27.07.07
14:35 Uhr

Cocktailparty oder Volksfest? (Teil 1)

(Nicht nur) im Zuge unserer aktuellen Aktivitäten beschäftigen wir uns mit den Strukturen von webzwonulligen Internet-Diensten, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Entscheidend für den Erfolg ist, ob es gelingt, die avisierten Nutzer tatsächlich zu motivieren, sich dem “Netzwerk” anzuschließen und “Leben in die Bude” zu bekommen. Nichts ist trauriger anzuschauen als ein Social Network, bei dem nichts passiert oder der User es nicht erkennen kann.
Um das Thema etwas zu verdeutlichen, haben wir eine Matrix erstellt, die zunächst die beiden Gegensätze eines “Walled Garden” und einer vollkommen offenen Struktur (“Wide Open”) gegenüberstellt.

walledgardevswideopen.jpg
Jede “Seite” hat in ihrer extremen Ausprägung deutliche Vor- und Nachteile. Wer “Exklusivität” sucht, der wird den Zugang bewusst erschweren, an Bedingungen knüpfen, ob persönlicher, sozial-fachlicher und-/oder pekuniärer Natur. Im besten Fall schafft dieses Prinzip Begehrlichkeiten und den wachsenden Wunsch, teilnehmen zu “dürfen”. Auf der anderen Seite steht das Prinzip gnadenloser Offenheit bis hin zu ggf. gemeinschaftlichen Open-Source Entwicklungsprojekten. Klassische virale Effekte, Massenzulauf und starkes, unkontrolliertes Wachstum können hier deutlich leichter einsetzen. Unter kommerziellen Aspekten kann man auch feststellen:
Links = planbares “kleineres” Geld und nutzerfinanziert / Paid Content etc.
Rechts = unkalkulierbares, aber potenziell “großes” Geld mit Kapitalisierungsoption und starker Werbefinanzierung

Logischerweise wünscht sich der Mensch, egal ob Betreiber oder Nutzer, immer das Beste aller Welten; man könnte auch sagen die “eierlegende Wollmilchsau”, die die Nachteile der jeweiligen Extreme ausschaltet und die Vorteile bündelt. Wer sich in riesigen Netzwerken wie “MySpace” tummelt, vermisst ziemlich schnell eine wirkliche inhaltliche Heimat seiner persönlichen Interessen und Vorlieben, wer sich nur im Exklusiven tummelt, beklagt ggf. die Selbstreferenzialität des Umfeldes und fehlende “Inspiration” außerhalb der eigenen -immer wiederkehrenden- Themen.

Andererseits ist der “Durchschnitt” immer der Feind eines klaren Profils und Brandings. Wie können also sinnvolle und erfolgversprechende Lösungen für unterschiedliche Anforderungen an Netzwerke aussehen?! Mehr dazu im zweiten Teil…

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6 Kommentare

  1. Max

    Gefällt mir die Grafik, hat was von Yin Yan…

  2. DerJo

    Gute Gegenüberstellung.. bin auf 2ten Teil gespannt

  3. Hugo E. Martin

    Die Matrix soll die Gegensätze eines ‘Walled Garden’ und einer ‘Wide Open’ Struktur darstellen? Die gewählten Begriffspaare sind für mich ‘frei erfunden’ und überhaupt nicht ‘zwingend’ – wer macht den sowas?

  4. Roland

    @hugo.e.martin:
    Wir machen sowas. Und der Begriff “walled garden” ist sicher nicht frei erfunden.
    searchsecurity.techt...
    “wide open” hingegen ist rein beschreibend – “weit offen” eben und noch kein buzz word ;-)
    Zwingend ist hier gar nichts; es liegt im Auge des Betrachters und Projektes, ob es entsprechend relevant sein kann.

  5. Hugo E. Martin

    Ich meinte nicht die Überschriften sondern die Zuordnung
    Hier Qualität dort Quanität
    Hier Identität dort Anonymität
    Hier Wertvoll dort Wertlos (in “”)
    Hier Commmitment dort Flüchtigkeit
    Hier Aktivität dort Passivität
    Hier Selbstreferentiell dort Massenkompatible
    Hier Hierarchie dort Basisdemokratie
    Hier Userfinanziert dort Werbefinanziert
    (und natürlich kann man auch ‘hier’ und ‘dort’ austauschen!)

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Na dann schlag doch mal Paarungen nach deiner Vorstellung vor, die “zwingend” sind. Ich bin gespannt.

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Eure Kommentare

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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