31.07.07
13:03 Uhr

Aus dem konstruktiv(istisch)en Nähkasten – Teil 2

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Heute möchte ich ein wenig darüber schreiben, dass wir nicht nur in einer von uns konstruierten Welt leben, sondern dass wir diese Welt auch sekündlich und maßgeblich mitgestalten. Gerade in unserer Branche ist es daher so wichtig sich bewusst zu machen, welche Signale man eigentlich da so in die Welt hinaus bläst. Wir sind tatsächlich nicht nur unser Glückes Schmied, sondern auch des anderen Glückes Schmied, denn wir beinflussen durch Kommunikation nicht nur uns sondern auch maßgeblich unsere Umwelt. Wir sind in einem Dauer-Dialog mit anderen, selbst wenn nicht gesprochen wird. Das hat zur Folge, dass wir natürlich auch von anderen ent- oder ermutigt werden können.

Vorbildlich!
Das Ganze beginnt schon vor unserer Geburt, also ab dem Zeitpunkt, an dem wir „wahrnehmen“ können (Geräusche, Emotionen, Licht etc.). Die gesamte darauffolgende Erziehung ist im Grunde nichts anderes als eine komplexe Programmierung unseres Denkens und Handelns. Dabei aber bitte nicht „Programmierung“ mit Gehirnwäsche oder bösartigem Drillen verwechseln. Der Mensch lernt ausschließlich durch Imitation. Jeder programmiert sich also selbst, indem er entscheidet welchen Vorbildern (Kunst, Literatur, Politik etc.) er Glauben schenkt. Als wir noch unbeholfen und abhängig von der Familie waren, konnten wir uns unsere Vorbilder natürlich nicht aussuchen. Wir imitierten daher unsere Eltern oder Bezugspersonen in dem Alter. Wenn unsere Mutter sich also z.B. vor Spinnen ekelt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir dieses Verhalten zu 100% imitieren und ein Leben lang bewahren und wieder an die nächste Generation weitergeben. Wenn innerhalb der Familie z.B. der Gedanke „Geld ist schlecht“ überwiegt so ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir diesen Gedanken in unsere Zukunft mitnehmen.

Ein Gedanke allein kann nichts ausrichten?
Nun, eigentlich ist unser Leben ausschließlich vom Denken geprägt. Wenn wir der Meinung sind, das Geld böse, schlecht oder den Charakter verdirbt, so werden wir a) möglichst alles dafür tun, damit wir kein Geld verdienen und b) wenn wir dann mal Geld haben, dann werden wir auch gefälligst unseren Charakter verderben, denn schließlich ist das die logische Kausalität, die wir mit dem Programm in uns tragen.

Heißt das etwa wir haben keinen freien Willen?
Oh doch. Wir sind oft nur zu determiniert um ihn einzusetzen. Programme vereinfachen unser Leben. Die Erziehung soll uns helfen mit der Welt umzugehen, sie zu begreifen, eben weil sie so komplex und chaotisch ist. Daher haben diese Programme (gut oder schlecht gibt es da nicht) eine ganz bestimmte Funktion. Manchmal hindern uns Programme etwas umzusetzen, manchmal unterstützen sie uns. Haben wir jedoch solche Programme, die unser Leben drastisch einschränken, so wird entweder der Leidensdruck so groß, das wir beschließen das zu ändern oder wir leben eben eingeschränkt vor uns hin. Wir haben die freie Wahl diese Programme zu ändern, sie frei zu bestimmen. Schon durch die Bewusstwerdung mancher Programme, haben wir sie bereits geändert.

Beispiel: Wir ekeln uns vor Schlangen. (Eine der Urporgramme ist da sicherlich die Bibel, die die Schlange als böses Tier klassifiziert, ähnlich im Islam das Schwein, als schmutziges Wesen) Wenn wir uns jedoch daran erinnern, wenn wir unsere Eltern oder Bezugspersonen aus der Kindheit fragen, ob sie sich auch ekeln, so werden wir wahrscheinlich nicht überrascht sein, wenn ähnliches Verhalten vorliegt. Das heißt, wir haben den Grund für das Programm entdeckt. Allein das nachhaken ist der Schlüssel zum Programmcode, weil wir in diesem Moment ja davon ausgehen, dass es ein Programm sein könnte. Wenn wir nun andere Bekannte, Freunde und Kollegen fragen, ob sie sich vor Schlangen ekeln, werden wir feststellen, dass es immer jemanden gibt, der sich nicht vor Schlangen ekelt, sondern sie – im Gegenteil – sehr schön findet. Was bedeutet das? Entweder a) derjenige ist genauso ekelig und verachtenswert wie Schlangen oder b) Schlangen sind ekelig und Nicht-ekelig zugleich. Damit haben wir ein Chaos oder Paradoxon erzeugt, was uns ab jetzt die Wahl lässt Schlangen auch Nicht-eklig zu finden. Konkret würde das so aussehen, dass wir uns vom Schlangenliebhaber erzählen lassen, wieso er die Tiere anmutig oder faszinierend findet.

Das Beispiel ist natürlich sehr vereinfacht und würde voraussetzen, dass es sonst keine Signale und Programme neben der Schlangenthematik existieren. Natürlich sind wir umzingelt von Signalen, somit werden wir wieder Muster haben, die wir auf den Schlangenliebhaber anwenden. Vielleicht finden wir ihn unsymphatisch und daher unglaubwürdig usw. Aber wie gesagt der allererste Schritt ist es sich bewusst zu machen, dass unsere Wirklichkeit konstruiert ist und wir jederzeit die Möglichkeit haben sie zunächst für uns (und dadurch später für andere) zu ändern.

