocker sind böse….

    Golem berichtet interessantes unterhaltsames: Danny Carlton alias Don Quichote Jack Lewis führt einen erbitterten Kampf gegen den Firefox respektive das dafür erhältliche Add-on „Adblock Plus“. Da sich selbiges nicht einfach so servers…

  13. Firefox muß draußen bleiben

    […] Basic, Telagon Sichelputzer, Werbeblogger und der Webmasterblog machen sich darüber auch so ihre […]

  14. Daniel

    @ Patrick Breitenbach:
    Ich finde es aber gut, dass es im Netz so viel kostenloses gibt. DAS ist für mich der Gedanke, der hinter dem Netz steht. Dafür nehme ich gerne Werbung in Kauf.
    Ich arbeite als Webentwickler, habe mit Werbung also nicht direkt etwas zu tun. Wenn jedoch die Webseitenbetreiber nichts mehr mit ihrer Seite verdienen, dann verdiene auch irgendwann ich nichts mehr weil sie keine Aufträge mehr erteilen.
    Und für jeden Inhalt zahlen will ja niemand. Solche Plugins wie der AdBlocker sind daher wirklich Salz auf die Wunden einer ganzen Industrie und vor allem vielen Menschen, die die Ausirkungen noch nicht bemerkt haben – die werden aber leider schon in naher Zukunft zu spüren sein. Nicht nur für uns, die davon leben, sondern auch für die Nutzer die immer minderwertigere Inhalte finden. Denn Seiten wie stern, Spiegel und wie sie alle heissen sind hohe Qualität die sich nur dann durchsetzt, wenn die Firma dahinter auch etwas damit verdient.

  15. Patrick Breitenbach

    @Daniel: Aber du willst mir ja wohl nicht weismachen, dass es kein anderes Geschäftsmodell neben der Werbefinanzierung gibt?

    Genau das ist das Problem der Konsumrauschgesellschaft. Alles haben wollen (auch wenn Müll dabei ist), kostenlos – sich dann aber über den vielen Müll aufregen den man bekommt.

    Wenn wir es schaffen ein besseres Bewusstsein zu entwicklen, was wir wirklich möchten (nicht brauchen) und was es uns wert ist, dann können wir alle sehr gut davon leben.

    Im Übrigen wird doch jetzt schon in deinem Jobbereich nach Osteuropa und China ausgelagert. Qualität ist „denen“ wurscht, die wollen billig, billig, billig.

    Du wirst Plugins wie AdBlocker nicht verbieten können, du musst dir nur andere Strategien einfallen lassen. Die jetzige Werbeoverkill-Strategie scheint zu scheitern. Ich sage ja auch nicht, dass Werbung abgeschafft werden sollte (wie doof wäre ich), sondern dass sie dosierter, chirurgischer eingesetzt wird, so dass wir Menschen und unsere Hirne wieder ein wenig durchatmen können und nicht jede Misinformation mit uns rumschleppen und verarbeiten müssen. Jede Werbebotschaft kostet uns nämlich Zeit und Energie (selbst wenn wir sie bewusst ausblenden wollen).

  16. Patrick Breitenbach

    Noch was ganz wichtiges! Müll ist nicht gleich Müll. Wir brauchen bessere Filter. Weil, was der eine als Trash bezeichnet, mag für den anderen ganz großes Kino sein.

  17. DOBSZAY's Ansichten und Einsichten

    Online-Werbung soll Firefox verbannen…

    Danny Carlton alias Jack Lewis erklärt im Namen der Online-Werbung dem Open Source Browser Firefox den Krieg, weil dieser Erweiterungen wie AdBlock Plus (den ich übrigens selber nutze) zulässt, die lässtige Werbung vom Bildschirm de…

  18. Shun Di

    Daniel, Du missverstehst da etwas – ich wollte nicht eine direkte Parallele ziehen, sondern darauf hinweisen, dass man sich Menschen mit Innovationen und Kundenfreundlichkeit zu seinen Kunden macht – und nicht, indem man ihnen etwas oktruiert und genau da weitermacht, wo schon das TV etc zu scheitern drohen. Hast Du denn bei VHS-Mitschnitten immer schön die Werbung draufbehalten? War/ist das der Tod der TV-Industrie? Wieso bezahlen Leute Geld, um Premiere zu schauen und kürzen weiter VHS/DVD um Werbung?

    Das ist im Übrigen keine Modeerscheinung, sondern normales (menschliches) Verhalten. Der Mensch nutzt seinen Intellekt, um an das, was er begehrt, mit minimalem Aufwand zu gelangen.

  19. Nico Düsing

    Wie Dumm muss man sein um auf sowas zu kommen? Wer Firefox verbietet wird auch als Werbeber starke Einbußen erleiden, schließlich surfen über 1/3 der Internetnutzer mit Firefox und nur die Hälfte mit dem Internet Explorer. Und nicht alle Firefoxuser benutzen Werbeblocker.

    Und manchmal ist Werbung auch eine richtig Gute Sache. Ich habe über Banner schon verschiedenes gefunden, was ich gesucht habe, ohne viel Mühe beim Suchen (und das mit Firefox ;) ).

    @Daniel
    „Das Internet ist genau wie jedes Printmagazin Inhalt.“ Das ist glücklicherweise nicht so. Jedes Printmagazin verursacht Kosten beim Druck und beim Versand. Die Kosten für einen Internetserver sind nur einen Bruchteil so groß. Das der „Kunde“ den Inhalt nicht bezahlt – Zeitschriften müssen schließlich in der Regel gekauft werden. – könnte das ausgleichen.

    Somit ist der Anbieter auf die Werbung als einzige Einnahmequelle angewiesen. Hier ist es nun wichtig, das möglichst viele User die Werbung konsumieren. Schließt man nun den Firefox aus, fallen einige Konsumenten weg.

    Außerdem muss der User die Werbung wahrnehmen, um sie konsumieren zu können. Wenn jetzt auf einer Seite viel Werbung ist, ist das einzelne Banner nur eines unter vielen. Der User bräuchte viel Zeit um einen Blick auf jedes davon zu werfen. Ist jedoch nur ein Banner vorhanden ist es kein Problem sich das Banner kurz anzusehen. Zusätzlich fühlt sich der User nicht bedrängt. Die Werbung stört ihn nicht und er braucht daher auch keinen Werbeblocker. Und vielleicht findet man ja in der Werbung auch das was man gerade sucht.

    Das Fazit lautet also: Bekämpft Seiten, die zu viel Werbung haben. Damit fällt die Notwendigkeit eines Werbeblockers wie AdBlock Plus weg und die Werbung wird effektiver, was die Einnahmen pro Banner erhöht. (Ein besserer Weg als Firefox zu Blockieren. Man muss schon ziemlich Dumm sein, um auf sowas zu kommen.)

  20. Online-Werbung vs. AdBlocker : Googlehupf

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