20:55 Uhr
Holtzbrinck – Das schnelle Aus der Werbevision
Ich revidiere allerspätestens jetzt meine Meinung über StudiVZ-Nutzer. Ihr seid für mich wirklich grandios und wisst, wie ihr euch von den Fesseln eines großen Konzerns befreit und das System für euch nutzt. Ich habe den Glauben an die Intelligenz und Vernunft unseres Nachwuchs wieder erhalten. Ich schäme mich, an euch gezweifelt zu haben. Doch seht selbst. Ein Screenshot (bitte klicken) sagt mehr als meine zahlreichen, pathetischen Worte:
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Wer keine Lust auf “Grafik lesen” hat, hier die Gruppenbeschreibung in voller Länge:
Diese noch sehr überschaubare Gruppe widmet sich der StudiVZ-Kampagne “Werbevisionen”. Groß auf der Startseite angepriesen geht dieser “Wettbewerb” in Kooperation mit Unternehmen wie WIWO, der ZEIT oder dem HANDELSBLATT auf Ideenfang und versucht deren kreative Entwickler mit schamlos frechen Preisen abzuspeisen.
Platz 1 – somit die beste Werbeidee des Wettbewerbs, bei erfolgreicher Umsetzung sicher Millionen wert – fliegt mit Begleitperson nach Cannes. Zum Vergleich: Axel Springer bietet in einem analogen Wettbewerb 500.000,- Eur Startkapital für die Existenzgründung des innovativsten Denkers.
Nicht zuletzt nahmen wir an den Teilnahmebedingungen erheblichen Anstoß – sicherheitshalber auch hier zu finden:
http://www.file-upload.net/download-368025/teilnahmebedingungen _werbevisionen.pdf.html
Die Ideen werden praktisch verschenkt und an StudiVZ übereignet.
Daraufhin wurde die Gruppe – die sich nie wirklich etablierte und bisweilen maximal 600 Mitglieder aufwies – von entsetzten Nachfragen und empörten Äußerungen nahezu gesprengt, woraufhin nur wenige Stunden später die gesamte Gruppe gelöscht wurde.
Um das nochmal in aller Deutlichkeit zu erklären: während das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und die ZEIT immer noch für ihren innovativen Werbewettbewerb trommeln, bei dem es tolle Preise gibt, haben die teilnehmenden Studenten das Heft in die Hand genommen und so heftig protestiert (nicht zuletzt wegen unsäglichen Teilnahmebedingungen und Rechteverwertung), dass die Wettbewerbsgruppe “Werbevisionen” in der das Ganze ablaufen sollte, geschlossen wurde. Doch damit nicht genug. StudiVZ versuchte natürlich umgehend die Spuren zu beseitigen. Keine große Promo mehr beim Einloggen, weg mit der Gruppe. Aber um den Protest schön nachklingen zu lassen, bedienten sich einige verärgerte Studenten einfach der StudiVZ Gruppenfunktion und bildeten eben diese Protestgruppe.
An diesem Punkt habe ich langsam Mitleid mit dem Verlag. Leute! Was ist bei euch los? Seid ihr überflutet von Ferienjobbern oder warum gestaltet sich eure PR-, Kommunikations- und Strategiearbeit so rigoros chaotisch und verpeilt? Hat euch der StudiVZ-Virus gepackt? Ich meine, wir reden hier nicht von irgendwelchen lokalen Anzeigenblättchen, sondern von einigen der größten und anerkanntesten Wirtschaftsmedien dieses Landes.
37 Kommentare
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- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
- ralf schwartz: @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe...
- Brian: Der Titel ist genial. Danke :).

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Am 15. August 2007 um 21:11 Uhr
he jungs, seid ihr eigentlich irgendwann mal fertig mit dem auskotzen über holzbrink und studivz? klar, die geben euch eine steilvorlage nach der anderen… aber immer NUR nachtreten ist auch nicht gerade kreativ. oder?
Am 15. August 2007 um 21:18 Uhr
Ein Handelsblatt-Link zeigt auf die WIWO.
Ansonsten, ist halt StudiVZ. Die Gründerpersönlichkeit hat auf den Laden abgefärbt.
Am 15. August 2007 um 21:25 Uhr
@ram Wie du sagst. Steilvorlagen dieser Art müssen ins Tor. Ganz OHNE Faul oder Nachtreten. Kreativität ist im berichtenden Zusammenhang nicht so sehr unsere Aufgabe. In anderen Kontexten schon.
Am 15. August 2007 um 21:25 Uhr
@ram: Solange Steilvorlagen kommen, wird das Ding reingemacht. Ich finde es wichtig weiter zu berichten, es gehört einfach in den Kontext. Wen das langweilt, kann das problemlos überlesen und zu Matthias Reim oder Coca Cola schwoofen. Danke.
Am 15. August 2007 um 21:26 Uhr
@Roland: Hehe BRAINCONNECT!