Zu diesem Thema empfehle ich z.B. die Bücher und Sendungen von Vera F. Birkenbihl. Sie ist Psychologin und Trainerin und befasst sich intensiv mit der Thematik. Sie engagiert sich stark für das Thema „gehirngerechteres Lernen und Denken“ und ist für Kreative mit ihren Kopfspielen eine unglaubliche Hilfe. Sie sagt da über Sprache, Denken und Programmierung etwas sehr interessantes:

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22 Kommentare

  1. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Aus dem konstruktiven Nähkasten - Teil 1

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  2. Annette

    Heute schon im Spiegel geblättert?
    Das Titelthema dreht sich um ähnliches. Sind gut und böse angeboren, gibt es eine natürliche, einheitliche Grundmoralvorstellung, sind wir „Opfer“ unserer Erziehung und unseres Umfeldes oder hat jeder Mensch die freie Wahl sich in jeder Situation unbeeinflusst zu entscheiden? Spannendes Thema.

    Wobei Angst vor Schlangen wohl tatsächlich irgendwo verankert sein soll. Auch Affen in Gefangenschaft, die noch nie eine Schlange gesehen haben fürchten sich vor schlangenartigen Dingen, hab ich mal gelesen. Das aber nur am Rande…

    Ich denke die viele in unserer Branche kommen an einen Punkt, wo man überlegen muss, welchen Einfluss man auf die Gesellschaft hat und ob man das vertreten kann. Was, wenn man mit dem Produkt oder der Unternehmensphilosophie eines Kunden nicht zurecht kommt?

    Ist man mitschuld, wenn ein Mensch an den Folgen des Rauchens stirbt, weil man dafür Werbung gemacht hat? Oder legt man mehr Gewicht auf den freien Willen des Menschen? Schließlich hat man ihn nicht gezwungen, zu rauchen.

  3. vroni

    Klar, Sprache beeinflusst das Denken – und das Denken vice versa beeinflusst wieder die Sprache. Und ergibt Handlungen. Henne-Ei.

    Da ich ebenso wie du ein Fan des prozessualen Denkens und Fühlens bin (und nicht des linearen kausalen Denkens) empfehle ich jedoch auch, sich nicht nur für den Konstruktivismus zu interessieren, sondern genauso für den De_konstruktivismus. Sie sind Brüder im Geiste. Ich versuche mit beiden zu arbeiten.

    Der Dekonstruktivist untersucht, zerlegt den Text, bis auf seine kleinsten Absichten und Sinnbestandteile. Ich untersuche auch deinen Text auf mir zu implizite Sachen wie z. B. das „Programmieren“ :-) und führte aber von meiner Seite wieder neue implizite Sachen ein:-). Ein Dekonstruktivist/Konstruktivist erkennt die eingebauten unbewussten oder absichtlich manipulatorischen Logiken anderer oder versucht es zumindest – und die eigenen. Denn es gibt nicht die EINE Sprache, die EINE Logik, wie Coder es gerne hätten.

    Im Grunde beschreibt das Zerstören und wieder Aufbauen den Kreislauf des schöpferischen Denkens im Kreativalltag. Tagesjob eines Kreativdirektors, eines Inhabers wie mir oder auch eines Verkäufers: Kundenbriefing sofort zer_legen auf innere Botschaften, denn äußerlich gibt es meist nichts her, knurr; die wahren unsichtbaren Absichten des Kunden in seiner Sprache erkennen; die geschaffenen Texte des Texters hinterfragen, nach on strategy bewerten und selektieren. Und wieder zurück.

    Das De_konstruieren macht eigentlich den vordergründigen Charme der birkenbielschen Botschaft im Video aus: Sie de_konstruiert am laufenden Band. Und konstruiert im selben Atemzug = sät neue Botschaften gleichzeitig damit aus. Für einen, der sich bereits mit sprachlicher Dekonstruktion befasst hat und für einen hinterfragenden, analytisch orientierten Kreativen sind das jedoch alte verkäuferische Binsen (Erst „Schmerz“ herstellen, dann ihn zu „heilen“ versprechen, das macht Werbung auch oft genug). Nicht schlecht. Ihr echter Erfolg ist aber ihr mütterliches „ich sag dir mal was“ und scheint ihr inneres Drehbuch zu sein: „Ich bin euere Mama!“ *duck*

    Ich glaube persönlich nicht daran, dass man sich selbst beliebig umdesignen, programmieren kann, das ist ein Trugschluss.

    Der Clou ist, dass Leute wie Birkenbiehl (Disclosure: ich persönlich mag sie nicht), ihr Geld damit verdienen, das Leute sich und ihr Denken ohne allzuviel seelische Kosten „umprogrammieren“ lassen wollen, weil sie sich als unfähige Mangelwesen empfinden. Sie verspricht fast unausgesprochen, auch das innere Drehbuch zu ändern, das wir seit Kindheit haben. Das ist der unsichtbare Vertrag, den sie und ihre Branche anbietet. Weil Leute sich oft emotional/rational als mangelhaft ausgerüstet empfinden, weil sie glauben, im Job „lebenswichtige“ Kommunikations- und Manipulationstricks nicht zu kennen, glauben, manipuliert zu werden und deswegen nicht „erfolgreich“ seien und so weiter, daher haben Coaches und Trainer nie nachlassende Kundschaft. (Was ist überhaupt „Erfolg“. In dem Wort stecken eine Menge impliziter Logiken und Denkfallen.)

