14.08.07
07:46 Uhr

Sony und die oberen Zehntausend

[inspic=14,left,fullscreen,200] Was wir im Bild links sehen können, ist ein sicheres Zeichen für den Verfall einer einst so exklusiven und elitären Sportart. Was früher noch den Göttern in Weiß und einigen Generaldirektoren vorbehalten war, die sich in betuchten Golf-Country-Clubs die Klinke gaben, scheint nunmehr tatsächlich an einem Punkt angelangt zu sein, an dem Golf zum Volkssport avanciert ist. Vom Golf zum Mini-Golf. Anders kann ich mir jedenfalls Bild und folgende, äußerst blümerante Pressemitteilung nicht erklären:

(…) erst der Abschlag, dann das Geschäft. Statt im Feinschmeckerlokal treffen sich immer mehr Geschäftsleute auf dem Golfplatz, um die wirklich wichtigen Deals zu besprechen. Aber auch wer auf dem Course nur Entspannung sucht und nicht das große Geschäft, gehört in der Regel einer äußerst interessanten Klientel an: hoch gebildet, in den besten Jahren, mit überdurchschnittlichem Einkommen. Diese Zielgruppe nimmt der Weinheimer Ambient Media Anbieter DIN A12 nun für seinen Kunden Sony in 41 bundesdeutschen Golfclubs ins Visier. Dort wirbt der Elektronik-Riese vier Wochen lang mit Premium-Bannern, Promotions und Displays für seine neue VAIO TZ Notebook Serie.

Nachahmung empfohlen, die golfende Zielgruppe ist nicht nur äußerst exklusiv, sie wird auch immer größer. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Golfspieler laut Deutschem Golf Verband (DGV) in Deutschland auf über 500.000 Aktive verdoppelt. Tendenz weiter steigend.

Nachahmung auf alle Fälle empfohlen. Es gibt doch nichts sinnvolleres als einen kostspieligen Golf-Club mit Großflächenwerbung und Flyern zu bestücken. Und wenn das dann auch noch so herrlich anmutend in Szene gesetzt wird, wie auf dem Motiv oben, dann ist diese Art zu werben nicht nur effektiv, sondern durchaus auch sehr geschmackvoll und äußerst apart. Weiter so!

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8 Kommentare

  1. tim

    lach. danke für den letzten satz…

  2. Jörn

    Bähhh, faltige Billig Rollups 199 EUR inkl. Druck. Elitär

  3. Erdge Schoss

    Da, werter Herr Breitenbach, gibt es in der Tat nichts auszusetzen. Farblich wie raumstilistisch erste Klasse. Man beachte nur, wie feinsinnig der Fuß die Fugenlinie weiterführt.

    Bravo
    Ihr Erdge Schoss

  4. Markus Roder

    Wobei der Stil des abgebildeten Golfclubs tatsächlich auch OHNE die Ambient-Werbung schon an eine Zahnarzt-Praxis erinnert. Keine schwere Holztheke, keine Kandelaber, keine Shining-inspirierte Spiegel-Bar und keine 180 Jahre alte Leder-Clubsessel mehr? Frische Blumen-Arrangements alle 3 Meter, gepflückt von hungernden afrikanischen Kindern – auch Fehlanzeige? Tststs, Golf ist wohl wirklich bei der Masse angekommen. Was für einen Glück, dass ein elitärer Sack wie ich nie gespielt hat :).

  5. burkhard

    Verstehe garnicht, warum man die Displays nicht auf das Green neben das Loch stellt. Da wäre man doch noch näher an der Zielgruppe. Zum Einlochen kann man das Display ja dann einrollen. Eine wirklich pfiffige Idee!

  6. Kiki

    “…die golfende Zielgruppe ist nicht nur äußerst exklusiv, sie wird auch immer größer.”
    Und ich Dummerchen hab’ geglaubt, die Begriffe “Exklusivität” und “große Gruppe” schlössen einander aus. Kannze ma seh’n.

  7. tobi

    @burkhard: warum die displays nicht einfach direkt auf das loch legen?
    Oder noch besser: an promotionstand an jedem loch und wer einlochen möchte, muss ein plastekugelschreiber einstecken und ein beratungsgespräch über sich ergehen lassen…

  8. Patrick Breitenbach

    @tobi: Super Idee. Und anschließend dann die obligatorische Frage: Haben Sie Payback?

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
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