30.07.07
10:36 Uhr

Der Wüstenplanet

Und wieder eine Episode aus dem Dauerbrenner Klimaschutz. Als Stargast begrüßen wir heute den Automobilhersteller Jeep, der ganz einfach trotzig seinen dicken Motorblock mit diesen Motiven durchsetzen will:

Jeep Wüste

Hmm, okay. Wer träumt nicht davon einsam mit seiner fetten Karre über einen ausgestorbenen Wüstenplanet zu heizen. Schön wärs ja, wenn wir wenigstens in Deutschland Eis, Wüste und Felsen vereinigen könnten. Jedenfalls in den Nicht-Alpengebieten. Dort wo sich Menschen, aus welchem Grund auch immer, trotzdem Geländefahrzeuge kaufen, obwohl es eben gar kein “Gelände” gibt.

Ebenfalls zu den Trotzköpfen kann fortan Porsche gezählt werden. Den Besuch von Greenpeace empfing der Automobilhersteller mit entsprechend großen und deutlichen Botschaften.

Porsche vs Greenpeace

Wobei deutlich vielleicht etwas übetrieben ist, denn ehrlich gesagt verstehe ich den “David”-Spruch nicht so ganz. Auf wen ist der jetzt gemünzt?

Auch wenn der Porsche Cayenne von Greenpeace als Schwein “gemoddet” wurde, finde ich es affig das Auto als CO2-Schleuder anzuprangern und dann selbst damit aufzukreuzen.

Porsche vs Greenpeace

Negativbotschaften sind in der Regel wenig zielführend und somit war die Protestaktion wohl eher eine gelungene PR-Show für beide Seiten.

17 Kommentare

  1. Nils

    Äh, ja. Zum ersten Plakat fehlen mir doch ein wenig die Worte. Kann ich mir nur so erklären, dass die potentiellen Käufer Ihre Entscheidung eher nicht von ökologischen Aspekten abhängig machen. Ohne jetzt zu viel Hintergrundwissen zu haben, ich glaube die meisten Geländewagen werden sowieso in der Stadt benutzt. Sollte das Stimmen, stellt sich erneut die Frage ob das Plakat sinn macht. Das einzig Positive: Optisch ist es schon ein gelungener Hingucker…

    Zu Porsche: Finde es recht mutig so zu reagieren. Auch wenn die grafische Reduzierung wohl auch auf den Inhalt zutrifft. Aber Angriff ist wohl die beste Verteidigung…

  2. Matthias

    Na ja, die Aktionen von Jeep und Porsche lassen eher einen gewissen Übermut erkennen. Und da fällt mir das Sprichwort ein: Übermut tut selten gut

    z.B. gäbe es nun radikale Umweltschützer würden die beiden solche Aktionen bestimmt bald bereuen.

  3. marcel weiss

    Das Jeep-Plakat ist schon ech unverschämt.

  4. autofab

    zum jeep:
    die kampagne ist schon zwei jahre alt. und warum wird werbung plötzlich wörtlich verstanden?
    die aussage ist bestimmt nicht die, dass unsere erde bald ein wüstenplanet ist, über den man dann am besten mit einem jeep fährt.

    zu porsche:
    greenpeace ist dumm.
    porsche hat die beste ökobilanz aller automobilmarken.
    weit über 90 prozent aller bisher gebauten porsche, fahren noch.

  5. ramses101

    Was soll Jeep denn machen? Aufhören, Autos zu fabrizieren? Der USP eines Geländewagens ist es nunmal, im Gelände zu bestehen. Nix anderes wird da dramatisiert.

  6. Meg

    Irgendwie … makaber.
    Wir werden nichts mehr zu fressen haben, aber wir haben noch einen Jeep, mit dem wir die Welt, pardon, Wüste entdecken können. Großartig.

  7. Jan

    Autofab, ich nehm’ das jetzt mal nicht persönlich, sondern als deine sehr persönliche Meinung.

    Porsche mag ja eine gute Ökobilanz haben, was Produktion und Haltbarkeit (oder sagt man besser Nutzungsdauer? Laufzeit?) angeht – aber das hat nun mal nichts mit Spritverbrauch und CO₂-Ausstoß zu tun. Und der ist bei Porsche definitiv hoch. Da kann Porsche noch so sehr darauf verweisen, dass er relativ zur PS-Zahl niedriger sei als bei anderen. Es zählt halt, was hinten raus kommt …

    Wenn wir am Klimawandel noch etwas ändern wollen, müssen wir den Ausstoß von Treibhausgasen senken, allen voran CO₂. Da sind alle gefragt: Energiekonzerne, Autobranche, Endverbraucher. Und neben den großen wie VW/Audi, Daimler und BMW eben auch Porsche. Wenn Greenpeace und Wenko vor Jahren schon mit dem SmILE ein Serienfahrzeug wie den Twingo auf die Hälfte Verbrauch bei besseren Fahrleistungen (!) trimmen konnten, warum soll das nicht auch Porsche gelingen? Und Jeep könnte das gleich auch mal versuchen.