    Einwurf: Die Vokabeln „hirngerechtes Denken und Lernen“ klingen mir nach meinem, Geschmack etwas arg technisch, ratiolastig und damit sehr nach Allmachbarkeit. Was natürlich sehr attraktiv ist aber leider eine Erfindung = Konstruktion.

    Unser Kopf – und auch meiner – ist doch vor lauter dinglichem und Ratiowissen – auch das Birkenbielsche ist eher Appell an die Ratio, obwohl prozessual – ein platzender Wissenswasserkopf und der Bauch trotzdem innerlich am Verhungern. Gehe jetzt meinen inneren Ahnen befragen…

  4. vroni

    Cliffhänger:

    …gehe jetzt meinen inneren Ahnen befragen, der schon immer wusste, dass man Schlangen aus dem Weg gehen soll… (Die Weisheit der überlebt habenden und damit erst sich fortgepflanzt habenden historischen Menschheit steckt in einem kleinen Menschen- oder Affenschädel :-) )

  5. Patrick Breitenbach

    @Annette: Der Spiegeltitel ist mir aufgefallen. Gelesen habe ich die Story noch nicht. Zu den Affen: Könnte erklärbar sein mit der Angst vor Unbekannten (wenn sie noch nie Inormationen über Schlangen erhalten haben) oder eine genetisch/memetische Vererbung. Wäre auf jeden Fall spannend da mehr darüber zu erfahren.

    Zu der Verantwortung: Ich glaube, dass wenn wir nicht hinter einem Produkt oder einer Philosophie stehen, wir die Kommunikation dafür auch unbewusst sabotieren. Wir sträuben uns innerlich und können gar nicht wirklich positiv dafür arbeiten. Ein militanter Nichtraucher wird also Tabak nur suboptimal verkaufen können.

    Ansonsten lässt sich die Verantwortlichkeit kurz und knapp auf einen Nenner bringen. Denn Werber sind auch gleichzeitig Konsumenten. Wenn wir also nerven/manipulieren etc. wenden wir das gleichzeitig auch auf uns an. Siehe dazu mal meinen Beitrag zum kategorischen Markenimperativ.

    Also wer als Werber keinen Faible für Produkt XY hat, muss entweder die Gabe besitzen sich reindenken zu können (damit aber auch Begeisterung erfahren) oder ganz die Finger davon lassen – will man denn professionell arbeiten.

  6. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Der Dekonstruktivismus ist doch eigentlich nur ein Werkzeug aus dem Konstruktivismus, d.h. man muss erst den Konstruktivismus akzeptieren um Dekonstruktivismus anzuwenden, daher gehört das für mich sowieso zusammen und ich sehe es nicht als Gegen- oder Zusatzströmung.

    Theoretisch kann man sich komplett „umprogrammieren“. Sowas passiert in Extremfällen dann beim Militär oder in Sekten. Was wir als Brainwash beschimpfen funktioniert auch selbstbestimmt. Der Neurobiologe Gerald Hüther schreibt und spricht da einiges drüber. Das Problem ist nur die Komplexität unseres Seins. Daher werden wir nur das ändern was wir als unliebsames Muster/Programm entdecken können und dies nicht mit einem liebsamen Muster verknüpft ist. Wie gesagt alle Muster/Programme haben ihre Funktion.

    Der Clou ist, dass dein Muster in Bezug auf Birkenbihl so aussieht: Diese Motivationsgurus (hab ich schon oft gelesen mit Höller und so) wollen doch alle nur abzocken und kurzfristig Kohle scheffeln. Alles Schwindel und Budenzauber. Daher wirst du auch NIE Erfolg mit solchen Trainern haben, weil du bereits denkst, dass es nicht funktioniert. Soviel zum dekonstruktivieren.

    Ich habe sehr viel von Birkenbihl gehört und gelesen und das „gehirngerechte Arbeiten“ ist alles andere als „ratio“. Dabei geht es um Interesse, Spaß, Forscherdrang und Neugier. Also alles das was du bereits jetzt durch die paar Informationen, die du über die Frau hast, bzw. deine nichtvorhandene Sympathie abwürgst, weil du denkst sie zockt die Leute nur ab, weil sie ist ja eine von DENEN. Aber das ist okay, scheinbar schützt dich das ja auch irgendwie vor den wahren Scharlatanen (wenn es die denn gibt).

    Ich weiß im Übrigen nicht ob der Verstand gleichzusetzen ist mit Wissen. Aber sicherlich gibt es überall Widersprüche. Daher gilt natürlich auch bei Leuten wie Birkenbihl: Immer hinterfragen.

  7. vroni

    @ Patrick
    Ein guter Werber ist immer auch bis zu einem gewissen Grad „schizzo“. Er denkt und fühlt mit den Augen und Ohren anderer. Das Hineinversetzen in andere ohne dauernd an sich und seine Lieblingssachen zu denken macht seine Qualität aus, sonst könnte er gar nicht in der Werbung arbeiten. Dann wäre er ein privatisierender Künstler.

    Ein Werber (was heißt das eigentlich: Werber) kann (und muss) sich durchaus in Menschen, Prozesse und Produktwelten hineindenken, die nicht immer sein Ding sind. Das ist seine Fähigkeit, über seine persönlichen Vorlieben hinaus gut zu arbeiten. Das macht seine Professionalität aus.

