14:35 Uhr
Cocktailparty oder Volksfest? (Teil 1)
(Nicht nur) im Zuge unserer aktuellen Aktivitäten beschäftigen wir uns mit den Strukturen von webzwonulligen Internet-Diensten, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Entscheidend für den Erfolg ist, ob es gelingt, die avisierten Nutzer tatsächlich zu motivieren, sich dem “Netzwerk” anzuschließen und “Leben in die Bude” zu bekommen. Nichts ist trauriger anzuschauen als ein Social Network, bei dem nichts passiert oder der User es nicht erkennen kann.
Um das Thema etwas zu verdeutlichen, haben wir eine Matrix erstellt, die zunächst die beiden Gegensätze eines “Walled Garden” und einer vollkommen offenen Struktur (“Wide Open”) gegenüberstellt.

Jede “Seite” hat in ihrer extremen Ausprägung deutliche Vor- und Nachteile. Wer “Exklusivität” sucht, der wird den Zugang bewusst erschweren, an Bedingungen knüpfen, ob persönlicher, sozial-fachlicher und-/oder pekuniärer Natur. Im besten Fall schafft dieses Prinzip Begehrlichkeiten und den wachsenden Wunsch, teilnehmen zu “dürfen”. Auf der anderen Seite steht das Prinzip gnadenloser Offenheit bis hin zu ggf. gemeinschaftlichen Open-Source Entwicklungsprojekten. Klassische virale Effekte, Massenzulauf und starkes, unkontrolliertes Wachstum können hier deutlich leichter einsetzen. Unter kommerziellen Aspekten kann man auch feststellen:
Links = planbares “kleineres” Geld und nutzerfinanziert / Paid Content etc.
Rechts = unkalkulierbares, aber potenziell “großes” Geld mit Kapitalisierungsoption und starker Werbefinanzierung
Logischerweise wünscht sich der Mensch, egal ob Betreiber oder Nutzer, immer das Beste aller Welten; man könnte auch sagen die “eierlegende Wollmilchsau”, die die Nachteile der jeweiligen Extreme ausschaltet und die Vorteile bündelt. Wer sich in riesigen Netzwerken wie “MySpace” tummelt, vermisst ziemlich schnell eine wirkliche inhaltliche Heimat seiner persönlichen Interessen und Vorlieben, wer sich nur im Exklusiven tummelt, beklagt ggf. die Selbstreferenzialität des Umfeldes und fehlende “Inspiration” außerhalb der eigenen -immer wiederkehrenden- Themen.
Andererseits ist der “Durchschnitt” immer der Feind eines klaren Profils und Brandings. Wie können also sinnvolle und erfolgversprechende Lösungen für unterschiedliche Anforderungen an Netzwerke aussehen?! Mehr dazu im zweiten Teil…
6 Kommentare
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- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...

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Am 27. Juli 2007 um 15:44 Uhr
Gefällt mir die Grafik, hat was von Yin Yan…
Am 27. Juli 2007 um 16:05 Uhr
Gute Gegenüberstellung.. bin auf 2ten Teil gespannt
Am 9. August 2007 um 18:29 Uhr
Die Matrix soll die Gegensätze eines ‘Walled Garden’ und einer ‘Wide Open’ Struktur darstellen? Die gewählten Begriffspaare sind für mich ‘frei erfunden’ und überhaupt nicht ‘zwingend’ – wer macht den sowas?
Am 9. August 2007 um 19:28 Uhr
@hugo.e.martin:
Wir machen sowas. Und der Begriff “walled garden” ist sicher nicht frei erfunden.
searchsecurity.techt...
“wide open” hingegen ist rein beschreibend – “weit offen” eben und noch kein buzz word ;-)
Zwingend ist hier gar nichts; es liegt im Auge des Betrachters und Projektes, ob es entsprechend relevant sein kann.
Am 9. August 2007 um 19:53 Uhr
Ich meinte nicht die Überschriften sondern die Zuordnung
Hier Qualität dort Quanität
Hier Identität dort Anonymität
Hier Wertvoll dort Wertlos (in “”)
Hier Commmitment dort Flüchtigkeit
Hier Aktivität dort Passivität
Hier Selbstreferentiell dort Massenkompatible
Hier Hierarchie dort Basisdemokratie
Hier Userfinanziert dort Werbefinanziert
(und natürlich kann man auch ‘hier’ und ‘dort’ austauschen!)
Am 10. August 2007 um 10:10 Uhr
Na dann schlag doch mal Paarungen nach deiner Vorstellung vor, die “zwingend” sind. Ich bin gespannt.