    Ich frage mich ja eh, welcher Landwirt oder Förster mit einem Porsche ernsthaft ins Gelände wollte. Und zum Latte-Macchiato-Schlürfen muss man doch nicht wirklich mit einem Cayenne (CO₂-Emission der Basisversion lt. Porsche: 310 g/km; Leergewicht: 2.235 kg) oder Jeep Cherokee (CO₂-Emission der Basisversion Sport/Limited 2.8 CRD lt. Jeep (PDF): 246 g/km; Leergewicht: 1.980 kg), oder? Ich nehm’ dafür mein Rad (Cannondale F1000, Leergewicht: 10,5 kg, CO₂-Emission vernachlässigbar).

  8. al

    so ein quatsch. das ist ein motiv einer kleinen, schönen kampagne, die dieses jahr silber beim adc gewonnen hat. und nicht mehr.
    die klimasituation nervt. man sollte sich lieber gegen die abholzung von regenwäldern oder die verschmutzung der meere stark machen.

  9. Nils

    @al: Nervt die Situation oder die Diskussion? btw, dass eine schließt das andere ja nicht aus, oder?

  10. autofab

    @jan, aka greenpeace.

    warum nimmt sich greenpeace eine firma vor, die in deutschland mit abstand die wenigsten autos produziert und verkauft? wieso geht ihr nicht nach wolfsburg? stuttgart?
    gemessen an dem allgemeinen co2-ausstoß aller automobile in deutschland dürfte der deutschen liebstes sportauto wohl nur etwa 2% ausmachen.
    und sowieso abgesehen davon, dass die privaten haushalte und die industrie das meiste co2 ausstoßen.
    ich vermute ja populismus hinter der diffamierung des automobils. nichts polarisiert (wenn es um klimaschutz geht) so sehr, wie das “überflüssige statussymbol” auto.
    gegen einfamilienhäuser, wohnblocks und sozialbauten lässt sich irgendwie nicht so gut demonstrieren und wettern. wäre auch blöd, weil man ja dann einzelne personen für etwas globales verantwortlich machen würde.
    und dann porsche zu dissen (nein, ich fahre keinen), ist auch nur deswegen öffentlich wirksam, weil die braucht ja keiner, die sind ja nur zum spass da.
    ps: die verschrottung, endlagerungm verarbeitung und entsorgung eines autos schlägt sich extrem in der ökobilanz nieder.

  11. Jan

    Autofab, danke für den Tipp. Wir haben uns das heute morgen auch gedacht und deshalb auch Europas größten Autohersteller in Wolfsburg besucht, Volkswagen, der mit dem Touareg ja auch ein richtiges Klimaschwein im Angebot hat.

    Und Al, engagier’ dich doch mit uns gegen die Abholzung von Regenwäldern oder die Verschmutzung der Meere. Das eine, die Abholzung der Regenwälder, hängt ja mit dem anderen, dem Klimaschutz, eh eng zusammen.

  12. ramses101

    Die Schweinekarre sieht ja cool aus. Sind die Ohren fürs Radfahrer-Slapping? ;-)

  13. Jan

    Nee, beim Radfahrerüberholen legen sich die Ohren an und wedeln dem Radfahrer ein wenig Wind zu …

  14. Kommunalpolitik in Ahrensburg und Stormarn » schon wieder Brand in Ahrensburg

    [...] werde weiter über diese Anzeige schmunzeln und jetzt den profilebuilder testen. Auf so ein Tool hab ich schon lange gewartet. Mal [...]

  15. Stefan

    >Wer träumt nicht davon einsam mit seiner fetten Karre über einen ausgestorbenen Wüstenplanet zu heizen.

    Naja, für “ausgestorben” gibt es gleich mehrere Lösungsansätze … für einen Wüstenplaneten wird man gar keine lange Reise unternehmen müssen, einfach etwas abwarten – spätestens wenn China und Indien komplett automobil versorgt sind. Viel Freude im SUV-Panzer …

  16. TRK

    Ich wundere mich, das das Thema Langzeithaltbarkeit hier nur in einem Beitrag vorkommt. Wieviel CO2 wird denn (so man glaubt, das das tatsaechlich die Ursache fuer ein wie auch immer anderes Klima sein mag) in der Herstellung eines PKW – speziell eines gehypten Hybridfahrzeugs – mit all seinen batteriepacks verbraten?

  17. Arnold

    Zu dem David-Spruch: Porsche sieht sich als David in einer Branche voller Goliaths.
    Hier das Buch (sehr sehr sehr lesenswert):
    amazon.de/Das-Davidp...

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