22:30 Uhr
Was hinten aus Niedersachsen rauskam
Roland hatte es schon angedeutet. JvM hat sich mit den niedersächsischen Pferdeäpfeln zum Affen gemacht. Oder war es der Kunde? Nun erschien jedenfalls heute diese Anzeige in der Printausgabe des Spiegels und ich muss sagen, ich bin von dem Kacklauer begeistert:
Schon entdeckt? Auch in dieser Anzeige ist ein Pferdeapfel versteckt (…) Wichtig ist, was am Ende rauskommt.
Wenn wir uns jetzt mal besinnen, ganz in Ruhe hinsetzen, den Champus beiseite lassen und die Anzeige kommunikativ mit und ohne Subtext entschlüsseln, erhalten wir folgende Kernbotschaften:
1. In Niedersachsen wimmelt es von Verbrechern und Ungeziefer.
2. Niedersachsen wurde mehrfach Opfer von Datenklau. Erst jetzt geht man das Problem innovativ an. Wortlaut ist “wir entwickeln” nicht “haben wir entwickelt”, also ist man noch mittendrin statt schon dabei.
3. Niedersachsen ist groß in Sachen Genfood. Nein, es geht nicht um geruchslose Pferdeäpfel, sondern um Grundnahrungsmittel, die widerstandsfähiger gegen Viren gemacht werden.
4. Pferdescheisse ist das Produktivste was das Bundesland anscheinend nach eigener Aussage zustande bringt.
Hat Hamburg eigentlich irgendeine Fehde mit Niedersachsen laufen? Das könnte einiges erklären …
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21 Kommentare
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Am 9. Juli 2007 um 23:55 Uhr
“1. In Niedersachsen wimmelt es von Verbrechern und Ungeziefer.”
Gaaanz falsch. Will sagen wo es vor Wirtschaftsspionen wimmeln tut, da gibt es auch ooornlich was zu spionieren. Fazit: Wirtschaft gutt!
So rum.
:-)
________________
Be_stimmt gibt es in Bayern noch mehr Wirtschaftsspione als in Niedersaxen, aber die schlauen Bayern plärren des net so rum, sonst kommen noch mehr.
Am 10. Juli 2007 um 08:19 Uhr
Ahh! So wird ein Schuh draus!
Am 10. Juli 2007 um 08:31 Uhr
Das Schlimmste für mich ist die Tatsache, dass in jeder Anzeigenecke “JvM/Alster” prangt. Da hätte zur Glaubwürdigkeit der niedersächsischen Leistungsfähigkeit der Name einer hiesigen Agentur hingehört!
Am 10. Juli 2007 um 08:43 Uhr
…. hmm finde die Anzeige ziemlich bieder und gestalterisch grenzwertig. Und diese Pferdeapfelgeschichte ist echt ein aufgesetzter Gag, der nicht wirklich zündet. Kenne allerdings nur diese Schaltung. Ist das ne ganze Kampagne?
Am 10. Juli 2007 um 09:34 Uhr
@Jörn
Das ist in der Tat eine ganze Anzeigenserie.
werbeblogger.de/2007...
Link ist auch im Beitrag ;-)
Am 10. Juli 2007 um 09:55 Uhr
Übrigens: Das Wortspiel, welches ich als Titel des ersten Beitrages im Werbeblogger nutzte (”JvM weiß genau, was hinten raus kommt”), taucht nun als Textidee ziemlich artverwandt in der Copy dieser Anzeige auf (”Wichtig ist, was am Ende raus kommt”). Aber die Copies der Serie waren bestimmt schon vorher alle durchgetextet, oder?
Am 10. Juli 2007 um 10:06 Uhr
Mja, bieder. Schon.
Das Ding ist ein kleiner Schritt für wilde Werbewuzzis, aber ein großer für Biedersachsen.
Und ich bin froh über die Selbstironie. Dass das Niedersachsen geschafft hat ´`´`. Das konnte nur mit einer teueren Agentur klappen :-), was teuer ist, ist gutt!. Eine kleinere und weniger renommierte Agentur, die trotzdem super arbeitet, hätten sie geknechtet und mit der Nilpferdpeitsche zu extrem biederem Hardcore gezwungen.
Am 10. Juli 2007 um 10:30 Uhr
Gedanken: Seit ich in blogs wie diesem lese, habe ich das Gefühl alle treten auf JvM ein. Ich kann es nicht sonderlich gut beurteilen, dafür bin ich noch nicht lange genug im Geschäft, aber woran liegt es?
- Ist es die Aussage bezüglich der Blogkommentare (ohne die Diskussion wiederbeleben zu wollen)?
- Erfolg?
- Arroganz?
- oder sind die Kampagnen schlecht/ gut (Neid)?
Mein Antwort: Sie sind weder gut noch schlecht, vielmehr kontrovers, an einer Grenze, somit diskussionswürdig.
Und besonders im Bezug auf Stadt/ Regionenvermarktung stellt sich doch die Frage wie man so etwas bewirbt und vermarktet. Hannover ist nicht Düsseldorf und auch nicht München, und für ein Unternehmen sind andere Faktoren als ein Stadt- oder Landimage wichtig, sonst wäre VW nicht in Wolfsburg (Sorry, kleiner Scherz).
Also ich als Niedersachse empfehle: “Drauf gesch***, läuft!”