    Es geht eher ums Überziehen des Bogens „Mistprodukt“:
    Die Grenzen sind nicht so schwarz-weiss (sonst dürfte man seinen Beruf als Werber fast nicht ausüben können, denn „schlechte“ oder überflüssige Produkte kommen derzeit noch/meist häufiger vor als „gute“…), sondern fließend: Irgendwo hört’s auf, auch beim Professionellen, dann fängt klaro sein eigener, innerer Saboteur an. Kluge Creativchefs wissen das, da nicht zu überziehen. Ich bin beipielsweise als AD weise vorher gefragt worden, ob ich mit Alkoholwerbung ein Problem hätte (ging um Ouzo).

    Reine Begeisterung und Euphorie als Indiz für garantiert hervoragend werdende Kreativität zu nehmen halte ich jedoch für verfehlt. Gerade die Scheuklappe der eigenen 100-Prozent-Begeisterung lässt einen Werber auch gern unvorsichtig und blind werden und übers Maß hinausschießen. Ergebnis: Abgedriftete Werbung, die kein normaler Mensch versteht. Habe ich bei Kreativ-Pitches, wo alle bis zum Kontakter in den Flammen der Euphorie standen so ein paar Mal erlebt. Die „unkreativ“ Kopfschüttelnden waren die Kreativen, die vernünftiger wirkten als der Rest des Haufens. Gerade drum machten sie einen Superjob. Weil sie relevant kreiren konnten und sich auf die Menschen draußen kreativ üer die Maßen des Normalen einstellen konnten, statt sich selbst und die eigene Begeisterung als Hauptgradmesser zu nehmen. Der Kreativste mit den besten Ideen in unserem damaligen Haufen war unser dauermeckernder Texter. Ausgerechnet der. Und die „kreativen Ideen“ der gleichzeitig tschaka-rufenden von Produkt begeisterten Kontakter waren dezent ausgedrückt, ähm schweigen wir…

  8. vroni

    Patrick, das Ding mit der Birkenbiehl ist viel einfacher: ich mag einfach ihre Stimme nicht. Das ist alles. Von mir aus machen Trainer ihr Geld. Aber es ist schon erstaunlich, wie weit man mit Binsenweisheiten kommen kann, wen man es gut aufzieht.

    Mir sagt das nur, dass Manager und Leute, die Führungspositionen innehaben (an die wendet sie sich wohl hauptsächlich), ganz schöne Defizite im prozessualen Denken, im Sprachlichen und im Menschlichen haben müssen (Vermutung), daher stehen die drauf begeistert. Irgendeiner muss es ihnen halt erzählen, warum nicht die Birkenbiehl :-)

    „-…daher gehört das für mich sowieso zusammen und ich sehe es nicht als Gegen- oder Zusatzströmung.“

    Ich habe keineswegs gesagt, dass das eine Gegenströmung sei. Ich habe gesagt, es sind Brüder. Das nur zur Klarstellung.

    „Theoretisch kann man sich komplett “umprogrammieren?. “

    Nein. Sich selbst? Den Zahn möchte ich dir ziehen. Geht nicht von innen, von sich allein her. Sondern was du da beschreibst, die komplette Gehirnwäsche, das geht nur von außen. Es sind massive Einwirkungen von außen nötig (gezielte Zerstörung des alten Ichs und manipulativer Wiederaufbau.)

  9. Patrick Breitenbach

    @Vroni zu Punkt 1: Absolut deiner Meinung. Die Dosis bestimmt das Gift. Überbordende Euphorie ist genauso schlecht wie krasse Abneigung. Von daher sind Profi-Werber schizzo. Exakt. Ändert aber nichts an der Verantwortung, die man anderen Menschen gegenüber hat. Die Einstellung „ich verkaufe keine schlechten Produkte“ ist demnach nichts anderes als ein vorhandenes Programm und genauso gut oder böse wie alles andere auch. Wer das Programm „hauptsache Geld und Macht“ fährt wird während dem Handeln gar keine Gewissenskonflikte spüren. Erst wenns zu spät ist und man auf dem Sterbebett merkt, dass man seine Kohle doch nicht mit ins Grab nehmen kann und die eigenen Kinder einem mit dem Arsch nicht angucken wollen.

    zu 2: Gerade die Kunst der „Binsenweisheit“ was ja nichts anderes ist als scheinbar bereits bekanntes als etwas Neues zu vermitteln, fasziniert mich. Sie ist sozusagen die Erfinderin des Infotainments, was ich im Zuge des gesamten Wissenselitismus extrem angenehm finde, denn so ein Wissen sollte breit gestreut werden und das geht nicht immer mit hochabstrakten und wissenschaftlichen Begriffen. Gerade als Kommunikatoren sollten wir dieses „an die Hand nehmen“ zu schätzen wissen. Sie trifft den Nerv, den sie treffen soll. Deinen wohl nicht, kann ich akzeptieren (meine Frau mag sie auch nicht, ändert aber nichts an den Inhalten, die sie vermittelt, auch da ist meine Frau auf einer Wellenlänge, ganz einfach weil sie vom systemischen Ansatz ausgeht)

    Und genau dieser systemische Ansatz besagt: Ändere dich und du änderst das gesamte System. Der Mensch KANN nur sich selbst ändern, nicht andere. Die anderen bringen vielleicht den Willen mit sich zu ändern, aber du kannst niemanden dazu zwingen. Auch nicht mit Gehirnwäsche. Gehirnwäsche wirkt nur bei solchen, die Opfer von Gehrinwäsche sein wollen.

