27.07.07
10:15 Uhr

Wer braucht das Telefonbuch?

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Wenn ich mal schätzen darf….Das letzte Mal, dass ich ein Telefonbuch in Händen hielt, um einen Teilnehmer zu ermitteln bzw. nachzuschlagen, liegt weit zurück. Sehr weit. Die Rufnummern von Personen, mit denen ich in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld per Telefon kommuniziere, sind mir bekannt. Kommen ggf. neue Kontakte und Rufnummern hinzu, entstehen sie auf persönlicher und direkter Ebene – da wird dann die neue Rufnummer direkt aufgenommen oder ausgetauscht, die Visitenkarte übergeben oder eben kurz gegoogelt, falls mal eine Firmentelefonnummer gerade nicht zur Verfügung steht.
Fest steht allerding auch: Das Telefonbuch wird in einer jährlichen Auflage von rund 32. Mio. Exemplaren gedruckt – bei 125 regionalisierten Ausgaben mit 38 Verlagen. 104.000 Seiten werden für eine vollständige Erfassung aller Einträge inkl. Werbung bedruckt. Nur echte Fans werden also alle 125 Ausgaben neben ihrem Brockhaus in ihrer Bücherwand stehen haben, eher wird das jeweils regionale Telefonbuch in den Haushalten schlummern.
Die Marke Telefonbuch hat ihre Bekanntheit und Verbreitung aus der damaligen Monopolstellung der Deutschen Bundespost erlangt, heute übernimmt die Zentralvermarktung die „Telefonbuch Servicegesellschaft mbH“ in Köln. Neben den Print-Formaten sind natürlich -ganz zeitgemäß- weitere Medien hinzu gekommen wie zum Beispiel eine entsprechende CD-Ausgabe und natürlich das Internet-Angebot, welches laut IVW-Online für den Monat Juni 2007 gut 16 Mio. Besucher (Visits) und 104 Mio. Page Impressions (PI) ausweist.
Vielleicht bin ich mit meinem Mediennutzungsverhalten zu speziell, aber wer nutzt denn von euch tatsächlich heute noch das Telefonbuch oder das Internet-Pendant? Empfehlt ihr euren Kunden einen gewerblichen Werbeeintrag in derartigen Angeboten? Welches Image hat das Telefonbuch in eurer Wahrnehmung?

Das Telefonbuch nutze ich
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20 Kommentare

  1. Tobi

    Ich konnte bisher einmal die online angebotene Rückwärtssuche (also eingabe der Telefonnummer) ganz gut gebrauchen.

  2. madlorick

    Wirklich hilfreich ist das Online-Telefonbuch noch, wenn ich die Nummer einer bestimmten Filiale eines grossen Konzerns (z.B. Bankfiliale) suche, die man ansonsten auf der Konzernhomepage umständlich suchen müsste.

  3. ramses101

    Ist schon ewig her, dass ich mir das letzte Telefonbuch von der Post abgeholt habe (zumal das in großen Städten ja auch gleich ein Doppelband ist). Online nutze ich das Telefonbuch aber sogar recht häufig. Wenn man heute eine Nummer sucht, was hat sich denn im Vergleich zu früher groß geändert?

    Die Nummern, die ich habe, brauch ich nicht zu suchen. Früher standen die in meinem Notizbuch, heute sind die in meinem Handy gespeichert (was sinniger ist, sollte ruhig von Zeit zu Zeit mal hinterfragt werden). Und die Nummern, die ich suche, muss ich suchen. Klar geht das über die Firmenhomepage und über google. Aber, siehe auch Kommentar von Madlorick, bis ich auf der Firmenhomepage die richtige Filialnummer habe, frag ich lieber gleich Telefonbuch.de

  4. Jörg Weisner

    Ich suche schon häufiger nach Telefon-Nummern, dann aber nur online. In der Regel über Telefonbuch.de oder eben über Google und notfalls Impressum.

    Die Printausgaben der Telefonbücher dürften wohl echt bald der Vergangenheit angehören. Spart ja auch eine Menge Bäume.

  5. Patrick Breitenbach

    Mist, grad noch angeklickt „nutze gar nix“ und 5 Minuten später war ich auf telefonbuch.de.