Am 15. August 2007 um 21:28 Uhr
Unglaublich und ich schwörs: Zeitgleiche Antwort unabhängig voneinander. Hehe
Am 15. August 2007 um 22:28 Uhr
[...] Holtzbrinck – Das schnelle Aus der Werbevision Holtzbrinck, oh Holtzbrinck… [...]
Am 15. August 2007 um 23:02 Uhr
ich find auch, dass studivz langsam nervt. trotzdem les ich die artikel immer. irgendwie doof.
Am 15. August 2007 um 23:04 Uhr
Passt ins Klowandschema eines vMatt. Die neue Intelligenz färbt ab.
Am 15. August 2007 um 23:04 Uhr
@peter: Stimmt. ;-)
Am 16. August 2007 um 00:00 Uhr
Das Handelsblatt nimmt doch auch ganz groß an dieser Aktion teil. Und ich denke nicht, dass dort Ideen verheizt werden. Ganz im Gegenteil, so eine Präsentation unter Fachpublikum ist das beste Bewerbungsgespräch, das man haben kann. :)
Am 16. August 2007 um 09:44 Uhr
[...] hat die Story ausführlicher und bei Bloglike findet man ein bisschen Text, falls er sich bei StudiVZ selbst ändern sollte. Was [...]
Am 16. August 2007 um 09:58 Uhr
Crowdsourcing Backlash: die StudiVZ-Mitglieder rebellieren…
Offenbar scheint es bei StudiVZ einen ersten Fall gegeben zu haben, bei dem die kreative Zielgruppe eines Crowdsourcing-Projekts rebelliert. Ein Werbewettbewerb, der auch bei Handelsblatt Online angekündigt wurde, und der zum Ziel hat, Studenten mit g…
Am 16. August 2007 um 10:36 Uhr
Ich habe ja lange versucht eine neutrale Position einzunehmen, die wird aber Tag um Tag lächerlicher…bin übrigens auch der Meinung, dass der Ball über die Linie muss, wenn er vorm Tor liegt (auch wenn es schon 5:0 steht)…
Am 16. August 2007 um 10:41 Uhr
@Nils: So läuft exakt das Spiel, ja! Und Premiere-gemäß laufen parallel ja noch einige andere Begegnungen. ;-)
Am 16. August 2007 um 10:59 Uhr
[...] es halt nicht, dass Knüwer nicht über die diversen StudiVZ-Pannen (z. B. Ekelvideos, die neue “Werbevision”) bloggt, seit StudiVZ vom Holtzbrinck-Konzern gekauft wurde, dem auch das Handelsblatt [...]
Am 16. August 2007 um 11:15 Uhr
Sie haben halt von der Werbeszene gelernt: ‘Bislang wurde Gaisers Ratschlag von den Werbern jedoch nicht erhört. Am liebsten wurden laut ZAW-Analyse auch in den vergangenen sechs Monaten Praktikanten eingestellt – am besten mit Einser-Diplom, Berufserfahrung und ohne Gehaltsansprüche.’
Am 16. August 2007 um 11:23 Uhr
StudiVZ-Contest verschwunden – Beratung erwünscht?…
Gestern noch hatte ich über StudiVZ seine Fettnäpfchen-Politik geschrieben. Heute nun das:
Um das nochmal in aller Deutlichkeit zu erklären: während das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und die ZEIT immer noch für ihren innovativen Werbewettbewe…
Am 16. August 2007 um 11:33 Uhr
ich kenne die story aus erster hand und finde, dass ihr euch zu sehr überschlagt bei der sache. die spots waren nich so doll und eh viel zu lang. in einer knackigeren und auf den punkt zusammengeschnittenen fassung wären sie garnicht so übel gewesen… und, dass crowdsourcing in den meisten fällen ideen für lau ablutscht ist auch nix neues. dass das plötzlich doof ist, liegt wohl wirklich am kontext.
aber vielleicht hast du recht, patrick: ich werde dann mal den herrn reim lautdrehen und mir eine coke reinziehen… (tss, tss…)
Am 16. August 2007 um 11:41 Uhr
@ram: Jetzt machts du mich aber extrem neugierig. Was heisst denn “aus erster Hand”?
BTW: Ich finde die Zwille-Übergänge deiner Flashsite sehr geil! *schleim*
Am 16. August 2007 um 11:51 Uhr
@patrick: danke. eure podcasts sind auch sehr hörenswert! *schleim zurück*
Am 16. August 2007 um 11:58 Uhr
@ram: Bei all der Schleimerei haben wir die eigentliche Frage nicht geklärt! ;-)
Am 16. August 2007 um 13:15 Uhr
Ich glaube gar nicht, dass die Sache so undurchdacht und stümperhaft ist, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Ich denke, dass momentan das AAL-Prinzip soweit ausgereizt werden soll, wie es möglich ist. Grenzen ertesten sozusagen. Wie weit können wir als Verlage gehen, bis der User merkt, wie doof er doch eigentlich ist uns ungemein viel Geld zu schenken.
Hier wurde die Grenze überschritten, sicher, aber man muss sie erstmal austesten und es ist ja nicht so, als hätten ähnliche Aktionen in der letzten Zeit nicht auch geklappt.
