14:26 Uhr
Hatter Klima?

Ganze 10 Anzeigen rund um das Thema CO2-Emission und Klimaschutz konnte man in der letzten Printausgabe des Spiegels begutachten. Eine Dominanz die einem ins Auge fallen muss. Wer da inseriert? Das lässt sich ganz schnell auf einen Nenner bringen. Diejenigen, die es sich leisten können und diejenigen, die den Ruf des Klimakillers an sich haften haben. Doch wenn selbst einer derer es schafft zum Hauptsponsor des größten Protestkonzertes aller Zeiten zu werden, bei dem wohl mehr CO2 entstand als hätte eingespart werden müssen, dann kann es um die Öffentlichkeitsarbeit der Mineralölkonzerne und der Automobilinsustrie nicht wirklich schlecht stehen. DaimlerChrysler ist auch der einzig wirklich Mutige, der im Spiegel zugleich für den CO2-Champion und den CO2-Chaoten wirbt.
So viel Mut muss man haben und eigentlich gar nicht so unclever. Schließlich gibt es noch die Konsumenten, die sich nix aus Klima machen (außer die Klima im Auto) und diesen derzeitigen Hype um unsere Umwelt als einzigen hysterischen Wahn abtun. Was juckt mich die Welt von morgen? Aber, aber. Selbst die großen Umweltsünder der Vergangenheit, die sich bis vor kurzem vehement gesträubt haben etwas gutes für unseren Planeten zu tun, spielen heute den gifthoffnungsgrünen Samariter. In farbenprächtigen Anzeigen (ca. 80% Stock Material “grüne WIese”) frohlockt man die große ökologische Wende. So als ob nie etwas gewesen wäre, als ob es ihre selbstverständlichste Aufgabe war, ist und auch immer sein wird. Die Greenwashmaschinen laufen heiß und nun stehen selbst die auf dem Plan, die nur indirekt mit dem CO2-Wahnsinn zu tun haben, aber sich trotzdem auch irgendwie dringend umfärben müssen: Die Atomkraftwerke. Ja sie haben es ja immer gewusst und sie haben immer für eine bessere Umwelt gekämpft. “Deutschlands ungeliebte Klimaschützer” titelt der Informationskreis KernEnergie, die sich sogleich auch die Domain www.klimaschuetzer.de haben sichern lassen. Hut ab! Bei so viel geballter Kommunikationsenergie stehen mir einfach nur noch die Haare zu Berge. Denn mal abgesehen von den Gefahren des Kernkraftwerkes ist auch diese Energieform natürlich nicht CO2-neutral.
Aber wo sind eigentlich die Anzeigen der echten Klimaschützer? Kann ich euch sagen, die brauchen dafür nicht zu werben, sie besitzen das glaubwürdige Image bereits. Da sind mir doch die Autokonzerne lieber, die einfach zu diesem bigöttlichen Thema die Klappe halten und/oder alle Zeit und Energie in den Bau von umweltfreundlicheren Autos stecken.
7 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 8. Juli 2007 um 16:48 Uhr
Dieses scheinheilige Getue der Unternehmen in Sachen Umweltschutz geht mir sowieso auf den Keks. Nach Außen den Heiligenschein aufsetzen, und sich schön eine neue Zielgruppe an Land ziehen – und ansonsten weitermachen wie zuvor. Aber man tut ja was für die gute Sache.
Am 8. Juli 2007 um 19:08 Uhr
Best Werbeblogger Headline ever.
Am 8. Juli 2007 um 20:16 Uhr
Haha (aus dem SPEIGEL):
“Die “Live Earth”-Konzerte für den Kampf gegen den Klimawandel haben auch eine Kehrseite: Sie werden etwa 60.000 bis 110.000 Tonnen zusätzliche CO2-Emissionen verursachen.” [Anm.: Meist die Besucher]
Im Vergleich (Quelle, ebenfalls der SPIEGEL):
“Die Berliner Strato AG kündigt an, komplett auf Energie aus Wasserkraft umzusteigen – und seine Computer bald CO2-neutral zu betreiben.
[...]