Am 10. Juli 2007 um 11:41 Uhr
Naja, wenn das alles für Unternehmen völlig unwichtig ist, wozu dann die ganze Kampagne? (Ehrlich gesagt, hab ich das aber bei keiner dieser Bundelandkampagnen bisher verstanden.) An Touristen ja wohl kaum, denn denen dürfte es relativ egal sein, was in Niedersachsen so an Datenschutzmaßnahmen enwickelt wird.
Da ich in Niedersachsen aufgewachsen bin, sind mir die Pferde (Hannoveraner) ein Begriff. Aber damit gehöre ich sicher zu einer Minderheit, und der Slogan beweist, dass die Niedersachsen und ihre Agentur hier nicht so richtig über den Tellerrand (oder Deich) geguckt haben. “Sie kennen…” kann ja nur mit etwas funktionieren, das tatsächlich alle kennen. Sonst ist die Reaktion nur “?”
Die Pferdeäppel finde ich zwar nicht eklig, aber ich bin ja auch in Niedersachsen aufgewachsen (allerdings sind die auch da nicht so allgegenwärtig, wie die Anzeigen suggerieren). Sie wirken trotzdem irgendwie drangepappt und schwer zu erkennen, zumal sie in der freien Wildbahn ja auch nicht so vereinzelt auftauchen. Die Botschaft scheint zu sein: In Niedersachsen machen wir alles Mögliche, aber worauf es ankommt, ist, dass dabei nur Mist rauskommt. Merkwürdiges Konzept. Hoffentlich macht Berlin nicht demnächst eine ähnliche Kampagne mit Hundescheiße.
Am 10. Juli 2007 um 14:25 Uhr
@Nils
also von meiner Seite her gibt es kein kategorisches “treten” gegen JvM. Im Gegenteil, ich schätze 95% der Sachen als sehr gut ein (vor allem wenn Sie provozieren). Aber hier hat es halt m.E. nicht gezündet. Jeder hat mal nen schwachen Tag =)
Die ersten zwei Copytexte sind mir zu sehr nach dem Motto “Guck mal was wir schon dolles gemacht haben” und wenn der dritte Copytext nochmal auf den Gag hinweisen muss, ist der Gag wohl nicht so doll. “Wichtig ist, was am Ende rauskommt” das gilt auch für diese Anzeige Oo
Am 10. Juli 2007 um 15:18 Uhr
ja, es gibt eine Fehde: Niedersachsen will die Elbvertiefung nicht :-)
Am 10. Juli 2007 um 15:44 Uhr
@Nils
Wir sind JvM in vielerlei Hinsicht dankbar, dass es sie gibt. Wer im Rampenlicht steht, wer polarisiert, wer viele gute Kampagnen macht, viele kontroverse Motive zeigt und gelegentlich auch mal Mist hinten rausfallen lässt, steht halt oft im Mittelpunkt von Diskussionen. Aber sicher nicht nur negativ.
Am 10. Juli 2007 um 16:53 Uhr
Wirtschaftsspione in Niedersachen?
Dann lassts halt ned die chinesischen Stundenten rein die für die Partei Ihre Berichte schreiben müsssen was sie gelernt haben.
Am 10. Juli 2007 um 17:46 Uhr
“Entscheidend ist, was hinten rauskommt” sagte schon Helmut Kohl in einer Pressekonferenz am 31. August 1984. :-)
Am 11. Juli 2007 um 09:56 Uhr
@Claus
Aber doch nicht sicher nicht im Kontext einer JvM-Kampagne, oder ;-)
Am 12. Juli 2007 um 20:50 Uhr
1. Anscheinend habe die Niedersachsen nur winzige Pferde, sonst müsste man die Texte nihct lesen können.
2. Ist das In-Serie-Verstecken nicht neu. Die “klien Brigitte machts schon seit Jahren mit einer Maus, genau wie seit Jahrzehnet der Cartoonist der TV Hören und Sehen. Und der ist witziger…
Am 14. Juli 2007 um 15:23 Uhr
Wie wichtig es ist, kongeniale Kunden zu haben, kann man an der Entwicklung/Niedergang von JvM gut ablesen.
Denn der Kunde ist eben maßgeblich mit an einem sehr guten hochkreativen Ergebnis beteiligt. Seine Handschrift ist mit dabei, siehe Sixt. Bei D-b-D gings schon los, das Gremium-Gewürge (die ganzen Dingsdas, Medienfuzzis, Politiker, Wirtschaftler wollten befriedigt werden, wie soll da was anders als hippes, verlogenes Pathos rauskommen). Und auch noch Realisierung zusammen mit einer andern Agentur (Kemper Trautmann). Wie soll da was gehen.
Und Niedersachsen. Will nicht wissen, wie groß das Wünsche- und Bedenkenträgergremium war. Das alles ist ein schlechtes Setting für die hochkreative Arbeit einer Agentur.
Ogilvy wusste das und hat Kampagnen immer abgelehnt, wenn Gremien im Spiel waren. Zu viel Köche verderben den Brei: Mittelmaß kommt heraus und der Ruf der Agentur ist im A…
Am 15. Juli 2007 um 12:37 Uhr
Ein pferdeaffiner niedersächsischer Agenturleiter mit angeschlossener königlicher Reithalle (sic)ist entsetzt und liefert aus der Sicht niedersächsischer Eingeborener seine hufschlagenden Argumente:
“Imagekampagne mit null PS”
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[...] dass Jung von Matt dennoch das richtige Image aufzeigt. Hierzu empfehle ich als Einstieg die Pferdeäpfel-Affäre beim Werbeblogger. So wird dort auch von den thematischen Zugpferden (ein sehr gelungenes [...]