    Von daher wirst du mir diesen Zahn ganz sicher nicht ziehen. :-)

    Sicherlich sind wir immer abhängig von anderen (im System) aber Veränderung kann nur von uns selbst ausgehen. Wäre schlimm wenn nicht, weil sonst wären wir tatsächlich alle Marionetten. Das sind zwar viele, aber die Chance des Erwachens besteht zu jeder Zeit. Es muss nur die Motivation vorhanden sein. (Leidensdruck, Extremerfahrung etc.)

    Beispiel – achtung rein hypothetisch: Ich köntte hier jetzt sagen, die Vroni spinnt komplett, sie hat von gar nichts Ahnung. Dann ist das eine Veränderung aus mir heraus, die Auswirkungen auf dich und die Leser (die diese Verrücktheiten hier noch verfolgen) hat. Konsequenz wäre du würdest mich angreifen, viele Leser würden dich in Schutz nehmen (zu Recht) und wir hätten hier richtig Stress.

    Ich kann aber auch sagen: Mensch die Vroni hat vollkommen Recht, das ist ja erstaunlich, ich bewundere sie und ihr reichhaltiges Wissen. Das wird ganz andere Auswirkungen auf dich und das System haben. Man wird meine und deine Aussagen wesentlich mehr wertschätzen. Du wärst geschmeichelt (je nach Programm könntest du das Lob annehmen oder nicht) und insgesamt entsteht ein positive Grundstimmung.

    Wenn ich Rechthaberisch wäre (was ich leider oft noch bin) würde ich grundsätzlich Position 1 vertreten und mich dauernd wundern, warum mich die Leute so feindselig betrachten, d.h. die anderen sind grundsätzlich Schuld, weil ich hab ja immer Recht, also lieg ich richtig, die anderen falsch. Erkenne ich jedoch das Rechthabermuster (z.B. durch Dekonstruktion) dahinter, kann ich es somit ändern, indem ich bewusst anderen Recht gebe, bzw. vorher genau reflektiere ob ich tatsächlich im Recht bin oder ob jetzt nur mein Standardprogramm abspult.

    Mit einem hast du aber vollkommen Recht!* ;-)
    Eine komplette drastische Gehirnwäsche funktioniert nur mit drastischer Ich-Zerstörung und Wiederaufbau. Das muss aber nicht manipulativ sein und das muss nicht von außen „gesteuert“ werden. Es kann helfen, es kann auch nach hinten losgehen. Aber eines bleibt es am Ende trotzdem: Ein Ich-Wiederaufbau und damit nur von innen heraus realisierbar.

    *(Und damit nehme ich dir wieder geschickt das Recht indem ich dir vorher Recht gebe und so dreht sich alles wieder im Kreis…)

  10. Dieter Schneider

    Frau Birkenbihl ist gut. Ihr Vater war fast besser: Michael Birkenbihl, Train The Trainer, Verlag Redline Wirtschaft; amazon.de/Train-Trai...

  11. Buenalog » Blog Archiv » Wertschätzung führt zu Wertschöpfung

    […] Über den Werbeblogger wurde ich auf ein Video von Vera Birkenbihl aufmerksam, in der Sie darüber doziert, wie Sprache […]

  12. vroni

    Uiui, ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr entmutigt:-)
    Klingt aber fast so.

    Hey, ich habe mir mal den Biologen Gerald Hüther angeschaut im Netz. Der der nach deinen Angaben, dass man sich komplett umprogrammieren könne. Man könne von Null auf seine alten erworbenen Muster ablegen (Entwertung, stumm sein, und das klammerige Verhalten daraus, Veränderungen mehr zu scheuen als die gute alte Hölle, die man kennt und in der man sich eingerichtet hat, etc).

    Das ist EINE Meinung, EINE These. Aus seinem wissenschaftlichen Beobachten heraus (vermute mit bildgebenden Verfahren), dass das Hirn sich sichtbar und laufend umbaut, wenn es nachhaltige Änderung durch Denk- und dann Verhaltensänderung erfährt. Man hat die Ergebnisse von VT (kognitive Verhaltenstherape, die ja auch mit Wertschätzung des Klienten, positiver Umdeutung von Problemen zu Herausforderungen, Erlernen von günstigeren Verhaltensweisen arbeitet) bildgebend begleitet (das habe ich jetzt anderswo her) und das ebenso beobachtet. Jojo.

    Die Frage ist, ob auch das innere Wesen, die Grundgestimmtheit, ebenso gezielt „umdesignt“ werden kann. Die macht aber die Gesamtpersönlichkeit eben mit aus. DA ist mein berechtigter Zweifel, ob das so ist (und auch ob das wirklich so toll ist, wenn es ginge), das ist meine Rede.

    Ich bin ein Anhänger der Idee, dass ein Baby schon mit einer inneren Melodie auf die Welt kommt. Nenn‘ es Seele, wie auch immer. Es ist nicht nur erst ein weißes Blatt, auf dem (unfähige?) Erzieher und die böse Umwelt rumkritzeln und diese dumme Gekritzel/ungeschickte Neuro-Programmieren macht man dann selber oder mit Hilfe eines Profis komplett wieder weg mit einem Gegen-Neuro. Nene.

    Babies sind von Anfang an verschieden. Die sind schon im Mutterbauch verschieden, Mütter wissen das. Und das ist nicht nur, weil die schwangere Mutter Bäckerin ist (und schwanger um 3 aufsteht) oder die andere werdende Mutter Mozart gehört hat und das Baby im Bauch mit. Babies haben zum Teil die mentale Grundgestimmtheit eines Teils ihrer Vorfahren in sich drin und nicht nur deren Haarfarbe. Auch das Baby hat von Anfang an seit Geburtz durch seien bestimmte nur ihm eigene Art eine bestimmte Wirkung auf die Mutter, nicht nur die Mutter auf das Baby. (Wording: Ich sage „Mutter“, weil das meist die erste Bezugsperson ist, natürlich gibt es auch anderes).