    Allerdings hier zu fragen ob jemand Printausgabe nutzt ist natürlich ziemlich repräsentativ. ;-)

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Naja, die Umfrage bezieht sich ja nicht nur auf die Print-Ausgabe.
    Und repräsentativ schaffen wir wohl nicht ganz hier in einem werbethemenaffinen Fachblog. Das stimmt.
    de.wikipedia.org/wik...

  7. Martin

    Also ich nutze, wenn überhaupt auch nur mal ganz selten die Gelben Seiten online – ob sich werben noch lohnt richtet sich doch sicher etwas nach der Zielgruppe? Also viele ältere werden vielleich Papier vorziehen und sind auch nicht „always online“. Das Telefonbuch (in gedruckter Form) ist in meiner Wahrnehmung nicht mehr unbedingt zeitgemäß, die Online-Variante aber ganz praktisch wenn sich keine Website findet …

  8. Andreas

    Ich nutze ausschliesslich die Online-Telefonbücher. Ist schneller als die Papierversion und immer auf dem aktuellsten Stand. ;o)

    Ausserdem kann ich so auch die umgekehrte Suche (mit einer Telefonnummer nach einer Adresse suchen) nutzen.

  9. Kiki

    Ich nutze das gedruckte Telefonbuch und auch die Gelben Seiten, und zwar nicht nur zum Mückenerschlagen und Türenstoppen. Nicht häufig (habe ich aber auch früher nicht häufiger genutzt; man hat eben seine Pappenheimer im Handy oder Filofax), aber ich blättere lieber offline als online.
    Andererseits habe ich auch noch einen analogen Telefonanschluß und ein Wählscheibentelefon, go figure.

  10. Carsten

    Wir haben in jedem Feuerwehrfahrzeug eins liegen. Ist ganz manchmal ganz hilfreich um die Straße zu nem Namen nachzuschlagen oder seltener auch mal ne Telefonnummer.

  11. Anon

    Hallo Herr von Puttkamer,
    wie Sie schon richtig festgestellt haben, wird Ihre Umfrage nicht sehr repräsentativ sein. Machen Sie doch diese Umfrage mal in einem Altenheim oder einfach nur bei Ihren Nachbarn. Über das Ergebnis werden Sie erstaunt sein. Ihre Frage „Empfehlt ihr euren Kunden einen gewerblichen Werbeeintrag in derartigen Angeboten“ ist doch etwas undifferenziert. Das kommt doch darauf an, was der Kunde macht. Oder? Wo soll denn z.B. ein Friseur oder ein Optiker sonst werben? Versuchen Sie doch mal die beiden Branchen zu googeln. Da kommt doch auf den ersten Seiten nur Schrott raus. Im Telefonbuch bzw. im Onlinetelefonbuch haben Sie die alle auf einen Blick. Ich hab übrigens gerade den Versuch mit Würzburg gemacht. War sehr eindrucksvoll. Und wenn Sie einmal eine private Telefonnummer benötigen. Z.B. den Klassenkameraden Ihres Kindes, dann haben Sie bei Google ganz schlechte Karten. Wenn ich „mal schnell“ die Telefonnummer meines Autohauses brauche, lohnt es sich nicht extra den Rechner zu booten. Da ist das Buch schneller zur Hand. Wir, die viel mit dem Internet zu tun haben, sollten ab und zu mal schauen wie´s draußen so aussieht. Insbesondere Werber sollten darauf achten, dass Sie Ihre Kunden nicht am Real-Life vorbei beraten, weil es für Sie nur noch Google, Blogs, Second Life und Web2.0 gibt.

  12. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Lieber Anon, weder ich noch der Werbeblogger nehmen für uns in Anspruch, repräsentative Meinungen zu veröffentlichen. Es sind persönliche Erfahrungswerte, die wir mit unseren Lesern austauschen. Daher stelle ich nicht nur mich in Frage sondern stelle Fragen darüber, wie andere es in anderen Lebensumfeldern und ggf. Abhängigkeiten sehen. Vor welchem Hintergrund haben Sie denn Ihre Einschätzung hier dargestellt?