Die beiden Strato-Rechenzentren in Berlin und Karlsruhe verbrauchen nach Angaben Schmidts 30 Gigawattstunden im Jahr – und sind für einen Kohlendioxid-Ausstoß von 15.000 Tonnen verantwortlich.” [bold ist von mir]
Jeder Webdesigner könne was tun (ebenfalls SPIEGEL):
“Was bei einer einzelnen Webseite kaum ins Gewicht fällt, summiert sich bei Millionen von Internet-Auftritten zu einer im Sinne des Klimaschutzes vermeidbaren Stromverschwendung.
Schlechter HTML-Code, umständliche Skripte und nicht gepflegte Datenbanken verlängern die Ladezeiten von Webseiten. Daher sollten Inhalt und Layout mit Hilfe von CSS sauber voneinander getrennt werden. Bilddateien sollten so klein wie möglich gehalten werden.
In MySQL-Datenbanken sollten überflüssige Daten entfernt werden, um die Zugriffszeiten kurz zu halten. Zu einer derart verstandenen Web- Hygiene gehört auch, dass Multimedia- Elemente zurückhaltend und nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich sinnvoll sind.
”
Eh kloa, aber jetzt mit Green-Zertifikat, höhö. Endlich ein durchschlagendes Argument für validen Code. :-)
__________________
Sachtma Leute, darf man jetzt noch ausschnaufen, oder ist man dann auch eine Kleine Klimasau :-) Langsam drehen die Firmen wohl alle am Grün-Rad. Ich überleg grad hinterlistig, wieviel CO²-Ausstoß im Vergleich ein Krieg kostet. Nein, ich relativiere nicht zynisch, aber andere könnten auf das schmale Brett kommen. Vielleicht klappt endlich mit der CO²-Argumentation, was seit Jahrhunderten mit der Menschenleben-Argumentation nicht klappt :-(
Grün ist die Hoffnung!
[Aber wahrscheinlich werden sie es auch vermasseln]
Disclosure:
Des Vronibärs kleines LAN-Netzwerk lauft seit vielen Jahren unauffällig mit wasserplätscherndem Grünstrom. Wenn ich das vor einem Jahr oder früher verkündet hätte, hätten mich Kunden und Mitbewerber noch als endgültig bekloppten, billigen Rotwein süffelnden, vertrottelten und nach Kernseife riechenden unschicken, endgültig und vollkommen un-designigen Birkenstock-Sandalen-Künstler abgetan. Kurz, es wäre ein Image-Katastrophe sondersgleichen geworden. ´`´`
Am 8. Juli 2007 um 20:30 Uhr
Juhhuuu! Werbeblogger läuft auf nem grünen CO2-Server mit Wasserkraft! :-)
Und endlich, du hast Recht Vroni, können die Webkrauts ihre valide Codepredigt richtig begründen. (Zum Glück haben wir vor kurzem erst unseren MySQL entrümpelt.) Da eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
Übrigens Kühe sind die größten Umweltsäue. Die machen durch ihr GErülpse 4% des gesamten CO2-Ausstoßes aus. focus.de/wissen/wiss... Zum Glück gibt es Rinderwahn! Es hat also alles seine guten Seiten (um beim Relativieren zu bleiben) ;-)
Am 8. Juli 2007 um 20:44 Uhr
Es ist immer das Gleiche: die Vordenker und Vormacher werden jahrzehntelang als weltfremde Idioten abgestempelt, die von Wirtschaft keine Ahnung hätten – von genau denjenigen, die billig hastenichtgesehn (und noch dazu mit Lügen) auf einen gerade schick gewordenen hysterischen Zug aufspringen.
Notiz an mich: jetzt bloss nicht kotzen, das gibt Gase. Lieber Thomas Wolfe, wahlweise T. C. Boyle, Roth, oder noch einmal den Thackeray lesen (Jahrmarkt der Eitelkeiten). Da steht drin, wie sie sind, Literaten wussten es schon immer. Das beruhigt ein bisschen.
Am 8. Juli 2007 um 22:36 Uhr
Mal etwas OT: War die Anzeige von Mercedes genau so im Spiegel? Falls ja: Es scheint, als ob tatsächlich jemand zu faul war, das Kennzeichen zu “entspiegeln” ;-)
Am 8. Juli 2007 um 22:39 Uhr
@Philipp: Natürlich nicht, die Bildkomposition ging auf meine Kappe und ich war zu faul zum “entspiegeln” (schönes Wort in dem Zusammenhang) ;-)