    Um nochmal zur Angst vor Schlangen zu kommen:
    Das ist vermutlich die Schlangenerfahrung unserer Vorfahren bis weit runter ins Altertum. Sie ist seitdem in uns. Denn nur diejenigen Vorfahren überlebten, die klugerweise Schlangen aus dem Weg gingen, so ist meine These. Die anderen, die keine Angst (oder z. T. berechtigte Furcht) hatten oder kein Wissen, dass deren Gift nicht lustig ist, überlebten nicht, sondern wurden früh, oft vor ihrer Reproduktionsphase gebissen, und konnten da mausetot logischerweise keine Nachkommen produzieren.

    Fazit: Wir bekamen Überlebensmuster mehrheitlich nur von den nicht gebissenen, erfolgreichen Überlebern weitervererbt, deren Verhalten damals richtig wichtig waren. Ob sie heute noch sinnvoll und logisch sind, weil es hier kaum tropisch giftige Schlangen gibt, dafür genügend Apotheken, Ärzte und Gegensera, steht auf einem anderen Blatt, damals waren sie es.

    Deshalb bin ich skeptisch, wenn Versprechungen gemacht werden, man könne alles an sich ändern. Und mithilfe von simplen neuronalen Techniken aus einem ängstlichen Huhn einen Adler machen.

    Man kann sicher sehr viel, aber das Grundwesen (fröhlich, mitteilsam, melancholisch, langsam, temperamentvoll, vorsichtig, ängstlich) lässt sich schwer beeinflussen. Wir leben besser im Einklang mit uns selbst, wenn wir etwa zu uns selber sagen: „Oookaaay, ich bin ein bisschen langsam, ich werde zwar garantiert kein Ferrari (auch wenn die Umgebung das dauernd fordert), vielleicht aber von der ächzenden Ente zum wendigeren Golf. Meine Hauptstärke IST die Langsamkeit (oder anderen Begriff passend einsetzen), sie hat eine Qualität, die eben mich ausmacht.“

    Die weitere Idee, man könne das ganze System ändern, wenn man nur sich selbst ändere. Ähm.

    Lustiges OT: Mein nerdiger Mann wurde deswegen noch lange keine mitteilsame feedbackige Quasselstrippe, nur weil ich im Gegenzug immer mehr im Haushalt die Klappe hielt, bedachter wurde und ihn nicht mehr temperamentvoll zutextete. Wenn das klappen würde, dass wenn der eine gezielt beginnt sich zu ändern, der andere dann auch automatisch sich ändert um die Waage zu halten,… wäre die systemische (Paar-)Theorie ein für allemal bewiesen, dass es (bei Paaren) immer in der Gesamtsumme die gleiche Menge Kommunikationsaustausch sei… Er IST ein Ruhiger und BLEIBT ein Ruhiger, wiewohl er wohl gerne lebhafter wäre. Zwischenergebnis: Er findet es klasse, dass ich nicht mehr zutexte, das wars aber schon. Er ist immer noch der Gleiche :-))

    Ich akzeptiere ihn (und mein Paar-System) also besser, wie er/es ist. Und versuche nicht von hinten durchs Knie, systemisch „therapeutisch“ raffiniert zu wirken. Das wird nix. (Wenn sowas deine Absicht war mit Systemänderung.) Und ich brauche einfach mehr lebendigen Austausch vom Typ her, werde mich nicht verbiegen. Und suche Austausch eben woanders, bastapasta :-) Gibt viel unentdeckten Freiraum, ausprobieren.

    Über noch komplexer Systeme als ein Paarsystem wage ich keinerlei Thesen aufzustellen. Viel zu komplex, mir reicht ersteres voll :-) um die Finger davon zu lassen :-) [Obacht, selfirony. Nicht alles wörtlich nehmen]

    Ich hoffe, nicht entmutigend gewesen zu sein.
    Nur Madonna designt sich selbst und erfindet sich selbst immer wieder neu. Und das ist auch alles nur Bühnenshow, wie wir wissen.
    Mit mir bin ich eigentlich recht zufrieden. Ist nur die Frage, wie das System, in dem ich lebe, damit knurrend klar kommt :-)

  13. Patrick Breitenbach

    Entmutigend? Wieso das denn?

    Im Übrigen habe ich nicht die Notwendigkeit eine kompletten Persönlichkeitsveränderung propagiert sondern lediglich die theoretische Möglichkeit dargestellt. Das geht auch nicht mit einem Fingerschnippen sondern vollzieht sich über das gesamte Leben. Wir verändern uns jede Sekunde unseres Lebens. Unser Gehirn verändert sich. Und wie schon mal erwähnt haben Muster und damit auch Persönlichkeitsmerkmale ihren Zweck. Ich halte es auch für fatal wenn wir jetzt meinen wir können uns alle zum „Übermenschen“ umdesignen. Niemand ist perfekt und genau das macht uns aus. Wir können erst dadurch wachsen und uns entwickeln. Für wichtig betrachte ich jedoch die Tatsache, dass man sich ändern KANN. Dass wir nicht dem Schicksal ausgeliefert sind und auch die großen Macken, die vor allem unser Leben behindern lösen kann.