Man wird auf lange Sicht sehen, wie viel Pr-Flopps sich ein Unternehmen leisten kann, aber scheinbar gehen alle Skandale an StudiVZ aalglatt vorüber, oder wie viele User haben sich schon abgemeldet?
Es wird halt getestet und StudiVZ hat doch eh schon kaum noch einen Ruf zu verlieren, so dass es eine perfekte Plattform darstellt, um zu testen.
Am 16. August 2007 um 14:34 Uhr
[...] 1. Ein Crowdsourcing-Projekt läuft so gar nicht an Das Ding dümpelt vor sich hin. Niemand fühlt sich angesprochen da mitzumachen. Daher werden solche Projekte ohne ein kommunikatives, professionelles Konzeot vorab, gar nicht erst richtig anlaufen. Das heißt, hier fließt bereits die Agenturleistung, die man sonst für Spots oder was weiß ich investiert mit in da Projekt hinein. Das Crowdsourcing-Projekt ist demnach eine Totgeburt und im schlimmsten Fall bezahlt man den kommunikativen Begleiter des Projektes und das Misslingen färbt sich auch entsprechend auf das Unternehmensbild ab. [...]
Am 16. August 2007 um 16:06 Uhr
NEU! Rückenschule für Leute ohne Rückgrat…
Vergangenen Sommer hat er noch gemeinsam mit Udo Vetter mediale Leichen ausgegraben. “Klein-Bloggersdorf” hat es ihm nachgesehen. Doch jetzt scheint der “Rubelblogger” vom Handelsblatt Probleme zu bekommen. Denn Lanu schreibt a…
Am 16. August 2007 um 20:38 Uhr
Alles ist steigerungsfähig, leider!…
Beispielsweise der Grad der Durchfeuchtung meiner Trikots nach morgentlichen 10,77 Kilometern. Dabei hat es heute erst an der Wasserstraße angefangen zu regnen. Aber dann war es, als ob einer die Dusche aufgedreht hätte. Gottlob war das Wasse…
Am 16. August 2007 um 21:21 Uhr
[...] sich die StudiVZ-ist-sooooo-scheiße-Gruppen immer noch bei StudiVZ finden. Und nicht etwa bei [...]
Am 16. August 2007 um 21:29 Uhr
Stefan von Holtzbrinck ist nun einmal Chef. Diese zu kritisieren steht Untergebenen nur unter vier Augen zu.
Stefan von Holtzbrincks bisherige glorreiche Bilanz: Schwachsinnige Portale kaufen (StudiVZ, NetDoktor, Abacho, MyPhotobook, Webnews etc. – holtzbrinck-ventures...), idiotische Zeitungsprojekte an die Wand fahren (News Frankfurt, BusinessNews, “Projekt Humboldt?”
Außerdem will er Handy-TV mit Burda und so machen.
Da ist StudiVZ ja echt fast noch das beste Produkt.
Am 16. August 2007 um 22:03 Uhr
[...] positive Schlagzeilen zu verursachen. Nach dem peinlichen “Ekelvideo-Vorfall” und der missglückten Kampagne “Werbevisionen” müsste man bei studiVZ doch eigentlich genug haben von derarig [...]
Am 17. August 2007 um 14:06 Uhr
das schlimmste ist eigendlich das die deutschen studenten, also die theoretische elite unseres landes nicht in strömen studiVZ aus protest verlassen sondern diese geschäftspraktken wissendlich tolerieren…ihnen ist es wohl schXXXegal. im land der dichter und denker finde ich das ein moralscher banktrott unserer zukunft deutschlands.
Am 17. August 2007 um 16:58 Uhr
Woher kommt eigentlich dieser ganze Hass?
Am 17. August 2007 um 17:05 Uhr
Von Herzen!
Am 20. August 2007 um 14:02 Uhr
[...] Tja, Vegetarier und Dicke zu diskriminieren wirft auch kein gutes Bild auf die ganze Family. Dazu kommt der verpatzte StudiVZ Werbevisionen Wettbewerb. Abgespeist hätte man die Studis mit ein paar Eintrittskarten zu einer Preisverleihung nach [...]
Am 23. August 2007 um 00:57 Uhr
[...] Anscheinend ist auf die Studenten Verlass! [...]
Am 29. August 2007 um 19:40 Uhr
[...] Poesie. Aber das ist wie auf dem Schulhof, die einen rauchen und schreien rum (und bleiben doch Assis), während andere leise den Mädchen schöne Augen [...]
Am 5. September 2007 um 13:19 Uhr
[...] – zuerst war ich misstrauisch, als sich mal wieder StudiVZ-Mitgliedern zusammenrauften und ihren Unmut über eine Marketingaktion in einer [...]
Am 12. November 2007 um 13:20 Uhr
[...] schafft so etwas? Der Spiegel? Bild oder T-Online? Nein, es ist “unser” viel diskutiertes Studentenportal StudiVZ, welches sich in Deutschland auf eine kalkulatorische Zielgruppe von rund 2 [...]