01.08.07
16:45 Uhr

StudiVZ: Oral oder anal? (Update)

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Welches Schweinderl hättens denn gern?

Platt, dumm, unlustig und menschenverachtend. Das hat für mich nichts mit Rebellentum, Satire, Kunst oder sonst irgendwie etwas zu tun. Aimaq Rapp Stolle Interactive beweisen ihren üblen Geschmack mit dieser Reihe von Viralspots für StudiVZ (nein ich werde sie nicht direkt einbetten) und ich hoffe schwer, dass es dafür höchstens einen Nagel zu ihrem Sarg gibt.

Der nächste Schritt im Tabubrechen dürfte dann wohl „Scheisse fressen“ sein. Willkommen auf der untersten Stufe des menschlichen Daseins und damit zur absoluten Degeneration. Ich bin froh, dass nun endlich auch der Verlag sein wahres Gesicht gezeigt hat. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem ich mit einer Dachmarke wie Holtzbrinck und ihren restlichen Produkten nichts mehr zu tun haben möchte. Denen gebt ihr also eure Daten und damit jede Menge Geld? Dort lasst ihr eure minderjährigen Kinder tummeln? Pfff!

Als erstes Auswahlkriterium bei einer möglichen Jobvergabe an Uniabsolventen mach ich ein Haken oder Kreuz hinter „Warst du jemals Mitglied in einer verfassungsfeindlichen Organisation wie z.B. StudiVZ?“.

Ja, hoffentlich regt ihr euch über den letzten Satz auf, dann gibts hier ne schöne Grundsatzdiskussion zum Thema „derben Humor“. Man muss eben nicht alles schlucken.

Update: Ich seh grad, dass das Video auf dem „Off the record“-Youtube-Account hochgeladen wurde. Merkwürdig. Ein Schelm der dabei Böses denkt. Ich hoffe, es gab wenigstens ordentlich Geld für das Seeding.

Update II: Es geschehen gar wundersame Dinge:

OTR

Die Videos wurden ebenfalls wieder aus dem Youtube-Profil gelöscht. Entweder ist das Buzz-In-Buzz (für die aktuelle Printausgabe der Horizont), ein peinliches Versehen oder die Beschwerde beim Werberat hat schon gegriffen. Wir werden sehen.

Update III: Olaf erklärt wie es zur gestrigen Löschung kam und stellt erneut eines der Videos auf Sevenload. Vom anderen Video gibts nur Standbilder. Die Vermutung, dass sich Off the record als Viralseeder für die Spots engagiert (gegen Geld) bezeichnet er als absurd. Sein Beweis: Er stellt den internationalen Clip auf eine nationale Videoplattform. Diesen „Beweis“ wiederum halte ich für absurd. Mir ist es egal ob er für das Seeding Geld bekommt, Tatsache bleibt, Off the record seeded weiterhin diesen Mist, zum zweiten Mal, nachdem er nach einigen Beschwerden von Youtube geschmissen wurde. Ich bin nun gespannt, wie sich die Qualitätsplattform Sevenload verhält. Viel bedenklicher finde ich es aber, dass man sich im Blog über den Spot brüskiert und ihn gleichzeitig aber mächtig fördert. Das habe ich noch nicht wirklich verstanden und ich wäre dankbar für eine Erklärung.

Update IV: Updates im Minutentakt auch bei Off the record. Das Video bei Sevenload wurde wieder entfernt und die entsprechende Passage im Blogeintrag durchgestrichen. Zusatz von Olaf:

Nach einem ausführlichen Blick durch die Kommentare auch auf anderen Blogs scheinen viele dieser Seeding-Theorie anzuhängen. Vielleicht entkräftet es die Vorwürfe, wenn ich gar keinen Spot einbinde.

Vielleicht ja.

Update V: Olaf erklärt die Umstände seines Tuns:

Da der eine oder andere Leser den Verdacht geäußert hat, ich hätte für die Kampagne Seeding betrieben, hier einige Anmerkungen, der Versuch einer Erklärung.
Vorneweg:
Angesichts der Produktionszyklen der Printausgabe bekommt Horizont, ebenso wie andere Blätter, hin und wieder Kampagnen-Material (TV oder Online) zeitig genug, damit die Artikel es möglichst zeitgleich mit der Kampagne ins Blatt schaffen. Wahlweise von den Unternehmen oder den Agenturen. Ein völlig normaler Vorgang.
Nach einem kurzen Gespräch zwischen Tür und Angel mit dem betreuenden Printkollegen bin ich nachlässigerweise davon ausgegangen, dass die Kampagne schon irgendwo platziert ist und schon angelaufen ist. Fakt ist: Ich fand die Spots im Web nicht. Allerdings fehlte mir wegen anderer Termine auch die Zeit für eine ausführliche Suche. Irgendwo werden sie ja schon sein, dachte ich. Falsch gedacht. Scheiße gelaufen. Mein Fehler.
Da ich die Story aber zu diesem Zeitpunkt bringen wollte, die Spots hatte und auch dokumentieren wollte, habe mich mangels anderer Möglichkeiten schlicht Youtube bedient. (Wir haben derzeit keine andere Möglichkeit der Content-Einbindung von Videos als über ein Portal.) Dabei habe ich schlicht die Story gesehen und mich vom journalistischen Ehrgeiz leiten lassen, die Geschichte als Erster zu präsentieren. Dass ich die Spots damit auch womöglich seeden könnte, darüber habe ich gar nicht weiter groß nachgedacht. Ich fand das in dem Moment nicht so verwerflich zusätzlich (!) zur viralen Verbreitung beizutragen. Ich fand wesentlicher: Wenn man darüber schreibt muss man die Spots auch zeigen. Ich sah das schlicht als journalistisches Muss.
Inzwischen sehe ich das etwas anders. Ein paar Bilder und mehr beschreibender Text hätten es womöglich auch getan. Nochmal: Hektik, Schludrigkeit, Nachlässigkeit, samt einiger weiterer Holprigkeiten, darf nicht. Ist aber nun mal passiert. Mea Culpa.

204 Kommentare

  1. 60csx

    Erst neulich kam wieder ein Bericht bei Stern TV über StudiVZ, da ging es um die fragwürdigen Gruppen!
    MfG

  2. Geheim

    Das Studivz ist genau das richtige für die Bekloppten, die sich an Sendungen wie „hot or not“ aufgeilen und sich selbst gerne zur Schau stellen

  3. Chino

    Der Blog Eintrag ist zwar schon etwas älter, aber konnte es mir trotzdem nicht verkneifen, ich bin der Meinung, man sollte die Finger von solchen socialnetwork Seiten lassen, da sie einfach nur unsicher sind und man gestalkt werden kann, in letzter hört man immer häufiger das Wort stasivz :o

  4. Nike Free Run

    Nike Free Run…

    StudiVZ: Oral oder anal? (Update) | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv…

Eure Kommentare

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  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
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