    Interessant finde ich tatsächlich die Frage, wenn ich mich als Mensch stark verändere, Wissen anhäufe, mein Bewusstsein neu ausrichte, wie kommt dann mein System außen herum damit klar? Es wird mich mitunter für einen abgehobenen Spinner halten, als arrogant oder überheblich einstufen, ganz einfach weil ich die Wellenlänge verlassen habe. Das könnte auch der Grund sein, weiso drastische Veränderung nicht unbedingt sinnvoll ist, bzw. man sollte sich der Konsequenz bewusst machen.

    Bei dem Adlerbeispiel musste ich lachen. Ich kannte mal einen Geschäftsführer der hat die Geschichte (vermutlich von Höller & Co) als seine eigene voller Dramatik seinen Angestellten bei einem Wihnachtsdinner vorgetragen. Statt Hühner waren es Enten. Seine Moral von der Geschichte: Hört auf wie Enten zu sein, die mir die Ohren mit euren Problemen vollquaken. Wie man sieht, hat er die Parabel vollkommen begriffen! ;-)

    Letzendlich gibt es für mich nur ein Motto: Ich möchte ständig lernen, in Bewegung bleiben, nach vorne blicken, weiterkommen, auf die Fresse fallen, wieder aufstehen um dann ganz am Ende sagen zu können: Ich hab alles gegeben.

  14. vroni

    „Entmutigend? Wieso das denn?“

    Weil ich widerspreche, dass man sich auf Teufel komm raus komplett ändern kann. Dies Behauptung riecht in ihrer Absolutheit und ihrem Heilsversprechen nach Guru. Echt jetzt.

    Es gibt eben auch noch vererbte Anlagen und zwar nicht zu knapp und auch nicht als bequeme Ausrede. Am besten und am einfachsten: dies im Auge behalten und nicht leugnen :-)

    Ich hab nichts gegen Menschen, die in Bewegung bleiben wollen, um ihre Wirkung oder die Arbeitsatmosphäre zu verbessern.

    Wer es übertreibt, wirkt aber künstlich aufgesetzt, da galoppiert der echte Charakter zu sehr nach. Manchmal kommen mir manche Sozialpädagogen so vor, mache daher einen netten kleinen Bogen um manche. In ihrem Inneren oft voll Aggros, äußerlich aber laber flöt sülz sülz. Disclaimer: nur die paar, die ich kenne. War wohl nix mit dene. Sicher sind die meisten großartige Pädagogis, die energetisch echt sind und ich habe nur einen engen Ausschnitt kennengelernt und bin auch sonst voller konstruierter Vorurteile. Geb ich zu.

  15. Patrick Breitenbach

    Der Widerspruch allein macht die Sache für mich nicht anders. Deine Meinung, nicht meine.

    Was sind vererbte Anlagen? Rein genetisch oder sprechen wir tatsächlich von memetischem Erbgut? Denn auch die Muster der Ur-Ur-Ur-Vorfahren werden per Erziehung, Kultur etc. weitergegeben.

    Laut der genetischen Theorie dürften Babys nicht sterben, mit denen man nicht spricht. Dann dürften „Wolfskinder“ auch die Chance haben ihr genetisches Potenzial zu entfalten:

    „Feral children ought to be an excellent source of evidence in the continuing nature-nurture debate. Feral children cannot walk, talk, or socialise: they cannot show empathy with others. Indeed, these poor creatures are so apparently sub-human that Linnaeus classified them as distinct from home sapiens.“

    Klar bringt der Mensch ein genetisches Potenzial mit allerdings wird dies entegegen deiner Meinung wirklich erst dann durch Kommunikation geformt. Ohne Kommunikation (also Wahrnehmung etc.) sterben wir. Das mit den unterschiedlichen Temperamenten mag schon sein, allerdings ist doch auch klar, dass Ungeborene bereits wahrnehmen, ja sie sogar eins mit der Mutter sind. Sie sind angedockt an ihr Herz-Kreislauf und Hormonsystem. Und da sich die Mutter auch ständig verändert ist es auch nachvollziehbar, dass die Kinder unterschiedliche Temperamente mit auf die Welt bringen.

    Ich kann das extrem bei meinem Sohn beobachten. Es ist unglaublich wieviel er durch Imitation lernt. Jedoch wandelt sich seine Persönlichkeit genauso oft. Am Anfang ganz ruhig, dann Schreier, dann Durchschläfer und nun wieder nachts unruhiger aber tagsüber zufrieden. Man muss auch mal beobachten wieviel Zuschreibungen man ein Baby macht (völlig unbewusst). „Ganz der Papa!“, „Du bist aber ein Ruhiger!“, „Du bist ja ein Wilder!“ usw.

    Ich bleib dabei, wir werden geformt und haben es dann irgendwann selbst in der Hand.

    Zu den Sozpäds. Ich habe manchmal das Gefühl als ob viele den Beruf gewählt haben um ihre eigenen Probleme dadurch zu lösen. Nur ein Gefühl, ne bescheidene Meinung! :-)

    Jedenfalls freue ich mich immer mit dir darüber einen Dialog zu führen. Wenn wir einer Meinung wären, würde hier im Beitrag ja gar nix passieren.

  16. vroni

    Einigen wir uns doch auf eine Mix aus Vererbung und Nachahmung, wie wärs. Ich habe doch nicht behauptet, alles sei Vererbung. Ent- oder Weder-Denken ist sowieso sehr unsystemisch und führt auch nicht weiter. Es ist multifaktoriell.