  13. Stefan

    Zu diesem Thema darf ich eine kurze Geschichte eines Kollegen (Suchmaschinen-Marketer) erzählen: Ein Möbelhaus wollte AdWords buchen und wandte sich an eine einschlägige Agentur. Im Gespräch („Wie werben Sie denn bisher so?“) erzählte der Kunde, dass sie eine schöne Summe regelmäßig für die Gelben Seiten ausgeben. Nun meinte der Suchmaschinen-Marketer in seinem jugendlichen Überschwang: „Gelbe Seiten!? Was wollen Sie denn damit, das nutzt doch niemand mehr! Das Budget können Sie gleich mit für die AdWords nutzen.“ Der Chef des Möbelhaus darauf: „Kommt nicht in Frage. Wir machen ein Drittel unseres Umsatzes damit!“
    Wir lernen daraus, dass die Welt draußen noch immer nicht das Internet stets parat hat und dass auch Gelbe Seiten-Kunden sehr wohl den Erfolg ihrer Marketingmaßnahmen tracken.

  14. Ralf

    Ein gedrucktes Telefonbuch habe ich noch nie besessen. Dafür aber etliche Telefonbuch-CDs. In letzter Zeit ärgerte ich mich öfters dann doch kein gedrucktes Telefonbuch zu besitzen. Denn, Wunder oh Wunder, mein PC ist nicht den ganzen Tag an. Bis ich den PC eingeschaltet, hochgefahren und eine Nummer im Internet rausgesucht habe, hätte ich in der gleichen Zeit entweder zweimal bei der Auskunft angerufen oder drei Nummern im Telefonbuch nachgeschlagen.

  15. Patrick Breitenbach

    @Stefan: Richtig. Es kommt auch immer auf die Zielgruppe an. Beim Möbelhaus sind es die ab 40-jährigen, die den meisten Umsatz machen. Da dürften die meisten eben nicht über das Internet recherchieren. Andererseits würde es z.B. überhaupt keinen Sinn machen etwas internetaffines in den gelben Seiten zu bewerben. Und ich muss ehrlich sagen, auch als größter Fan des Webs, der Rat des SEO war wirklich ordentlicher Bullshit.

  16. Herbert Frohmann

    Habe mal unfreiwillig einen Test gemacht. Eine geplante Firmenneugründung mit vierstelligem Einsatz in den Gelben Seiten Online und Print! beworben. Keine sonstige Werbung. Drei Tage nach Auftragserteilung hatte sich die Neugründung erledigt; Telefon, Webseite und E-Mail gibt es nach wie vor. Ergebnis: Zwei Anfragen in einem Jahr!

    Mein Fazit: Wer Geld verbrennen möchte, wirbt noch in diesen Medien.

  17. Stefan

    Geld verbrennen kann man in jedem Werbemedium. Das ist kein USP der Gelben Seiten. :-)
    Ich habe eine ähnliche Erfahrung, ebenfalls nach einer Neugründung, mit einer Zeitungsanzeige gemacht. Das Ergebnis war noch niederschmetternder: Null Anfragen. Aber deshalb folgere ich daraus doch nicht, dass jede Zeitungsanzeige unnütz ist. Wer seine Werbebotschaft über die falschen Kanäle kommuniziert, braucht sich nicht zu wundern, wenn’s keine Resonanz gibt.
    Apropos Resonanz: Zwei Anfragen in einem Jahr können in manchen Branchen schon reichen, damit sich vierstellige Summe rechnen.
    Wie Patrick oben schrieb: Es kommt auf die Zielgruppe an.

  18. trillian

    Ich nutze das Telefonbuch nicht, um eine Nummer rauszusuchen, sondern um eine Dienstleistung zu finden. Denn wo sonst finde ich alle Reifenhändler oder Frauenärzte oder Optiker auf einer Stelle?

  19. hubert

    Ich habe kein telefon. Was kicke ich jetzt an?

  20. dog and bone

    Das Telefonbuch – eine aussterbende Dienstleistung?…

    Der Werbeblogger fragt sich, wer heutzutage noch das gute alte Telefonbuch nutzt. Ja selbst sein sagen wir einmal modernes Äquivalent im Internet ist doch eher eine aussterbende Dienstleistung. Da hilft auch Werbung nicht mehr:

    Interessanterweise n…

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