    Sicher kann man der Menschheit oder dem eigenen Kind oder sich selber alles mögliche an- und abtrainieren. Fragt sich nur in welchem Zeitfenster und was. Und ob man nicht damit die Büchse der Pandora öffnet.

    Z.B. die anarchische Angst vor Schlangen. Oder die Gier oder das Machtstreben. Antwort: Nicht mehr abtrainierbar in diesem Leben und nicht mehr in den nächsten 500-100 Jahren, das sitzt fester bei Menschens. Die Dinge brauchen meist ungefähr ebenso lange um wegzugehen, wie sie gebraucht haben, um zu entstehen.

    Das Machbarkeitspostulat gefällt mir nicht. Das ist der Punkt. Ich weiß, dass ich die Balance wahren muss zwischen schelcht amchen udn Möglichkeiten anerkennen.

    Es ist eben nicht alles machbar. Wir sind Wesen, die nicht nur aus lausigen Neuro-Programmen bestehen, die man darüber hinaus flugs ändern kann, man müsse nur wollen. Auch nicht aus jahrtausendalten Programmen. Das ist eine extrem biologistische Sichtweise, ich habe ein sehr schlechtes Gefühl dabei (wie bei NLP sowieso)und dagegen wehre ich mich, weil Menschsein mehr ist als eine Zellanhäufung im Schädel, die man beliebig trainieren kann.

    Oder wir sind nur Bakterien auf diesem Planeten. Kann natürlich auch sein, manchmal hat eh den Eindruck einer parasitären Besiedlung besonders dummer Parasiten (kluge Parasiten machen ihren Wirt nicht knülle, sondern erhalten ihn, weil es sie sonst auch wegfegt), die dem Wirt Erde nicht sonderlich bekommt :-) Aber ich habe die Wahrheit nicht gepachtet. Du aber auch nicht.

  17. Patrick Breitenbach

    Nö ich hab nichts gepachtet. Wir tauschen uns ja aus und vielleicht kommt am Ende ein schönes „Mash-Up“ raus.

    Büchse der Pandora? Du meinst also dann den zweiten Sündenfall? Stimmt, dann könnte es tatsächlich wieder passieren, dass wir wieder aus unserem derzeitigen Paradies gekickt werden. ;-)

    Du meinst wirklich nicht, dass ein Mensch seine Schlangenphobie im Laufe seines Lebens überwinden kann und diese Information an seine Kinder weitergibt? Er wäre doch dann ein Vorbild für alle, oder? Wieso sollten wir nicht lernen mit Macht umzugehen, statt sie zu missbrauchen? Ich glaube die Menschen sind zu bequem

  18. vroni

    „Büchse der Pandora? Du meinst also dann den zweiten Sündenfall?“

    Nein, ich meine den diktatorischen Missbrauch. Zum Züchten „besserer“ Menschen. Hatten wir schon mal.

    Auch die harmlos klingende Idee, man sei ausschließlich seines eigenen Glückes Schmied hat was Ausgrenzendes: an alle, die es nicht schaffen. Die sind dann nur zu bequem, zu faul oder zu blöd, ganz einfach dann. Da begibt man sich auf ganz schwieriges Terrain. Luft anhalt.

  19. Patrick Breitenbach

    (noch nicht fertig. Versehentlich auf senden geklickt. Ist mir noch nicht oft passiert in all den Jahren)

    und anscheinend hat Macht auch eine Funktion.

    Und natürlich sind Menschen mehr als Zellhaufen und eben dann doch wieder nicht. Beides. Durch die Evolution haben wir die Kommunkation entdeckt und uns daraufhin rasant technologisch weiterentwickelt. Wir vernetzen uns täglich enger und wir sollten uns langsam mal fragen wieso?

    Übrigens der Parasit sollte natürlich im Laufe der Evolution cleverer werden. So wie wir heute cleverer sind als damals die Cro-Magnons. Aber wir halten ja so gern noch an unserem Affenbild fest. Wir fragen uns ständig lieber „Was waren oder was sind wir?“ statt zu fragen „Was werden wir sein?“.

  20. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Es gibt Menschen die sind nicht zu faul und die müssen wir unterstützen. Und die, die zu faul sind, die müssen wir erst recht unterstützen. Denn Faulheit ist nichts anderes als Antriebslosigkeit, verlorende Motivation, fehlende Perspektive oder Frustration.

    Blödheit ist auch zu vergleichen mit Unwissenheit, Mangel an Informationen, Mangel an Verhaltensmustern, die notwendig sind um in dieser Welt zu überleben.

    Ich betonte das „Jeder ist des anderen Glückes Schmied“.

  21. vroni

    „…die müssen wir unterstützen. “

    Wenn sie sich lassen.
    :-)

    Bitte nicht vergessen bei aller Begeisterung: Konstruktivismus ist selber… auch ein Konstrukt. Und dazu noch eins voller Paradoxien, typisch für Konstrukte.

    Jetzt gehe ich in mein nicht vorhandenes Bett – das ist auch nur in meiner Einbildung, genauso wie der frühe Termin morgen. Paradoxerweise wird er stattfinden, notfalls ohne mich :-)

  22. Patrick Breitenbach

    „Wenn sie sich lassen.“
    :-)

    Zwingen geht wohl kaum. Geht nur über die Vorbildfunktion und damit wie schon oft behauptet nur durch uns selbst. Erzwungene Änderung der anderen funzt nicht.

    Wir der Termin heute tatsächlich statfinden, wenn du ihn nicht wahrnimmst? ;-) So genug konstruiert, jetzt wird wieder Reklame gemacht.

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